Being Eddie
Dokumentarisches Porträt | USA 2025 | 102 Minuten
Regie: Angus Wall
Filmdaten
- Originaltitel
- BEING EDDIE
- Produktionsland
- USA
- Produktionsjahr
- 2025
- Produktionsfirma
- Makemake
- Regie
- Angus Wall
- Darsteller
- Eddie Murphy
- Länge
- 102 Minuten
- Kinostart
- -
- Pädagogische Empfehlung
- - Ab 12.
- Genre
- Dokumentarisches Porträt
- Externe Links
- IMDb | TMDB | JustWatch
Ein dokumentarisches Porträt von US-Komiker Eddie Murphy, der in den 1980er-Jahren mit „Saturday Night Live“ und Kinohits wie „Beverly Hills Cop“ zum Star wurde.
Seit der Netflix-Tragikomödie „Dolemite Is My Name“ im Jahr 2019 ist der Stand-up-Comedian und Schauspieler Eddie Murphy wieder gut im Geschäft. Zuvor war es einige Jahre ruhig um den mittlerweile 64-Jährigen geworden – 2011 hatte er nach eigenen Angaben eine Filmpause eingelegt. 2019 kehrte Eddie Murphy auch zur legendären TV-Show „Saturday Night Live“ zurück, aus der er sich nach einem Streit für Jahrzehnte zurückgezogen hatte. Seitdem hat der gebürtige New Yorker sein Comeback mit diversen weiteren Filmen wie „Der Prinz aus Zamunda 2“, „You People“, „Beverly Hills Cop: Axel F“ und zuletzt „The Pickup“ ausgebaut, wobei er zum Teil an lange zurückliegende Erfolgstitel anknüpfte.
Von „Saturday Night Live“ zu Kinokassenknüllern
Mit „Saturday Night Live“ begann 1980 die steile Karriere des Komikers. Seine legendären Parodien auf bekannte Persönlichkeiten bescherten dem 19-Jährigen damals den Durchbruch. Schnell wurde Hollywood auf Murphy aufmerksam. Es begann seine Glanzzeit mit Kinokassenhits wie „Nur 48 Stunden“, „Die Glücksritter“ und „Beverly Hills Cop“.
Kassenknüller wie diese spielen eine wichtige Rolle in dem biografischen Dokumentarfilm des Regisseurs Angus Wall, der aber nicht nur die Eddie-Murphy-Tophits abhaken, sondern uns auch den Menschen dahinter vorstellen will. Dass der Superstar dazu gerne bereit war, zeigt sich schon daran, dass er das Filmteam in seiner riesigen Villa in Kalifornien empfängt, deren Innenhof er mit einem elektrischen Dach verschließen kann, wenn es zu sehr zieht.
Zum Auftakt spart er nicht mit Eigenlob und setzt damit den Ton für den Film, wenn er selbstbewusst betont: „Ich kenne keinen anderen ernsthaften Schauspieler, schwarz oder weiß, der so viele verschiedene Dinge gemacht hat.“ Später präsentiert sich Murphy, der mit fünf Frauen zehn Kinder gezeugt hat, umgeben von Frau, Kindern und Vertrauten explizit als Familienmensch: „Mein Vermächtnis sind meine Kinder, nicht meine Arbeit.“
Comedy für Generationen von Fans
In seinem Palast darf Murphy ausführlich über sich und seine Erfahrungen erzählen und natürlich hin und wieder ein paar Scherze einflechten. Neben ihm gibt Wall etlichen Freunden, Verwandten und Weggefährten das Wort: Großproduzenten wie Jeffrey Katzenberg, Jerry Bruckheimer und Brian Grazer, dem Regisseur John Landis, vor allem aber anderen Comedians und Schauspielenden wie Dave Chappelle, Jerry Seinfeld, Chris Rock, Kevin Hart, Jamie Foxx oder Tracee Ellis Ross. Sie alle dürfen von Murphys Talent, Einfallsreichtum und Fleiß schwärmen oder ihn dafür loben, dass er trotz der verführerischen Macht des Ruhmes so lange durchgehalten hat.
Ansatzweise versuchen einige der Gewährsleute auch, hinter das humoristische Geheimnis der Comedy-Legende zu schauen, der immerhin Generationen von Kino- oder Theatergästen zum Lachen gebracht hat. Einige jüngere Kollegen beschreiben zudem, welchen Einfluss insbesondere seine Stand-up-Künste und seine Erfolge als schwarzer Künstler in der von Weißen dominierten Unterhaltungsbranche auf sie ausgeübt haben.
Kultstatus
Die Dokumentation, die zur Illustration zahlreiche Fotos, TV-Aufnahmen und Filmausschnitte aufbietet, wirft auch einige Schlaglichter auf Tätigkeitsfelder und Karrierestationen, die insbesondere beim jüngeren Publikum nicht mehr als selbstverständlich bekannt vorausgesetzt werden können. Dazu gehören nicht nur Animationsfilme wie „Mulan“ (1998) und die vier „Shrek“-Filme, in denen Murphy zentralen Figuren seine Stimme geliehen und sie so erst zu charakteristischen Akteuren gemacht hat, sondern auch die beiden abendfüllenden Stand-up-Aufzeichnungen „Delirious“ und „Raw“, die in den 1980er-Jahren zeitweise Kultstatus erreichten. Auch Murphys Aktivitäten als Popsänger bleiben nicht unerwähnt. 1985 gelang ihm mit der Single „Party All The Time“ ein Verkaufsschlager, dagegen blieb die Nachfolge-Single „Put Your Mouth On Me“ ein Ladenhüter.
Nicht zu übersehen ist auch seine Enttäuschung darüber, dass er bisher keinen „Oscar“ gewonnen hat, auch wenn er das vor der Kamera eloquent herunterspielt. Dafür dürfte sich der Künstler umso mehr gefreut haben, als er nach mehreren Nominierungen 2007 endlich den „Golden Globe“ als bester Nebendarsteller für den Film „Dreamgirls“ erhielt.
Schattenseiten werden konsequent ausgespart
Für die Fan-Gemeinde bietet „Being Eddie“ reichlich Anschauungsmaterial und Neuigkeiten zu seinem Privatleben und seinem künstlerischen Schaffen. Was dagegen fehlt, ist eine kritische Perspektive. Doch die wäre bei so viel Lob und Selbstbeweihräucherung unbedingt notwendig gewesen. Zwar erwähnt Murphy neben den Höhen auch mal die Tiefen oder einen Reinfall wie den Kinoflop „Vampire in Brooklyn“ (1995), eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Niederlagen vermeidet er aber konsequent. Auch persönliche Fehlschläge wie die medienwirksam inszenierte und gescheiterte 14-Tage-Ehe mit der Produzentin Tracey Edmonds oder der Skandal um eine Trans-Prostituierte im Jahr 1997, die bei einer Verkehrskontrolle in seinem Auto saß, werden nicht erwähnt. Auch sonst bleiben kritische Einschätzungen von seinen Fachkollegen oder von unabhängigen Experten zu seinen kreativen Leistungen Fehlanzeige.