- | USA 1995 | 191 Minuten

Regie: Oliver Stone

Die mühevolle und wechselhafte politische Karriere des 37. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zwischen Watergate und Rücktritt. In unchronologischem Stil mit vielen Motivation suchenden Rückblenden in Nixons Jugend und politische Anfänge als psychologisches Porträt eines unsteten, zerrissenen Charakters erzählt. Historische Ereignisse dienen mehr der Untermauerung einer Tragödie von Shakespeareschen Ausmaßen als einer Erhellung bis in die Gegenwart fortwirkender Deformation des Politikverständnisses und -vertrauens in den USA. Ein interessanter, darstellerisch und formal effektvoller, in seiner primär psychologischen Betrachtungsweise jedoch fragwürdiger Film. - Ab 16.

Filmdaten

Originaltitel
NIXON
Produktionsland
USA
Produktionsjahr
1995
Regie
Oliver Stone
Buch
Stephen J. Rivele · Christopher Wilkinson · Oliver Stone
Kamera
Robert Richardson
Musik
John Williams
Schnitt
Brian Neblan · Hank Corwin
Darsteller
Anthony Hopkins (Richard Nixon) · Joan Allen (Pat Nixon) · James Woods (H.R. Haldeman) · Powers Boothe (Alexander Haig) · David Paymer (Ron Ziegler)
Länge
191 Minuten
Kinostart
-
Fsk
ab 12; f
Pädagogisches Urteil
- Ab 16.

Diskussion
Oliver Stones Filme sind politische Filme. Seit der Sohn eines jüdischen Börsenmaklers und einer französischen Katholikin als 21jähriger in Vietnam verwundet wurde, dreht sich sein ganzes Denken und Schaffen um die Mechanismen amerikanischer Politik und deren Auswirkungen auf die Gesellschaft. Verbunden mit Stones Vorliebe für umstrittene, einsame und unpopuläre Helden summieren sich seine Filme allmählich zu einer Art subjektiver Anthologie der Ursachen und Verursacher jener Misere, unter der Amerika heute leidet. Waren es zunächst in erster Linie der untilgbare Albtraum Vietnam und verwandte Kriegserfahrungen, die Stone zu immer neuen filmischen Herausforderungen anregten ("Salvador", "Platoon", "Geboren am 4. Juli", "Zwischen Himmel und Hölle"), so hat er sich in "John F. Kennedy - Tatort Dallas" (fd 29 360) und auch wieder jetzt in "Nixon" dem komplexen politischen Hintergrund zugewandt, aus dem eine kaum mehr reparable Frustration des amerikanischen Volkes über seine Regierung hervorgegangen ist.

Oliver Stone ist kein Esoteriker, und er ist erst recht kein Ästhet. Er will mit seinen Filmen das breite Publikum erreichen, und er bedient sich dazu oft unzimperlicher, bisweilen fragwürdiger Mittel. Olvier Stone ist trotz seiner Affinität für Geschichte auch kein Historiker. Schon sein Kennedy-Film nahm es mit verbürgten historischen Fakten nicht sehr genau, noch weniger aber läßt sich amerikanische Geschichte aus "Nixon" lernen. War die Abweichung von den sogenannten gesicherten Tatsachen bei "John F. Kennedy" noch akzeptabler Anstoß zur Infragestellung offizieller Geschichtsschreibung, so dienen die "dichterisc

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