Filmgeschichte

Jennifer Jones zum 100. Geburtstag

Leben und Karriere der amerikanischen Darstellerin Jennifer Jones (1919-2009) künden wie bei kaum einem anderen Filmstar vom System der Fremdbestimmung im klassischen Hollywood. Als Entdeckung des Produzenten David O. Selznick war sie dazu verdammt, in Filmen sein Ideal eines perfekten Mädchens zu verkörpern. Ihr Potenzial kam dabei viel zu selten zur Geltung. Eine Erinnerung an die Schauspielerin, die am 2. März 100 Jahre alt geworden wäre.

Von Patrick Holzapfel

Jacques Rivette: Vom Finden des verlorenen Kinos

Für den französischen Filmemacher Jacques Rivette (1928-2016) waren die theoretische Beschäftigung mit dem Kino und die Inszenierung von Filmen untrennbar miteinander verbunden. In Frankreich sind nun erstmals alle seine Kino-Texte in einem Sammelband erschienen.

Von Patrick Holzapfel

Im Porträt: Regisseur Joe May

Die Werke des österreichischen Regisseurs Joe May (1880-1954) sind zu Unrecht weit weniger bekannt als die von Zeitgenossen wie Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau oder Ernst Lubitsch. May prägte zuerst den Stummfilm mit Großproduktionen, aufwändigen Serials und einfallsreich inszenierten Dramen, bevor er sich im Tonfilm als versierter Komödienregisseur erwies und nach der Emigration in die USA in den B-Film-Bereich geriet. Im November bot der filmwissenschaftliche CINEGRAPH-Kongress in Hamburg eine Gelegenheit, sich neu mit Joe Mays Filmen auseinanderzusetzen.

Unsterbliche Verführerin: Rita Hayworth

Ihr angedeuteter Striptease im Noir-Klassiker „Gilda“(1946), wenn sie lasziv einen Handschuh abstreift, gehört zu den mythischen Szenen der amerikanischen Filmgeschichte. Am 17. Oktober 2018 wäre die Schauspielerin Rita Hayworth 100 Jahre alt geworden. Ein Rückblick auf ihre Karriere.

Der Geiger von Florenz

In einer restaurierten Fassung mit neuer Filmmusik bei arte und in der arte Mediathek: Ein deutsches Stummfilm-Highlight von Paul Czinner mit Elisabeth Bergner in einer faszinierenden "Hosenrolle".

Ein Outsider im System

Am 9. August 1918 wurde der spätere US-Regisseur Robert Aldrich geboren, der sich zeitlebens im Kampf mit den Beschränkungen und Eingriffen des Studiosystems befand. Als unabhängiger Geist stellte er häufig Außenseiterfiguren, die sich brutalen Systemen widersetzen, ins Zentrum seiner Western, Kriminal- und Kriegsfilme. Anerkennung fand er dafür vor allem in Frankreich, wo ihn die Filmkritiker zu den Meistern des Hollywood-Kinos zählten. Eine Würdigung zum 100. Geburtstag.

Von Michael Hanisch

Der Regisseur Leo McCarey

Sentimentalität und Humor, Drama und Komödie waren die Pole, zwischen denen sich die Karriere des Hollywood-Regisseurs Leo McCarey (1896-1969) bewegte. Er setzte u.a. die Komödien-Kolosse Laurel und Hardy in Szene und verhalf Stars wie Mae West, Cary Grant und Irene Dunne in mal heiteren, mal ernsten Romanzen zum Strahlen. Das Filmfestival in Locarno richtet ab 1. August eine Retrospektive mit seinen Werken aus.

Von Michael Ranze

Sanfte Bestie Mensch

Es braucht kein Jubiläum, um an Peter Lorre (1904-1964) zu erinnern. Als Kindermörder in Fritz Langs „M“ (1931) wurde der Schauspieler zur Kinolegende. Das Deutsche Historische Museum in Berlin präsentiert bis zum 30. September knapp die Hälfte der rund 80 Kinofilme, in denen der 1933 emigrierte Lorre mitgespielt hat. Außerdem ist seine lange zu Unrecht vergessene Regiearbeit „Der Verlorene“ (1951) zu sehen. Eine Hommage an einen Unvergesslichen des Weltkinos.

Von Jens Hinrichsen

Anna May Wong

Ihre Leinwandpräsenz war immer größer als das Exoten-Stereotyp: Die 1905 geborene US-Schauspielerin war der erste Hollywoodstar mit asiatischen Wurzeln. Obwohl ihre Rollen immer wieder exotistische Projektionen spiegelten und von rassistischen Klischees geprägt waren, faszinieren ihre Auftritte auch heute noch.

Eisenstein revisited