Nurejew - The White Crow

Biopic | Großbritannien/Frankreich/Serbien 2018 | 127 Minuten

Regie: Ralph Fiennes

Der russische Ausnahmetänzer Rudolf Nurejew (1938-1993), Sohn tatarischer Bauern, avanciert nach einer Ausbildung an der Ballettakademie in Leningrad schnell zum gefeierten Star. Bei einer Tournee nach Paris kehrt er 1961 der ungeliebten Sowjetunion den Rücken, weil er im Westen die Möglichkeit erkennt, seine Homosexualität offen zu leben. Das biografisch orientierte Drama über eine verspätete Adoleszenz arbeitet im permanenten Wechsel der Lebensstationen die Spannung in Nurejews Entwicklung heraus, verschleppt in seiner Sprunghaftigkeit aber auch das Tempo. Der fantastische Hauptdarsteller und die kongeniale Kamera entwickeln auf der Bühne eine magische Präsenz. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
THE WHITE CROW
Produktionsland
Großbritannien/Frankreich/Serbien
Produktionsjahr
2018
Regie
Ralph Fiennes
Buch
David Hare
Kamera
Mike Eley
Musik
Ilan Eshkeri
Schnitt
Barney Pilling
Darsteller
Oleg Ivenko (Rudolf Nurejew) · Adèle Exarchopoulos (Clara Saint) · Chulpan Khamatova (Ksenija Puschkin) · Ralph Fiennes (Alexander Puschkin) · Alexej Morosow (Strischewski)
Länge
127 Minuten
Kinostart
26.09.2019
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Biopic

Biografisch orientiertes Drama über die Adoleszenz des russischen Tänzers Rudolf Nurejew, die in der Emigration nach Paris ihren Höhepunkt findet.

Diskussion

Die Sowjetunion ist Rudolf Nurejews Gefängnis. Nicht im eigentlichen Sinne; der Ausnahmetänzer hat mit Politik nichts am Hut und sitzt in keinem Kerker. Er ist ein Aushängeschild des kommunistischen Regimes und als solches an dieses gebunden. Schon die Umstände seiner Geburt deuten an, dass es für den berühmten Tänzer innerhalb dieses Systems keinen Halt geben wird: der kleine Rudik wird in der Transsibirischen Eisenbahn geboren. Von dort aus macht Nurejew seinen Weg als Tänzer. Mit 17 Jahren schafft er es an die Waganowa-Ballettakademie in Leningrad, mit 20 Jahren ist er Solist am Mariinski-Theater, mit 22 in der ganzen Welt bekannt.

Als Bürger eines kommunistischen Staates aber wirkt Rudolf Nurejew stets wie ein Waisenkind. Der Vater, ein Kriegsheimkehrer, in dessen Augen die Zuneigung bereits erloschen scheint, zieht sich schnell aus seinem Leben zurück. Die Mutter, an deren liebevollen Blick Rudolf noch lange zurückdenkt, bringt ihn in die Tanzschule und wird sogleich gebeten, ihn ganz der Tanzlehrerin zu überlassen. In Leningrad nimmt sich Alexander Puschkin (

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