Porträts

In Stoffen denken: Die Kostümbildnerin Barbara Baum

Wie man mit Kleidern Leute macht: Die Kostümbildnerin Barbara Baum hat mit ihren Arbeiten, unter anderem für Rainer Werner Fassbinder, deutsche Filmgeschichte geschrieben. Eine Ausstellung in der Deutschen Kinemathek in Berlin würdigt ihr Schaffen und gibt sinnliche Einblicke in ihr Werk.

Von Josef Nagel

Sich komplett bloßstellen - Kristen Stewart

Nach Anfängen als Kinderdarstellerin und der Phase als Star der Teenie-Vampir-Filmreihe „Twilight“ ist Kristen Stewart zu einer der aufregenden Schauspielerinnen ihrer Generation gereift. Umworben von internationalen Autorenfilmern, versenkt sich die US-Amerikanerin so weit in ihre Rollen, bis sie unerwartete Züge daran zum Vorschein bringt. Auch eine biografische Rolle wie in „Jean Seberg – Against All Enemies“ (ab 17. September im Kino) wird so zur schillernden Interpretation zwischen den Extremen.

Von Thomas Klein

Die Chronistin - Die Regisseurin Ann Hui

Die Hongkonger Regisseurin Ann Hui zählt seit mehr als vier Jahrzehnten zu den wichtigsten Filmemacherinnen Asiens. Als zentrale Figur der Hongkonger Neuen Welle trat sie Ende der 1970er-Jahre mit politischen Filmen in Erscheinung, drehte aber auch Komödien, Melodramen, Horror- und Martial-Arts-Filme oder Thriller. Alle ihre Filme sind vom Individuum her gedacht, weshalb den Schauspielern darin stets eine besondere Rolle zukommt. Bei der 77. „Mostra“ wurde sie soeben mit einem „Goldenen Löwen“ für ihr Lebenswerk geehrt.

Von Lukas Foerster

Eine Lichtgestalt mit Untiefen - Die Schauspielerin Elle Fanning

„She has that ... thing“, heißt es in „The Neon Demon“ über die Figur der US-amerikanischen Schauspielerin Elle Fanning. Trotz ihrer erst 24 Jahre hat sie sich mit diesem gewissen Etwas längst als feste Größe des Arthouse-Kinos etabliert; aktuell ist sie in „Wege des Lebens – The Roads Not Taken“ in den Kinos zu sehen. Ein Porträt des Jungstars, hinter dessen ätherisch-blonder Lichtgestalt sich spannende Doppelbödigkeiten verbergen.

Von Esther Buss

Das Gruselkabinett des Ray Bradbury

Der am 22. August 1920 geborene Schriftsteller verhalf dem Science-Fiction- und Horrorgenre zu literarischen Ehren; eine kindliche Freude an Monstern, Technik und fremden Welten paarte sich mit gesellschaftskritischem Scharfsinn. Bradbury liebte das Kino – und diese Liebe wurde erwidert: Viele seiner Stoffe fanden den Weg ins Medium Film. Auch dort erzählen sie vor allem etwas über die Menschen.

Von Michael Kienzl

Das Gewicht der Bilder: Die Filme von Hartmut Bitomsky

Das Werk von Hartmut Bitomsky umfasst mehr als 40 Filme, die seit den 1970er-Jahren entstanden sind. Das Label „dokumenatrisch“ greift bei ihnen zu kurz, weil der Autor selbst als Figur eine wichtige Rolle spielt. Das Zeughauskino in Berlin versammelt bis Mitte September wichtige Film von Bitomsky, die dazu einladen, genauer hinzuschauen.

Von Patrick Holzapfel

Von der Lust, aus dem Fenster zu schauen - Wim Wenders wird 75

Seit vielen Jahren zählt Wim Wenders, der am 14. August seinen 75. Geburtstag feiert, zu den großen Filmemachern seine Generation. In seinem voluminösen Werk durchdringen sich Film, Fotografie und Texte, die in ihrem Kern um die Neugier kreisen, die Welt zu entdecken. Aber auch um die Sehnsucht, zu sich zu kommen und im Akt des absichtslosen Schauens sein Glück zu finden.

Von Rainer Gansera

Versuche, die Jugend zu verderben - Judd Apatow und seine komischen Filme

Als Produzent und Regisseur von derben Komödien hat Judd Apatow dem Genre seit den 2000er-Jahren eine ganz eigene Ausprägung verpasst; in Filmen wie „Beim ersten Mal“, „Wie das Leben so spielt“ oder aktuell „The King of Staten Island“ geht es um Freaks und Geeks und ihre Schwierigkeiten, im Leben Fuß zu fassen. Annäherungen an eine Komik voller Abgründe.

Von Patrick Holzapfel

Déjà-vu und Quantensprung: Der US-Regisseur Shane Carruth

Nach seinem Science-Fiction-Debüt „Primer“ (aktuell bei Mubi zu sehen) aus dem Jahr 2004 wurde der US-Independent-Filmemacher Shane Carruth als „uneheliches Kind von David Lynch und James Cameron“ gehypt. Obwohl Carruth sich seitdem rarmacht und nur einen weiteren Film, „Upstream Color“ fertiggestellt hat, genießt der Film-Autodidakt mittlerweile Kultstatus. Ein Porträt.

Von Sofia Glasl

Wenn die Steine sprechen könnten

„Die Kordillere der Träume“ schließt eine Trilogie des chilenischen Filmemachers ab, in der er sich über die Ökologien von Wüste, Ozean und Gebirge seinem Heimatland und dessen Geschichte aus dem Exil nähert. In der Tradition indigenen Denkens, welche von einer engen Verwobenheit des Materiellen und des Geistigen ausgeht, schafft er einen filmischen Raum der Trauer um die Opfer der Pinochet-Diktatur und zugleich einen Entwurf pluriversaler Gemeinschaften.

Von Silvia Bahl