Porträts

Déjà-vu und Quantensprung

Nach seinem Science-Fiction-Debüt „Primer“ (aktuell bei Mubi zu sehen) aus dem Jahr 2004 wurde der US-Independent-Filmemacher Shane Carruth als „uneheliches Kind von David Lynch und James Cameron“ gehypt. Obwohl Carruth sich seitdem rarmacht und nur einen weiteren Film, „Upstream Color“ fertiggestellt hat, genießt der Film-Autodidakt mittlerweile Kultstatus. Ein Porträt.

Von Sofia Glasl

Biblischer Bilderreigen: Burhan Qurbani über "Berlin Alexanderplatz"

Der Filmemacher Burhan Qurbani legt mit seinem dritten langen Spielfilm eine modernisierte Adaption von Alfred Döblins avantgardistischem Romanklassiker „Berlin Alexanderplatz“ vor. Als deutscher Beitrag im Internationalen Wettbewerb der Berlinale hatte das ambitionierte Filmepos im Februar seine Premiere, jetzt kommt es endlich mit den Zeitläuften geschuldeter Verspätung in die Kinos. Ein Gespräch über den Film.

Von Peter Kremski


Das Kraftpaket: Die Schauspielerin und Sängerin Cynthia Erivo

Die britische Sängerin und Schauspielerin Cynthia Erivo hat sich schon längst als Musical-Star auf der Bühne etabliert. Spätestens mit ihrem aktuellen Film „Harriet – Der Weg in die Freiheit“, der ihr eine „Oscar“-Nominierung einbrachte, hat sie nun auch die Welt des Kinos erobert – und ist zugleich zu einer Botschafterin der „Black Lives Matter“-Bewegung geworden. Ein Porträt.

Von Dunja Bialas

Den Bilderstaub verachten: Guy Debord

Der französische Schriftsteller und Filmemacher Guy Debord (1931-1994) zählt zu den raren Bilderstürmern des Kinos, dessen radikale Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen auch vor dem Kino oder noch genereller dem Medium Film nicht Halt machte. Das Filmmuseum in Wien hat sich seines Werkes angenommen und ergänzt dies jetzt durch eine fulminante Buchedition, die das Feuer von Guy Debords situationistischem Eros neu entfachen kann.

Von Patrick Holzapfel

Machine Gun Lover: Gena Rowlands - Hommage zum 90. Geburtstag

Am 19. Juni 2020 wird die Schauspielerin Gena Rowlands 90 Jahre alt. Als Hauptdarstellerin und Frau des Regisseurs John Cassavetes bildete sie mit ihm ein Paar, das wie kein anderes im US-Kino für die Auflehnung gegen Konventionen stand. Gena Rowlands prägte dabei das Bild der wehrhaften Frau, die sich gegen eine bedrängende Gesellschaft auflehnt. Eine Hommage an die Darstellerin, die dem Kino einige seiner ehrlichsten Momente schenkte.

Von Patrick Holzapfel

Der letzte Cowboy: Clint Eastwood

Clint Eastwood wird am 31. Mai 90 Jahre alt. Er gehört zu den größten lebenden Leinwand-Idolen der USA, war der Held zahlloser Western und Thriller, ist aber auch ein viel bewunderter Regisseur, Geschäftsmann und eine in den letzten Jahren zunehmend umstrittene politische Figur seines Landes. Eine Würdigung des US-Schauspielers und Filmemachers in 90 Beobachtungen, dessen faszinierend vielfältiges Werk sich nicht auf einen Nenner herunterbrechen lässt.

Von Patrick Holzapfel

Ruben Östlund: Die destruktive Natur des Menschen

Bei arte und in der arte-Mediathek sind derzeit diverse Lang- und Kurzfilme von Ruben Östlund zu sehen, fast eine kleine Werkschau, die das schmale, aber hochpräzise Filmschaffen des schwedischen Regisseurs zusammen fasst. Alle Filme Östlunds handeln von der modernen Gesellschaft und ihren Illusionen, von Verdrängungen und falschen Hoffnungen, unterdrückter Gewalt und verlorenen Perspektiven.

Eine Analyse von Rüdiger Suchsland

Jonathan Glazer & „The Fall“

Gerade mal drei Spielfilme hat der 1965 in London geborene Jonathan Glazer bislang gedreht – „Sexy Beast“, „Birth“ und „Under the Skin“, die entweder begeisterten oder vor den Kopf stießen. Glazer liebt es, die Grenzen des Darstellbaren auszutesten und in Bereiche vorzudringen, in denen die menschliche Ratio auf der Strecke bleibt. Sein jüngstes Werk, der Kurzfilm „The Fall“, ist jetzt auf MUBI zu sehen.

Von Michael Kohler

Die perfekte Oberfläche: Mark Romanek

Mit Musikvideos und Werbeclips hat sich Mark Romanek in den 1990er-Jahren während der Hochphase von Sendern wie MTV einen Namen gemacht und die Karrieren berühmter Musiker befördert. Nach der Jahrtausendwende aber wandte er sich der Inszenierung von Spielfilmen zu. Seine jüngste Regiearbeit ist der Pilotfilm zur ersten Staffel der Serie „Tales from the Loop“.

Von Stefan Stiletto

Wie von einem anderen Planeten: Der (Film-)Komponist Giorgio Moroder

Mit der Kombination aus elektronischen Beats und ekstatischen Tönen verlieh der aus Südtirol stammende Komponist Giorgio Moroder nicht nur der Disco-Musik einen Hauch von Science-Fiction, sondern beeinflusste in den 1980er-Jahren auch die Filmmusik nachhaltig. Ein Streifzug durch das vielfältige Schaffen eines Minimalisten mit barockem Überschwang, der am 26. April 80 Jahre alt geworden ist.

Von Michael Kienzl