Thomas und seine Freunde - Große Welt! Große Abenteuer!

Abenteuer | Großbritannien 2018 | 85 Minuten

Regie: David Stoten

Die aus unzähligen Kinderbüchern, Fernsehserien und Filmen bekannte Dampflok Thomas zieht mit ihren Gefährten in die große Welt, wo sie zahlreiche Kontinente kennenlernen und neue Freunde gewinnen. Der Zeichentrickfilm um die vermenschlichte Lokomotive hält sich strikt an die etablierten Farben, Formen und zeichnerischen Elemente, die das Erfolgskonzept seit Jahrzehnten auszeichnen. Durch zahlreiche Songs wirkt der episodische Film fast wie ein Musical und orientiert sich inhaltlich an einer kindgerechten Variante von „In 80 Tagen um die Welt“. - Ab 6.

Filmdaten

Originaltitel
THOMAS & FRIENDS: BIG WORLD! BIG ADVENTURES! THE MOVIE
Produktionsland
Großbritannien
Produktionsjahr
2018
Regie
David Stoten
Buch
Andrew Brenner
Musik
Chris Renshaw
Schnitt
Gavin Ebedes
Länge
85 Minuten
Kinostart
02.01.2020
Fsk
ab 0; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 6.
Genre
Abenteuer | Animation | Fantasy | Kinderfilm

Neuerliche Zeichentrick-Version um die vermenschlichte Lokomotive Thomas, die mit ihren Freunden in die weite Welt zieht und viele Abenteuer besteht.

Diskussion

Mit ihrem kreisrunden Gesicht, den großen Kulleraugen und den vollen Lippen hat sich die Lokomotive Thomas schon über Generationen hinweg bei kleinen Eisenbahn-Fans unentbehrlich gemacht. Die von Reverend Wilbert Awdry erfundene Figur sollte ursprünglich dessen Sohn unterhalten, der mit Masern im Bett lag, wuchs sich dann aber seit 1945 zu 26 Büchern, unzähligen TV-Serien sowie einem knappen Dutzend Kurz- und Spielfilmen aus, unter ihnen auch „Thomas, die fantastische Lokomotive“ (2000), einem Mix aus Animations- und Realfilm mit Peter Fonda und Alec Baldwin.

Jetzt gilt es, mit einer komplett animierten Adaption die Herzen einer neuen Generation von Kleinkindern zu erobern. Regisseur David Stoten, der 2016 bereits „Thomas & seine Freunde: Das große Rennen“ realisierte, zeichnet für diese harmlos-leichte und viel Optimismus verbreitende Variante verantwortlich, die den etwas sperrigen Titel „Thomas & seine Freunde – Große Welt! Große Abenteuer! Der Film“ trägt.

Einmal um den Globus

Dabei hält die Inszenierung sich strikt an jene Farben, Formen und Tricktechniken, die „Thomas“ über Jahrzehnte hinweg so erfolgreich gemacht haben. Lediglich die Story wurde von Stoten und seinem Drehbuchautor Andrew Brenner aufgemöbelt. Während der Film dank zahlreicher Songs formal an ein klassisches Musical erinnert, kommt die Handlung wie eine kindgerechte Variante von „In 80 Tagen um die Welt“ daher. Denn inzwischen ist es Thomas auf der idyllischen Insel Sodor zu eng geworden. Als ihn der coole Rennwagen Ace dazu überredet, ihn bei einer Rallye rund um den Globus zu begleiten, kann er nicht widerstehen. Schließlich will er die erste Dampflok werden, die die ganze Welt gesehen hat.

In der Folge bereist Thomas mehrere Kontinente, lernt fremde Völker und Kulturen kennen, schließt Freundschaften, etwa mit der lebenslustigen afrikanischen Lok Mia, begegnet Elefanten, Affen und Kamelen und muss die eine oder andere brenzlige Situation überstehen. Zudem heftet sich in einer Parallelhandlung Eisenbahndirektor Sir Topham Hatt an die Fersen beziehungsweise Räder von Thomas, um seine Lieblingslok wieder nach Hause zurückzuholen, wobei er aber immer den entscheidenden Schritt zu spät kommt.

Im positiven Sinne altmodisch

„Thomas & seine Freunde“ ist im positiven Sinne altmodisch; so läuft etwa Topham Hatt stets nur in Frack und mit Zylinder herum. Die Inszenierung pflegt einen einfachen computergenerierten Trickfilmstil ohne großartige Effekte und Dreidimensionalität. Es dominieren Blau und Grün, die Farben sind eher blass und fahl, nur in einigen wenigen Traum- oder Fantasiesequenzen werden sie kräftiger.

Während des Trips tummeln sich neben den Protagonisten Thomas, Mia und Ace mitunter zu viele Nebenfiguren respektive Loks, deren Zuordnung die ganz jungen Zuschauer überfordern dürfte. Doch dann rückt immer wieder die Titellok Thomas in den Fokus und bringt mit seinen teils komischen, teils aufregenden (aber immer in der Light-Version vollzogenen) Eskapaden Kinderaugen zum Glänzen.

Neben reinem Entertainment geben sich die Macher auch Mühe, die diversen kulturellen Gepflogenheiten, die auf den Kontinenten vorherrschen, zumindest zu streifen. Damit gelingt es ihnen spielerisch, den Kindern etwas über unsere Welt zu vermitteln. Dies kommt auch in Liedern wie „Es gibt noch viel zu entdecken“ oder „Jeder braucht einfach manchmal Hilfe“ zum Ausdruck. Der episodenhafte Charakter des Plots wird auch dadurch unterstrichen, dass immer wieder eine Landkarte gezeigt wird, die anzeigt, wo sich Thomas gerade befindet und wie die Reise weitergeht. Auch die Kontinente werden mit simplen Mitteln charakterisiert, etwa durch die in Braun und Gelb gehaltene Sahara in Afrika, das saftige Grün des Amazonas-Dschungels in Südamerika oder die schneeweißen, für den Himalaya stehenden Regenbogenberge in Asien.

Wir sind größer und stärker

Und im Finale wird ein Hohelied auf das Miteinander, auf Kameradschaft und Loyalität gesungen, was in Zeilen wie „Wir sind stärker und größer, wenn wir zusammen sind“ oder in dem Duett „Du bist mein Freund“ zum Ausdruck kommt.

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