Nomis - Die Nacht des Jägers

Thriller | Kanada/USA 2018 | 95 Minuten

Regie: David Raymond

Nach einer jahrelangen Mordserie an jungen Frauen nimmt die Polizei einen psychisch kranken Hauptverdächtigen fest. Allerdings geschehen trotz der Inhaftierung auch weiterhin schreckliche Verbrechen, bei denen sogar die Ermittler selbst ins Visier geraten. Der Thriller überzeugt mit einer spannenden Grundidee, prominenten Darstellern und einem überraschendem Twist. Seine überhastete Erzählung und der Umstand, dass moralische Fragen zwar aufgeworfen, aber nicht diskutiert werden, lassen jedoch nur wenig Spannung aufkommen. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
NOMIS | NIGHT HUNTER
Produktionsland
Kanada/USA
Produktionsjahr
2018
Regie
David Raymond
Buch
David Raymond
Kamera
Michael Barrett
Musik
Alex Lu · Benjamin Wallfisch
Schnitt
Jim Page
Darsteller
Henry Cavill (Marshall) · Ben Kingsley (Cooper) · Alexandra Daddario (Rachel) · Stanley Tucci (Commissioner Harper) · Brendan Fletcher (Simon)
Länge
95 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Thriller

Heimkino

Verleih DVD
Koch Media
Verleih Blu-ray
Koch Media
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Diskussion

Thriller um eine Mordserie an Frauen, die auch nach der Verhaftung eines Hauptverdächtigen weitergeht.

Die Grundidee klingt verheißungsvoll. Seit Jahren sucht die Polizei nach einem Serienmörder, der Frauen über das Internet kontaktiert und dann ermordet. Mit einem psychisch schwer gestörten Verdächtigen wird der vermeintliche Täter schließlich gefasst. Als es trotz dessen Inhaftierung aber zu weiteren Verbrechen kommt, stehen die Ermittler vor einem Rätsel.

„Nomis“ ist das Spielfilmdebüt von David Raymond. Trotz seiner spannenden Prämisse ist der Thriller aber nur selten ein spannender Film. Im Zentrum steht der Polizist Aaron Marshall (Henry Cavill), der sich ganz seinem Job verschrieben hat, auch weil er in seinem Privatleben nur schwer zurechtkommt. Bei den Ermittlungen stößt die Polizei auf Simon (Brendan Fletcher), in dessen Keller Spuren weiterer Opfer gefunden werden. Doch bei den Verhören wird eine schizophrene Persönlichkeitsstörung diagnostiziert, was es fraglich macht, ob von Simon wichtige Informationen zu erhalten sind. Doch obwohl der Mann im Polizeigewahrsam verbleibt, endet die Verbrechensserie nicht. Zudem gerät das Team um Commissioner Harper (Stanley Tucci) bei den Ermittlungen selbst in Gefahr.

Bekannte Vorbilder

Die Vorbilder sind offensichtlich. „Nomis“ vereint Elemente aus den Filmen „Prisoners“, „Sieben“ und „Das Schweigen der Lämmer“, ohne auch nur annähernd an deren Qualitäten heranzureichen. Der Thriller nimmt sich viel zu selten die Zeit, um seine Geschichte und die guten Ansätze zu entfalten. Der Hauptplot um die Mordermittlungen wird überhastet geschildert. Wie die Polizei auf Hinweise und Spuren kommt, ist bisweilen zu einfach, manchmal kaum nachvollziehbar und gelegentlich auch beides.

Bei der Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Richter Michael Cooper (Ben Kingsley) kooperieren die Ermittler mit einer äußerst ambivalenten Figur. Cooper nimmt das Gesetz in die eigene Hand und macht Jagd auf Männer, die sich an jungen Frauen vergreifen. Dieser Nebenplot wirkt seltsam gezwungen; auch hinterfragt der Film Coopers Methoden lange Zeit nicht; die Polizei nutzt dessen Technologien sogar für ihre eigenen Ermittlungen. Eine Diskussion über das Thema Selbstjustiz lässt die Erzählung vermissen.

Moralische Fragen werden nicht diskutiert

Fragen werfen auch die dubiosen Verhörmethoden auf. Wie sollen oder dürfen Ermittler vorgehen, um Informationen von einem psychisch Kranken zu erhalten? Der Film exponiert das Problem, diskutiert es dann aber nicht. Es wirkt fast so, als ob „Nomis“ fast schon zwanghaft auf den Showdown und die finalen Figurenkonstellationen zusteuert und dabei viel zu viele Dinge außer Acht lässt.

Weitaus mehr überzeugt der Thriller mit seinem zentralen Twist. Die Auflösung der Mordserie wirkt logischer als manche Entscheidung der Figuren und kommt überraschend, aber nachvollziehbar daher. Unterm Strich kann „Nomis“ aber trotz seiner prominenten Darsteller, einer interessanten Prämisse und spannenden moralischen Fragen nur selten überzeugen.

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