Aretha Franklin: Amazing Grace

Dokumentarfilm | USA 2018 | 89 Minuten

Regie: Alan Elliott

1972 nahm die US-amerikanische Soulsängerin Aretha Franklin mit berühmten Gospelmusikern bei zwei Live-Auftritten in der Missionary Baptist Church in Los Angeles ihr legendäres Doppelalbum „Amazing Grace“ auf. Der dabei gedrehte Dokumentarfilm, der nach technischen und juristischen Problemen erst 46 Jahre später aufgeführt werden konnte, beeindruckt nicht nur als hautnahes Zeugnis eines musikhistorischen Meilensteins, sondern insbesondere auch durch seine Vermittlung der atmosphärischen Kraft der Auftritte auf ihr Publikum. Daneben vermittelt der Film präzise auch den Charakter der Aufnahmesituation in der Kirche als Akt religiösen und politischen Widerstands der „Black Community“. - Sehenswert ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
AMAZING GRACE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2018
Regie
Alan Elliott · Sydney Pollack
Schnitt
Jeff Buchanan
Länge
89 Minuten
Kinostart
28.11.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 12.
Genre
Dokumentarfilm | Musikdokumentation

Dokumentarfilm über die Live-Aufnahmen der Soulsängerin Aretha Franklin und berühmter Gospelmusiker für das Album „Amazing Grace“ im Jahr 1972.

Diskussion

Kurz vor Schluss ihrer Konzertperformance richtet sich Aretha Franklin noch einmal direkt an den New Temple Missionary Baptist Church-Chor, der sie an diesen zwei Auftritten im Januar 1972 begleitet und unterstützt hat, und bringt es singend, mehrfach wiederholend auf den Punkt: „I am so glad I got religion!“ Schon kurz zuvor hatte Franklins Vater, der einflussreiche Baptistenprediger Clarence LaVaughn Franklin, dramaturgisch passend-unpassend die Kraft und den „Spirit“ seiner Tochter gepriesen und die Anekdote zum Besten gegeben, nach einem Fernsehauftritt seiner Tochter jemanden gefragt zu haben, ob der denn gefallen habe, worauf die befragte Person geantwortet habe, sie – Aretha Franklin – solle besser in die Kirche zurückkehren. Worauf der Vater reagierte: Wer sage denn, dass seine Tochter die Kirche überhaupt jemals verlassen habe?“

Man muss zum Verständnis von „Aretha Franklin: Amazing Grace“ vielleicht daran erinnern, dass in Gospelkreisen die Vermischung von religiöser und säkularer Musik als ein Akt der Blasphemie galt und lediglich eine Handvoll Musiker wie Ray Charles oder Sam Cooke es mit unterschiedlichem Erfolg und unterschiedlichen Karrierekonsequenzen wagten, Stilelemente des Gospels in die Popmusik, in den Soul zu transferieren. Als sich Aretha Franklin dazu entschließt, die Gottesdienst-Konzerte in der Missionary Baptist C

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