Gemini Man (2019)

Action | USA/China 2019 | 117 Minuten

Regie: Ang Lee

Als ein Auftragskiller in Diensten der US-Regierung sich zur Ruhe setzen will, hetzt ihm sein Dienstherr einen wesentlich jüngeren Klon seiner selbst auf die Fersen. Obwohl die Kopie dem Original jeweils einen Schritt voraus zu sein scheint, weiß sich der Ältere mit Hilfe von Freunden zu wehren. Der visuell durch die HFR-Technologie mit 120 Bildern pro Sekunde und in 3D atemberaubende Science-Fiction-Thriller tritt inhaltlich recht unspektakulär auf der Stelle, weil sich hinter dem in James-Bond-Manier um den halben Globus entspinnenden Zweikampf ein Ringen mit verdrängten Traumata andeutet. Als Konzeptkunst überzeugt die HFR-Technologie mehr denn als Blockbuster-Unterhaltung. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
GEMINI MAN
Produktionsland
USA/China
Produktionsjahr
2019
Regie
Ang Lee
Buch
David Benioff · Billy Ray · Darren Lemke
Kamera
Dion Beebe
Musik
Lorne Balfe
Schnitt
Tim Squyres
Darsteller
Will Smith (Henry Brogan / Junior) · Mary Elizabeth Winstead (Danny Zakarweski) · Clive Owen (Clay Verris) · Douglas Hodge (Jack Willis) · Benedict Wong (Baron)
Länge
117 Minuten
Kinostart
03.10.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Action | Science-Fiction

Technisch durch die High-Frame-Rate-Technologie in 3D visuell atemberaubender, erzählerisch aber etwas in die Jahre gekommener Science-Fiction-Thriller um einen Auftragskiller, der von einem wesentlich jüngeren Klon seiner selbst gejagt wird, weil er sich in den Ruhestand verabschieden will.

Diskussion

Manch ein „High Concept“-Film wird so sehr von seiner zentralen Idee bestimmt, dass ihm jede Konkretisierung schadet. Man will sie als Produzent lieber in einem Fahrstuhl erzählt oder während eines Meetings auf eine Serviette gekritzelt als im Kino zu sehen bekommen. In „Gemini Man“ von Regisseur Ang Lee kämpft Will Smith gegen eine jüngere Version seiner selbst. Präsentiert wird der Science-Fiction-Thriller in 3D und mit höherer Bildwiederholfrequenz; gedreht wurde mit 120 Bildern pro Sekunde. Das ist eine spannende Konstellation, die faszinierende Protagonisten und Fragen des Gegenwartskinos zusammenführt, vom eigentlichen Geschehen auf der Leinwand aber ein wenig verraten wird. Lees neuester Vorstoß für die „High Frame Rate“-Technologie (HFR) ist als Konzeptkunst überzeugender denn als Blockbuster-Unterhaltung.

Ein Killer und sein Klon

Bei „Gemini Man“ handelt es keineswegs um einen schlechten Thriller oder Actionfilm, wohl  aber um einen recht unspektakulären. Wenn den Film etwas auszeichnet, dann bestenfalls eine Teilnahmeurkunde. Der Protagonist Henry Brogan ist ein hervorragender Auftragsmörder, der in den Ruhestand gehen will, von einem Freund die wahre Identität seines letzten Opfers erfährt und deshalb von der Regierung gejagt wird. Dazu setzt der Leiter des geheimen „Gemini“-Programms Clay Verris (Clive Owen) einen etwa 25 Jahre jüngeren Klon (ebenfalls Will Smith, aber digital verjüngt) ein. An Henrys Seite stehen die junge Agentin Danny (Mary Elizabeth Winstead) und sein langjähriger Freund Baron (Benedict Wong).

In klassischer James-Bond-Manier hetzt man über den Globus, von Belgien nach Nordamerika, später nach Kolumbien und Ungarn, stets auf der Suche nach dem nächsten Stückchen Information. Es gibt Verfolgungsjagden, Schießereien und Faustkämpfe, es wird geflirtet und gelegentlich gibt es auch einen Witz. Als Kopfgeburt der 1990er-Jahre war für diesen Stoff auch einmal Tony Scott als Regisseur im Gespräch; das Resultat wäre wohl überzeugender ausgefallen.

Ang Lees erster Impuls ist es, s

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