Action | USA 2020 | 98 Minuten

Regie: Matt Eskandari

Ein CEO heuert einen kleinen Trupp Söldner an, um ihm im Kampf gegen einen Superterroristen beizustehen. Dieser hat die Tochter des Unternehmers und deren geniale Erfindung, eine avancierte künstliche Intelligenz, in die Hände bekommen; sollte er auch noch das Passwort für deren Aktivierung bekommen, könnte die Welt im Chaos enden. Die Söldner nehmen trotz anfänglichen Zögerns den Kampf auf und sehen sich mit einer Übermacht konfrontiert. Es kommt zum Kräftemessen in einem leerstehenden Fabrikgebäude. Ein sowohl inszenatorisch als auch vom Plot her völlig uninspirierter Actionfilm, der auch durch einen lustlosen Bruce Willis in einer Nebenrolle nichts an Substanz gewinnt. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
HARD KILL
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2020
Regie
Matt Eskandari
Buch
Chris LaMont · Joe Russo
Kamera
Bryan Koss
Musik
Rhyan D'Errico
Schnitt
R.J. Cooper
Darsteller
Jesse Metcalfe (Derek Miller) · Bruce Willis (Chalmers) · Lala Kent (Eva Chalmers) · Natalie Eva Marie (Sasha Zindel) · Texas Battle (Nick Fox)
Länge
98 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16
Pädagogische Empfehlung
- Ab 16.
Genre
Action

Heimkino

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Action mit Bruce Willis: Ein CEO heuert einen Trupp Söldner an, um einem Superterroristen im Kampf um eine neuartige Technik die Stirn zu bieten

Diskussion

Während andere ab 65 an die Rente denken, ist Bruce Willis im Action-B-Genre nach wie vor omnipräsent; allein fürs Erscheinungsjahr 2021 - und jetzt ist es gerade mal Mai! - vermeldet die IMDb bereits acht fertig gestellte oder in der Postproduktion befindliche Werke des Stars. Der Preis dafür ist, dass die einstige "Die Hard"-Ikone in letzter Zeit öfter wie ein Schatten ihres früheren Selbst wirkt, was weniger mit mangelnder körperlicher Fitness zu tun hat, sondern mit einer Aura profunder Desinteressiertheit an den jeweiligen Rollen - in "Cosmic Sin" etwa, der in Deutschland ungefähr zeitgleich zu "Hard Kill" erscheint, wirkt Willis geradezu wie die Verkörperung des Begriffs "Motivationsloch". 

Ein CEO, ein Super-Terrorist und ein Trupp Söldner

Die zwei Filme, die Willis vor "Hard Kill" bereits mit dem iranisch-stämmigen Regisseur Matt Eskandari realisiert hat, "Trauma Center" und "Survive the Night", milderten dieses Manko einigermaßen, indem sie den Star zwar als Zugpferd aufs Cover hoben, ihn tatsächlich aber jeweils nur in Nebenrollen beschäftigten und jüngeren Kollegen die Hauptlast des Plots auf die Schultern legten. Auch "Hard Kill" verfährt wieder so: Willis spielt den CEO eines Tech-Konzerns, der einen Trupp Söldner unter Führung des Veteranen Derek Miller (Jesse Metcalfe) für eine dubiose Mission anheuert, die sich bald als brandgefährliches Kräftemessen mit einem Superterroristen namens Der Prediger entpuppt, mit dem die Söldner in der Vergangenheit schonmal einen unangenehmen Zusammenstoß hatten. Der Prediger und seine schwerbewaffneten Schergen haben die Tochter des CEO sowie deren geniale Erfindung in die Hände bekommen, eine avancierte künstliche Intelligenz, die in der Lage sein soll, Unglaubliches und in den falschen Händen auch äußerst Fatales zu vollbringen; der CEO will nun beides wiederhaben, die Terroristen wollen das Passwort, um die K.I. zu aktivieren. Wer gewinnt, entscheidet sich in einem weitläufigen leerstehenden Fabrikgebäude, und der kleine, aber schlagkräftige Trupp, den der CEO angeheuert hat, soll der Joker dabei sein.

Bruce Willis auf darstellerischer Sparflamme

Und so gehen Miller und sein aus zwei Männern und einer Frau bestehender Haufen trotz der Überzahl, gegen die sie antreten, tapfer ans Werk. Willis hält sich dabei, wie gesagt, weitgehend im Hintergrund, und das ist auch gut so, denn wenn er zu sehen ist, dann einmal mehr auf darstellerischer Sparflamme. Wenn der CEO zwischendurch seinen Feinden in die Hände fällt und gefesselt mit der Aussicht bedroht wird, dass die Terroristen seine Tochter vor seinen Augen foltern wollen, hätte daraus ein beklemmender Suspense-Höhepunkt werden können; Willis unterspielt die Situation aber lieber cool - und sterbenslangweilig. Worin ihm seine Filmtochter Lala Kent übrigens in nichts nachsteht, der zu viel Botox jeden mimischen Ausdruck unmöglich macht.

Viel Schaden richtet das allerdings nicht an, da der Film ohnehin durchweg schwach ist. Während "Trauma Center" und "Survive the Night" als Katz-und-Maus-Spiele, die Kampfszenen großteils nur im kleinen Rahmen, zwischen zwei oder drei Personen entfalten, noch funktionierten, erweist sich Matt Eskandari in "Hard Kill" beim Inszenieren größer angelegter Action als einigermaßen ungeschickt; die Shootouts zwischen den Terroristen und den Söldnern entfalten keinerlei Dramatik.

Hart für den Geduldsfaden des Zuschauers

Der McGuffin, die "Quanten-K.I.", soll zwar mit der Drohung, was sie in den Händen der Terroristen anrichten könnte, zusätzlich für Suspense sorgen; die ziemlich dümmlich-schwurbeligen Dialoge darum - "Der Prediger" macht seinem Namen alle Ehre! – wirken aber eher lächerlich. Bruce Willis' offensichtliche Lustlosigkeit scheint da allzu verständlich. Jesse Metcalfe und seine Truppe gehen zwar mit mehr Engagement an die Sache heran, bekommen vom Drehbuch jedoch zu wenig Material an die Hand gegeben, um so etwas wie eine mitreißende Gruppendynamik zu entfalten und ihren Figuren ein menschliches Profil zu geben, das über Genre-Klischees hinausgeht. Hart ist dieser "Hard Kill" vor allem zum Geduldsfaden der Zuschauer.

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