Action | USA 2019 | 100 Minuten

Regie: Brian Kirk

Nachdem bei einem Drogenraub in New York acht Polizisten erschossen werden, wird ein afro-amerikanischer Detective mit dem Fall betraut. Als die beiden Polizistenmörder in Manhattan eingekreist werden können, lässt er die Insel komplett abriegeln. Bei der nächtlichen Jagd kommt er unerwartet jedoch auch einem Polizeiskandal auf die Spur. Robuster Actionkrimi nach dem Vorbild der hartgesottenen Cop-Thriller der 1970er-Jahre. Trotz eines durchsichtigen Drehbuchs schwingt sich der Film durch atmosphärische Kameraarbeit und gute Besetzung zu einem soliden Genre-Vertreter auf. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
21 BRIDGES
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Brian Kirk
Buch
Adam Mervis · Matthew Michael Carnahan
Kamera
Paul Cameron
Musik
Alex Belcher · Henry Jackman
Schnitt
Tim Murrell
Darsteller
Chadwick Boseman (Andre Davis) · J.K. Simmons (Captain McKenna) · Sienna Miller (Frankie Burns) · Taylor Kitsch (Ray) · Keith David (Deputy Chief Spencer)
Länge
100 Minuten
Kinostart
06.02.2020
Fsk
ab 16; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Action | Drama | Krimi

Robuster Actionkrimi nach dem Vorbild der hartgesottenen Cop-Thriller der 1970er-Jahre, in dem ein afro-amerikanischer Detective auf der abgeriegelten Insel Manhattan nach zwei Polizistenmördern sucht.

Diskussion

„You have to look the devil in the eye“, orakelt die Mutter des NYPD-Kommissars Andre Davis einmal über den Beruf ihres Sohnes. Was nach der etwas verrückten Rede einer altersdementen Frau klingt, erweist sich schon bald als ziemlich wahr. Nur dass der Teufel nicht allein in den beiden Kleinkriminellen „sitzt“, die in 21 Bridges“ quer durch Manhattan gejagt werden, sondern mehr noch in dem in Drogengeschäfte tief verstrickten Polizeiapparat.

Dem Afro-Amerikaner Detective Davis, Sohn eines ermordeten Polizisten, geht der Ruf voraus, erfolgreich Polizistenmörder zur Strecke zu bringen („The guy who kills cop killers“). Auch wenn er wegen seines häufigen Gebrauchs der Waffe in Ungnade zu fallen droht, ist es seine Treffsicherheit, die ihn für die Ermittlungen im Fall eines nächtlichen Drogenraubs qualifiziert, der acht Polizisten das Leben kostet. Nachdem Davis den Aufenthaltsort der flüchtigen Täter in Manhattan ausgemacht hat, lässt er den Stadtbezirk abriegeln. Alle Brücken, die die Insel mit dem Festland verbinden, werden geschlossen, Flüsse dichtgemacht, Tunnel blockiert, Züge gestoppt und U-Bahnen umgeleitet. Da um 5 Uhr morgens die Stadt für den Pendlerverkehr wieder geöffnet werden muss, beginnt ein Kampf gegen die Zeit. Zur Unterstützung stellt man ihm Frankie Burns zur Seite, eine Mitarbeiterin der Drogenbehörde.

Der Polizist gerät auf die Abschussliste

„21 Bridges“ erzählt die Geschichte von beiden Seiten: auf der einen die mit einer militärischen Operation vergleichbare Jagd durch die New Yorker Polizei, auf der anderen die Flucht der beiden Ex-GIs Ray und Michael. Während Ray ein skrupelloser Killer ist, konturiert sich Michael als ambivalenter Charakter heraus, der durch sein Wissen über die kriminellen Machenschaften der Polizei zu einer Art Komplize Davis’ wird. Dieser wiederum steht bald selbst als Gejagter buchstäblich auf der Abschussliste.

Brian Kirk, der bisher vor allem als Serienregisseur in Erscheinung getreten ist – unter anderem drehte er einige Episoden für „Game of Thrones“ –, inszeniert den Film als robusten und ziemlich gewalttätigen Actionkrimi nach dem Vorbild der vor allem im B-Movie-Bereich gedrehten Cop-Thriller. Es gibt energetische Verfolgungsjagden mit dem Auto, zu Fuß und zuletzt mit der U-Bahn, aber auch die Michael-Mann-typischen Helikopter-Stadtansichten dürfen nicht fehlen.

Nicht jede Spur wird aufgenommen

Nicht jede Spur, die der Film legt, wird aufgenommen. Die insulare Ausgangssituation etwa, die der Titel herausposaunt, verpufft recht schnell und auch der bei der New Yorker Polizei verbreitete Rassismus wird anfangs zwar angedeutet – ein Kollege nennt ihn in unmissverständlicher Absicht einen „Trigger“ – , spielt im weiteren Verlauf jedoch keine Rolle. Dass trotz des durchsichtigen Drehbuchs ein solider Standard gewahrt bleibt, liegt vor allem an den atmosphärischen Bildern des „Collateral“-Kameranns Paul Cameron und der guten Besetzung. Black-Panther-Darsteller Chadwick Boseman verkörpert einen Detective-Typus, der die harten Seiten der Ermittlerfigur mit einer gewissen Anmut verbindet.

Das vielleicht überraschendste Moment in „21 Bridges“ aber ist die Rechtfertigungsrede des korrupten Deputy. Es sei nicht um teure Autos und Uhren gegangen, sondern schlicht und einfach ums „family life“. Die Miete fürs Haus müsse schließlich bezahlt werden.

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