Porträts

Partisan im Mediengeschäft: Alexander Kluge

Alexander Kluge nimmt unter den Filmschaffenden und Künstlern in Deutschland eine Sonderstellung ein; in seinem Schaffen verschränken sich Fiktion, Dokumentation und Essay. In den 1960er Jahren nannte man ihn den "Chef-Ideologen des Neuen Deutschen Films", um ihn auf die Rolle des gedanklichen Rädelsführers festzulegen; doch sein Schaffen reicht weit darüber hinaus. 

Von Dietrich Leder

Der ewige Captain - William Shatner zum 95. Geburtstag

Auf der Kommandobrücke des "Raumschiff Enterprise" erkundete William Shatner in den 1960er-Jahren fremde Galaxien; die Science-Fiction-Serie war zwar zunächst kein großer Erfolg, entwickelte sich aber im Zug der "Star Trek"-Kinofilme zum Kult und William Shatner zum Helden der Science-Fiction-Fans. Am 22. März 2026 ist der Darsteller 95 Jahre alt geworden. Eine Hommage.

Von Alexander Brüggemann

Zum 100. Geburtstag von Jerry Lewis

Vor hundert Jahren, am 16.3.1926, wurde in den USA ein gewisser Joseph Levitch geboren, der in den 1950er- und 1960er-Jahren als Jerry Lewis zu einem der einflussreichsten Komiker Hollywoods wurde. Sein unerreichtes Gestik- und Mimikspiel erschuf eine eigene Sprache, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen verzauberte. Eine Hommage zum 100. Geburtstag.

Von Patrick Holzapfel

Schau hin! - Die Filme von Christoph Hochhäusler

Der 1972 geborene Christoph Hochhäusler studierte vor seiner Regie-Ausbildung Architektur und ist mit seinem Blog „Parallel Film“ und als Mitherausgeber der Zeitschrift „Revolver“ auch als Filmpublizist bekannt. Beides prägt seine Regiearbeiten wie aktuell den Film noir „Der Tod wird kommen“. Hochhäusler inszeniert nahe am Genrefilm, lässt in seinen Geschichten aber zugleich durchscheinen, dass sie Illusionen sind. Dadurch kommt ihm im deutschen Kino eine einzigartige Stellung zu.

Von Lucas Barwenczik

Zärtlichkeit kann politisch sein - Ehrenpreis für Elfi Mikesch

Die Filmemacherin Elfi Mikesch ist mit dem Ehrenpreis des Verbands der deutschen Filmkritik ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt sie als „Pionierin eines eigenwilligen, subversiven und queeren Anarcho-Kinos“, die beständig die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion überschritten habe. In ihrer Laudatio hebt ihre Kollegin Monika Treut hervor, wie sehr Elfi Mikesch die Kunst des Beobachtens beherrscht: immer auf Augenhöhe, aufmerksam und politisch.

Die Welt im Schüttelreim - Dietrich Brüggemann

Autor, Reimschmied, Musiker, Provokateur – der Filmemacher Dietrich Brüggemann hat viele Standbeine, die er regelmäßig bedient. Nach seinem skurrilen „Tatort - Murot und der Elefant im Raum“ im Dezember 2025 hat er gerade ein zweites Buch mit selbst fabrizierten Schüttelreimen veröffentlicht, sein jüngster Kinofilm „Home Entertainment“ steht in den Startlöchern. Zu verstehen ist Brüggemann eigentlich nur, wenn man alle Trennungen aufhebt und ihn als Gesamtkunstwerk begreift.

Von Josef Schnelle

Würde der Sturheit - Jafar Panahi

Das Werk des iranischen Filmemachers Jafar Panahi wird seit 15 Jahren von den Repressalien bestimmt, die das Regime in seiner Heimat über ihn verhängt hat: Zumindest unterschwellig sind sie immer präsent in seinen Filmen, die er trotzig weiterhin dreht und im Ausland dafür gefeiert wird. Zuletzt gewann „Ein einfacher Unfall“ die „Goldene Palme“. Der offene Blick aus seinem Frühwerk ist zusehends wiederkehrenden Mustern gewichen, die zwar Ambiguität zulassen, die Position des Regisseurs aber auch ziemlich festlegen. Gedanken zu den Filmen von Panahi.

Von Patrick Holzapfel

Kate die Große - Kate Winslet

Im Leben einiger weniger Filmstars gibt es diesen Moment, in dem sich der Mensch vor den Augen des Publikums zu einer Ikone transformiert. Für Kate Winslet kam er schon im Alter von 22 Jahren mit ihrer Darstellung der Rose in „Titanic“. Immer wieder spielt sie die Rolle der Unkonventionellen, der Aufwieglerin, der Frau, die nach einer unmöglichen Liebe strebt oder von der Gesellschaft in den Wahn getrieben wird. Doch nach über 30 Karrierejahren als Darstellerin hat Winslet neue Wege hinter der Kamera eingeschlagen.

Von Niklas Lotz

Der Um-die-Ecke-Denker - Rian Johnson

Seit er mit Filmen wie „Brothers Bloom“ und „Looper“ berühmt wurde, spielt Filmemacher Rian Johnson gerne mit vertrauten Genremustern und versteht es immer wieder, sie interessant zu brechen. Sein Ausflug ins „Star Wars“-Franchise brachte ihm zwar wenig Ruhm ein, doch mit seinen „Knives Out“-Filmen und der Serie „Poker Face“ hat er sich einen Ruf als Meister gewitzter filmischer Rätselspiele erarbeitet. Ein Werkporträt.

Von Christoph Dobbitsch

Der Mann im Hintergrund - Hark Bohm

Der kürzlich verstorbene Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler, Produzent Hark Bohm (18.5.1939-14.11.2025) ist einer der umtriebigsten Filmschaffenden in Deutschland. Seit Mitte der 1960er-Jahre hat er in den verschiedensten Funktionen an weit über hundert Filmen mitgewirkt, den deutschen Autorenfilm und das Filmfest Hamburg mitbegründet, den Hamburger Filmstudiengang ins Leben gerufen, die Filmförderung und das Filmbüro in Hamburg initiiert und jüngst auch seine Kindheitserinnerungen in „Amrum“ veröffentlicht, die in der Umsetzung durch Fatih Akin jetzt auch im Kino zu sehen sind.

Von Ulrich Kriest