Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers

4K UHD. | USA 2019 | 155 Minuten

Regie: J.J. Abrams

In der neunten Folge der Star-Wars-Saga stehen die Rebellen im Kampf gegen die Truppe der „Ersten Ordnung“ auf verlorenem Posten. Alle Hoffnungen ruhen auf der letzten Jedi-Ritterin, die in ihrem Kampf gegen die Sith-Lords unerwartet Hilfe erfährt. Die finale Episode bereitet zahlreichen liebgewonnenen Charakteren und Kult-Objekten des Erzähluniversums große Auftritte und schafft es zugleich dramaturgisch flüssig, die bislang offenen Fragen der Science-Fiction-Fantasy-Saga zu einem (vorläufigen) Ende zu führen. Nichtsdestotrotz merkt man dem Film mitunter die Mühen einer Konstruktion mit zum x-ten Mal recycelten Bauteilen an. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
STAR WARS: THE RISE OF SKYWALKER
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2019
Regie
J.J. Abrams
Buch
J.J. Abrams · Chris Terrio · Colin Trevorrow · Derek Connolly (Story)
Kamera
Dan Mindel
Musik
John Williams
Schnitt
Maryann Brandon · Stefan Grube
Darsteller
Daisy Ridley (Rey) · Adam Driver (Kylo Ren) · John Boyega (Finn) · Oscar Isaac (Poe Dameron) · Domhnall Gleeson (General Hux)
Länge
155 Minuten
Kinostart
19.12.2019
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
4K UHD. | Abenteuer | Action | Fantasy | Science-Fiction

Heimkino

Verleih DVD
Disney
Verleih Blu-ray
Disney
DVD kaufen

Im großen Finale der dritten „Star Wars“-Trilogie findet die gewaltige Science-Fantasy-Saga (vorerst) einen würdigen Endpunkt.

Diskussion

„Star Wars“ ist eine unendliche Geschichte. Während mit „Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers“ nun das Finale der dritten Trilogie im Kino anläuft, stehen für Disney schon die Starttermine des nächsten Durchgangs in den Jahren 2022 bis 2026 fest, obwohl das avisierte Produktionsteam einen Rückzieher gemacht hat. Die „weit, weit entfernte Galaxis“ wird von solchen Personalien aber nicht erschüttert, zumal Spin-off-Serien wie „The Mandalorian“, die im November bei Disney+ gestartet ist, die Erzählmaschine auch außerhalb des Kinos am Laufen halten.

„Star Wars“ scheint unsterblich, was ebenso für einige seiner Figuren gilt. So hat Prinzessin Leia ihre Darstellerin Carrie Fisher überlebt. Die US-Schauspielerin starb 2016, doch ihre Szenen für Episode VIII „Die letzten Jedi“ waren schon abgedreht; das Material reichte sogar, um Leia auch in der neuen Episode IX weiterleben zu lassen. So oder so ist es ein Finale der toten Helden, die sich einmischen, und eines der Auferstehung. Und das ist nicht nur den Wunderheiler-Fähigkeiten von Rey zu verdanken, der von Luke Skywalker in die Jedi-Künste eingeführten Kämpferin für das Gute, der Lichtgestalt der dritten „Star Wars“-Trilogie.

Ein Finale der Auferstehungen

Bereits vor dem Filmstart sprach sich die erstaunliche Rückkehr des Imperators herum. Erstaunlich deshalb, weil Palpatine, der Zertrümmerer der Republik in der Prequel-Trilogie (1999-2005) und finstere Diktator der Original-Trilogie eigentlich atomisiert wurde, als sich Darth Vader im Showdown von Episode VI „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (1983) auf die „Family values“ besann und den Imperator in einen Reaktor schleuderte, um seinen Sohn Luke zu retten. Doch egal, denn Ian McDiarmid ist mit seiner geifernd-boshaften Mimik jeden Bruch der Erzähllogik wert.

Gleich zu Beginn des neuen Films erfährt man, dass der Sith-Lord Palpatine schon immer die Fäden zog, um Leias und Han Solos abtrünnigen Sohn Kylo an die dunkle Seite der Macht zu fesseln und Rey von der Jedi-Seite abzuwerben.

