Der Schöne & das Biest
Am 23. November ist der Schauspieler Udo Kier im Alter von 81 Jahren gestorben. Den 1944 in Köln-Mülheim geborenen Weltstar mit den hypnotischen blauen Augen zog es früh über die Grenzen seiner Heimat hinaus und in die abseitigeren Ecken des internationalen Kinos, wobei seine Erkundungen der dunklen Seiten des Menschseins oft auch eine Auseinandersetzung mit den verdrängten Seiten des Deutschseins waren.
Von Daniel Moersener
Zum Tod von Tatsuya Nakadai
Vor allem seine Rollen für Akira Kurosawa haben den japanischen Schauspieler Tatsuya Nakadai weltbekannt gemacht, vom schusswaffenverliebten Jungspund in „Yojimbo“ bis zum greisen Fürsten in „Ran“. Der Darsteller hatte seinen Durchbruch mit dem dreiteiligen Antikriegsfilm „Barfuß durch die Hölle“ und bewährte sich in Samurai-Filmen, Genreparodien und ernsten Gesellschaftsdramen. Gemeinsam war all seinen klassischen Rollen die Betonung seiner beredten Augen. Am 8. November 2025 ist er im Alter von 92 Jahren gestorben.
Von Karsten Munt
Melody-Maker: Nachruf auf Klaus Doldinger
Dem deutschen Komponisten Klaus Doldinger gelang es in seiner Karriere immer wieder, Filme und Fernsehserien mit Melodien zu bereichern, die man einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Neben dem „Tatort“-Thema und den Titelmusiken zahlreicher weiterer Serien und Shows schrieb er insbesondere mit seinen dunklen Synthesizer-Klängen für „Das Boot“ Geschichte. Am 16. Oktober 2025 ist der gelernte Tonmeister, dessen Leidenschaft Jazz und Fusion Rock galt, im Alter von 89 Jahren gestorben.
Von Jörg Gerle
Schlagfertig und präsent - Diane Keaton
Mit intellektueller Eleganz und Witz präsentierte sich die US-Schauspielerin Diane Keaton im Kino der 1970er-Jahre und bewährte sich als selbstbewusste Partnerin der Stadtneurotiker-Figuren von Woody Allen wie auch in der Mafia-Männerwelt von „Der Pate“. Als Stilikone belebte sie in den folgenden Jahrzehnten weiterhin Komödien wie Dramen und führte mehrfach auch selbst Regie. Am 11.10.2025 ist sie im Alter von 79 Jahren gestorben.
Von Josef Schnelle
Keine Angst vor Subjektivem: Georg Stefan Troller
Am 27. September 2025 ist Georg Stefan Troller im Alter von 103 Jahren gestorben. Der aus Wien gebürtige Journalist und Filmemacher hat die Kunst des dokumentarischen Porträts mit seinen Arbeiten fürs Fernsehen seit den 1960er-Jahren geprägt und einen unverwechselbaren Stil erschaffen. Sein subjektiver Blickwinkel wurde ebenso zum Markenzeichen wie seine filmischen Experimente. Doch auch seine Erfahrungen als Heimatloser flossen immer wieder mit ein.
Von Christian Hißnauer
Mit Worten und Bildern - Hartmut Bitomsky
Hartmut Bitomsky war nicht nur Filmemacher und Schriftsteller, sondern ein Lehrer in vielerlei Hinsicht. Er unterrichtete Studenten, sensibilisierte für einen umfassenden Blick auf die Wirklichkeit und entdeckte noch im scheinbar Banalsten das Große und Großartige. Am 24. September ist er im Alter von 83 Jahren gestorben. Seine Bücher und Filme laden weiter dazu ein, im vermeintlich Bekannten das Neue und Unverfügte aufzufinden.
Von Dietrich Leder
Der gute Amerikaner - Robert Redford
Im US-Kino war Robert Redford eine einzigartige Persönlichkeit: Ein Star, bei dem blendendes Aussehen mit Zurückhaltung und Intelligenz zusammenfiel, sodass er sowohl zum Gesicht des „New Hollywood“-Kinos wie zum Publikumsschwarm werden konnte. Hinzu kamen ambitionierte Regiearbeiten und der Einsatz für den Independent-Film, etwa durch die Gründung des Sundance-Filmfestivals. Stets erschien er auf wie jenseits der Leinwand als liberaler Geist, zu dem man grenzenloses Vertrauen haben durfte.
Von Hanns-Georg Rodek
Nachruf auf Michael Hanisch
Über Filme zu schreiben war nicht das erste Berufsziel von Michael Hanisch; es entwickelte sich dann aber parallel zu seiner Tätigkeit als Leiter des Filmarchivkinos „Camera“, das er nach seinem Studium an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg übernahm. Mit feinem Humor und scharfem Blick veröffentlichte er in der DDR eine stolze Anzahl an Filmbüchern und fand nach der Wende auch zum Filmdienst, in dem er über 200 Artikel publizierte. Am 17. Juni 2025 ist Michael Hanisch im Alter von 85 Jahren gestorben.
Von Wolfgang Hamdorf
Sein Name ist Caroff – Joe Caroff
Den Namen von Joseph „Joe“ Caroff kennen wohl nur wenige, seine Logos und Filmplakate gehören indes zu den bekanntesten Designs der Filmgeschichte. Nicht zuletzt sein Logo fürs „James Bond“-Franchise, der mit einer stilisierten Walther PPK verschmelzende 007-Schriftzug, ist ein Klassiker. Caroff, der über hundert Jahre alt wurde und im August 2025 verstorben ist, hat das visuelle Filmmarketing über Jahrzehnte mitgeprägt.
Von Karsten Essen
Maler des Lichts - Eduardo Serra
Der portugiesische Kameramann Eduardo Serra war ein Bildgestalter, der seine Arbeit als Fortführung der Malerei verstand und insbesondere für seine Arbeit mit Licht und Farben bewundert wurde. Vor allem französische Filmemacher wie Claude Chabrol und Patrice Leconte vertrauten auf die Dienste von Serra, aber auch der Vermeer-Film „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ (2003) und Hollywood-Produktionen bis zu „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes“ (2010/11) griffen auf den Bildschöpfer zurück. Am 19.8.2025 ist Serra im Alter von 81 Jahren gestorben.
Von Josef Nagel