Extra Ordinary - Geisterjagd für Anfänger

Fantasy | Irland 2019 | 94 Minuten

Regie: Mike Ahern

Seit in ihrer Kindheit ihr Vater bei einem gemeinsamen Geister-Exorzismus ums Leben kam, hat eine übersinnlich begabte Irin ihrem Talent abgeschworen. Als ein Witwer, der unter der Fuchtel des ruhelosen Geists seiner Verblichenen steht, um Hilfe bittet, lässt sie sich aus Sympathie zu dem Mann breitschlagen, doch wieder aktiv zu werden. Das ist allerdings nicht nur der Beginn einer sich langsam anbahnenden Romanze mit dem Witwer, sondern auch von allerlei haarsträubenden übersinnlichen Verwicklungen, woran ein satanistischer Musiker schuld ist, der die Tochter des Witwers als Jungfrauenopfer im Visier hat. Eine köstliche irische Fantasy-Komödie voller satirischer Spitzen und absurder Pointen, die von trefflich besetzten Charakteren und skurrilen Einfällen lebt. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
EXTRA ORDINARY
Produktionsland
Irland
Produktionsjahr
2019
Regie
Mike Ahern · Enda Loughman
Buch
Mike Ahern · Enda Loughman
Kamera
James Mather
Musik
George Brennan
Schnitt
Gavin Buckley
Darsteller
Maeve Higgins (Rose Dooley) · Terri Chandler (Sailor Dooley) · Barry Ward (Martin Martin) · Will Forte (Christian Winter) · Claudia O'Doherty (Claudia Winter)
Länge
94 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Fantasy | Komödie

Heimkino

Verleih DVD
Universum
Verleih Blu-ray
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Diskussion

Eine köstliche irische Fantasy-Komödie voller satirischer Spitzen und absurder Pointen, die von trefflich besetzten Charakteren und skurrilen Einfällen lebt.

Die schlechte Nachricht: Geister gibt es wirklich, und sie sind überall – sogar in einem schlichten Stück Käse kann sich Übersinnliches verbergen und nach Verzehr Albträume verursachen. Die gute Nachricht: Die meisten Geister sind harmlos, Menschen wie du und ich sozusagen, nur eben tot. So erklärt es zu Beginn dieser köstlichen irischen Fantasy-Komödie der Geister-Spezialist Vincent Dooley (Risteard Cooper). Allerdings entpuppt sich die Aufnahme als altes Video – tatsächlich ist der Mann, der da als Spuk-Experte auftritt, schon vor Jahren einer doch nicht ganz so harmlosen Geistererscheinung zum Opfer gefallen, bei der ein besessenes Hündchen und ein paranormales Schlagloch unheilvoll zusammenwirkten. Seine Tochter Rose (Maeve Higgins), die als Kind seine Assistentin war, schlägt sich als Fahrlehrerin durch und hat sich als erwachsene Frau vom Familiengeschäft der Geisterjagd verabschiedet, weil sie das Trauma von Vincents Tod nie verwinden konnte.

Allerdings trudeln auf Roses Handy immer noch mehr Anrufe wegen angeblicher Geistererscheinungen als wegen Fahrstunden ein – denn, wie gesagt, Geister gibt es zuhauf, Geisterjäger in Irland aber offensichtlich viel zu wenige. So kommt auch der Witwer Martin Martin (Barry Ward) mit Rose in Kontakt, der unter der Fuchtel seiner längst verblichenen, aber immer noch sehr dominanten Ehefrau steht und daran auf Drängen seiner Teenie-Tochter gerne etwas ändern würde. Weil die alleinstehende Rose Martin anziehend findet, überwindet sie ihre Angst und lässt sich von ihm anheuern. Was allerdings bald wüst eskaliert. Das hat weniger mit ruhelosen Seelen als mit einem abgehalfterten Musik-Star namens Christian Winter (Will Forte) zu tun (der als freche Parodie von Chris de Burgh angelegt ist): Um ein Comeback zu schaffen, plant dieser als versierter Satanist einen Deal mit einem Dämon, wofür er Martins Tochter zu opfern gedenkt. Rose versucht mit Martins Hilfe, die sinisteren Pläne zu vereiteln – doch die Nacht des Blutmondes, in der das Opfer vollendet werden soll, rückt bedrohlich schnell näher...

Wo die Provinz-Skurrilität aufhört und das Paranormale anfängt ist fließend

Dabei lassen als filmische Bezugspunkte nicht nur die „Ghostbusters“ grüßen, sondern vor allem auch „Der Exorzist“ – William Friedkins Klassiker erweisen die Drehbuchautoren und Regisseure Mike Ahern und Enda Loughman ganz explizit ihre Reverenz. Freilich wird in dem ländlichen irischen Kaff, in dem „Extra Ordinary“ spielt, die Ektoplasma-Suppe längst nicht so heiß gegessen, wie sie in den US-Vorbildern gekocht wird. Woraus sich die Macher einen Heidenspaß machen und immer wieder lustvoll das Fantastische mit dem Provinziellen versetzen – etwa wenn sich Rose mit der vergleichsweise bodenständigen Erscheinung eines Mannes herumärgert, den die Mülltrenn-Disziplinlosigkeit seiner Frau noch nach dem Tod keine Ruhe finden lässt, oder schon auch mal eine alte Nachbarin, die eigentlich noch quicklebendig ist, im Vorbeifahren für einen Geist hält.

Während es die „Ghostbusters“ in ihren beiden Abenteuern aus den 1980er-Jahren mit exzentrischen Erscheinungen wie sumerischen Chaosgottheiten oder dem Widergänger eines mittelalterlichen Schlächters zu tun bekamen, deren Spuk als wahres Feuerwerk an Effekten abgefackelt wurde, gehen Mike Ahern und Enda Loughman relativ dosiert mit dem digitalen Budenzauber um (wobei sie im Finale immerhin ein durchaus anständiges Loch zur Hölle auftun) und verlassen sich primär auf ihre herrlich schrägen Einfälle und ein von Komikerin Maeve Higgins als Rose und Barry Ward als Martin angeführtes, charmantes Schauspieler-Ensemble. Das sorgt denn auch dafür, dass einem jenseits des übersinnlichen Klamauks die Figuren schnell ans Herz wachsen und „Extra Ordinary“ auch als spleenige romantische Komödie funktioniert, in der zwischen zwei vom Leben (und dem Leben nach dem Tod) gebeutelten Kleinstadt-Underdogs zarte Bande entstehen. Dämonen, die nach Jungfrauenblut gieren, sollten sich angesichts von so viel positiver Energie besser warm anziehen.

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