Gut kämpft gegen Böse. Drumherum blitzen die Laserschwerter, imperiale Jäger hetzen Rebellen-Raumschiffe durch die Galaxie, ganze Planeten platzen wie Kürbisse – alles wie gehabt. J.J. Abrams führt nach „Das Erwachen der Macht“ wieder Regie, nachdem Rian Johnson bei den Fans eher durchgefallen war. Unumkehrbar seit Johnsons „Die letzten Jedi“ ist aber der Bruch mit der „Star Wars“-Tradition der Blutlinie: Jedi-Kräfte wurden in den älteren Filmen von den Eltern an ihre Kinder weitergegeben; Rey scheint jedoch mit etablierten Figuren der Reihe nicht verwandt zu sein, und trotzdem ist die wundersame „Macht“ stark in ihr. Und auch ihr Mitstreiter Finn sowie eine neu eingeführte Figur namens Maz Kanata sind von der Macht erleuchtet; beide werden nicht zufällig von afroamerikanischen Darstellern, John Boyega und Lupita Nyong’o verkörpert. Rassistische Züge kann man der Star-Wars-Reihe heute nicht mehr unterstellen. Und Billy Dee Williams verkörpert noch einmal den Lando Calrissian, jene Figur, die George Lucas Ende der 1970er-Jahre nach Rassismus-Vorwürfen ins Drehbuch von „Das Imperium schlägt zurück“ geschrieben hat.

Die finale Episode ist für Drehbuchautoren eine besondere Herausforderung: Lose Erzählfäden müssen aufgenommen und endlich verknüpft werden, zentrale Charaktere und charismatische Objekte sollten ebenfalls auftauchen, wie es mit Skywalkers X-Wing-Fighter am Ende auch buchstäblich geschieht. Gemeinsam mit J.J. Abrams schrieb Chris Terrio das Skript, eine solide, flüssige, intelligente Vorlage. Und doch merkt man „Der Aufstieg Skywalkers“ die Mühen einer Konstruktion mit zum x-ten Mal recycelten Bauteilen an.

Alle offenen Fragen finden eine Antwort

Natürlich muss das Sequel die bisher offenen Fragen beantworten. Schon der Titel impliziert eine Frage: Wer ist „Skywalker“? Ist Kylo Ren (Adam Driver) alias Ben Solo damit gemeint? Wenn ja, besteigt Kylo am Ende den Schurkenthron oder befriedet er als zum Guten gewendeter Skywalker die Galaxie? Ist Rey allem Zweifel zum Trotz doch eine Skywalkerin? Zumindest deuteten die Flashbacks einer den Eltern entrissenen Rey in Episode VII „Stars Wars: Das Erwachen der Macht“ an, dass es ein Familiengeheimnis zu lüften gäbe.

Worauf Rey immer bauen kann, das ist ihre Wahlfamilie, zu der neben Leia, den Androiden C3PO, R2D2 und BB-8 sowie dem pelzigen Chewbacca vor allem Finn (John Boyega) und Poe Dameron (Oscar Isaac) zählen. Wobei an Finn und Poe keine entscheidenden Wendungen der Story gebunden sind, obwohl sie zu den Hauptfiguren zählen: sie laufen und kämpfen einfach mit.

Im neuen Sternenkrieg hat – bis auf eine heißkalte Ausnahme – auch keine Liebesgeschichte Platz; es bleibt für Finn wie für Poe bei Ansätzen zur Verpartnerung, was für einen gewissen emotionalen Suspense sorgt. Nichtsdestotrotz sind Emotionen in „Star Wars“ alles. Das schließt die Technik ein, die im Genre der „Science-Fantasy“ verwunschen ist – wie die menschlichen Wesen sind auch die Maschinen hier gut oder böse. Kommunikationstechnologie wird in „Der Aufstieg Skywalkers“ noch mehr als in den früheren Filmen verschleiert; statt Funkverkehr steht man – insbesondere die in Hassliebe verbundenen Rey und Kylo – gefühlsmäßig in nahezu ständigem Kontakt. Die für „Star Wars“ typische Parallelmontage zwischen himmelweit entfernten Orten erfährt in Episode IX ihre maximale Steigerung. In einer Szene befinden sich Kylo und Rey gleichzeitig auf einem verschneiten Planeten und im Inneren eines Sternzerstörers. Für eine Einstellung mit Rey-Darstellerin Daisy Ridley wurde sogar ein doppeltes Set gebaut, das Kulissenteile beider Orten integriert.

Ewiges Kreisen im Hyperraum

Wenn Rey und Kylo sich auf einer von Meereswellen umtosten Plattform die Lichtschwerter um die Ohren hauen, denkt man an die Sage vom Fliegenden Holländer, der nicht sterben kann, sondern unerlöst bis in alle Ewigkeit weitersegeln muss. Eine vierte „Star Wars“-Trilogie ist in Planung. Egal, ob die Skywalkers, Solos und Palpatines nun erschöpft, von sich selbst gelangweilt oder tot sind: Sie werden ihre Kreise weiter durch den Hyperraum ziehen müssen.

Kommentar verfassen

Kommentieren