Nachrufe

In memoriam… 2019

Ein Jahr endet, ein neues beginnt. Das ist Anlass für vielerlei Rückblicke, auch für Erinnerungen an Filmschaffende, die 2019 verstorben sind. Zu ihnen zählen nicht nur Bruno Ganz, Agnès Varda, Edith Scob, Hannelore Elsner oder Peter Fonda, sondern auch Mungau Dain von dem Südseestaat Vanuatu (Bild) und viele viele andere.

Von Marius Nobach

Tanzen, singen, sich bewegen, weinen

Die Dänin Anna Karina (22.9.1940-14.12.2019) wurde Ende der 1950er-Jahre von Jean-Luc Godard entdeckt und spielte in sieben seiner Filme die Hauptrolle. Damit und mit Jacques Rivettes „Die Nonne“ wurde sie zu einer der bekanntesten Interpretinnen der Nouvelle Vague, später drehte sie unter anderem mit Schlöndorff und Fassbinder. Wir erinnern an die verstorbene Darstellerin mit einem 2012 im FILMDIENST erschienenen Artikel über den Zauber von Anna Karina.

Von Wilfried Reichart

Nachruf auf Vojtěch Jasný

Der tschechoslowakische Regisseur Vojtěch Jasný (30.11.1925 – 16.11.2019) war einer der Begründer der Neuen Welle. Mit satirischen Lustspielen und Parabeln hielt er der sozialistischen Gesellschaft den Spiegel vor. 1972 flüchtete er nach Österreich ins Exil, arbeitete aber auch in Deutschland, den USA und Kanada.

Von Ralf Schenk

Zum Tode von Robert Forster

Als Meister des klugen Minimalismus war der 1941 geborene Schauspieler ein gefragter Charakterkopf Hollywoods. Nachdem er bereits in den späten 1960ern reüssiert hatte, verhalf ihm nach einem Karrieretief Quentin Tarantino mit „Jackie Brown“ zu einem Comeback. Sein letzter Auftritt im „Breaking Bad“-Sequel „El Camino“ ist am 11.10. bei Netflix gestartet – dem Tag, an dem der Mime im Alter von 78 Jahren verstorben ist.

Von Marius Nobach

Günter Kunert (6.3.1929-21.9.2019)

Der Lyriker und Schriftsteller Günter Kunert war auch ein streitbarer Drehbuchautor, der mit satirischen Beiträgen zur Kurzfilmreihe „Das Stacheltier“ begann, Krimis, Fernseh- und Kinofilme als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse nutzte und auch Freude an experimentellen Zugriffen entwickelte.

Von Ralf Schenk

Zum Tod von Tom Zickler

Mit der neuen Produktionsfirma Traumfabrik Babelsberg wollte der Produzent Tom Zickler (1.5.1964-2.9.2019) an Ufa- und Defa-Zeiten anknüpfen, mit schnell gedrehten Liebes- und Gangsterfilmen, Musicals und Science-Fiction. Jetzt ist er im Alter von 55 Jahren überraschend gestorben.

Von Ralf Schenk

Nachruf auf Gero Gandert

Der Filmhistoriker Gero Gandert (13.6.1929-29.8.2019) hat sich wie kein anderer um die Erschließung der Geschichte des Weimarer Kinos wie auch des deutschen Filmexils verdient gemacht. Werner Sudendorf erinnert an seinen langjährigen Kollegen an der Deutschen Kinemathek, mit dem er unter anderem den Nachlass von Marlene Dietrich erworben hat.

Der wilde Engel

Mit "Easy Rider" (1969) löste sich Peter Fonda aus dem Schatten seines berühmten Vaters Henry Fonda und wurde seinerseits zur Ikone des "New Hollywood". Der Schauspieler, der auch einige eigene Regiearbeiten ablieferte, war zugleich Seismograph und melancholischer Chronist der Hippiebewegung. Am 16. August 2019 ist er verstorben.

Von Rüdiger Suchsland

Zum Tode von Jean-Pierre Mocky (6.7.1933-8.8.2019)

Der französische Regisseur Jean-Pierre Mocky drehte rund 60 Filme in ebenso vielen Jahren und machte in seinen bissigen Satiren und makabren Farcen vor keinem Tabu und keiner gesellschaftlichen Institution Halt. Trotz großer Flops und mancher durchwachsener Werke bewährte sich Mocky als einzigartige Stimme im französischen Kino, die kompromisslos mit den Mitteln der Komik gegen Korruption, Heuchelei und Selbstgerechtigkeit ins Feld zog. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

In memoriam D.A. Pennebaker

Am 1. August ist Donn Alan Pennebaker im Alter von 94 Jahren gestorben. In den 1960ern war er einer der wesentlichen Impulsgeber des direct cinema. Nicht zuletzt prägten seine Musiker-Porträts das Genre der „Rockumentary“ wesentlich mit. Der Einfluss Pennebakers, der 2013 mit einem „Oscar“ für sein Lebenswerk geehrt wurde, machte sich auch im bundesdeutschen Kino bemerkbar.