Sabrina (1995)

Liebesfilm | USA 1995 | 127 Minuten

Regie: Sydney Pollack

Neuverfilmung des gleichnamigen romantischen Filmklassikers von Billy Wilder aus dem Jahr 1954: die Geschichte einer Chauffeurstochter, die sich heillos in einen Millionärssohn verliebt, schließlich aber in dessen Bruder die dauerhafteren Qualitäten entdeckt. Trotz (oder wegen) seines Widerspruchs zu allen Trends der heutigen Zeit funktioniert der Film durchaus als unterhaltsames Spiel mit den Traditionen der romantischen Komödie. Der direkte Vergleich mit Wilders Film verdeutlicht aber schmerzhaft, wie sehr die filmische Sprache des modernen Hollywood-Kinos an Reichtum eingebüßt hat: von der zauberhaften Poesie, den Stimmungen und den Träumen des Originals blieb nur noch wenig übrig. - Ab 14.

Filmdaten

Originaltitel
SABRINA
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1995
Regie
Sydney Pollack
Buch
Barbara Benedek · David Rayfiel
Kamera
Giuseppe Rotunno
Musik
John Williams
Schnitt
Fredric Steinkamp
Darsteller
Julia Ormond (Sabrina Fairchild) · Harrison Ford (Linus Larrabee) · Greg Kinnear (David Larrabee) · Nancy Marchand (Maude) · John Wood (Fairchild)
Länge
127 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 6; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 14.
Genre
Liebesfilm | Literaturverfilmung

Diskussion
Sabrina" ist die Geschichte von Cinderella und Pygmalion, vom Amerikaner (pardon, der Amerikanerin) in Paris und der Dienstbotentochter im Millionärshaushalt - alles in einem. "Sabrina" war und ist ein perfektes Märchen fürs alltagsfrustrierte Publikum. Es besitzt Charme und Melancholie, Witz und eine Prise Tragik, so wie es die Zuschauer gern haben. Ideales Boulevardtheater. Ideal auch fürs Kino? Nach Billy Wilders Versuch mit dem adaptierten Theaterstück war man geneigt, das zu bezweifeln. Zwar war der Film 1954 ein Bombenerfolg; doch der scheint mehr der außergewöhnlichen Anziehungskraft Audrey Hepburns zu verdanken gewesen zu sein als dem Funktionieren des Stücks auf der Leinwand. "Sabrina" ist einer von Wilders schwächsten Filmen, heute noch weniger gut anzusehen als damals. Zwischen "Stalag 17" (fd 8936) und "Das verflixte 7. Jahr" (fd 4149) entstanden, ist "Sabrina" weder Fisch noch Fleisch. Wilders sprichwörtliche leichte Hand im Umgang mit Komödienstoffen scheint zeitweilig im Gipsverband gelegen zu haben, und mit Humphrey Bogart hat es bei den Dreharbeiten wohl so viele (von Augenzeugen überlieferte) Streitereien darüber gegeben, was denn eigentlich wo und wann komisch sein soll, daß der Film aus dem Gleichgewicht geriet.

Sydney Poll

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