How to Get to Heaven from Belfast
Serie | Irland 2026 | 398 Minuten (8 Folgen)
Regie: George Kane
Filmdaten
- Originaltitel
- HOW TO GET TO HEAVEN FROM BELFAST
- Produktionsland
- Irland
- Produktionsjahr
- 2026
- Produktionsfirma
- Hat Trick
- Regie
- George Kane · Michael Lennox · Rachna Suri
- Buch
- Lisa McGee
- Kamera
- Ashley Barron · Nathalie Pitters · Daniel Stafford-Clark
- Musik
- Sion Trefor
- Schnitt
- Lucien Clayton · Nigel Williams · Ed Coltman
- Darsteller
- Roisin Gallagher (Saoirse) · Sinéad Keenan (Robyn) · Caoilfhionn Dunne (Dara) · Darragh Hand (Liam) · Jenn Murray (Jamie)
- Länge
- 398 Minuten (8 Folgen)
- Kinostart
- -
- Pädagogische Empfehlung
- - Ab 16.
- Genre
- Serie | Tragikomödie
- Externe Links
- IMDb
Eine schwarzkomödiantische Serie um drei Freundinnen Ende Dreißig, die in wilde Abenteuer geraten, als sie vom Tod der einstigen Vierten in ihrem Bund erfahren und auf Ungereimtheiten stoßen.
Greta ist tot. Die Vergangenheit, die sie mit ihrer ehemaligen Schulfreundin verbindet, haben Saoirse (Roisin Gallagher), Robyn (Sinéad Keenan ) und Dara (Caoilfhionn Dunne) zwar tunlichst verdrängt. Aber trotzdem machen sich die drei Belfaster Enddreißigerinnen prompt auf den Weg, um Greta die letzte Ehre zu erweisen, als sie durch dubiose E-Mails davon in Kenntnis gesetzt werden, dass die Frau, die einst die Vierte in ihrem Bund war, verstorben ist.
Warum das Trio schon zu Schulzeiten den Kontakt zu Greta verlor und was genau die vier Teenagerinnen zuvor Schlimmes erlebten oder getan haben, enthüllt die neue Serie von „Derry Girls“-Schöpferin Lisa McGee erst nach und nach. Aber schon der Prolog der ersten Folge, der vier Mädchen vor einer in Flammen stehenden Hütte zeigt, deutet an, dass da wohl irgendeine Leiche im Keller ist.
Die begraben geglaubte Vergangenheit meldet sich zurück
Als Saoirse, Robyn und Dara per Auto in die irische Provinz reisen, um im (fiktiven) Örtchen Knockdara im County Donegal, in dem Greta die letzten Jahre lebte, an der Totenwache teilzunehmen, stoßen die damit den Sargdeckel einer Vergangenheit auf, die sie für immer begraben glaubten.
Im Herrenhaus von Gretas irgendwie unheimlicher Familie macht Saoirse eine verblüffende Entdeckung: Bei der aufgebahrten Leiche handelt es sich keineswegs um ihre einstige Freundin. Und als schließlich auch noch im örtlichen Pub und Hotel, in dem die Drei sich während ihres Aufenthalts in Donegal einquartiert haben, ein Mann auftaucht, der verblüffende Ähnlichkeit mit jemandem hat, den sie nie wiedersehen wollten, ist der erste Impuls des Trios, die Flucht zu ergreifen. Doch die alte Verbundenheit mit Greta und die Neugier siegen. Wenn die Tote im Sarg nicht ihre ehemalige Freundin ist – was ist dann aus ihr geworden? Und wer ist Greta, die offensichtlich mehr als ein Geheimnis hütet, wirklich?
Eine detektivische Schnitzeljagd, die immer wildere Formen annimmt
Und so machen sich die drei Frauen auf Gretas Spuren auf eine detektivische Schnitzeljagd, die sie schließlich von Irland nach Portugal und wieder zurück führen wird und die immer wildere, abenteuerlichere Formen annimmt. Das liegt nicht nur daran, dass Gretas Mann, der Polizeichef von Knockdara, die Drei auf dem Kieker hat, der Fremde aus dem Pub unangenehme Fragen stellt und ein attraktiver junge Polizist namens Liam (Darragh Hand) ein hartnäckiges Auge sowohl auf die Ungereimtheiten rund um Greta als auch auf Saoirse wirft. Vor allem taucht auch noch eine veritable Killerin in Fransenlederjacke (Bronagh Gallagher) auf, die irgendwie in die ganze Sache verstrickt ist.
Räuberpistole mit lebensprallen Figuren
In acht Folgen, die zwischen skurrilem Humor und Krimi-Spannung changieren und es gut schaffen, zwischen beidem die Balance zu halten, folgt McGees Story den Irrwegen der drei Frauen. Obwohl sich die Handlung dabei zwischenzeitlich fröhlich ins Gebiet einer schrill überzeichneten Räuberpistole versteigt, wirken die Hauptfiguren ähnlich echt und lebensprall wie schon in der von McGees eigener Jugend inspirierten Coming-of-Age-Sitcom „Derry Girls“. Und so hält einen nicht nur die Aussicht bei der Stange, schließlich die Rätsel rund um Greta gelüftet zu sehen, sondern vor allem der schlichte Spaß daran, Zeit mit dem quirligen, sich hingebungsvoll kabbelnden Trio Saoirse, Robyn und Dara zu verbringen. Die drei sind sozusagen die erwachsenen Pendants der lebenshungrigen „Derry Girls“ – in einem Alter angekommen, in dem die Ernüchterung über unerfüllte Teenager-Träume und der Frust über die Tretmühle eingegangener Verpflichtungen einzusetzen drohen. Vor allem für Saoirse, die als Drehbuchautorin einer Krimiserie namens „Murder Code“ zwar durchaus Erfolg hat, aber die angesichts eines Routine gewordenen Jobs und der bevorstehenden Heirat mit einem Kollegen kalte Füße zu bekommen scheint, entpuppt sich die abenteuerliche Suche, in der sie als treibende Kraft fungiert, auch als eine Art Fluchtbewegung bzw. Selbstfindungstrip. Und auch Robyn und Dara tut es trotz aller Unbill gut, mit Saoirse auf Abwege zu geraten. Robyn, die als Mutter dreier Jungs und Ehefrau eines gut verdienenden Mannes nicht berufstätig ist, aber eine Boss-Lady-Grandezza hat, die mit jeder Konzernchefin konkurrieren kann, findet in den Abenteuern ein Ventil für ihre Dobermann-mäßige Streitbarkeit. Und die ruhige Dara, die gleichermaßen gestandene Lesbe wie gute Katholikin ist und derzeit in ihrem Computer-Job kürzertritt, um sich um ihre alte Mutter zu kümmern, kann mit den Freundinnen gemeinsam an alte Girlpower-Tage anschließen.
Das Flair von Authentizität, das „Derry Girls“ in der Schilderung des Heranwachsens im Nordirland der „Troubles“ der 1990er hatte, weicht in „How to Get to Heaven From Belfast“ zwar mehr der Lust am Genre-Thrill und dem Spiel mit dem ein oder anderen Irland-Klischee. Trotzdem hat auch die Story um die drei Freundinnen, eine vergrabene Leiche, eine falsche Tote und eine mysteriöse Killerin noch genug nordirische Bodenständigkeit und spezifischen Lisa-McGee-Humor, um wesentlich mehr kauzigen Charme zu entfalten als stromlinienförmigere Murder-Mystery-Genrebeiträge.