Drama | USA 2019 | 150 Minuten

Regie: John Crowley

Ein Mann rekapituliert in einem Hotelzimmer in Amsterdam seine traumatische Lebensgeschichte, in der ihm als Kind ein Bombenanschlag auf das Museum of Modern Art in New York nicht nur die Mutter raubte, sondern auch ein kleines Gemälde in die Hände spielte, das ihm als imaginärer Fluchtpunkt bei den anderen Katastrophen seines Daseins diente. Die vielschichtige Adaption eines preisgekrönten Romans trägt zwar schwer an der Last des literarisch ausdifferenzierten Erzählkosmos schicksalhafter Begegnungen, arbeitet aber glaubhaft das Ringen des Protagonisten mit Schuldgefühlen und tiefen menschlichen Verlusterfahrungen heraus. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
THE GOLDFINCH
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
John Crowley
Buch
Peter Straughan
Kamera
Roger Deakins
Musik
Trevor Gureckis
Schnitt
Kelley Dixon
Darsteller
Ansel Elgort (Theo Decker) · Oakes Fegley (Junger Theo) · Aneurin Barnard (Boris Pavlikovsky) · Finn Wolfhard (Junger Boris) · Nicole Kidman (Mrs. Barbour)
Länge
150 Minuten
Kinostart
26.09.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Vielschichtige Romanverfilmung über die von tiefen Traumata und Verlusten gezeichnete Lebensgeschichte eines Mannes, der in der Begegnung mit anderen Opfern und in der Kunst Trost und Anteilnahme findet.

Diskussion

Manche Ereignisse sind so schmerzhaft, dass sie das eigene Leben zerreißen und die Bruchstücke immer wieder um dieselbe Leerstelle kreisen lassen. Im Nachhall des Schocks steht die Zeit still und hält den Traumatisierten zugleich in ihr gefangen. Die Schriftstellerin Donna Tartt hat in ihrem mit dem Pulitzer-Preis auszeichneten Roman ein Bild gefunden, um das sich die zerstörten Existenzen ihrer Protagonisten wiederholt versammeln: „Der Distelfink“, ein kleines, rätselhaftes Gemälde des holländischen Malers Carel Fabritius. In der Geschichte des Romans, den Regisseur John Crowley weitgehend ungekürzt für die Leinwand adaptiert, wird es zum Gravitationszentrum des Undarstellbaren.

Flashbacks dominieren die Struktur des Erzählers Theo (Ansel Elgort), der in einem Hotelzimmer in Amsterdam am Tiefpunkt seines Lebens angekommen ist. An dessen Anfang steht ein Bild, das ihm immer wieder zu entgleiten droht: die eigene Mutter, schemenhaft und im Fortgehen begriffen. In den ihn heimsuchenden Erinnerungsfetzen ist er noch ein Kind und lässt sich durch das Museum of Modern Art in New York treiben. Sein neugieriger Blick richtet sich weniger auf die Bilder als auf ein rothaariges Mädchen. Im Bruchteil von Sekund

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