Snowpiercer (2020)

Comicverfilmung | USA 2020 | Minuten

Regie: James Hawes

Ein gewaltiger Zug trägt die letzten Menschen nach einer globalen Katastrophe durch das ewige Eis der Erde. Als ein ehemaliger Polizist, der zu den Ausgebeuteten am Ende des Zugs gehört und einen Aufstand gegen das rigide Klassensystem plant, einen Mordfall aufklären soll, nutzt er die Bewegungsfreiheit, um zu den Geheimnissen des Zuges vorzudringen. Eine enttäuschend träge Serien-Neuauflage von Bong Joon-hos gleichnamigem Actionfilm, die keine interessanten thematischen Ideen in dessen Szenario einbringt, sondern die gleichnishafte Gesellschaftskritik durch einen konventionellen Krimiplot und weitgehend überflüssige Vorgeschichten der Figuren verwässert. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
SNOWPIERCER
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2020
Regie
James Hawes · Sam Miller · Helen Shaver · Frederick E.O. Toye · David Frazee
Buch
Graeme Manson
Kamera
John Grillo · Thomas Burstyn
Musik
Bear McCreary
Darsteller
Jennifer Connelly (Melanie Cavill) · Daveed Diggs (Andre Layton) · Mickey Sumner (Bess Till) · Sheila Vand (Zarah Ferami) · Lena Hall (Miss Audrey)
Länge
Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.
Genre
Comicverfilmung | Science-Fiction | Serie

Eine Serienverfilmung nach dem SciFi-Thriller-Szenario, das auch Bong Joon-hos gleichnamiger Spielfilm auslotete: In einer Zukunft, in der die Erde vereist ist, rast ein Zug mit Überlebenden der Klimakatastrophe ruhelos um die Welt. Im Innern herrscht ein brutales Klassensystem.

Diskussion

Man musste weiß Gott kein Hellseher sein, um eine „Snowpiercer“-Serie bereits im Vorfeld für eine fragwürdige Idee zu halten. Bong Joon-hos Vorlage – auf das französische Comic-Original „Le Transperceneige“ wird nur indirekt Bezug genommen – lebt von der Reduktion, von der allegorischen Verknappung und vor allem von der Tatsache, dass sie nach kaum mehr als zwei Stunden vorbei ist. Nach dem Kinobesuch ist der namensgebende Zug entgleist, das unmenschliche System in ihm zerstört und die Zukunft so ungewiss wie frei. Die Serie hingegen setzt die Diktatur des Architekten Wilford mindestens so lange fort, bis das Publikum das Interesse verliert. Wollte man die TNT-Produktion (die hierzulande auf Netflix gezeigt wird) loben, könnte man sie als radikale Serienkritik betrachten: „Snowpiercer“ präsentiert uns das vermeintliche Qualitätsfernsehen der Gegenwart als zynische Endlosschleife.

Im Zug durchs ewige Eis der Postapokalypse

„Wer wagt es, sich den donnernden Zügen entgegenzustellen? Die kleinen Blumen zwischen den Eisenbahnschwellen“, dichtete Erich Kästner. „Snowpiercer“ scheint ihn widerlegen zu wollen, verbrennt doch schon in der wenig ansprechenden computeranimierten Einstiegssequenz genau solch ein unschuldiges Pflänzchen zwischen Gleisen. Gezeigt wird, wieder einmal, der Untergang der Welt. Der dazu vorgetragene Einstiegsmonolog über das Erkalten der Erde und den gewaltigen Menschheitszug ist fast im Wortlaut aus Bong Joon-hos Film übernommen. Durch eine historis

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