Porträts

Jonathan Glazer & „The Fall“

Gerade mal drei Spielfilme hat der 1965 in London geborene Jonathan Glazer bislang gedreht – „Sexy Beast“, „Birth“ und „Under the Skin“, die entweder begeisterten oder vor den Kopf stießen. Glazer liebt es, die Grenzen des Darstellbaren auszutesten und in Bereiche vorzudringen, in denen die menschliche Ratio auf der Strecke bleibt. Sein jüngstes Werk, der Kurzfilm „The Fall“, ist jetzt auf MUBI zu sehen.

Von Michael Kohler

Große Szenen

Der am 1. April 1920 geborene Toshiro Mifune war der wohl bekannteste japanische Filmschauspieler und bracht es zu weltweitem Ruhm. Insbesondere seine rund 20 Jahre währende Zusammenarbeit mit Akira Kurosawa verschaffte dem Darsteller dankbare Gelegenheit für Rollen, die seinem Temperament und der Vorliebe für Doppelbödigkeit entsprachen. Eine Erinnerung an Mifunes denkwürdige Auftritte zum 100. Geburtstag.

Von Michael Hanisch

Dr. Jekyll und Mr. Hyde

Am 30. Januar 2020 wird der US-amerikanische Schauspieler Gene Hackman 90 Jahre alt. Auch wenn Hackman seit 2004 nicht mehr vor der Kamera stand, haben sich seine zahlreichen Filmauftritte dauerhaft Raum im Kinogedächtnis gesichert: Als Bühne für einen höchst vielseitigen Darsteller, der sich keinesfalls auf einen bestimmten Typ festlegen ließ. Stattdessen verstand er mit seinen gebrochenen Figuren von Szene zu Szene immer wieder zu überraschen. Eine Hommage.

Von Patrick Holzapfel

Die Realität der Träume

Federico Fellini (1920-1993) blieb selbst als Regisseur ins Groteske verzerrter Fantasien im Herzen stets ein teilnahmsvoller Realist, der die schönen Täuschungen des Lebens durchschaute, ohne sich ihnen zu entziehen. Am 20.1. wäre der Meisterregisseur 100 Jahre alt geworden. Eine Hommage.

Von Thomas Koebner

Die Kunst des Handwerks: Volker Schlöndorff

Obwohl Volker Schlöndorff ein erklärter Billy-Wilder-Fan ist, hat er noch nie eine Komödie gedreht. Warum sich das in seinem langen Leben als Filmemacher so ergeben hat, verrät er in einem Interview-Buch, das sein Werk seit „Der junge Törless“ (1966) bis zu „Rückkehr nach Montauk“ (2017) Revue passieren lässt. Ein Gespräch über Siege und Niederlagen und wie sich sein Spätwerk runden könnte.

Von Wilfried Reichart

Morde, Märchen und mutige Frauen: Roberto Gavaldón

Erst in den letzten Jahren hat sich die Filmnation Mexiko wieder mit ihrer Kreativität in Erinnerung gebracht, dabei gab es bereits in den 1940er- und 1950er-Jahren eine international beachtete „Goldene Ära“ des mexikanischen Films. Mit dem Filmemacher Roberto Gavaldón (1909-1986) war einer ihrer Protagonisten bei einer Retrospektive beim Filmfestival San Sebastián wiederzuentdecken. Dabei offenbarte sich ein vielfältiges Werk, das auch zahlreiche Bezüge zur Entwicklung der mexikanischen Gesellschaft erlaubt.

Die Macht der Blicke: Bong Joon-ho

Mit „Parasite“ hat der 1969 geborene Südkoreaner Bong Joon-ho im Frühjahr 2019 die „Goldene Palme“ in Cannes gewonnen – der bisherige Höhepunkt einer Karriere, die ihn mit Filmen wie „The Host“, „Snowpiercer“ und „Okja“ zu einem international gefeierten Grenzgänger zwischen Genre und Arthouse, zwischen östlichem und westlichem Kino gemacht hat. Ein Werkporträt.

Von Lucas Barwenczik

Nur scheinbar das Gleiche: Nadav Lapid

Der 1975 geborene Israeli Nadav Lapid hat sich mit wenigen Werken international als aufregender Filmemacher etabliert; für seinen dritten Spielfilm „Synonymes“ (seit 5.9. im Kino) gewann er 2019 den „Goldenen Bären“. Lapids Filme prägen vielfach gebrochene Blicke auf seine Heimat sowie Männlichkeits- und Gesellschaftsbilder, die selbst in der Abneigung noch etwas Zärtliches haben. Eine Annäherung an den Regisseur.

Von Patrick Holzapfel

Mit Behutsamkeit. Hans Wintgens Filmbeobachtungen der DDR

In jüngster Zeit wird das Filmschaffen des bislang wenig bekannten DEFA-Dokumentaristen Hans Wintgen entdeckt. Die Autorin Anne Barnert nähert sich dem Werk mit gründlichen Sichtungen und lange Gesprächen mit Wintgen. Ihr schmaler Band ist ein wichtiger Beitrag zur deutschen Dokumentarfilmgeschichte.

Geboren um zu produzieren: Dino De Laurentiis

Er habe „mehr Energie als alle anderen Produzenten zusammen“, sagte David Lynch einmal über den italienischen Film-Mogul Dino De Laurentiis (8.8.1919-10.11.2010). De Laurentiis gehört zu den schillerndsten Produzenten-Persönlichkeiten der Filmgeschichte; sein Einfluss reichte vom italienischen Neorealismus bis ins Hollywood-Blockbusterkino. Eine Hommage an einen Kino-Besessenen zum 100. Geburtstag.

Von Patrick Holzapfel