Komödie | Südkorea 2020 | 118 Minuten

Regie: Son Jae-gon

Um einen insolventen Zoo, der bereits einen Großteil seiner Tiere verkauft hat, zu sanieren, kommt ein von seiner Kanzlei als vorübergehender Direktor eingesetzter Anwalt auf die Idee, die fehlenden Tiere durch Mitarbeiter in Tierkostümen zu ersetzen. Die Komödie entfaltet ihre absurde Prämisse vor dem Hintergrund rücksichtsloser Profitinteressen einiger Großkonzerne, ohne dabei die so unterschiedlich gelagerten Erzählwelten aufeinanderprallen zu lassen. Zwar deutet der Film die ethischen Dilemmata des Geschäftsmodells Zoo und die Folgen einer rücksichtslosen Kapitalpolitik an, scheut die offene Auseinandersetzung mit ihnen aber ebenso wie die Albernheit des Plots. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
SECRET ZOO | HAE-CHI-JI-AHN-AH
Produktionsland
Südkorea
Produktionsjahr
2020
Regie
Son Jae-gon
Buch
Son Jae-gon · Kim Dae-woo
Kamera
Lee Seunghun
Musik
Lee Jean-hui
Schnitt
Lee Kang-hui
Darsteller
Ahn Jae-hong (Kang Tae Soo) · Kang So-ra (Han So Won) · Park Yeong-gyu (Direktor Seo) · Kim Seong-oh (Kim Gun Wook) · Jeon Yeo-bin (Kim Hae Kyung)
Länge
118 Minuten
Kinostart
04.06.2020
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.
Genre
Komödie

Südkoreanische Komödie um einen finanziell angeschlagenen Zoo, dessen Mitarbeiter in die Rollen der Tiere schlüpfen, die bereits verkauft worden sind.

Diskussion

Will sich ein Zoo dem von seinen Besuchern mehr oder weniger vehement verlangtem, aber unerreichbarem Ideal der artgerechten Haltung annähern, braucht er die nötigen Mittel. Will er diese Mittel erwirtschaften, braucht er Besucher. Um die Besucher in den Zoo zu bringen, braucht es wilde und exotische Tiere. Hält er exotische Tiere, wird der Versuch der artgerechten Haltung teurer, aufwändiger und die Annäherung ans Ideal schwieriger. Ist ein Zoo nicht mehr wirtschaftlich, verkleinern sich die Gehege, oder das Personal aus Pflegern und Veterinären wird reduziert.

Das ethische Dilemma, das dem Zoo anlastet, überträgt sich so direkt auf seine Mitarbeiter: Wollen sie die Tiere, die außerhalb der Gefangenschaft nicht mehr lebensfähig sind, nicht dem Schicksal des freien Marktes überlassen, müssen sie die zunehmend schlechteren Bedingungen erträglicher machen. Kurzum: ein insolventer Zoo ist an sich kein ideales Setting für eine Komödie. Und doch suchen immer wieder hoch budgetierte Komödien einen Weg aus der ethischen Zwickmühle, mit dem der Zoo sie präsentiert.

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