Die sogenannte Opioid-Krise in den USA wird auf Medikamente des Pharma-Unternehmens Sackler zurückgeführt, für deren fatale Folgen die Firmenfamilie auch gerichtlich zur Verantwortung gezogen wurde. Der Dokumentarfilm von Laura Poitras begleitet die Aktivistengruppe P.A.I.N. (Prescription Addiction Intervention Now), die unter anderem mit Happenings in Museen gegen die Selbstinszenierung der Sacklers als Kunstmäzene protestiert. Gleichzeitig wird die Fotografin und P.A.I.N.-Gründerin Nan Goldin porträtiert, wobei der Film effektvoll Schmerz- und Glanzmomente aus ihrem Leben mit ihrem Kampf gegen die Sackler-Dynastie verzahnt.
Indem der in Venedig mit dem „Goldenen Löwen“ ausgezeichnete Film exemplarisch Solidarität und den Mut zum Aufbegehren schildert, macht er Hoffnung, zumal er auf den Punkt zusteuert, an dem sich die Sackler-Firma Purdue Pharma nicht mehr wegducken kann. Verstörend bleibt gleichwohl die mörderische Profitgier der angeprangerten Superreichen. – Sehenswert ab 16.