Porträts

Mit Behutsamkeit. Hans Wintgens Filmbeobachtungen der DDR

In jüngster Zeit wird das Filmschaffen des bislang wenig bekannten DEFA-Dokumentaristen Hans Wintgen entdeckt. Die Autorin Anne Barnert nähert sich dem Werk mit gründlichen Sichtungen und lange Gesprächen mit Wintgen. Ihr schmaler Band ist ein wichtiger Beitrag zur deutschen Dokumentarfilmgeschichte.

Geboren um zu produzieren

Er habe „mehr Energie als alle anderen Produzenten zusammen“, sagte David Lynch einmal über den italienischen Film-Mogul Dino De Laurentiis (8.8.1919-10.11.2010). De Laurentiis gehört zu den schillerndsten Produzenten-Persönlichkeiten der Filmgeschichte; sein Einfluss reichte vom italienischen Neorealismus bis ins Hollywood-Blockbusterkino. Eine Hommage an einen Kino-Besessenen zum 100. Geburtstag.

Von Patrick Holzapfel

Denken in Bildern

Mit zwei außergewöhnlichen Filmen, „Childhood of a Leader“ (2015) und „Vox Lux“ (ab Donnerstag im Kino) hat sich der gerade einmal 32-jährige US-Amerikaner Brady Corbet als neuer Regie-Shootingstar am Himmel des Autorenkinos etabliert. In seinen Werken spiegelt sich die Dekadenz unserer Zeit in schillernder Pracht. Fiktionale Figuren und historische Schlüsselereignisse finden darin aufs Eleganteste zusammen.

Von Rüdiger Suchsland

Sei genau du selbst, und sonst nichts!

Lino Ventura fand erst spät zur Leinwand und verstand sich selbst nicht als Schauspieler; ohne formale Ausbildung beruhte sein Star-Appeal vor allem auf schierer physischer Präsenz und der Kunst der reduzierten Gesten. Erinnerungen an eine Legende des französischen Kinos, deren Geburtstag sich am 14. Juli 2019 zum 100. Mal jährt.

Von Wilfried Reichart

Dämmerbilder

In den sinnlichen Filmen des mexikanischen Regisseurs Carlos Reygadas treffen Gegensätze aufeinander: das Zivilisierte und das Wilde, Gesellschaft und Natur, Ratio und Gefühl. Stilbildend aber ist sein Umgang mit Zeit, Rhythmus und Kamera. Damit erforscht er Körper, Einsamkeit und Triebe. Das sorgt für Skandale, treibt die Filmkunst aber auch in bislang unerschlossene (Sinn-)Dimensionen.

Von Patrick Holzapfel

Zwei mit einer Mission

Die Schweizer Dokumentaristen Reni Mertens und Walter Marti hatten zeitlebens eine „Schwäche für die Schwachen“. In ihren vom Neorealismus und dem Free Cinema geprägten Filmen standen oft Menschen am Rande der Gesellschaft oder mit Handicaps im Zentrum. Das Bildrausch Filmfest Basel ehrt die beiden Filmschaffenden mit einer Hommage.

Von Irene Genhart

Eine provokative Filmkritikerin

Als Filmkritikerin nahm die am 19. Juni 1919 geborene Pauline Kael nicht nur in den USA eine Ausnahmestellung ein: Statt sich einer Filmtheorie zu verschreiben, näherte sie sich dem Kino mit hochpersönlichen Vorlieben, die sie in geschliffenen Texten formulierte. Kontroverse Positionen zu geschätzten Werken entstanden dabei ebenso wie Hymnen auf umstrittene Filmemacher, mit denen sie vielen jungen Regisseuren zum Durchbruch verhalf. Würdigung einer zeitlebens Unangepassten.

Von Patrick Holzapfel

Was heißt es, auf der Welt zu sein?

Der südkoreanische Filmemacher Lee Chang-dong ist keiner jener Kino-Stilisten, denen es primär auf formale Spielereien ankommt. Auch wenn sein aktuelles Drama „Burning“ (jetzt im Kino) fast wie ein Genrefilm wirkt, erzählt Lee stets von menschlichen Extremen. In seinen melancholischen Werken denkt er über die Welt und ihre Widersprüche nach. Porträt eines unbestechlichen Regisseurs.

Von Patrick Holzapfel

Machine Gun Lover: Die Schauspielerin Gena Rowlands

Am 5. Juni ehrt arte Gena Rowlands mit einem Themenabend. Als Hauptdarstellerin und Frau des Regisseurs John Cassavetes bildete sie mit ihm ein Paar, das wie kein anderes im US-Kino für die Auflehnung gegen Konventionen stand. Gena Rowlands prägte dabei das Bild der wehrhaften Frau, die sich gegen eine bedrängende Gesellschaft auflehnt. Eine Hommage an die Darstellerin, die dem Kino einige seiner ehrlichsten Momente schenkte.

Von Patrick Holzapfel

Der Mann, der schon immer da war

Hans Löw verkörperte schon den letzten Kerl auf Erden, in seinen Rollen erlegt er aber auch Plüschtiere oder zwingt auf einem Klassentreffen eine Frau zum Sex. Im Geschwisterdrama „All My Loving“ spielt er nun einen braven Hausmann, der sich um seinen alten Vater kümmert. Annäherung an einen scheinbar Geheimnislosen.

Von Cosima Lutz