The Beast in Me
Krimi | USA 2025 | (8 Folgen)
Regie: Antonio Campos
Filmdaten
- Originaltitel
- THE BEAST IN ME
- Produktionsland
- USA
- Produktionsjahr
- 2025
- Produktionsfirma
- 20th Television/Conaco/Rotterworks/Teakwood Lane Prod./Telemachus Prod.
- Regie
- Antonio Campos
- Buch
- Gabe Rotter · Howard Gordon · Daniel Pearle
- Kamera
- Lyle Vincent
- Schnitt
- Ralph Jean-Pierre · Philip Carr Neel
- Darsteller
- Claire Danes (Aggie Wiggs) · Matthew Rhys (Nile Sheldon) · Brittany Snow (Nina) · Natalie Morales (Shelley) · David Lyons (Brian Abbot)
- Länge
- (8 Folgen)
- Kinostart
- -
- Pädagogische Empfehlung
- - Ab 16.
- Genre
- Krimi | Serie | Thriller
- Externe Links
- IMDb | TMDB | JustWatch
Krimiserie um eine Autorin, die seit dem tragischen Verlust ihres kleinen Sohnes eine Schreibblockade hat, bis sie auf einen neuen Nachbarn trifft, auf dem ein Mordverdacht lastet, und daran geht, die Wahrheit über ihn zu ergründen.
Sie sitzt vor ihrem Laptop, ihr Blick wandert durch den Raum, dann auf die Tastatur und dann auf den Bildschirm. Ihre Finger liegen auf den Buchstaben, bereit zu tippen. Doch der Kopf spielt nicht mit, Wörter und gar ganze Sätze fallen der einst erfolgreichen Autorin nicht ein. Seit vier Jahren hält dieser Zustand nun schon an. Seit dem Tag, als ihr achtjähriger Sohn bei einem Autounfall ums Leben kam. Es war der Tag, der das Leben von Aggie Wiggs (Claire Danes) schlagartig änderte. Die Ehe mit ihrer Frau ging in der Folge zu Bruch, seit drei Jahren ist sie mit ihrem neuen Buch nun schon in Verzug, sie hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und geht kaum noch aus ihrem Haus, das auf dem Land in Oyster Bay auf Long Island liegt.
Eines Tages findet sie jedoch neue Inspiration für eine ganz neue Geschichte. Der Immobilienmogul Nile Jarvis (Matthew Rhys) hat das große Haus neben ihrem gekauft. Der an Geld und Einfluss reiche Geschäftsmann will etwas zurückgezogener leben. Der Grund liegt in der Vergangenheit: Seine Frau verschwand vor einigen Jahren spurlos; und er stand eine Zeitlang in Verdacht, sie getötet zu haben; nachgewiesen werden konnte das aber nicht. Mit seinem neuen Wohnort will er den Blicken und Kommentaren der Menschen in der Großstadt sowie den Klatschspalten der Magazine etwas mehr entgehen. Die beiden kommen ins Gespräch, weil er um Unterstützung aller Nachbarn für eine Joggingstrecke durch den angrenzenden Wald fragt. Dabei kommt die Idee auf, dass Aggie ein Buch über Nile schreiben könnte. Sie selbst hofft, mit Hilfe dieses Stoffs wieder als Autorin zu sich zu finden und Licht in den ungeklärten Fall zu bringen. Und Nile Jarvis hofft, durch das Buch seine Version der Geschichte erzählen zu können.
Das Erfolgsduo aus „Homeland“ wieder vereint
Von der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten und der Suche nach der Wahrheit erzählt die Miniserie „The Beast in Me“. Es ist die erneute Zusammenarbeit von Showrunner Howard Gordon und Hauptdarstellerin Claire Danes. Gordon zeichnete für die mehrfach preisgekrönte Agententhriller-Serie „Homeland“ verantwortlich, in der Danes acht Staffeln lang die Hauptrolle spielte. Weitere Verantwortliche sind unter anderem Gabe Rotter („Akte X“) für das Drehbuch und Antonio Campos („The Staircase“) für die Regie.
Acht Folgen lang entfalten sie ein spannendes und unvorhersehbares Katz- und Mausspiel, in dessen Zentrum das Zusammenspiel der beiden Protagonisten steht. Die Dialoge zwischen ihnen sind poiniert und teils messerscharf. Es ist eine Freude, den beiden zuzusehen. Zugleich stecken ihre Gespräche voller Spannung, weil die beiden nie genau wissen, woran sie mit ihrem Gegenüber sind, wie viel der andere aktuell weiß, oder weil sie meinen, mehr zu wissen als ihr Gegenüber. Die Zuschauer sind den beiden häufig mit ihrem Wissen voraus. Doch nicht selten bleiben sie ebenfalls über die wahren Absichten im Dunkeln und müssen rätseln.
Triumph der Undurchsichtigkeit
Es ist die Undurchsichtigkeit ihrer Figuren, die sich als ein Trumph der Psychothrillerserie herausstellt. Claire Danes und Matthew Rhys schaffen es bestens, die beiden Antipoden Aggie Wiggs und Nile Jarvis mit Untiefen und Unberechenbarkeiten auszustatten. Aber auch jenseits der beiden Hauptdarsteller wartet die Serie mit einem exzellenten Ensemble und Figuren auf, die keine eindimensionalen (Neben-)Charaktere sind oder nur als Stichwortgeber oder als Mittel zum Zweck fungieren. Mit ihren Verwicklungen und Geheimnissen tragen sie zum Mysteriösen der ganzen Geschichte bei. Das reicht von Jonathan Banks, der Niles Vater spielt, über David Lyons und Hettienne Park als ermittelnde FBI-Agenten bis zu Brittany Snow, die Niles Frau verkörpert.
In einer Szene in der Serie heißt es: „Wir brauchen unsere Schurken. Denn sonst müssten wir es mit uns selbst aufnehmen.“ Ein Satz, der auf beide Protagonisten zutrifft. Nile Jarvis versteckt sich in seinem scheinbar perfekten Leben im schicken Haus auf dem Land und fokussiert sich zusehens auf seine Nachbarin. Aggie Wiggs hingegen ist wie getrieben von den Hintergründen des Verschwindens von Jarvis’ Frau. Sie jagt seine Dämonen und flieht damit zugleich vor ihren eigenen – mit Folgen, die sie nicht vorhersehen kann. „The Beast in Me“ erzählt von einer besessenen Suche nach der Wahrheit, die sich am Ende der acht spannenden und wendungsreichen Folgen schlüssig entfaltet.