Nachrufe

Zum Tode von Diana Rigg

Berühmt wurde Diana Rigg (20.7.1938-10.9.2020) in den 1960er-Jahren als selbstbewusste Agentin in der Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“, doch die Ambitionen der britischen Darstellerin gingen über die einer Stilikone weit hinaus. Auf der Leinwand, im Fernsehen und insbesondere im Theater schätzte sie vor allem abgründige Rollen, bei denen ihre Attraktivität und ihr leicht ironischer Ausdruck in die Irre führen und Boshaftigkeit, Sarkasmus, aber auch Verlorenheit verraten konnten.

Ein Nachruf von Marius Nobach

Erinnerungen an Birol Ünel

Der deutsch-türkische Schauspieler Birol Ünel war eine Naturgewalt, die sich nicht um die Gepflogenheiten der Filmbranche scherte. Für ihn waren die Unterschiede zwischen Fiktion und Leben eher fließend, doch sobald die Kamera lief, verblassten die anderen neben ihm. Er zeigte sich, nackt und ungeschützt, so intensiv wie wenige andere. Am 3. September 2020 ist der zornige Rebell, der rau und sanft zugleich sein konnte, nach einer schweren Krankheit gestorben.

Von Ulrich Kriest

Zum Tod von Jiří Menzel

Der tschechische Regisseur und Schauspieler Jiři Menzel fabulierte in seinen Filmen oft über den „kleinen Mann“ im Strudel der Zeitläufte oder als Spielball der Politik. Seine Haltung zum Leben verband Menzel mit dem Dichter Bohumil Hrabal, dessen Erzählungen und Roman er bevorzugt für die Leinwand adaptierte. Mit Witz, großer Lebenslust und der Kunst, auf dem schmalen Grat zwischen Lachen und Weinen zu balancieren, bot er den Widrigkeiten des Daseins zeitlebens die Stirn.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Zum Tod von Erika Richter

Die Dramaturgin und Filmkritikern Erika Richter war für die Filmentwicklung im deutschen Osten, aber auch für die filmhistorische Erinnerungsarbeit eine Institution. In ihren Jahren bei der DEFA bestärkte sie junge Filmschaffende und förderte Filme von Frauen; als unermüdlicher Motor hielt sie die Zeitschrift „Film und Fernsehen“ nach der Wende ein Jahrzehnt lang am Leben. Jetzt ist sie im Alter von 82 Jahren gestorben.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Wakanda Forever! - Nachruf auf Chadwick Boseman

Mit nur 43 Jahren ist der afroamerikanische Schauspieler Chadwick Boseman am 28. August 2020 einem Krebsleiden erlegen. Weltweit bekannt wurde er durch seine Rolle als „Black Panther“ im gleichnamigen Superhelden-Film, der ihn zu einer Ikone des schwarzen Selbstbewusstseins machte. Wie seine fiktive Figur T'Challa strahle auch Chadwick Boseman eine innere Noblesse aus, die ihn zum Vorbild adelte. Ein Nachruf.

Von Felicitas Kleiner

Freiheit im Mainstream: Alan Parker

Der Regisseur Alan Parker repräsentierte das britische Kino in all seinen Facetten. Er orientierte sich am großen Publikum, forderte aber auch bei Hollywood-Produktionen kreative Freiheiten ein. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Musikfilme wie „Fame“, aber auch zeitlose Dramen wie „Birdy“. In seinen letzten Jahren widmete er sich vermehrt der Malerei.

Von Josef Nagel

Zum Tode von Tilo Prückner

Der Schauspieler Tilo Prückner (26.10.1940-2.7.2020) war einer der umtriebigsten deutschen Darsteller, der in den 1970er-Jahren mit Rollen als schmächtiger Außenseiter und Sonderling von Filmemachern des Jungen deutschen Films umworben wurde. Später glänzte er auch in zahlreichen Serienrollen und war bis ins Seniorenalter mit kleinen denkwürdigen Auftritten in Kino und Fernsehen präsent. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Morricone Forever

Die Filmmusiken des 1928 geborenen italienische Komponisten Ennio Morricone haben sich unauslöschlich ins innere Ohr der Zuschauer eingebrannt. Egal ob Italowestern, Gangsterfilme, Historiendramen oder Gialli – Morricone kannte zeitlebens keine Scheu vor irgendeiner Spielart des Kinos, für das er Klassik und Avantgarde-Musik mit ureigener Experimentierfreude zusammenbrachte. Ein Nachruf auf einen Unsterblichen.

Von Jörg Gerle

Instinkt fürs Verrückte: Carl Reiner

Als Autor, Schauspieler und Regisseur war Carl Reiner eine der kreativsten Kräfte der US-Komik-Branche: Im Fernsehen leistete er Pionierarbeit in der Entwicklung von Sketch-Sendungen und Sitcoms, in Filmen, Büchern und Theaterstücken reflektierte er über das eigene Metier. Im Kino spielte er überwiegend kleine Rollen, bewies sich aber als vielseitiger Regisseur, der Gegenwartssatire ebenso meisterte wie die clevere Film-noir-Parodie „Tote tragen keine Karos“. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Zum Tod von Joel Schumacher

Der Hollywood-Regisseur Joel Schumacher (29.8.1939-22.6.2020) bewegte sich innerhalb des Studiosystems in etlichen Genres, inszenierte „Batman“-Blockbuster und starbesetzte Thriller, zeigte bei kleineren Projekten aber auch immer wieder höhere Ambitionen.

Von Marius Nobach