Strange Days

Krimi | USA 1994 | 139 (145) Minuten

Regie: Kathryn Bigelow

Los Angeles 24 Stunden vor dem Neujahrstag des nächsten Jahrtausends: Ein Dealer mit Virtual-Reality-Disks verkauft drastische Mord- und Sex-Szenen aus dritter Hand an erlebnishungrige Video-Süchtige. Eine technisch virtuos realisierte Utopie, die die fortschreitende Tendenz der visuellen Medien zu aggressiver Stimulation thematisiert. Sie wird aber mehr und mehr von einer alltäglichen Thriller-Story überwuchert und rutscht damit selbst ins Spekulative ab.

Filmdaten

Originaltitel
STRANGE DAYS
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1994
Regie
Kathryn Bigelow
Buch
James Cameron · Jay Cocks
Kamera
Matthew F. Leonetti
Musik
Graeme Revell
Schnitt
Howard E. Smith
Darsteller
Ralph Fiennes (Lenny Nero) · Angela Bassett (Lornette "Mace" Mason) · Juliette Lewis (Faith Justin) · Tom Sizemore (Max Peltier) · Michael Wincott (Philo Gant)
Länge
139 (145) Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 16
Genre
Krimi | Science-Fiction | Thriller

Heimkino

Die Extras des USA-Imports umfassen im Gegensatz zur deutschen DVD u.a. ein Feature mit nicht verwendeten Szenen sowie ein Interview mit der Regisseurin zur Vorspannsequenz.

Verleih DVD
Koch (16:9 - 2.35:1, DTS-HD 5.1 dt./engl.) VCL (2.35:1, DD5.1 dt.), USA Import: Fox (2.35:1, DD5.1 engl.)
Verleih Blu-ray
Koch (16:9 - 2.35:1, DTS-HD 5.1 dt./engl.)
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Diskussion
Selten ruft ein Film so gemischte Gefühle hervor wie Kathryn Bigelows "Strange Days". Es ist der erste Film, der das Phänomen der virtuellen Realität nicht bloß zum Anlaß technischer Spielereien nimmt oder als bloßen Auslöser gewalttätiger Actionszenen benutzt, sondern der mit seiner Hilfe die fortschreitende Tendenz visueller Medien zu aggressiver Stimulierung und Sensationalisierung menschlicher Fantasien und Gefühle formuliert. Doch indem er das tut (mit technisch außerordentlicher Virtuosität), verfällt er gleichzeitig einem fatalen Hang zum Voyeurismus. "Strange Days" ist auch der erste Film seit "Blade Runner" (fd 23 689 und 8/1993, S.4 ff.), der den Entwurf einer utopischen Welt nicht bei der Kopie düster-regennasser Straßen und einer despotischen Mehrklassengesellschaft beläßt, sondern der Elemente heutiger Sozialproblematik durch Abstraktion und Übersteigerung als Grundlage seiner gesellschaftlichen Utopie benutzt. Doch je länger der Film dauert, um so mehr verfängt er sich in der Eindimensionalität einer klischeehaften Action-Story, die seine brisanten Entwürfe banalisiert und letztlich unter einer Fülle plakativer Genre-Situationen erstickt.

Es ist d

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