Der alte Mann am Meer nimmt jeden Tag den gleichen Platz an dem malerischen Kiesstrand an der Côte d’Azur ein. Tag für Tag schlürft er sein Bittergetränk, Tag für Tag starrt er die junge Frau an, bis das Sonnenlicht, das von ihrem Körper, ihren Muttermalen, ihren Brustwarzen und schließlich einem dort erscheinenden Diamanten reflektiert, ihm ins Auge sticht. Es ist das Licht einer anderen Zeit, das den alten Monsieur John Diman (Fabio Testi) blendet.
Rohstoff für fantastische Bilderwelten
Um diese Vergangenheit geht es in „Reflection in a Dead Diamond“. Fabio Testi ist im Film, aber auch als Schauspieler, die Brücke in die Vergangenheit; das kantigste Gesicht unter vielen kantigen Männergesichtern, die aus der Erinnerung heraus lebendig werden. Mit dem alten Mann erinnern sich die Regisseure Hélène Cattet und Bruno Forzani an das europäische Genrekino der 1960er- und 1970er-Jahre. Was in ihrem Debütfilm „Amer“ (2009) noch der Giallo war, ist nun das Eurospy-Genre: ein Rohstoff für fantastische, wahnsinnige Bilderwelten. Die italienische Spielart des Agentenfilms, die als Lawine psychedelischer, bunter, chaotischer,