Filmklassiker

Filmklassiker: Frederick Wisemans „High School“-Filme

Als Bildungsstätten für Kinder und Jugendliche sind Schulen die Keimzellen ihrer Gesellschaften. Auch deshalb hat sich der US-Dokumentarist Frederick Wiseman immer für sie interessiert. Unter seinen legendären Institutionen-Porträts finden sich auch zwei Filme über US-amerikanische High Schools, entstanden 1968 und 1994. Trotz ihrer methodischen Verwandtschaft sind es aber zwei sehr unterschiedliche Filme, schon allein wegen der Zeithintergründe, die in sie hineinwirken. Eine Wiederbegegnung im Rahmen der Frederick-Wiseman-Retro im Kino Arsenal in Berlin.

Von Lukas Foerster

Filmklassiker: "Eine ganz normale Familie"

„Alles ist an seinem richtigen Platz… Außer der Vergangenheit“ war der Slogan, unter dem Robert Redford 1980 sein Regiedebüt „Eine ganz normale Familie“ in die Kinos brachte. Die heile Kleinfamilie erweist sich in dem Drama als Trugbild, das nach dem Tod eines Sohnes nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Schmerz und unausgesprochene Gefühlskonflikte drohen den überlebenden Bruder und seine Eltern ebenso zu entzweien wie das Ehepaar untereinander. Seit dem 14. April ist der Film, der vier „Oscars“ gewann, erstmals in Deutschland auf Blu-ray erhältlich.

Von Erika Haala

Filmklassiker: Das eigensinnige Mädchen

Die norwegische Schauspielerin Liv Ullmann wird bei der Verleihung der 94. Academy Awards mit einem Ehren-„Oscar“ für ihr Lebenswerk geehrt. Passend dazu zeigt die arte-Mediathek derzeit ihr schauspielerisches Kino-Debüt aus dem Jahr 1959, eine Arbeit der norwegischen Filmpionierin Edith Carlmar. Ein Film, der damals mit seiner Freizügigkeit und als Porträt einer jungen Frau provozierte, die unverblümt auf Konventionen pfeift.

Filmklassiker: Der Nachtportier

In den 1970er-Jahren sorgte die Italienerin Liliana Cavani mit ihrem Film „Der Nachtportier“ für einen Skandal. Eine Holocaust-Überlebende begegnet darin einem früheren SS-Mann wieder und beginnt mit ihm ein sadomasochistisches Liebesverhältnis. Eine neue Veröffentlichung auf DVD/Blu-ray hebt die damaligen Vorwürfe gegen den Film nicht auf, lässt aber dessen künstlerische Qualitäten und sein subversives Potenzial besser erkennt und glänzt nicht zuletzt durch sachkundiges Bonusmaterial.

Von Claus Löser

Filmklassiker: La Strada – Das Lied der Straße

Federico Fellinis erster Welterfolg „La Strada“ spaltete bei seiner Uraufführung 1954 die italienische Filmkritik, weil viele darin einen Verrat an den Idealen des Neorealismus sehen wollten. Für die internationale Auswertung wurde der ursprünglich 115 Minuten lange Film stark gekürzt; arte zeigt am Montag, 21. März, jetzt eine rekonstruierte Fassung mit 108 Minuten.

Von Josef Nagel

Filmklassiker: Die Stunde, wenn Dracula kommt

Mit „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ nahm 1960 die Karriere des italienischen Filmemachers Mario Bava Fahrt auf, der in den 1960er-Jahren und 1970er-Jahren zur prägenden Figur des italienischen Horror- und Giallo-Kinos werden sollte. MUBI widmet ihm am 7. März eine kleine Hommage, in der auch „Die Stunde, wenn Dracula kommt“ nicht fehlt.

Filmklassiker: Hidden Agenda - Geheimprotokoll

1990 gewann Ken Loach in Cannes den Preis der Jury für den Polit- und Verschwörungsthriller „Hidden Agenda – Geheimprotokoll“, der seinerzeit in Großbritannien für große Aufregung sorgte, weil der Film die verbrecherischen Methoden der Polizei im Kampf gegen die IRA offenlegte. Der Film beruht lose auf dem Stalker-Bericht, der auf Geheiß der britischen Regierung unter den Tisch gekehrt wurde.

Von Michael Ranze

Filmklassiker: Nightmare Alley

Tyrone Power war im Hollywood der 1940er-Jahre der strahlende Held von Western und Abenteuerfilmen, als er mit dem Film noir „Nightmare Alley“ (in deutsch: „Der Scharlatan“) einen radikalen Image-Wechsel versuchte. Die von ihm initiierte Adaption eines Romans von William Lindsay Gresham wurde zu einem stilistischen Triumph. Eine Huldigung anlässlich des Kinostarts der Neuverfilmung durch Guillermo del Toro.

Filmklassiker: Judex

Der französische Regisseur Georges Franju griff 1963 mit „Judex“ die Tradition der abenteuerlichen Stummfilmserials auf. Sein traumhaft-schwebender Film über einen Magier und Verbrechensbekämpfer mit Hut und schwarzem Cape ist nicht nur stilsicheres und unterhaltsames Kino der Attraktionen, in die rasche Folge schauträchtiger Sequenzen fließen auch Poesie und Sozialkritik ein.

Von Michael Ranze

Filmklassiker: Verdammt sind sie alle

Unter den Melodramen des Hollywood-Regisseurs Vincente Minnelli nimmt „Verdammt sind sie alle“ (1958) einen besonderen Platz ein. In der Geschichte eines gescheiterten Künstlers, der in seine spießige Heimatstadt zurückkehrt und zwischen gegensätzliche Lebensentwürfe gerät, beweist sich Minnelli als sensibler Chronist, auch weil seine formale Virtuosität kein Selbstzweck ist, sondern die Verlogenheit der biederen Stadtbewohner konsequent ausstellt.

Von Michael Ranze

Filmklassiker: The Outsiders

Zwei verfeindete Jugendgangs und ein Teenager, der in den Sog der Gewalt wider Willen hineingerät: Francis Ford Coppolas „The Outsiders“ ist ein Kultfilm der 1980er, nicht nur durch sein illustres Ensemble, das eine ganze Riege zukünftiger Hollywoodstars umfasst, sondern auch durch die Inszenierung, die Coolness und Action mit der Gefühlsintensität eines großen (Männer-)Melodrams verbindet. Am 2.11. kommt der Film in der Director’s Cut-Fassung ins Kino und erscheint am 11.11. neu fürs Heimkino. Eine Hommage.

Filmklassiker: Dune – Der Wüstenplanet (1984)

Nachdem Denis Villeneuves Neuverfilmung von Frank Herbert Science-Fiction-Romanklassiker in die Kinos gekommen ist, erlebt nun David Lynchs umstrittene „Dune“-Verfilmung aus den 1980ern ein Revival – als Heimkinoedition im Media- und im Steelbook (ab 14.10.2021) sowie als üppig ausgestattete „Ultimate Edition“ (im Februar 2022). Ein Film, der einst weder das Publikum noch den Regisseur selbst zufriedenstellte und der doch heute gerade in seinem fragmentarischen Charakter seinen Reiz hat.

Von Stefan Stiletto