Living With Yourself

Komödie | USA 2019 | Minuten

Regie: Jonathan Dayton

Eine tragikomische Sitcom um einen Mann, der sich einer mysteriösen Behandlung unterzieht: Weil er darunter leidet, sowohl im Job als auch in der Beziehung zu seiner Frau Erwartungen zu enttäuschen, besucht er ein mysteriöses Spa, das verheißt, einen ganz neuen Menschen aus ihm zu machen - mit üblen Folgen: Er wird mit einer Version seines eigenen Selbst ausgetauscht, bei der psychische und physische Verschleißerscheinungen eliminiert sind, und kämpft fortan mit sich selbst um sein altes Leben. Die Serie nutzt das Doppelgängermotiv für eine satirisch-melancholische Auseinandersetzung mit einer Midlife-Crisis und dem Älterwerden, schafft es dabei zwar nicht, alle Handlungsfäden überzeugend zu verweben, gewinnt aber vor allem als Porträt einer kuriosen Dreiecksbeziehung zwischen dem Mann, seinem Klon und seiner Ehefrau auch dank der symptahischen Darsteller an Charme und Tiefe. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
LIVING WITH YOURSELF
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Jonathan Dayton · Valerie Faris
Buch
Timothy Greenberg
Kamera
Darren Lew
Schnitt
Jesse Gordon
Darsteller
Paul Rudd (Miles Elliot) · Aisling Bea (Kate Elliot) · Desmin Borges (Dan) · Karen Pittman (Lenore Pool) · Zoe Chao (Kaylyn)
Länge
Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Komödie | Serie

Diskussion

„Mir graust es, wenn ich sein Antlitz sehe“, heißt es in Heinrich Heines Gedicht „Der Doppelgänger“: Begegnungen mit dem leibhaftigen Ebenbild des eigenen Selbst gehören in die Sphäre des Unheimlichen, seit das Motiv im 19. Jahrhundert in der Literatur en vogue wurde. Auch in der Serie „Living With Youself“ steht der Schrecken Miles (Paul Rudd) ins Gesicht geschrieben, als er nachts auf der Treppe seines Hauses plötzlich sich selbst beziehungsweise jemandem, der ihm aufs Haar gleicht, gegenübersteht. In einer späteren Folge wird kurz „Doktor Jekyll und Mr. Hyde“ heranzitiert, einer der Klassiker in Sachen Doppelgänger-Motiv. Zwar zeigt sich Miles nicht ganz textsicher, wenn er seine „Kopie“ vorwurfsvoll Jekyll statt Hyde schimpft (was ihm sein besserwisserisches Gegenstück natürlich prompt unter die Nase reibt), aber es ist klar, was der Original-Miles mit dem Verweis auf den schauerromantischen Stoff sagen will: Für ihn ist der Andere ein „evil twin“, ein böswilliger Störenfried, der seine bürgerliche Identität in ihren Grundfesten erschüttert und ihn zu verdrängen versucht.

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