Abenteuer | Russland/China/USA 2019 | 120 Minuten

Regie: Oleg Stepchenko

Rund um einen mythischen Drachen im alten China, eine böse Hexe und ein buntes russisch-englisch-chinesisches Figurenensemble entfaltet sich ein sympathisches Abenteuerspektakel. Ohne seine Kolportagestory mit irgendeinem höheren Sinn aufzuladen oder sich allzu sehr um logische Prämissen oder Übersichtlichkeit zu kümmern, entfaltet der Film sein Szenario mit einer Münchhausen-haften Freude am Erstaunlichen und Unglaublichen, sympathisch aufbereitet durch einen stets humorvoll-augenzwinkernden Tonfall und gespickt mit diversen Stars und fantastischen Kreaturen. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
TAYNA PECHATI DRAKONA
Produktionsland
Russland/China/USA
Produktionsjahr
2019
Regie
Oleg Stepchenko
Buch
Dmitri Paltsew · Alexej A. Petruchin · Oleg Stepchenko
Kamera
Iwan Gudkow · Ng Man-ching
Musik
Alexandra Maghakjan
Schnitt
Arseni Sjuhin · Peter Selenow
Darsteller
Yao Xingtong (Cheng Lan) · Li Ma (Hexe) · Jason Flemyng (Jonathan Green) · Jackie Chan (Der große Meister) · Arnold Schwarzenegger (James Hook)
Länge
120 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12
Pädagogische Empfehlung
- Ab 12.
Genre
Abenteuer | Fantasy | Historienfilm

Heimkino

Verleih DVD
Koch
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Ein Drache, eine Hexe und viele Stars: Eine irrwitzige Fantasy-Münchhausiade zwischen dem London der Queen Anne, dem Russland Peters des Großen und einem mythischen China.

Diskussion

Ein Showdown zwischen den Action-Altmeistern Jackie Chan und Arnold Schwarzenegger! Es spricht Bände, dass Regisseur Oleg Stepchenko aus diesem Gipfeltreffen nicht das große Finale seines Fantasy-Spektakels „Iron Mask“ macht, sondern den Kampf zwischen den beiden Superstars schon irgendwo in der ersten Hälfte platziert: Da hat jemand so viele Attraktionen im Ärmel, dass er nicht damit haushalten muss. Tatsächlich glänzt „Iron Mask“ mit einer nonchalant ausgebreiteten Fülle an fantastischen Schauwerten. Allein für die Visualisierung einer kurzen Rückblende, mit der die per Brief geschilderten Reiseerlebnisse einer Figur im alten Russland knapp zusammengefasst werden, werden der sagenhafte Wij, König der Erdgeister, und ein ganzer Trupp sich in Monster verwandelnde Kosaken zum Leben erweckt – eine Menge Creature Design für ein paar Sekunden Screen Time. Auf diese Weise geht es bis zum Finale weiter, wenn unter anderem ein veritabler Drache durch die Lüfte segelt, eine Hexe sich verdreifacht und ein Korps von Kampfrobotern in die Schlacht zieht.

Vom Tower in London nach China

Entstanden ist "Iron Mask" als russisch-chinesisch-US-amerikanische Co-Produktion. Die aus verschiedenen Handlungsfäden zusammengezwirbelte Erzählung schreitet einen dementsprechend breiten west-östlichen Raum ab. Sie entfaltet sich zwischen einem mythischen China, wo ein Drache, sein weiser Hüter und eine böse Hexe die Handlung in Bewegung bringen, dem London der Queen Anne Anfang des 18. Jahrhunderts und dem Russland Peter des Großen.

Bindeglied zwischen den verschiedenen Strängen ist ein britisches Pärchen. Den etwas ungeschickten, aber unternehmungslustigen Kartografen Jonathan Green (Jason Flemyng) verschlägt es im Zuge seiner Arbeit ins Zarenreich, wo er einer Intrige gegen Peter den Großen auf die Schliche kommt und im Kerker landet; von seinen Abenteuern per Brief in Kenntnis gesetzt, sucht seine couragierte adlige Herzallerliebste (Anna Churina) in London Kontakt zu einem hinter einen eisernen Maske verborgenen Gefangenen (Juri Kolokolnikow) im Tower, der seine Zelle mit dem weisen chinesischen Drachenhüter (Jackie Chan) teilt und von einem bärenstarken Kommandanten (Arnold Schwarzenegger) bewacht wird.

Während Jonathan in Russland auf eine als Junge verkleidete chinesische Prinzessin (Yao Xingtong) trifft und mit ihr in ihre Heimat zu fliehen versucht, kommt es im Tower zu wilden Kämpfen und ebenfalls einem Fluchtversuch. Schließlich strebt das bunte Völkchen zu Land und zur See Richtung China, wo es die böse Hexe zu entmachten, den Drachen vor ihrem Einfluss zu retten und mit ihm auch das Volk zu befreien gilt.

Abenteuer mit augenzwinkerndem Tonfall

Die Drehbuchautoren versuchen erst gar nicht, die wilde Fantasy-Kolportagestory mit irgendeinem tieferen Sinn aufzuladen oder sich allzu sehr um logische Prämissen oder Übersichtlichkeit zu kümmern, sondern entfalten das Szenario mit einer Münchhausen-haften Freude am Erstaunlichen und Unglaublichen, sympathisch aufbereitet durch einen augenzwinkernden Humor und garniert mit Cameo-Rollen von Stars wie Rutger Hauer und Charles Dance. Dass die Trickeffekte jenen arg künstlichen Look haben, den man in chinesischen und russischen Blockbustern öfters sieht, stört da wenig. Die Regie von Oleg Stepchenko macht dies durch einige schöne choreografische Ideen wett, etwa wenn bei den Kämpfen im Tower die Ketten der Gefangenen geschickt für kleine „Marionetten“-Effekte und akrobatische Einlagen genutzt werden.

Dass Arnold Schwarzenegger für seine relativ kleine Nebenrolle als Gefängniswärter im roten Rock der britischen Armee und mit apartem Schnauzer und Zopf-Perücke eine Nominierung für eine „Goldene Himbeere“ 2021 einheimste, ist übrigens völlig ungerechtfertigt. Sein Kampf mit Jackie Chan im Zuge des Fluchtversuches, den die Gefangenen unternehmen, mag zwar für keinen der beiden ein Karriere-Höhepunkt sein, ist aber ein schönes komödiantisches Highlight in einem Film, in dem es ziemlich viel Anlass zum Schmunzeln gibt.

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