Porträts

Alles ist erlaubt - Peter Strickland

Der 1973 geborene britische Filmemacher Peter Strickland ist eine besondere Erscheinung im europäischen Kino. Als profunder Kenner des Genrefilms der 1970er-Jahre, insbesondere von Horrorfilmen und Krimis, gestaltet er eigentümliche Hommagen, die er in unerwartete Richtungen führt. Auch in seinem jüngsten Film „Das blutrote Kleid“, der in Deutschland auf DVD und Blu-ray erscheint, bleibt er sich mit einer Erzählung über ein Textil mit gefährlichem Eigenleben selbst treu.

Von Michael Ranze

Bob Dylan - In Zerrspiegeln von 80 Jahren

Am 24. Mai 2021 wird Bob Dylan 80 Jahre alt. Zu seiner singulären Erscheinung als Poet und Performer des US-amerikanischen Unterbewusstseins gehört auch seine facettenreiche Ausstrahlung aufs Kino, das er zugleich bedient wie auch als Medium seines Verschwindens nutzt. Hommage an einen schwer Fassbaren.

Von Patrick Holzapfel

Der Moralist - Denzel Washington

Der 1954 geborene US-Schauspieler Denzel Washington ist einer der letzten Darsteller der alten Hollywoodhelden-Schule: Mit scheinbar wenigen Mitteln schlüpft er in die Haut von Figuren mit klaren Wertvorstellungen und dem Wunsch, das Richtige zu tun. Hinter der vermeintlich eindeutigen Persona scheinen jedoch oft innere Konflikte auf und selbst moralisch verwerfliche Charaktere erhalten durch sein Spiel unerwartete Schattierungen. Demnächst wird er in einer Neuverfilmung von Shakespeares „Macbeth“ zu sehen sein.

Von Patrick Holzapfel

Man möchte rasend werden - Die Filme von Dieter Wieland

Von Rainer Gansera

Lichtgestalt des Weltkinos - Satyajit Ray

Der am 2. Mai 1921 geborene indische Filmemacher Satyajit Ray brachte mit seiner „Apu“-Trilogie das Filmschaffen seines Landes in den 1950ern schlagartig in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit. Satyajit Ray war ein filmisches Allround-Talent, das von der Drehbuchentwicklung bis zum Schnitt seine künstlerischen Visionen konsequent umsetzte. Seine sensiblen, eleganten Dramen eröffnen einen bis heute faszinierenden Blick in Indiens Gesellschaft.

Von Michael Ranze

Im Labyrinth des Kinos: Nobuhiko Obayashi

Der japanische Regisseur Nobuhiko Obayashi (1938-2020) ließ Riesenhummer Klavier spielen, Kinder von Häusern fressen und unheimliche Elemente in vermeintlich alltäglichen Familienkonstellationen auftauchen. Obsessive Einsätze von Farben und Musik sowie die Nichtbeachtung gängiger Genreregeln blieben bis zuletzt sein Markenzeichen. Aktuell ist sein letzter Film „Labyrinth of Cinema“ beim Streaming-Anbieter Mubi zu sehen. Eine Würdigung.

Von Lukas Foerster

Bis aufs Kopfsteinpflaster - Sergio Sollima

Als junger Mann kämpfte der gebürtige Römer Sergio Sollima (1921-2015) gegen die Faschisten und behielt die Haltung des Klassenkämpfers konsequent bei, als er ab den 1960er-Jahren als Regisseur von Genrefilmen hervortrat: Ob in Italowestern, Gangsterfilmen oder Piraten-Abenteuern, stets erzählte Sollima vom Widerstand der Unterdrückten und übersetzte Genre-Ästhetik in Bilder des Klassenkampfes. Eine Würdigung zum 100. Geburtstag am 17. April.

Von Karsten Munt

Die Kunst der Übertreibung - Uli Hanisch

„Das Damengambit“ ist eine der erfolgreichsten Miniserien des Jahres 2020. Neben der Hauptdarstellerin Anya Taylor-Joy hat auch das außergewöhnliche Production Design des Szenenbildners Uli Hanisch einen großen Anteil am Erfolg der Serie; im April 2021 wurde Uli Hanisch dafür mit dem Preis der "Art Director's Guild" fürs beste Szenenbild in der Kategorie Miniserie/TV-Film geehrt.

Von Kristina Jaspers

Vincent Gallo - Ein Gesamtkunstwerk

Als Schauspieler, Regisseur, Musiker und Maler hat Vincent Gallo stets ureigene Wege beschritten, die ihn zu einem der kompromisslosesten Künstler im US-amerikanischen Kino machten. Zugleich verunmöglichte Gallo mit seinem unberechenbaren Verhalten einen Aufstieg zum Star. Seit 2013 hat er in keinem Film mehr mitgespielt. Doch das letzte Wort zu seiner Karriere scheint noch nicht gesprochen. Eine Würdigung zum 60. Geburtstag am 11. April 2021.

Von Michael Kienzl

Dressed to kill - Dirk Bogarde

Mit Filmen wie „Tod in Venedig“ oder „Der Nachtportier“ hat sich der britische Schauspieler Dirk Bogarde (1921-1999) in die Filmgeschichte eingeschrieben. Wie wenige andere ließ er das Abgründige in seinen Rollen aufscheinen. Dabei konnte er vom Charmeur über den Dandy bis zum Neurotiker eigentlich jede Rolle spielen und zählte jahrzehntelang zu den unverwechselbarsten Darstellern des englischen Kinos. Eine Hommage anlässlich seines 100. Geburtstages.

Von Michael Ranze