Porträts

Den Bilderstaub verachten: Guy Debord

Der französische Schriftsteller und Filmemacher Guy Debord (1931-1994) zählt zu den raren Bilderstürmern des Kinos, dessen radikale Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen auch vor dem Kino oder noch genereller dem Medium Film nicht Halt machte. Das Filmmuseum in Wien hat sich seines Werkes angenommen und ergänzt dies jetzt durch eine fulminante Buchedition, die das Feuer von Guy Debords situationistischem Eros neu entfachen kann.

Von Patrick Holzapfel

Machine Gun Lover: Gena Rowlands - Hommage zum 90. Geburtstag

Am 19. Juni 2020 wird die Schauspielerin Gena Rowlands 90 Jahre alt. Als Hauptdarstellerin und Frau des Regisseurs John Cassavetes bildete sie mit ihm ein Paar, das wie kein anderes im US-Kino für die Auflehnung gegen Konventionen stand. Gena Rowlands prägte dabei das Bild der wehrhaften Frau, die sich gegen eine bedrängende Gesellschaft auflehnt. Eine Hommage an die Darstellerin, die dem Kino einige seiner ehrlichsten Momente schenkte.

Von Patrick Holzapfel

Ruben Östlund: Die destruktive Natur des Menschen

Bei arte und in der arte-Mediathek sind derzeit diverse Lang- und Kurzfilme von Ruben Östlund zu sehen, fast eine kleine Werkschau, die das schmale, aber hochpräzise Filmschaffen des schwedischen Regisseurs zusammen fasst. Alle Filme Östlunds handeln von der modernen Gesellschaft und ihren Illusionen, von Verdrängungen und falschen Hoffnungen, unterdrückter Gewalt und verlorenen Perspektiven.

Eine Analyse von Rüdiger Suchsland

Jonathan Glazer & „The Fall“

Gerade mal drei Spielfilme hat der 1965 in London geborene Jonathan Glazer bislang gedreht – „Sexy Beast“, „Birth“ und „Under the Skin“, die entweder begeisterten oder vor den Kopf stießen. Glazer liebt es, die Grenzen des Darstellbaren auszutesten und in Bereiche vorzudringen, in denen die menschliche Ratio auf der Strecke bleibt. Sein jüngstes Werk, der Kurzfilm „The Fall“, ist jetzt auf MUBI zu sehen.

Von Michael Kohler

Die perfekte Oberfläche: Mark Romanek

Mit Musikvideos und Werbeclips hat sich Mark Romanek in den 1990er-Jahren während der Hochphase von Sendern wie MTV einen Namen gemacht und die Karrieren berühmter Musiker befördert. Nach der Jahrtausendwende aber wandte er sich der Inszenierung von Spielfilmen zu. Seine jüngste Regiearbeit ist der Pilotfilm zur ersten Staffel der Serie „Tales from the Loop“.

Von Stefan Stiletto

Wie von einem anderen Planeten: Der (Film-)Komponist Giorgio Moroder

Mit der Kombination aus elektronischen Beats und ekstatischen Tönen verlieh der aus Südtirol stammende Komponist Giorgio Moroder nicht nur der Disco-Musik einen Hauch von Science-Fiction, sondern beeinflusste in den 1980er-Jahren auch die Filmmusik nachhaltig. Ein Streifzug durch das vielfältige Schaffen eines Minimalisten mit barockem Überschwang, der am 26. April 80 Jahre alt geworden ist.

Von Michael Kienzl

King Al: Al Pacino zum 80. Geburtstag

Am 25. April feiert der US-Schauspieler Al Pacino seinen 80. Geburtstag. Mit „Der Pate“ gelang ihm 1972 der Durchbruch zum Star des „New Hollywood“-Kinos, zuletzt meldete er sich mit „The Irishman“ und „Once Upon a Time in Hollywood“ wieder eindrucksvoll zurück. In fünfzig Jahren hat er unzählige Varianten innerlich zerrissener Leinwandfiguren gegeben: Melancholisch, romantisch, schüchtern, aufbrausend, schmerzerfüllt. Eine Hommage.

Von Dunja Bialas

Große Szenen: Toshiro Mifune zum 100. Geburtstag

Der am 1. April 1920 geborene Toshiro Mifune war der wohl bekannteste japanische Filmschauspieler und bracht es zu weltweitem Ruhm. Insbesondere seine rund 20 Jahre währende Zusammenarbeit mit Akira Kurosawa verschaffte dem Darsteller dankbare Gelegenheit für Rollen, die seinem Temperament und der Vorliebe für Doppelbödigkeit entsprachen. Eine Erinnerung an Mifunes denkwürdige Auftritte zum 100. Geburtstag.

Von Michael Hanisch

Dr. Jekyll und Mr. Hyde: Gene Hackman zum 90. Geburtstag

Am 30. Januar 2020 wird der US-amerikanische Schauspieler Gene Hackman 90 Jahre alt. Auch wenn Hackman seit 2004 nicht mehr vor der Kamera stand, haben sich seine zahlreichen Filmauftritte dauerhaft Raum im Kinogedächtnis gesichert: Als Bühne für einen höchst vielseitigen Darsteller, der sich keinesfalls auf einen bestimmten Typ festlegen ließ. Stattdessen verstand er mit seinen gebrochenen Figuren von Szene zu Szene immer wieder zu überraschen. Eine Hommage.

Von Patrick Holzapfel

Die Realität der Träume: Federico Fellini - Hommage zum 100. Geburtstag

Federico Fellini (1920-1993) blieb selbst als Regisseur ins Groteske verzerrter Fantasien im Herzen stets ein teilnahmsvoller Realist, der die schönen Täuschungen des Lebens durchschaute, ohne sich ihnen zu entziehen. Am 20.1. wäre der Meisterregisseur 100 Jahre alt geworden. Eine Hommage.

Von Thomas Koebner