Schweigende Zunge

Drama | USA/Frankreich 1993 | 101 Minuten

Regie: Sam Shepard

In der Wüstenlandschaft New Mexikos kämpft 1873 ein irischer Pferdehändler um seinen dem Wahnsinn nahen Sohn, der vom Geist seiner verstorbenen Frau, einem indianischen Halbblut, bedroht wird. Ein thematisch wie formal ungewöhnliches, komplexes Drama um Schuld und Sühne, das Motive des Indianerfilms mit einer mythischen Geistergeschichte sowie Themen der klassischen amerikanischen Tragödie und der Shakespearschen Königsdramen verbindet. Schauspielerisch und inszenatorisch eindrucksvoll, verdichtet der Film auf radikal-konsequente Weise alle Elemente zu einer düsteren Reflexion über das Verlorensein der Menschen. - Sehenswert.

Filmdaten

Originaltitel
SILENT TONGUE
Produktionsland
USA/Frankreich
Produktionsjahr
1993
Regie
Sam Shepard
Buch
Sam Shepard
Kamera
Jack Conroy
Musik
Patrick O'Hearn · The Red Clay Ramblers
Schnitt
Bill Yahraus
Darsteller
Alan Bates (Eamon McCree) · Richard Harris (Prescott Roe) · River Phoenix (Talbot Roe) · Dermot Mulroney (Reeves McCree) · Sheila Tousey (Awbonnie McCree/Geist)
Länge
101 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Sehenswert.
Genre
Drama | Western

Diskussion
1873 im Llano Estacado, der weiten Wüstenlandschaft zu Füßen der Rocky Mountains in Neu Mexiko. Ein junger Mann, zutiefst aufgewühlt und verstört, hält Totenwache vor einer Indianerin, die auf einem freistehenden Baum nach alter Tradition beigesetzt wurde. Blitzschnell schießt er einen Adler vom Himmel, entreißt ihm die Flügel, um sie auf die Tote zu legen. Die Geste ist ebenso anrührend wie offensichtlich sinnlos: nichts und niemand kann der Toten Flügel verleihen, um sie in die Welt der Lebenden zurückzuholen. In der Zwischenzeit zieht der Vater des jungen Mannes, der irische Pferdehändler Prescott Roe, durch die Wüste, um schließlich auf einen fahrenden Zirkus zu stoßen: auf die Kickapoo Indian Medicine Show, die die wenigen Siedler in der Einöde mit komischen Nummern und etwas Reitakrobatik unterhält, um dann zum Finale ein mysteriöses Heiltonikum anzupreisen. Von dessen Alkoholgehalt ernährt sich im übrigen bestens Eamon McCree, fabulierender Leiter der Show und ebenfalls irischer Herkunft. Mit ihm hatte Roe einst ein Geschäft abgeschlossen: gegen drei Pferde kaufte er eine der beiden Töchter McCrees, ein Halbblut, als Frau für seinen geistig wirren Sohn Talbot. Nun, nachdem die junge Frau bei der Geburt eines Kindes gestorben ist und Talbot sich noch weiter in den Wahnsinn zurückzuziehen droht, will Roe McCrees zweite Tochter kaufen. McCree, g

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