Bayala - Das magische Elfenabenteuer

Abenteuer | Deutschland/Luxemburg 2019 | 85 Minuten

Regie: Aina Järvine

Um ein Drachenei zu seinen Eltern zurückzubringen, begibt sich eine Gruppe junger Elfen auf eine weite Reise durch ein fantastisches Land und muss sich am Ende auch einer finsteren Schattenkönigin stellen. Dem in der Spielzeugwelt Bayala angesiedelte Animationsfilm gelingt es nicht, interessante Figuren oder eine stimmige Geschichte zu entwickeln, stattdessen ist er fast durchweg eine blasse Werbung für die zugrunde liegenden Spielzeugfiguren. Auch technisch bleibt der Computeranimationsfilm weit hinter den Möglichkeiten zurück. - Ab 6.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland/Luxemburg
Produktionsjahr
2019
Regie
Aina Järvine · Federico Milella
Buch
Pamela Hickey · Dennys McCoy · Vanessa Walder
Musik
Pascal Le Pennec
Schnitt
Mark Broszeit · Nana Novosad
Länge
85 Minuten
Kinostart
24.10.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 6.
Genre
Abenteuer | Animation | Fantasy | Kinderfilm
Diskussion

In der Spielzeugwelt Bayala angesiedelter Animationsfilm über eine Gruppe mutiger Elf*innen, die es mit der Schattenkönigin aufnimmt, die ihrem Reich durch den Diebstahl von Dracheneiern Schaden zugefügt hat.

Und noch ein Animationsfilm, der eine Spielzeugwelt zum Leben erwecken will. Nach den Lego- und den Playmobil-Figuren erhalten nun auch die Schleich-Tiere ihr eigenes Kinoabenteuer. Genauer: Die fantastischen Schleich-Tiere der Bayala-Welt, die einen Gegenpol zu den alltagsnahen Tiernachbildungen darstellen, durch die die Firma sich einen Namen gemacht hat. Bayala ist eine High-Fantasy-Welt, die sich mit ihrer pastellfarbenen Gestaltung und ihrem Figurenpersonal – Feen, Meerjungfrauen, „normalen“ Einhörnern und Pegasus-Einhörnern– vor allem an Mädchen richtet und in der sogar Drachen liebenswerte Wesen sind.

Trotz ihrer ästhetischen Klischees hätte das Bayala-Setting zweifellos einiges an Schauwerten zu bieten. Zunichte gemacht wird dies jedoch durch die ziemlich oberflächliche Gestaltung der Szenerie, die nie die Tiefe eröffnet, die der Film eigentlich haben müsste. Vor allem aber wirken die detailarmen Zeichnungen der Figuren so künstlich, glatt und leblos wie die Spielzeugmodelle, auf denen sie basieren. Es fehlt den Gesichtern an Leben, an Feinheiten, an Ausdrucksvermögen, um mehr zu sein als eine beliebige Projektionsfläche.

Die Schattenkönigin hat den Elfen die Dracheneier gestohlen

Dramaturgisch unbeholfen beginnt „Bayala“ mit einer langen Vorgeschichte, die mit den Verhältnissen in dem magischen Reich vertraut macht. Seitdem die Schattenkönigin Ophira Dracheneier gestohlen hat, die den guten Elfenvölkern anvertraut waren, geht es mit dem Land bergab. Das „Welken“ hat begonnen, die Magie schwindet. Doch dann findet die junge Sonnenelfin Marween ein Drachenei und es obliegt ihr, der Sonnenelfenprinzessin Surah und dem Schattenelf Jaro, dieses zu seinen Eltern zu bringen und zugleich Ophira in ihre Schranken zu weisen.

„Bayala“ folgt den Figuren bei ihrer Reise durch das magische Land, hat jedoch nichts über die Figuren zu erzählen und interessiert sich auch nicht für deren Entwicklung. Eindimensional gute Figuren stehen eindimensional bösen Figuren gegenüber, Zwischentöne sind nicht angelegt. Auch aus der Hintergrundgeschichte der Protagonistin Surah, die einst von Ophelia entführt worden war und in deren Reich aufgewachsen ist, macht der Film nicht viel. Marween schließlich läuft Surah stattdessen schnell den Rang ab und wird zur interessanteren Figur.

Brave Produktpräsentation

Wo zumindest die Spielzeugadaption The Lego Movie noch dadurch punkten konnte, die Beschränkungen der starren, gleichförmigen Figurenwelt als Chance zu begreifen, sie mit einer hintersinnigen Geschichte über Anpassung und Freiheit zu verknüpfen und dadurch intelligent zu nutzen, ist „Bayala“ nicht mehr als eine überlange Produktpräsentation, die sich brav an den veröffentlichten Figuren und Sets entlanghangelt und überdies Genderklischees gedankenlos reproduziert. Auch die Elfen entsprechen mit ihren großen Augen, den Wespentaillen und den langen Zöpfen dem Barbie-Look.

Am besten gelungen ist ausgerechnet ein Sidekick: Bei dem treudoof dreinblickenden Waschbären Piuh stimmen ausnahmsweise die Texturen und die Bewegungen. Man spürt, dass die Animatoren Spaß daran hatten, mit dieser Figur zu arbeiten. Vom Rest des Films kann man das leider nicht behaupten, bleibt dieser doch vor allem seelenlose Werbung.

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