Angry Birds 2 - Der Film

Animation | USA 2019 | 97 Minuten

Regie: Thurop Van Orman

In der Fortsetzung von „Angry Birds – Der Film“ soll der inzwischen zum Helden avancierte Loser Red die idyllische Insel der flugunfähigen Vögel plus die der mit ihnen verfeindeten grünen Schweine gegen eine eisige Vogeldame verteidigen, die von einer Polarinsel aus zum Eroberungszug startet. Im Zentrum der absurd-vergnüglichen Sketch-Parade stehen großartige Slapstick-Momente, originelle Nebenhandlungen und ein mit zahllosen Pop-Evergreens gespickter Soundtrack. Auch die Synchronisation fügt sich kongenial ins temporeiche Gag-Gewitter. - Ab 8.

Filmdaten

Originaltitel
THE ANGRY BIRDS MOVIE 2
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Thurop Van Orman · John Rice
Buch
Peter Ackerman · Eyal Podell · Jonathon E. Stewart
Kamera
Simon Dunsdon
Musik
Heitor Pereira
Schnitt
Kent Beyda · Ally Garrett
Länge
97 Minuten
Kinostart
19.09.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 8.
Genre
Animation | Komödie
Diskussion

Vergnüglich-absurde Fortsetzung der Computerspiel-Adaption, in der sich die flugunfähigen Vögel zusammen mit ihren Erzfeinden, den grünen Schweinen, gegen eine eisige Vogeldame verteidigen müssen.

Fortsetzungen genießen nicht den besten Ruf, weil sie den ersten Film selten übertreffen. Allzu oft handelt es sich bei Sequels um billige Kopien, die auf einem schlampig geschriebenen, schnell umgesetzten Drehbuch basieren, wenig Eigenleben oder Originalität entwickeln und sich damit begnügen, gebetsmühlenartig das zu wiederholen, was den Vorgänger ausgezeichnet hat.

Auf „Angry Birds 2 – Der Film“ trifft das alles nicht zu. Das neue Autoren-Trio Peter Ackerman, Eyal Podell und Jonathon E. Stewart sowie Regisseur Thurop Van Orman haben sich fast drei Jahre Zeit gelassen und eine eigenständige Geschichte entwickelt, die weder auf „Angry Birds – Der Film“ basiert noch auf dem berühmten APP-Game, das inzwischen über vier Milliarden (!) Downloads verzeichnet.

Alle Figuren sind bereits etabliert

Van Orman nutzt die komfortable Situation, dass alle wichtigen Charaktere bereits etabliert sind und drückt schon im Teaser mächtig auf die Tube. Dabei wird die humoristische Richtung bereits vorgegeben, wenn Torten in den Gesichtern der Vögel landen und die drei Freunde Red, Chuck und Bombe mit einer gewaltigen Arschbombe einen regelrechten Tsunami auf ihrem paradiesischen Eiland verursachen.

Dort ist inzwischen Frieden eingekehrt, nachdem es ausgerechnet dem Vollversager Red gelungen war, die Angriffe der grünen Schweine abzuwehren. Bei seinen nach wie vor flugunfähigen Artgenossen gilt er seitdem als umschwärmter Superhero.

Jetzt muss das Ober-Schwein Leonard die komischen Vögel sogar um Hilfe bitten. Denn auf einer weiteren Insel gibt es eine recht unangenehme Vogeldame in Violett, die den Namen Zeta trägt und die niederträchtige Eigenschaft besitzt, mit kanonenkugelgroßen Eisbällen die Inseln der Schweine und Vögel zu traktieren. Red stellt ein schlagkräftiges Team zusammen, das der zornigen Zeta und ihren Helfershelfern ein für alle Mal das Handwerk legen soll.

Von einer Story weit entfernt

Das von einer Story weit entfernte Drehbuch kümmert sich in der Folge weniger um das „Was“ als um das „Wie“. Das aber tut der Film auf eine höchst erheiternde Weise. Das beginnt schon bei der Rekrutierung des Teams, die wie eine Persiflage auf die „Expendables“-Reihe daherkommt. Brillanter Höhepunkt ist das Vogelkostüm, in dem sich die Protagonisten verstecken, um an den Wachen der Eisinsel vorbeizukommen. Was dieser komische Vogel an Verrenkungen, irren Bewegungen und ausgeflippten Tanznummern aufführt, ist sensationell choreografiert; eine Sequenz auf dem Herrenklo ist ein echtes Slapstick-Meisterwerk.

„Angry Birds 2“ schlägt nicht nur ein extrem hohes Tempo an, sondern ist auch animationstechnisch ein perfekt umgesetztes Leinwand-Abenteuer, das auch ohne Plot als oftmals willkürlich erscheinende Aneinanderreihung von Sketchen funktioniert. So versuchen etwa drei Baby-Küken in einer Parallelhandlung ihre verlorenen Eier wiederzubekommen, wobei es auch zu einer herrlich makabren, ganz und gar absurden Begegnung mit einem Reptil kommt.

Auch auditiv ein Feuerwerk

Der Wahnwitz findet auch auf der Ton-Ebene eine Fortsetzung. Die deutsche Synchronfassung setzt auf die bewährten Stimmen von Christoph Maria Herbst als überheblich-liebenswerter Loser Red, Axel Prahl als brummelig-dicker Bombe und Axel Stein, der den quirligen, ADHS-gefährdeten Chuck spricht. Allrounderin Anke Engelke zeigt als Silver dem männlichen Federvieh, wo’s langgeht. Und der Soundtrack steuert eine wahre Armada an Pop-Evergreens bei, die das Leinwandgeschehen entweder verstärken oder auf köstlich-komische Weise konterkarieren.

Kommentar verfassen

Kommentieren