Swimmingpool am Golan

Dokumentarfilm | Deutschland 2018 | 93 Minuten

Regie: Esther Zimmering

Die Schauspielerin Esther Zimmering begibt sich auf die Suche nach ihren Verwandten in Israel, von deren Existenz sie bis zum Fall der Mauer nichts wusste, weil ihrem Vater, einem DDR-Politiker, private Kontakte nach Israel verboten waren. Der ruhig montierte Film, der Reise-Impressionen, alte Fotos und Interviews verbindet, dient der Regisseurin auch als eine Art Tagebuch, in dem sie mit Mut zur Intimität den Wandel ihrer eigenen Anschauungen während der siebenjährigen Entstehungszeit des Films protokolliert. Die tastende Identitätssuche entpuppt sich zugleich als wahre Fundgrube deutscher Lebensläufe aus der Perspektive einer entfremdeten Familie. - Sehenswert ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
2018
Regie
Esther Zimmering
Buch
Friederike Anders · Ruth Olshan · Esther Zimmering
Kamera
Börres Weiffenbach
Musik
Matija Strnisa
Schnitt
Friederike Anders
Länge
93 Minuten
Kinostart
21.11.2019
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert ab 14.
Genre
Dokumentarfilm

Die Schauspielerin Esther Zimmering begibt sich auf die Suche nach ihrer bislang gänzlich unbekannten jüdischen Verwandtschaft in Israel.

Diskussion

Neun Jahre hat die Fertigstellung dieses Debütfilms gedauert. Die Regisseurin, die Schauspielerin Esther Zimmering, nutzte diese Zeit, um für ihren autobiografischen Dokumentarfilm tief in die Historie ihrer Familien einzutauchen, die ihr bis zu ihrem zwölften Lebensjahr nur in Ansätzen bekannt war. Der Fall der Mauer ließ nicht nur das Land ihrer Kindheit verschwinden. Es konfrontierte sie auf dem Schulhof auch mit Rechtsradikalen, die ihr plötzlich ihre jüdische Herkunft vorhielten.

Das war Grund genug, um an ihren Vater und dessen Schwester Fragen zu stellen, die in der DDR als Kinder eines linientreuen Kommunisten Karriere gemacht haben, als Militärmediziner und Dolmetscherin. Immerhin waren sie souverän genug, das Regime zu hinterfragen, das ihnen den Umgang mit der letzten Überlebenden der Familie untersagte. Dieser jüdische Familienzweig ist es, der im Zentrum von Zimmerings Recherche steht. Ihre nicht-jüdische Mutter taucht nur auf wenigen Foto- und Filmaufnahmen auf.

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