Action | USA 2019 | 94 Minuten

Regie: Michael Dowse

Ein hartgesottener Polizist erhält die Chance, sich für den Tod seiner Partnerin an einem Gangster zu rächen. Da er durch eine Augenoperation zeitweilig nichts sieht, engagiert er einen Fahrer, der ihm die fehlende Sicht ersetzen soll. Der friedliebende Chauffeur leistet zunächst nur widerwillig Hilfe bei der Rachetour, doch schweißt die gemeinsame Fahrt die beiden doch immer mehr zusammen. Komödiantisches Buddy-Movie, das seinen routinierten Plot mit vielen Einfällen und überbordendem Wortwitz aufwertet. Fließend wechselt der Film zudem ins Genre des gewaltreichen Thrillers, wobei das Zusammenspiel die Hauptdarsteller auch darin perfekt aufeinander abgestimmt bleibt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
STUBER
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Michael Dowse
Buch
Tripper Clancy
Kamera
Bobby Shore
Musik
Joseph Trapanese
Schnitt
Jonathan Schwartz
Darsteller
Dave Bautista (Vic Manning) · Kumail Nanjiani (Stu) · Mira Sorvino (Angie McHenry) · Natalie Morales (Nicole) · Iko Uwais (Oka Tedjo)
Länge
94 Minuten
Kinostart
22.08.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Action | Komödie | Krimi
Diskussion

Komödiantisches Buddy-Movie mit einem wütenden Polizisten und einem friedliebenden Fahrer, das seinen routinierten Plot mit vielen Einfällen und überbordendem Wortwitz aufwertet.

So kann’s kommen, wenn man sich nicht zu einem ausgewiesenen Mitglied der Taxi-Innung ins Auto setzt, sondern zu einem Fremden, der Teilzeit für Uber fährt. Man trifft auf jemanden, der zwar dienstbeflissen ist, dabei aber feige, geschwätzig und rechthaberisch. Umgekehrt ist es zwar auch kein Spaß, wie man am Anfang von „Stuber“ kurz sieht: Der arme Uber-Fahrer Stu muss sich mit Idioten jeder Preisklasse herumärgern, da ist sein Job nicht anders als der eines Taxifahrers. Anders ist alles bloß für die Fahrgäste. Die kriegen bei Uber Schokoriegel und Musik ihrer Wahl. Oder, wie in „Stuber“, einen Helfer, der sie zu blutigen Schießereien begleitet, wenn auch nicht freiwillig.

Es ist Vic, sein Fahrgast, der ihn zu dieser Hilfeleistung zwingt. Vic ist ein Cop, hat gerade eine Augen-OP hinter sich und kann kaum sehen, vor allem aber ist ein Schrank von einem Kerl, der nicht lang diskutiert, um seinen Willen zu bekommen. Eigentlich lehnt er zwar die Hilfe anderer Menschen ab, doch mit dem zeitweilig begrenzten Sehvermögen ist es für ihn schwierig, ein Auto zu steuern. Auch wenn er jemanden erschießen möchte, braucht er einen zweiten Mann, der ihm die Augen ersetzt. Der muss dann eine Dose Hundefutter nach dem Opfer werfen, Vic zielt auf den Schmerzensschrei.

Was nervtötend beginnt, wird schnell lustig

Man merkt, es handelt sich bei „Stuber“ um eine Komödie. Und womöglich ist die anfängliche Beschreibung irreführend: Was kurz nervtötend beginnt, wird sehr schnell lustig, sobald die Hauptfiguren aufhören, ihre Befindlichkeiten sowohl einander als auch dem Zuschauer zu erklären. Denn der hat in diesem Fall kein Problem, die Anlehnung an Klassiker des Buddy-Movies wie Nur 48 Stunden zu erkennen – Temperamente, Ethnien, Kampferfahrung, all das. In „Stuber“ trifft man Dave Bautista, den ehemaligen Wrestler und MMA-Kämpfer, der kürzlich erst in Master Z: The IP Man Legacy einen guten Auftritt hatte. Den ungleichen Partner gibt der pakistanisch-stämmige Komiker und Autor Kumail Nanjiani. Vic ist der Schläger, Nanjianis Figur Stu der Hasenfuß, nur bewaffnet mit vielen wohlgesetzten Worten. Die beiden müssen so lange durch Los Angeles fahren, bis einer dem anderen ungestraft therapeutische Tipps geben darf.

Der Plot von „Stuber“ ist reine Routine. Es gibt einen Gejagten, der Vics Partnerin auf dem Gewissen hat. Und es gibt den wortkargen Verfolger Vic, der Rache will. Was dieses simple Setting durcheinanderbringt, was vor allem stets neue Wege für neue Vorgehensweisen öffnet, ist die Anwesenheit von Stu. Hin- und hergerissen zwischen Furcht und Großspurigkeit, greift der meist auf Schläue zurück, um eine Situation zu retten, und solche Situationen gibt es viele. Außerdem hat Stu immer eine Meinung zum Geschehen, die er Vic bereitwillig erklärt. Stu ist derjenige, der das Buddy-Movie mit den Lachern versieht, der Humor liegt hier zu großen Teilen im Wortwitz. Wobei der Film auch beiläufig absurde Momente an den Seitenlinien ins Bild rückt, oder allerlei Zitate, nicht zu vergessen ein unbeherrschtes, umwerfendes Slapstick-Manöver gegen Ende.

Mal harte, mal alberne Fights

„Stuber“ hat einen Reichtum, den Filme nicht allzu oft vorweisen können: Er hat Schauspieler, die ihr Spiel nuanciert im Griff haben – wobei Dave Bautista das Glück hat, dass er den Film mit einer einzigen Augen-zu-Grimasse bestreiten kann. Er hat Fights, die hart sind oder albern, aber immer mitreißend. Da trumpft außerdem Iko Uwais auf, der Kampfkünstler aus The Raid, der hier zwar etwas untergeht als fieser Heroindealer, aber immer noch mit ein paar irren Stunts dabei ist. „Stuber“ hat, das muss man auch mal loben, nachdem sonst meistens darüber gejammert wird, auch eine richtig gute deutsche Synchronisation. Und „Stuber“ hat Musik, eine schicke Oldies-Palette, die dazu dient, die allmählich aufblühende Männerfreundschaft romantisch zu untermalen. Wobei die das eigentlich gar nicht braucht. Vic und Stu sind, nachdem sie ein paar Dutzend Männer zusammen getötet haben, einander so rührend wohlgesonnen, dass Stu seinem Buddy am Ende Rabatt bei der Fahrtabrechnung gibt.

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