Porträts

Im Rausch der Selbstauflösung - Yayoi Kusama & die Filmavantgarde

Am 14. August 2026 ist die japanische Künstlerin Yayoi Kusama verstorben – kurz nachdem am 2. August im Kölner Museum Ludwig eine Ausstellung ihrer Werke mit einem Besucherrekord zu Ende gegangen war. Doch nicht nur in der Kunst, auch in der Filmavantgarde hat Yayoi Kusama Spuren hinterlassen. Nicht zuletzt in Form des 23-minütigen Kurzfilms „Kusama’s Self-Obliteration“, der in Zusammenarbeit mit dem Experimentalfilmer Jud Yalkut entstand.

Von Daniel Kothenschulte

Im Bann der Bildschirme - Jane Schoenbrun im Porträt

Jane Schoenbrun wuchs in den 1990er-Jahren mit Internetforen, Fernsehserien und Horrorfilmen auf. In den Dokumentar- und Spielfilmen von Schoenbrun lässt sich dies erkennen: Popkulturelle Prägungen werden zu sinnstiftenden Elementen für meist unsichere Figuren, Realität und Fiktion verschwimmen, und aus Teilen von Schoenbruns eigener Biografie entsteht zugleich ein zutiefst queeres (Horror-)Kino. Ein Werkporträt anlässlich des Kinostarts von „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“.

Von Felix Knorr

Faszination fürs Kreatürliche - Porträt von Isabella Rossellini

Aus dem Schatten ihrer Eltern Roberto Rossellini und Ingrid Bergman spielte sich Isabella Rossellini mit ihrem Auftritt in „Blue Velvet“ frei. Durch eine ambitionierte Rollenauswahl schaffte sie es im Lauf ihrer langen Karriere, nicht auf ihre Supermodel-Schönheit reduziert zu werden, und glänzt mit eigenen künstlerischen Projekten, in die sie ihre Faszination für die Verhaltensforschung einfließen lässt.

Von Esther Buss

Unser aller lieber Peter

Er war Sänger, Schauspieler und Entertainer – und ein Spiegel der Nachkriegsgesellschaft. Als Profi der Massenunterhaltung wusste Peter Alexander stets ganz genau, was das Publikum verlangt, weshalb für viele seiner Talente in der Öffentlichkeit kein Platz blieb. Trotz seiner großen Erfolge umgibt ihn die Aura eines Unvollendeten. Erinnerungen an ein Multitalent, das vor hundert Jahren am 30. Juni 1926 in Wien geboren wurde.

Von Olaf Möller

Workout als Überlebensprinzip - DIe US-Regisseurin Debra Granik

Das Berliner Kino Arsenal zeigt derzeit eine Werkschau zu Debra Granik. Die US-Regisseurin widmet sich in ihren Arbeiten den Außenseitern der Gesellschaft. Bekannt wurde sie mit den Spielfilmen „Winter’s Bone“ und „Leave No Trace“. Aber auch im dokumentarischen Bereich hat sie beachtliche Werke inszeniert, zuletzt die Langzeitstudie „Conbody vs. Everybody“ über einen entlassenen Strafgefangenen beim Versuch, ein Fitnessstudio aufzubauen.

Von Esther Buss

Der fiktionale Biograph - Über Adrian Goiginger & seine Filme

Filmemacher Adrian Goiginger befasst sich seit seinem preisgekrönten Debüt „Die beste aller Welten“ (2017) mit Stoffen, die in der Wirklichkeit verankert sind. Dabei gibt Goiginger gerade den Schattenseiten und Randbereichen menschlicher Existenz Raum– wie in seinem jüngsten Film „Vier minus drei“, dessen Hauptfigur einen schrecklichen Verlust verarbeiten muss. Auch hier spürt man, was dem Regisseur besonders am Herzen liegt: filmische Wahrhaftigkeit.

Von Susanne Gietl

Partisan im Mediengeschäft: Alexander Kluge

Alexander Kluge nimmt unter den Filmschaffenden und Künstlern in Deutschland eine Sonderstellung ein; in seinem Schaffen verschränken sich Fiktion, Dokumentation und Essay. In den 1960er Jahren nannte man ihn den "Chef-Ideologen des Neuen Deutschen Films", um ihn auf die Rolle des gedanklichen Rädelsführers festzulegen; doch sein Schaffen reicht weit darüber hinaus. 

Von Dietrich Leder

Der ewige Captain - William Shatner zum 95. Geburtstag

Auf der Kommandobrücke des "Raumschiff Enterprise" erkundete William Shatner in den 1960er-Jahren fremde Galaxien; die Science-Fiction-Serie war zwar zunächst kein großer Erfolg, entwickelte sich aber im Zug der "Star Trek"-Kinofilme zum Kult und William Shatner zum Helden der Science-Fiction-Fans. Am 22. März 2026 ist der Darsteller 95 Jahre alt geworden. Eine Hommage.

Von Alexander Brüggemann

Zum 100. Geburtstag von Jerry Lewis

Vor hundert Jahren, am 16.3.1926, wurde in den USA ein gewisser Joseph Levitch geboren, der in den 1950er- und 1960er-Jahren als Jerry Lewis zu einem der einflussreichsten Komiker Hollywoods wurde. Sein unerreichtes Gestik- und Mimikspiel erschuf eine eigene Sprache, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen verzauberte. Eine Hommage zum 100. Geburtstag.

Von Patrick Holzapfel

Schau hin! - Die Filme von Christoph Hochhäusler

Der 1972 geborene Christoph Hochhäusler studierte vor seiner Regie-Ausbildung Architektur und ist mit seinem Blog „Parallel Film“ und als Mitherausgeber der Zeitschrift „Revolver“ auch als Filmpublizist bekannt. Beides prägt seine Regiearbeiten wie aktuell den Film noir „Der Tod wird kommen“. Hochhäusler inszeniert nahe am Genrefilm, lässt in seinen Geschichten aber zugleich durchscheinen, dass sie Illusionen sind. Dadurch kommt ihm im deutschen Kino eine einzigartige Stellung zu.

Von Lucas Barwenczik