Lilien in der Bank

- | Deutschland 1992 | 104 Minuten

Regie: Marianne S.W. Rosenbaum

Angesteckt durch die Zukunftsangst seines Vaters und im Bann des frühen Todes seiner Mutter verfällt ein Zehnjähriger dem Zwang, alle Menschen zählen zu müssen, weil angeblich jeder vierte an Krebs stirbt. Erst der Kontakt mit seinem Großvater und die Anteilnahme einer Nachbarin löst die Fixierung. Kindliches Traum- und Trauerspiel um Angstphobien und Obsessionen. Eine schräge Komödie, die ein wenig überladen und in ihrer Struktur nicht auf den ersten Blick verständlich ist, als verspielte Reflexion auf die Nachkriegsgeschichte aber viel Charme versprüht. - Ab 12.

Filmdaten

Originaltitel
Produktionsland
Deutschland
Produktionsjahr
1992
Regie
Marianne S.W. Rosenbaum · Gerard Samaan
Buch
Marianne S.W. Rosenbaum · Gerard Samaan · Nurith-Hayat Samaan
Musik
Haindling
Schnitt
Gerard Samaan
Darsteller
Wenzel Brücher (Markus Willert) · Werner Schneyder (Gernot Willert) · Georg Thomalla (Wilhelm Willert) · Katharina Thalbach (Klara Bach) · Nina Hagen (Frau Willert)
Länge
104 Minuten
Kinostart
-
Pädagogisches Urteil
- Ab 12.

Diskussion
Ein alter Mann träumt seinen eigenen Tod. Oder ist er vielleicht tot und träumt vom Leben? Im Brief an seinen Sohn Gernot schwingt Resignation, aber auch gekränkte Eitelkeit mit, wenn er seinen baldigen Umzug ins Altersheim und von dort ins Krematorium ankündigt. Auf die Frage einer Reporterin, ob er mit seinem Leben, auch in sexueller Hinsicht, zufrieden sei, entfährt ihm ein kleiner Seufzer, als er voller Stolz über seine Tricks als Versicherungsmakler sinniert: Trümmerfrauen im zerstörten München für eine Hausratsversicherung gewonnen zu haben, indem er ihre Hoffnungen auf künftigen Wohlstand weckte. Die Zukunft hatte stets einen hohen Stellenwert für die Familie Willert, nur die Gegenwart war ein knappes Gut: Im Krieg keine Zeit für Frau und Kind, hernach keine Frau mehr und nicht mehr den Mut, sich nochmal einzulassen. Gernot folgte den Fußstapfen seines Vaters, allerdings unter gewendeten Vorzeichen: Wer vermag angesichts des unaufhaltsamen Zusammenbruchs d

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