Filmfest München: Lust aufs Unkonventionelle

Selbstbewusst erhebt das 42. Filmfest München den Anspruch, „Plattform Nr. 1 für das deutsche Filmschaffen“ zu sein. Es präsentiert eine ungewöhnlich hohe Zahl an experimentell angelegten und skurrilen deutschen Premieren. Ehrgeiz verrät auch die wachsende Zahl internationaler Weltpremieren. Ansonsten setzt das Programm aus 164 Filmen auf Bewährtes und zeigt deutsche und andere Highlights von A-Festivals wie Cannes, Venedig und San Sebastián.

Von Marius Nobach

Die 25. Nippon Connection

Ende Mai findet jedes Jahr in Frankfurt am Main das Nippon Connection Filmfestival statt. Vom 27. Mai bis 1. Juni ist in der 25. Ausgabe einmal mehr die Vielfalt des japanischen Filmschaffens zu erleben. Neben Komödien, Samuraifilmen und Monstertrash hat das Festival zum Jubiläum auch viele Sonderaktionen zu bieten.

Von Steffen Buchmann


78. Filmfestival Cannes: Frauen & Männer

Das Festival in Cannes bewegt sich doch. Filme von Frauen oder über Frauen zählen inzwischen zum guten Ton; ein Schwerpunkt des Wettbewerbs lag sogar auf den gewandelten Geschlechterperspektiven. Dazu zählt auch Mascha Schilinskis phänomenales Frauendrama „In die Sonne schauen“, das im weiten Bogen ein ganzes Jahrhundert sich ändernder Verhältnisse aufblättert. Auch wenn die aktuellen Umbrüche der Weltpolitik nur auf Panels oder bei Pressekonferenzen gestreift wurden, lässt der Wandel in Cannes auf Künftiges hoffen.

Von Josef Lederle

78. Filmfestival Cannes: Goldene Palme für „Un simple accident“

Das Filmfestival in Cannes geht politisch zu Ende. Der iranische Regisseur Jafar Panahi gewinnt mit „Un simple accident“ die „Goldene Palme“. Insgesamt bemühte sich die Jury um ausgewogene Preise, darunter auch ein sensationeller Jurypreis für den deutschen Beitrag „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski. Die Ökumenische Jury zeichnete „Jeunes mères“ von Jean-Pierre und Luc Dardenne aus.

Von Josef Lederle

 

Cannes Filmfestival 2025: Geister der Vergangenheit

Nicht nur Gesellschaften, sondern auch jeder Einzelne schleppt seine Vergangenheit mehr oder minder bewusst mit sich herum. Beim Festival in Cannes arbeiten sich auffällig viele Filme an der Last des Gelebten ab, das die Gegenwart grundiert. In Filmen wie „Das Verschwinden des Josef Mengele“ von Kirill Serebrennikov ist das offenkundig; in anderen Filmen wie „Sentimental Value“ von Joachim Trier brauchen die Protagonisten viel Zeit oder Hilfe, um den Geistern der Vergangenheit auf die Spur zu kommen.

Von Josef Lederle


Cannes Filmfestival 2025 (III): Wie in einem Spiegel

Christian Petzold und sein neuer Film „Miroirs No.3“ werden in Cannes gefeiert. Auf der Suche nach größerer erzählerischer Einfachheit versetzt der deutsche Regisseur vier Menschen in ein abgeschiedenes Haus in Brandenburg und schildert ihre wachsende Vertrautheit als Prozess der gegenseitigen seelischen Wunderheilung. Wie dieser Film brechen auch andere der in Cannes gezeigten Werke die Chronologie auf, gehen dabei aber weit exzessiver vor.

Von Josef Lederle

Cannes 25 - Bruchlinien sichtbar machen

Mit der neuen Kleiderordnung kommen die Stars in Cannes noch nicht zurecht. Vor allem der Hang zu Kleiderschleppen erweist sich auf dem Weg zum Palais als echter Stolperstein. Der Wettbewerb hingegen glänzt mit kraftvollen, sehr vielfältigen Beiträgen. Die Premiere von Fatih Akins „Amrum“ wurde mit Beifallsstürmen bedacht, wie das Publikum generell fast enthusiastisch auf die Filme reagiert.

Von Josef Lederle

Cannes 2025 (1): Echte Kinokunst

Das 78. Cannes-Festival ist ungewöhnlich politisch gestartet. Bei der Eröffnungsgala beschwor Robert De Niro das Publikum, sich gegen die Zerstörung der Demokratie zur Wehr zu setzen. Zudem scheint sich das Festival nicht nur oberflächlich, sondern in der Substanz vielfältiger und frauenfreundlicher aufzustellen. Und dann überraschte der Wettbewerb auch noch mit einem echten Highlight: Mascha Schilinskis „In die Sonne schauen“.

Von Josef Lederle

Das Programm des Cannes-Festivals 2025

Endlich sind auch deutsche Filmschaffende wieder in Cannes vertreten. Im Wettbewerb läuft „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski, „Amrum“ von Fatih Akin ist in der Nebenreihe „Cannes Premiere“ zu sehen, und August Diehl spielt Josef Mengele. Doch auch Cannes-Veteranen wie die belgischen Dardenne-Brüder oder Wes Anderson sind in diesem Jahr erneut dabei. Juliette Binoche steht der Jury vor, und zu den wenigen US-amerikanischen Superstars, die man an der Croisette erwartet, zählt einmal mehr Tom Cruise.

Von Jörg Taszman

31. Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg

Das 31. Jüdische Filmfestival Berlin Brandenburg ist 2025 in die Woche um den 8. Mai gelegt worden, an dem sich das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zum 80. Mal jährt. Das in Berlin und Potsdam stattfindende Festival sucht die ganze Bandbreite des aktuellen jüdischen Filmschaffens zu vermitteln, kommt aber allein schon wegen des Kriegsgedenkens nicht um die Historie herum. Dabei widmen sich Filme und Filmgespräche insbesondere der Erinnerungskultur und der Kontinuität von Antisemitismus.

Von Clara Engelien