Porträts

Auf zwei Dimensionen zusammengefaltet - Silke Fischer

Die Szenenbildnerin Silke Fischer hat an der Bildsprache von vielen deutschen Filmen wie „Toni Erdmann“ und „Vor der Morgenröte“ oder der Miniserie „Unorthodox“ mitgewirkt. Die Kunst ihres Metiers besteht darin, zwischen Skript, Regie und Kamera eine Räumlichkeit zu (er-)finden, die sich in die Flächigkeit der Leinwand oder des Bildschirms übersetzt lässt.

Von Michael Kohl

A Different Class - Ben Wheatley

Ben Wheatley verpackt soziale Versuchsanordnungen in ausgefallene Genre-Mixturen. Gelernt hat er sein Handwerk als Autodidakt; bekannt wurde er mit Filmen wie „Sightseers“, „High-Rise“ und „Free Fire“. Am 21.10. startet bei Netflix seine Neuverfilmung von Daphne du Mauriers Schauer-Psychodrama „Rebecca“, womit Wheatley mit keinem Geringeren als Alfred Hitchcock wetteifert, der den Stoff 1940 verfilmte. Ein Porträt.

Von Sofia Glasl

An der Sch(m)erzgrenze - Takeshi Kitano

Er gilt vielen als einflussreichster japanischer Filmemacher seit Akira Kurosawa: Takeshi Kitano hat sich seit den 1970er-Jahren in seiner Heimat zur überlebensgroßen Medienfigur entwickelt, für internationale Cineasten ist er seit den 1990er-Jahren eine der prägenden Gestalten des japanischen Films, nicht zuletzt fürs Genre des Yakuza-Films. Seine vor zehn Jahren gestartete „Outrage“-Trilogie ist derzeit bei Amazon Prime zu entdecken.

Von Sofia Glasl

Bill Murray: Der Zen-Komödiant

Bill „Groundhog Day Ghost Bustin’ Ass“ Murray ist längst nicht mehr nur ein Schauspieler, sondern ein Kultfilm in Person und ein skurriles, komisch-melancholisches Gesamtkunstwerk. Derzeit ist der Star, der im September 2020 seinen 70. Geburtstag feierte, in „On the Rocks“ im Kino und ab 23.10. auf AppleTv+ zu sehen, seiner zweiten Zusammenarbeit mit Regisseurin Sofia Coppola nach "Lost in Translation". Eine Hommage.

Von Sofia Glasl

In Stoffen denken: Die Kostümbildnerin Barbara Baum

Wie man mit Kleidern Leute macht: Die Kostümbildnerin Barbara Baum hat mit ihren Arbeiten, unter anderem für Rainer Werner Fassbinder, deutsche Filmgeschichte geschrieben. Eine Ausstellung in der Deutschen Kinemathek in Berlin würdigt ihr Schaffen und gibt sinnliche Einblicke in ihr Werk.

Von Josef Nagel

Sich komplett bloßstellen - Kristen Stewart

Nach Anfängen als Kinderdarstellerin und der Phase als Star der Teenie-Vampir-Filmreihe „Twilight“ ist Kristen Stewart zu einer der aufregenden Schauspielerinnen ihrer Generation gereift. Umworben von internationalen Autorenfilmern, versenkt sich die US-Amerikanerin so weit in ihre Rollen, bis sie unerwartete Züge daran zum Vorschein bringt. Auch eine biografische Rolle wie in „Jean Seberg – Against All Enemies“ (ab 17. September im Kino) wird so zur schillernden Interpretation zwischen den Extremen.

Von Thomas Klein

Die Chronistin - Die Regisseurin Ann Hui

Die Hongkonger Regisseurin Ann Hui zählt seit mehr als vier Jahrzehnten zu den wichtigsten Filmemacherinnen Asiens. Als zentrale Figur der Hongkonger Neuen Welle trat sie Ende der 1970er-Jahre mit politischen Filmen in Erscheinung, drehte aber auch Komödien, Melodramen, Horror- und Martial-Arts-Filme oder Thriller. Alle ihre Filme sind vom Individuum her gedacht, weshalb den Schauspielern darin stets eine besondere Rolle zukommt. Bei der 77. „Mostra“ wurde sie soeben mit einem „Goldenen Löwen“ für ihr Lebenswerk geehrt.

Von Lukas Foerster

Eine Lichtgestalt mit Untiefen - Die Schauspielerin Elle Fanning

„She has that ... thing“, heißt es in „The Neon Demon“ über die Figur der US-amerikanischen Schauspielerin Elle Fanning. Trotz ihrer erst 24 Jahre hat sie sich mit diesem gewissen Etwas längst als feste Größe des Arthouse-Kinos etabliert; aktuell ist sie in „Wege des Lebens – The Roads Not Taken“ in den Kinos zu sehen. Ein Porträt des Jungstars, hinter dessen ätherisch-blonder Lichtgestalt sich spannende Doppelbödigkeiten verbergen.

Von Esther Buss

Das Gruselkabinett des Ray Bradbury

Der am 22. August 1920 geborene Schriftsteller verhalf dem Science-Fiction- und Horrorgenre zu literarischen Ehren; eine kindliche Freude an Monstern, Technik und fremden Welten paarte sich mit gesellschaftskritischem Scharfsinn. Bradbury liebte das Kino – und diese Liebe wurde erwidert: Viele seiner Stoffe fanden den Weg ins Medium Film. Auch dort erzählen sie vor allem etwas über die Menschen.

Von Michael Kienzl

Das Gewicht der Bilder: Die Filme von Hartmut Bitomsky

Das Werk von Hartmut Bitomsky umfasst mehr als 40 Filme, die seit den 1970er-Jahren entstanden sind. Das Label „dokumenatrisch“ greift bei ihnen zu kurz, weil der Autor selbst als Figur eine wichtige Rolle spielt. Das Zeughauskino in Berlin versammelt bis Mitte September wichtige Film von Bitomsky, die dazu einladen, genauer hinzuschauen.

Von Patrick Holzapfel