The Secret - Das Geheimnis

Drama | USA 2020 | 103 Minuten

Regie: Andy Tennant

Eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern lernt bei einem Auffahrunfall einen zupackenden Mann kennen, der nicht nur die Stoßstange ihres Autos oder das vom Sturm beschädigte Hausdach repariert, sondern sich auch sonst als Mr. Right erweist. Der handwerklich solide inszenierte Film fußt auf einem gleichnamigen Bestseller über positives Denken und spart nicht mit simplen Kalenderweisheiten, die Willenskraft und eine optimistische Einstellung hochschätzen und bei Unglück oder Schicksalsschlägen die Schuld mangelnder Einstellung oder falschem Verhalten zuschreiben. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
THE SECRET: DARE TO DREAM
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2020
Regie
Andy Tennant
Buch
Rick Parks · Andy Tennant · Bekah Brunstetter
Kamera
Andrew Dunn
Musik
George Fenton
Schnitt
Troy Takaki
Darsteller
Katie Holmes (Miranda Wells) · Josh Lucas (Bray Johnson) · Jerry O'Connell (Tucker) · Celia Weston (Bobby) · Sarah Hoffmeister (Missy Wells)
Länge
103 Minuten
Kinostart
06.08.2020
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Drama | Liebesfilm | Literaturverfilmung

Familienfilm um eine Frau aus New Orleans, die an die Kraft positiver Gedanken zu glauben lernt.

Diskussion

New Orleans bereitet sich auf ein Unwetter vor; Hurrikan Hazel wirft seine Schatten voraus. Miranda (Katie Holmes) nutzt die Ruhe vor dem Sturm für dringende Erledigungen. Einkäufe für die Küche des Restaurants, in dem sie arbeitet, ein Besuch beim Zahnarzt, die Töchter von der Schule abholen. Dazwischen klingelt das Telefon. Ihre Schwiegermutter Bobby (Celia Weston) fragt, ob Miranda das morsche Hausdach schon in Ordnung gebracht habe. Doch es gibt kein Geld, weder für das Dach noch für den Zahnarzt und schon gar nicht für den Computer der ältesten Tochter oder die anderen Wünsche der Kinder.

Miranda ist eine sympathische Frau, aber sie ist in vielerlei Hinsicht überfordert. Sie sieht immer nur das Schlimmste voraus und kann dem Leben nicht mehr wirklich positiv entgegentreten. Seitdem ihr Mann Matthew bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, geht es auch mit den Finanzen bergab; Miranda ist hochverschuldet. Sie hat keine Ausbildung, weil sie direkt nach der Schule schwanger wurde, und arbeitet für wenig Geld im Restaurant. Das Haus der Familie bräuchte nicht nur ein neues Dach. Wenn Miranda dem Werben ihres grundehrlichen Chefs Tucker (Jerry O’Connell) nachgeben und ihn heiraten würde, wäre sie alle ihre finanziellen Probleme los; doch sie liebt Tucker nicht.

Eine Art Schutzengel

Dann tritt Bray (Josh Lucas) in ihr Leben. Oder besser gesagt, sie in seines. Denn während sie noch mit ihrer Tochter über den Computer diskutiert, prallt sie auf seinen Pick-Up. Dem sympathischen jungen Mann scheint das nicht viel auszumachen. Er repariert sogar ihre Stoßstange. Sein Optimismus und seine positive Haltung zum Leben sind ansteckend, obwohl er Geheimnisse hat: Immer wieder zeigt die Kamera wie mit dem Finger auf den braunen Umschlag mit dem roten Siegellack, der offensichtlich für Miranda bestimmt ist.

Dann schlägt das Unglück erneut zu. Ein vom Sturm gebeutelter Baum zertrümmert das marode Dach. Laub und Äste machen die Küche und andere Zimmer unbewohnbar. „Warum passiert das immer nur uns?“, klagt die jüngere Tochter. Doch wie ein Schutzengel ist Bray zur Stelle, um Miranda uneigennützig das Dach zu flicken. Soviel Hilfsbereitschaft macht Mirandas Umgebung misstrauisch.

Be positive!

„The Secret“ beruht auf einer gleichnamigen Dokumentation, die die Australierin Rhonda Byrne 2006 produzierte und der sie noch im selben Jahr ein gleichlautendes Buch folgen ließ. Die Botschaft: „Denk positiv! Glaube an dich selbst! Dann wird dir alles zufallen!“ Dokumentation und Buch sollten scheinbar wissenschaftlich belegen, wie sich das Leben zum Positiven wenden kann, wenn man nur alle seine Willenskraft investiert; das alte US-amerikanische Motto „be positive“ plus eine Dosis Mysterium à la Da-Vinci-Code. Wer nicht bekommt, was er will, hat eben etwas falsch gemacht. Buch und Dokumentation waren extrem erfolgreich, und der Spielfilm ist nun der dritte Baustein im Medienpaket, bei dem die Autorin Rhonda Byrne als Co-Produzentin ebenfalls mit von der Partie ist.

„The Secret“ spielt im Ambiente großer alter Südstaaten-Häuser und verfügt über eine handwerklich solide Bildgestaltung. Regisseur Andy Tennant erzählt die Geschichte von Mirandas Krise und ihrer Überwindung wie einen klassischen Familienfilm, bei dem auch der Christbaum am Ende nicht fehlen darf. Romantik und Spannung gibt es auch, doch die Dialoge wirken oft überladen und die Filmmusik ist mehr als bildfüllend angelegt: Klavierakkorde und Streicherklänge peitschen die Handlung von einer Apotheose zur nächsten.

Das Drama der absteigenden Mittelschicht

„The Secret“ erzählt das Drama der absteigenden Mittelklasse und appelliert allen Widrigkeiten zum Trotz, mit Optimismus und zupackender Energie doch noch ein Stück vom großen Glück zu erlangen. Am Ende trifft ein, was von Anfang an zu erwarten war: Wer etwas wirklich will, erhält es auch – die Pizza, den Tisch im überfüllten Restaurant und sogar das Pony als Weihnachtsgeschenk für die Tochter. Wenn nicht, dann hat man eben etwas falsch gemacht.

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