Nachrufe

Heinz Brinkmann (24.6.1948-4.4.2019)

Der Dokumentarfilmer Heinz Brinkmann war ein aufmerksamer, poetisch-humorvoller Beobachter des Alltags und griff in seinen Filmen oft gesellschaftliche Einschnitte und Umbrüche auf. Neben Werken über die ostdeutsche Wendezeit wurde er so auch zum subtilen Chronisten der Veränderungen auf seiner Heimatinsel Usedom.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Agnès Varda (30.5.1928-29.3.2019)

Die französische Filmemacherin Agnès Varda (1928-2019) stand der Nouvelle Vague nahe, ließ sich mit ihren eigenwilligen Werken zwischen Fiktion und Dokumentarischem und ihrer Arbeit als Fotokünstlerin aber keiner Schule zuordnen. Bis ins hohe Alter bewahrte sie sich jedoch einen neugierigen und vorurteilsfreien Blick. Ein Nachruf auf die Regisseurin.

Von Wilfried Reichart

Albert Finney (9.5.1936-7.2.2019)

Der britische Schauspieler Albert Finney entwickelte auf der Leinwand eine immense Präsenz, mit der er von den Anfängen im Free Cinema bis zu Altersrollen in Blockbustern zahlreiche denkwürdige Auftritte gestaltete. Filme von John Huston und Sidney Lumet bis zu Steven Soderbergh und Tim Burton bezogen Kraft aus seinen wuchtigen, oft heißblütigen Charakteren.

Ein Nachruf von Thomas Brandlmeier.

Nachruf auf Václav Vorlícek

Der große tschechische Märchenfilmer, dessen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ Jahr für Jahr die Weihnachtstage versüßt, ist tot. In Erinnerung bleibt Václav Vorlícek aber nicht nur mit seinen charmanten Kinderfilmen, sondern auch mit skurrilen Komödien für Erwachsene, die mit leisem Spott den Alltag für Possen und Satiren plünderten.

Von Ralf Schenk

Zum Tode von Dušan Makavejev (13.10.1932-25.1.2019)

Der serbische Regisseur Dušan Makavejev ließ sich nicht ins sozialistische System Jugoslawiens einspannen und eckte in den 1960er- und 1970er-Jahren mit spöttisch-subversiven Werken regelmäßig an. Auch nach seiner Emigration blieb er ein kritischer Geist, der die Konsumgesellschaft gleichermaßen aufs Korn nahm wie zuvor hehre revolutionäre Ideale.

Ein Nachruf von Bernd Buder

Zum Tode von Jonas Mekas (24.12.1922-23.01.2019)

Der litauisch-amerikanische Filmemacher Jonas Mekas etablierte mit dem New American Cinema ein radikales und zugleich poetisches Avantgarde-Kino. Nun ist er im Alter von 96 Jahren in New York gestorben. Ein Nachruf auf den „Godfather“ des amerikanischen Underground-Films, der in seinen Werken die Poesie des Alltäglichen beschrieb.

Von Wilfried Reichart

Hans-Günther Pflaum (1941-19.12.2018)

Der Filmkritiker Hans-Günther Pflaum (1941-2018) war ein vehementer Vermittler und Förderer der Filmkunst, der sich insbesondere dem Autorenfilm nahe fühlte. Das Kino liebte er insbesondere als Fenster zur Welt. Ein Nachruf auf den Filmkritiker, der von 1973 bis 1976 auch leitender Redakteur der Zeitschrift „film-dienst“ war.

Von Rainer Gansera

In memoriam Waltraut Pathenheimer

Die Filmfotografin machte mit ihren hohen Ansprüchen aus den Standfotos zu DEFA-Filmen eine eigene Kunst. Als Begleiterin fast der gesamten DDR-Filmgeschichte prägten ihre Aufnahmen die Rezeption etlicher herausragender Werke und erwarben selbst Klassikerstatus. Ein Nachruf auf die verstorbene Foto-Künstlerin.

Von Ralf Schenk

Bernardo Bertolucci (1941-2018)

Der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci begann in den 1960er-Jahren als Verfechter eines politischen Kinos, geprägt von Pasolini und der Nouvelle Vague, der filmische und moralische Grenzen überschritt. Auch später blieb er ein versierter Bildgestalter, verband aber zusehends große Ideen auch mit großen filmischen Gesten. Ein Nachruf auf den mit 77 Jahren verstorbenen Filmemacher.

Von Patrick Holzapfel

Zum Tode von Nicolas Roeg (1928-2018)

Der britische Regisseur Nicolas Roeg (15.8.1928-23.11.2018) war ein wahrer Außenseiter im Filmgeschäft. Mit stilistischer Perfektion und elliptischen Bildfolgen verstand er es meisterhaft, in seinen Werken eine verstörende Atmosphäre aufzubauen. Dabei ging es ihm selbst nur darum, Einblicke in das Chaos des Lebens zu geben, wie er es verstand. Ein Nachruf auf einen unbequemen Filmemacher.

Von Marius Nobach