Nachrufe

Zum Tode von Robert Forster

Als Meister des klugen Minimalismus war der 1941 geborene Schauspieler ein gefragter Charakterkopf Hollywoods. Nachdem er bereits in den späten 1960ern reüssiert hatte, verhalf ihm nach einem Karrieretief Quentin Tarantino mit „Jackie Brown“ zu einem Comeback. Sein letzter Auftritt im „Breaking Bad“-Sequel „El Camino“ ist am 11.10. bei Netflix gestartet – dem Tag, an dem der Mime im Alter von 78 Jahren verstorben ist.

Von Marius Nobach

Günter Kunert (6.3.1929-21.9.2019)

Der Lyriker und Schriftsteller Günter Kunert war auch ein streitbarer Drehbuchautor, der mit satirischen Beiträgen zur Kurzfilmreihe „Das Stacheltier“ begann, Krimis, Fernseh- und Kinofilme als Spiegel gesellschaftlicher Verhältnisse nutzte und auch Freude an experimentellen Zugriffen entwickelte.

Von Ralf Schenk

Der wilde Engel

Mit "Easy Rider" (1969) löste sich Peter Fonda aus dem Schatten seines berühmten Vaters Henry Fonda und wurde seinerseits zur Ikone des "New Hollywood". Der Schauspieler, der auch einige eigene Regiearbeiten ablieferte, war zugleich Seismograph und melancholischer Chronist der Hippiebewegung. Am 16. August 2019 ist er verstorben.

Von Rüdiger Suchsland

Zum Tode von Jean-Pierre Mocky (6.7.1933-8.8.2019)

Der französische Regisseur Jean-Pierre Mocky drehte rund 60 Filme in ebenso vielen Jahren und machte in seinen bissigen Satiren und makabren Farcen vor keinem Tabu und keiner gesellschaftlichen Institution Halt. Trotz großer Flops und mancher durchwachsener Werke bewährte sich Mocky als einzigartige Stimme im französischen Kino, die kompromisslos mit den Mitteln der Komik gegen Korruption, Heuchelei und Selbstgerechtigkeit ins Feld zog. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

In memoriam D.A. Pennebaker

Am 1. August ist Donn Alan Pennebaker im Alter von 94 Jahren gestorben. In den 1960ern war er einer der wesentlichen Impulsgeber des direct cinema. Nicht zuletzt prägten seine Musiker-Porträts das Genre der „Rockumentary“ wesentlich mit. Der Einfluss Pennebakers, der 2013 mit einem „Oscar“ für sein Lebenswerk geehrt wurde, machte sich auch im bundesdeutschen Kino bemerkbar.

Zum Tod von Artur Brauner

"Mich gibt's nur einmal", heißt die Autobiografie des deutschen Filmproduzenten Artur Brauner (1.8.1918-7.7.2019), der im Alter von fast 101 Jahren gestorben ist. Mit unermüdlichem Erfindungsreichtum stieg der ältestes Sohn eines jüdischen Holzhändlers aus Lodz nach dem Krieg zu einem der erfolgreichsten europäischen Filmproduzenten auf. An sein Leben und seine Filme erinnert Josef Nagel.

Ein umstrittener Meister

Shakespeare und die großen Opern des 19. Jahrhunderts waren der Stoff, aus dem die künstlerische Welt des italienischen Regisseurs Franco Zeffirelli erwuchs. Der Streit, den seine Werke oft auslösten, entzündete sich meist an der Kollision von Oper und Kino. Seine konservativen Positionen, auch als Abgeordneter für Berlusconis „Forza Italia“, sorgten ebenfalls für Aufregung. Doch 2017 widmete ihm Florenz ein Kulturzentrum, in dem sein Archiv für die Nachwelt erschlossen wird.

Von Stephan Ahrens

Jazzgesang und Bettgeflüster: Ein Nachruf auf Doris Day

Sie sang für Alfred Hitchock den „Oscar“-prämierten Song „Que sera, sera“ in „Der Mann, der zuviel wusste“ und war im Duo mit Rock Hudson in den frühen 1960ern eine der erfolgreichsten Komödiantinnen Hollywoods: Doris Day, leider viel zu oft reduziert aufs Image der patenten, sangesfreudigen Sauberfrau, ist im 13.5. im Alter von 97 Jahren verstorben.

Ein Nachruf von Jens Hinrichsen

Zum Tode von Jean-Pierre Marielle

Melancholische Großbürger, zerrissene Charaktere und Exzentriker waren die Spezialität des französischen Schauspielers Jean-Pierre Marielle. Seine distinguierten Figuren strahlten auch im Scheitern noch Würde aus. In Filmen unter anderem von Alain Corneau, Bertrand Tavernier und Jean-Pierre Jeunet bewies er ein Nuancenreichtum, das ihn zum vielgefragten Haupt- und Nebendarsteller im französischen Kino machte.

Ein Nachruf von Marius Nobach

„Lang lebe die Königin“

Die Schauspielerin Hannelore Elsner (1942-2019) war eine der wenigen Diven des deutschen Kinos. Von ihren Anfängen im Unterhaltungsfilm der 1960er-Jahre über dankbare Auftritte bei Edgar Reitz und István Szabó bis zu Fernseherfolgen und einer fulminanten Alterskarriere drückte die Darstellerin ihren Rollen einen besonderen Stempel auf.

Ein Nachruf von Josef Schnelle