Spenser Confidential

Krimi | USA 2020 | 110 Minuten

Regie: Peter Berg

Der ehemalige Polizist Spenser aus Boston hat eine fünfjährige Haftstrafe abgebüßt, weil er einen korrupten Vorgesetzten, der einen Mord vertuschte, verprügelt hat. Wieder aus der Haft entlassen, will er die Stadt eigentlich verlassen. Doch dann wird der Polizei-Captain, den er angegriffen hatte, brutal ermordet. Der Verdacht fällt zunächst auf ihn, wird dann aber als Mord mit anschließendem Selbstmord eines jungen Polizisten dargestellt. Spenser wittert, dass dies Teil einer großangelegten Intrige ist. Zusammen mit seinem alten Boxtrainer und einem neuen Zimmergenossen, der bei dem Trainer trainiert, versucht er, den Fall selbst zu lösen. Basierend auf der von Robert B. Parker geschaffenen "Spenser"-Krimireihe und deren Fortsetzung "Wonderland" von Ace Atkins, entfaltet sich der Film als simpel-geradliniger "hard boiled"-Krimi mit Buddy-Komödien-Elementen und bodenständiger Faustkampf-Action rund um einen schlagkräftigen Helden mit unbestechlichem moralischem Kodex. Nicht zuletzt ist der Film auch eine Hommage auf (Süd-)Boston und sein "working class"-Milieu. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
SPENSER CONFIDENTIAL
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2020
Regie
Peter Berg
Buch
Brian Helgeland · Sean O'Keefe
Kamera
Tobias A. Schliessler
Musik
Steve Jablonsky
Schnitt
Michael L. Sale
Darsteller
Mark Wahlberg (Spenser) · Winston Duke (Hawk) · Alan Arkin (Henry) · Iliza Shlesinger (Cissy) · Marc Maron (Cosgrove)
Länge
110 Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Krimi

Ein Bostoner Ex-Cop räumt unter Kriminellen und korrupten Polizisten auf: Ein Krimi mit komödiantischen Einschlägen & handgreiflicher Action frei nach der von Robert B. Parker begründeten "Spenser"-Romanreihe.

Diskussion

Fünf Jahre im Gefängnis sind kein Spaß – vor allem, wenn man wie Spenser (Mark Wahlberg) zuvor als Polizist gearbeitet hat und bei den kriminellen Mitinsassen nicht allzu beliebt ist. Doch Spenser ist gut im Einstecken wie auch im Austeilen, wie er beim „Abschiedsgruß“ unter Beweis stellt, dem ihm einige Schlägertypen von der „Arian Nation“ in Peter Bergs Actionkrimi kurz vor seiner Entlassung mit auf den Weg geben. Vor den Gefängnistoren erwartet ihn sein ehemaliger Box-Trainer und Mentor Henry (Alan Arkin), bei dem Spenser unterkommen kann, während er einen Kurs als Truckerfahrer absolviert, um sich auf einen Neustart fern von Boston in Arizona vorzubereiten. Doch die Stadt und seine Cop-Vergangenheit lassen Spenser nicht so einfach in Ruhe.

Mord mit anschließendem Selbstmord?

Der Grund für Spenser Haftstrafe war eine derbe Tracht Prügel, die er seinem Vorgesetzten bei der Bostoner Polizei verpasste, weil der eine Mordermittlung sabotiert hatte. Just dieser Captain Boylan fällt direkt nach Spenser Entlassung seinerseits einem brutalen Mord zum Opfer. Zunächst wird Spenser verdächtigt, doch dann soll es ein junger Polizist gewesen sein, der in seinem Wagen erschossen aufgefunden wurde und in dessen Haus Drogen sichergestellt werden – Mord mit anschließendem Selbstmord wegen Verstrickung in kriminelle Machenschaften, lautet die These.

Spenser will das nicht glauben, da er den jungen Cop als aufrechten Menschen kannte. Aus Mitleid mit dessen Witwe stellt er auf eigene Faust Ermittlungen an, unterstützt von Henry und dem schwarzen Boxer Hawk (Winston Duke), den ihm der alte Trainer als Zimmergenossen und Schützling zugeteilt hat. Die drei stoßen bald auf Ungereimtheiten - und stechen damit in ein Wespennest. Denn in den Tod der beiden Cops ist nicht nur eine kriminelle Bande verstrickt, sondern auch die Bostoner Polizei.

„Spenser Confidential“ ist die fünfte Zusammenarbeit von Mark Wahlberg mit Regisseur Peter Berg nach „Lone Survivor“, „Boston“, „Deepwater Horizon“ und „Mile 22“ – und eine weitere Gelegenheit, Wahlberg als schlagkräftigen All-American-Hero für Recht und Ordnung sorgen zu lassen. Während sich das Duo mit einer Vorliebe für geradlinige Action und simple Gut-Böse-Schemata in den vorherigen Filmen an den politischen Implikationen und realen Hintergründen der Geschichten mitunter verhob – vor allem in „Lone Survivor“ – , verträgt sich ihr Stil gut mit dem schnörkellosen Genrestoff frei nach der von Robert B. Parker ersonnenen „Spenser“-Krimireihe um einen Bostoner Privatdetektiv in der Tradition klassischer „hard boiled“-Helden und ihre Fortschreibung durch den Schriftsteller Ace Atkins.

Hommage an Süd-Boston und sein „working-class“-Milieu

Das liegt auch am soliden Drehbuch, das unter anderem aus der Feder von Brian Helgeland stammt, auf dessen Skript zu „L.A. Confindential“ der Titel anzuspielen scheint. Als Erzählskelett von Spensers „Origin Story“ fungiert der zwar nicht originelle, aber durchaus spannend aufgebaute „Whodunit“; als saftiges Fleisch kommen dazu komödiantische Buddy-Movie-Elemente und primär mit der Faust ausgetragene Action, bei der sich der von einem ehernen moralischen Kodex geleitete Held Mafia-Bösewichtern mit Macheten und zahlenmäßig überlegenen korrupten Brutalo-Polizisten entgegen stellt - nostalgisch anmutende B-Movie-Unterhaltung, bei der sich letztlich alle Komplexitäten und Verstrickungen bei einer schlichten Showdown-Prügelei klären lassen.

Der Film ist nicht zuletzt eine Hommage an Süd-Boston und sein „working class“-Milieu, dem nicht nur das im Zentrum stehende Trio Infernale Spenser-Henry-Hawk angehört, sondern auch eine Reihe weiterer Nebenfiguren: Die Inszenierung setzt durch die Schauplätze, aber auch ein ganzes Panorama an Charakterköpfen in Klein- und Kleinstrollen auf hart-aber-herzlichen Lokalkolorit. Mit Spensers geplantem Umzug nach Arizona, das deutet das Ende an, wird es nichts werden: einmal Southie, immer Southie – und der nächste Fall wartet schon.

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