Star Wars: The Bad Batch

Animation | USA 2021 | Minuten

Regie: Dave Filoni

Eine Animationsserie aus dem Star-Wars-Universum und ein Sequel zur Serie „Star Wars: The Clone Wars“: Eine kleine Truppe von genmanipulierten, mit besonderen Fähigkeiten ausgestatteten Klonkriegern muss sich in den Wirren der politischen Umstürze nach dem Niedergang der galaktischen Republik und dem Aufstieg des Imperiums neu orientieren. Zum einen glänzt die Serie für Fans mit intertextuellen Verweisen auf die Kinotrilogie, hat zum anderen aber auch das eigenständige Potential, mit Mitteln des Kriegsfilm-Genres moralische Fragen der einfachen Berufssoldaten zu thematisieren. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
STAR WARS: THE BAD BATCH
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
2021
Regie
Dave Filoni · Kyle Dunlevy
Buch
Matt Michnove · Brent V. Friedman
Musik
Kevin Kiner
Länge
Minuten
Kinostart
-
Pädagogische Empfehlung
- Ab 12.
Genre
Animation | Science-Fiction | Serie

Eine Animationsserie aus dem „Star Wars“-Universum: Eine Elitetruppe aus besonderen Klonkriegern muss nach dem Fall der galaktischen Republik und der Machtübernahme des Imperiums ihre Loyalitäten überdenken.

Diskussion

Kriege sind komplex: Sowohl in denen der realen Welt als auch der diversen fiktiven Welten gibt es einfach unzählige Protagonisten und Parteien, die in die Konflikte involviert sind. Genauso unzählige Perspektiven und Narrative gibt es zu entdecken. Und das „Star Wars“-Universum gehört mit seinen drei Trilogien, zwei Ableger-Filmen und einer Vielzahl an Serien zu den wohl populärsten Kriegserzählungen von Hollywood – wenn auch angesiedelt in einer weit entfernten Galaxie. Am 4. Mai 2021, passend zum inoffiziellen Star-Wars-Tag (abgeleitet vom Klang des Jedi-Mottos „May the force be with you“, dessen Anfang wie „May the fourth“, also der 4. Mai, klingt) hat Disney+ die neue Animationsserie „The Bad Batch“ veröffentlicht. Zeitlich und inhaltlich schließt sie an die siebte und letzte Staffel von „The Clone Wars“ an. Beide Serien verantwortet hauptsächlich Regisseur Dave Filoni unter der Oberaufsicht von George Lucas.

Kurz zum Auffrischen und Wissensverständnis: Die Klonkriege finden zwischen Episode II („Der Angriff der Klonkrieger“) und III („Die Rache der Sith“) der Kino-Reihe statt, in denen die Republik mithilfe der Jedi und den Klonkriegern (Soldaten in weißen Uniformen) gegen die abtrünnigen Separatisten kämpft. Eine der Kloneinheiten ist genmanipuliert und nennt sich die „Bad Batch“, wobei mittlerweile nur noch fünf übrig sind. Sie sind ein grober Haufen in angegrauten und angekratzten Rüstungen, die sich von den klinisch-weißen Klonkriegern nicht nur optisch unterscheiden.

Ungehorsam als Nebenwirkung

Sie haben besondere Fähigkeiten, wie die Wahrnehmung von elektromagnetischer Strahlung, und zu fünft die Stärke einer „normalen“ Klonarmee. Dafür neigen sie auch zum Ungehorsam – „eine Nebenwirkung ihrer Mutation“, wie eine der Schöpferinnen trocken feststellt. Das missfällt einem Admiral des Imperiums, der ausgesendet wurde, um die Effizienz der Krieger zu überprüfen. In der Zwischenzeit ist die Republik zusammengebrochen, das Imperium etabliert sich und übernimmt die Klonkrieger, wenn auch unter Vorbehalt. Man kann das Ganze gut als Outsourcing der eigenen Armee beschreiben, denn „Zwangsrekrutierte kosten nur den halben Preis“, weiß der Admiral.

Die Bad Batch muss also ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Zunächst findet ein simulierter Testkampf statt und danach werden die Krieger ausgesendet, um mögliche Separatisten zu töten. Doch die Truppe findet keine Kampfdroiden vor, nur Zivilisten: „Wir wollen keine Schergen des Imperiums sein!“ Die fünf Klonkrieger sind irritiert. Was haben ihre neuen Auftraggeber vor? Und wieso täuschen sie ihre eigene Armee?

Kriegsfilm mit unübersichtlichen Fronten

„The Bad Batch“ schlägt die düsteren Klänge des Kriegsfilm-Genres an und wirft die Frage auf, wie viel Loyalität oder wie viel Ungehorsam nötig sind zu einem Zeitpunkt der politischen Instabilität, lässt aber auch Raum für auflockernden Buddy-Humor innerhalb der kleinen Truppe. Diese setzt sich aus archetypischen Figuren zusammen – der Starke, der Schlaue, der Unerfahrene, der Misstrauische und der Ansager, die zwar keine tiefere Charakterisierung bekommen (zumindest nicht in den zwei vorab der Presse sichtbaren Episoden), dafür aber eine sehr spannende Gruppendynamik entwickeln, wenn es das Selbstverständnis und Berufsethos unter dem neuen Auftraggeber auszudiskutieren gilt. Der Misstrauische hätte nämlich lieber den Auftrag erledigt und die Zivilisten getötet: „Gute Soldaten folgen Befehlen.“ Die anderen sind reflektierter und vor allem gutmütiger.

Insgesamt zeichnet sich der Beginn der Serie dadurch aus, dass sie sehr stark mit dem Narrativ der ersten Trilogie verwoben ist. Für Fans gibt es zahlreiche Anknüpfungspunkte, für „Star Wars“-Laien eher weniger. Trotzdem wird nicht nur eine weitere Lücke in der Erzählung der Sternenkriege geschlossen. Die Streite und Dilemmata innerhalb einer Militäreinheit werfen nochmal ganz andere Fragen auf als die epischen Laserschwertkämpfe der Protagonisten in den Kinotrilogien; die politischen Verhältnisse stellen sich aus der Perspektive der „Bad Batch“-Berufssoldaten wesentlich unübersichtlicher dar als das Ringen zwischen der hellen und der dunklen Seite der Macht. George Lucas hatte einst seine Ursprungsidee an den Vietnamkrieg angelehnt; in „The Bad Batch“ tritt die Verbundenheit zum in der Realität fußenden Kriegsfilm nun in den Vorder- und das Fantastisch-Märchenhafte des Erzähluniversums in den Hintergrund. Wo verlaufen die Grenzen zwischen Verteidigung und Verrat? Zwischen Separatisten und Freiheitskämpfern? Orientierung in Kriegszeiten ist nie einfach zu finden.

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