Filmgeschichte

Hollywoods liebste Hassfigur - Erich von Stroheim

Als Schauspieler in Schurken-Rollen verdiente er sich den Titel „The man you love to hate“, und auch als Regisseur machte er sich bei den Produzenten mit seinen maßlosen Ansprüchen unbeliebt: Der aus Wien stammende Filmemacher Erich von Stroheim war das „enfant terrible“ im Hollywood der Goldenen Ära. Der Streamingdienst Mubi erinnert im April mit zwei Filmen an ihn: „Foolish Wives“ ist seit 12. April zu sehen; der von ihm begonnene Film „Merry-Go-Round“ folgt am 28. April.

Von Jens Hinrichsen

Filmliteratur: Studie zum Umgang mit NS-Verbotsfilmen nach 1945

In der Studie „Von Kanonen und Spatzen“ zeichnet die Filmwissenschaftlerin Johanne Hoppe den defizitären Umgang der FSK und der Murnau-Stiftung mit NS-Filmen nach und bilanziert die weiter bestehende Notwendigkeit einer bislang ausgebliebenen Aufarbeitung des braunen Filmerbes.

Von Josef Nagel

Die Retterin des Kinos - Lotte Eisner

Sie war eine der prägenden Persönlichkeiten der Filmkultur des 20. Jahrhunderts. Dabei führte Lotte Eisner erst die Vertreibung durch die Nazis zum Kino und zu Henri Langlois, an dessen Seite sie in der Cinémathèque française dem Weimarer Kino ein Nachleben sicherte. Die Dokumentation „Ein Leben für den Film – Lotte Eisner“ (in der arte Mediathek ) erinnert an die hellsichtige Intellektuelle.

Von Patrick Holzapfel

Ken Adam - Vom Erfinden der Wirklichkeit im Film

Der aus Berlin stammende Ken Adam (1921-2016) schrieb mit spektakulären Sets Filmgeschichte und erlangte als einer der wenigen Szenenbildner Starstatus. Anlässlich seines 100. Geburtstags am 5. Februar präsentiert die Deutsche Kinemathek ein spezielles Online-Programm zu seinen Ehren.

Von Ralph Eue

Es geschah in einer Kino-Nacht - Clark Gable

„Dear Mr. Gable, You Made Me Love You“, flötete Judy Garland in „Broadway Melody of 1938“ – und sang vielen Zeitgenossinnen aus dem Herzen: Clark Gable war in den 1930er-Jahren der „King of Hollywood“, gipfelnd in seiner Verkörperung des Rhett Butler in „Vom Winde verweht“. Der Machismo der Glücksritter, die er immer wieder verkörperte, fällt aus heutiger Sicht zwar oft in die Kategorie „toxische Männlichkeit“; die ironische Lässigkeit und das Charisma des Stars sind indes noch immer reizvoll.

Von Jens Hinrichsen

Die Zärtlichkeit der Wölfe: Patricia Highsmith und das Kino

In der Literaturkritik musste Krimi-Autorin Patricia Highsmith (1921-1995) lange um ihren verdienten Status ringen; das Kino hingegen schätzte ihren präzisen Stil und ihre ungewöhnlichen Szenarien, sodass sich beginnend mit Alfred Hitchcocks „Der Fremde im Zug“ (1951) eine spannende „Liebesgeschichte“ zwischen dem Medium Film und dem Highsmith-Universum entspann. Eine Hommage zum 100. Geburtstag der Autorin am 19. Januar 2021.

Von Ulrich Kriest

Die Geschichte des italienischen Films

Eine umfassende deutschsprachige Geschichte des italienischen Films mit seinen bedeutenden Beiträgen zur Weltkinematographie fehlte bislang. Irmbert Schenk präsentiert nun eine erste substanzielle Darstellung der 125-jährigen italienischen Kinematografie von der Stummfilmzeit bis zur Gegenwart.

Von Josef Nagel

Subversion auf böhmisch - Vlastimil Brodský

Die Titelrolle in „Jakob der Lügner“ (1975) machte den tschechischen Schauspieler Vlastimil Brodský weltberühmt. Seine Kunst, mit spitzbübischem Lächeln oder grotesken Gesten gegen die Verhältnisse zu protestieren, grundierte nicht nur sein Schaffen, sondern auch seine Haltung gegenüber jedweder Autorität. Am 15. Dezember wäre Brodský 100 Jahre alt geworden.

Von Ralf Schenk

Blumen aus dem Paradies: Jean-Luc Godard zum 90. Geburtstag

Am 3. Dezember wird Jean-Luc Godard 90 Jahre alt. Godard hat das moderne Kino mitentworfen wie kaum ein anderer Filmemacher. Gerade auch, weil er früh seine Skepsis gegenüber der Faszination der Leinwand formulierte und diese in seinen Arbeiten aufscheinen ließ. Seine Filme sind Ausdruck seines Leidens an der Welt, spiegeln gleichzeitig aber auch Godards glückliche Beziehung zum Kino wider, die beide seit über 60 Jahren miteinander führen.

Von Wilfried Reichart

Subversiv, komisch, melancholisch: Zum 100. Geburtstag von Rudolf Hrušínský

Der tschechische Schauspieler Rudolf Hrušínský (1920-1994) war in seiner Heimat über Jahrzehnte einer der meistgeliebten Stars. In leisen Arbeiten wie auch in populären Auftritten wie als Soldat Schwejk wurde er für seine feinsinnige Charakterisierungskunst geschätzt, die berühmte subversive Parabel „Der Leichenverbrenner“ war nur einer der Filme, die er zum Meisterwerk machte. Eine Erinnerung zum 100. Geburtstag am 17.10.2020.

Von Ralf Schenk