Enthüllung

Drama | USA 1994 | 128 Minuten

Regie: Barry Levinson

Der leitende Angestellte einer Computerfirma sieht nicht nur seine berufliche Existenz, sondern auch seine persönliche Integrität bedroht, als ihn eine ehrgeizige Kollegin bei der Beförderung überrundet und sexuell in die Enge treibt. Das aktuelle Thema der sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz in bezeichnender Umkehrung: nicht die Frau, sondern der Mann fühlt sich bedroht. Eingebettet in die vor allem visuell faszinierende Beschreibung eines modernen Unternehmens, läßt sich die Bestseller-Verfilmung als Illustration verlorengehenden männlichen Selbstbewußtseins verstehen. Dabei entspricht die Lösung des Konflikts nicht den aufgebauten Erwartungen, sondern flüchtet sich in kommerziell wohlfeile Klischees.

Filmdaten

Originaltitel
DISCLOSURE
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1994
Regie
Barry Levinson
Buch
Paul Attanasio
Kamera
Tony Pierce-Roberts
Musik
Ennio Morricone
Schnitt
Stu Linder
Darsteller
Michael Douglas (Tom Sanders) · Demi Moore (Meredith Johnson) · Donald Sutherland (Bob Garvin) · Caroline Goodall (Susan Hendler) · Dylan Baker (Philip Blackburn)
Länge
128 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Genre
Drama | Literaturverfilmung

Heimkino

Verleih DVD
Warner (16:9, 2.35:1, DD5.1 engl., DS dt.)
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Diskussion
"Sexuelle Belästigung", vor allem am täglichen Arbeitsplatz, ist seit der überpublizierten Senatsanhörung im Fall des für das höchste Richteramt vorgeschlagenen Clarence Thomas Thema Nummer eins in den Vereinigten Staaten. Mancherorts übertrifft es sogar die leidenschaftlichen Debatten über Für und Wider der Abtreibung. In 95 Prozent aller rechtsanhängigen Fälle sind es Frauen, die sich zudringlicher Belästigungen in Wort oder Tat erwehren. Daß sich Hollywood des Sujets früher oder später annehmen würde, war zu erwarten. Aufmerken läßt nur, wie das Thema in der immer noch überwiegend von Männern beherrschten Filmindustrie angepackt wird. Es muß ausgerechnet Michael Crichtons opportunistische] Roman sein, hinter dessen kommerziellen Erfolg man sich flüchtet, um die Prämissen auf den Kopf zu stellen: In "Enthüllung" ist es der Mann, der sich von einer Karrieristin, die ihm gerade zuvor seine Beförderung weggeschnappt hat, sexuell "angegriffen" fühlt.

Die Umkehrung der Fakten, die natürlich sogleich die amerikanischen Frauenverbände auf den Plan gerufen hat (allen voran die "National Association for Female Executives"), ist die interessanteste Komponente des Films. Das Macho-Image, das durch Hollywoods Filmindustrie jahrzehntelang als selbstverständlich verkauft wurde, ist angeknackst. James Bonds Umgang mit Frauen galt vor noch nicht allzu langer Zeit keineswegs als herabsetzende sexuelle Belästigung, sondern als Ausdruck bewundernswerter Männlickeit. Doch in James-Bond-Filmen

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