Personen des internationalen Films

Im Porträt: Mia Goth

Sie erscheine ihr immer, als wäre sie erst vor einer Minute geboren worden: So charakterisierte Regisseurin Claire Denis Mia Goth, die in ihrem Film „High Life“ mitspielt. Die 1993 geborene Britin gehört zu den Jungdarstellern, die 2018 von sich reden machten – auch dank ihres Auftritts im Remake von „Suspiria“. Dem Typus der Kindfrau gewinnt sie überraschend abgründige Seiten ab.

Im Porträt: Regisseur Joe May

Die Werke des österreichischen Regisseurs Joe May (1880-1954) sind zu Unrecht weit weniger bekannt als die von Zeitgenossen wie Fritz Lang, Friedrich Wilhelm Murnau oder Ernst Lubitsch. May prägte zuerst den Stummfilm mit Großproduktionen, aufwändigen Serials und einfallsreich inszenierten Dramen, bevor er sich im Tonfilm als versierter Komödienregisseur erwies und nach der Emigration in die USA in den B-Film-Bereich geriet. Im November bot der filmwissenschaftliche CINEGRAPH-Kongress in Hamburg eine Gelegenheit, sich neu mit Joe Mays Filmen auseinanderzusetzen.

Guillermo del Toro

Das Gefährlichste auf der Welt ist Perfektion. Nur Faschisten und Nationalisten streben danach.

Interview mit Marcelo Martinessi

Der erste Spielfilm des 1973 geborenen Paraguayers Marcelo Martinessi war 2018 eine der herausragenden Entdeckungen des „Berlinale“-Wettbewerbs. „Die Erbinnen“ porträtiert die ältere Chela, die sich durch die erzwungene Trennung von ihrer Partnerin neu im Leben orientieren muss. Ein Gespräch über einen Film, der unterschwellig die Klassenunterschiede einer Gesellschaft aufgreift, die sich auch nach dem Ende der Militärdiktatur (1954-1989) mit grundsätzlichen Veränderungen schwertut.

Von Marius Nobach

Bernardo Bertolucci (1941-2018)

Der italienische Regisseur Bernardo Bertolucci begann in den 1960er-Jahren als Verfechter eines politischen Kinos, geprägt von Pasolini und der Nouvelle Vague, der filmische und moralische Grenzen überschritt. Auch später blieb er ein versierter Bildgestalter, verband aber zusehends große Ideen auch mit großen filmischen Gesten. Ein Nachruf auf den mit 77 Jahren verstorbenen Filmemacher.

Von Patrick Holzapfel

Werner Herzog

Der Bewunderer „ekstatischer Wahrheiten“ wird nicht müde: 76 Jahre zählt Werner Herzog, doch sein Elan ist ungebrochen. Sein Dokumentarfilm „Meeting Gorbachev“ feierte beim Dokfestival in Leipzig Europa-Premiere; ein weiterer Spielfilm ist abgedreht, ebenso ein BBC-Feature über Bruce Chatwin, und demnächst starten die Dreharbeiten für seine erste Serie. Ein Gespräch über filmische Innovationen, das nahende Ende des Kinos und die Frage, was auf seinem Grabstein stehen soll.

Von Simon Hauck

Zum Tode von Nicolas Roeg (1928-2018)

Der britische Regisseur Nicolas Roeg (15.8.1928-23.11.2018) war ein wahrer Außenseiter im Filmgeschäft. Mit stilistischer Perfektion und elliptischen Bildfolgen verstand er es meisterhaft, in seinen Werken eine verstörende Atmosphäre aufzubauen. Dabei ging es ihm selbst nur darum, Einblicke in das Chaos des Lebens zu geben, wie er es verstand. Ein Nachruf auf einen unbequemen Filmemacher.

Von Marius Nobach

Nachruf auf Rolf Hoppe

Das Lebenswerk des Schauspielers Rolf Hoppe zählt weit mehr als 200 Kino- und Fernsehrollen, die Theateraufgaben gar nicht mitgezählt. In Erinnerung bleiben wird der Mime nicht zuletzt durch die zahlreichen charismatischen Schurken-Figuren, die er im Lauf seiner Karriere verkörpert hat - und als guter König im Weihnachtsmärchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".

Ein Interview zu „Reise nach Jerusalem“

Die „Reise nach Jerusalem“ ist ein Spiel, bei dem man schnell sein muss, um einen der Sitzplätze zu ergattern. In dem gleichnamigen Spielfilm von Lucia Chiarla fungiert das Spiel als Bild für die demütigende Lage von Arbeitslosen wie der 39-jährigen Alice. Diese gerät zwischen Schamgefühlen und dem Wunsch, dem Arbeitsamt ihre Motivation zu zeigen, ins soziale Niemandsland. Ein Gespräch mit Lucia Chiarla und mit der Hauptdarstellerin Eva Löbau.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Ein Interview mit Bettina Böhler

Bettina Böhler ist seit mehreren Jahrzehnten eine der einflussreichsten deutschen Filmeditorinnen. Sie hat die „Berliner Schule“ mit ihrer Arbeit wesentlich mitgeprägt. Allein für Christian Petzold montierte sie zwölf Filme. „Transit“ gehört zu ihren Meisterwerken. Ein filmisches Erzählexperiment, das die Montage vor extreme Herausforderungen stellte.

Von Thomas Klein

Das Phänomen Nicolas Cage – Ein Porträt

Faulheit kann man ihm nicht vorwerfen: Nicolas Cage dreht Filme wie am Fließband. Mit Ruhm hat sich der US-Schauspieler in den letzten Jahren nur noch selten bekleckert. Das liegt aber wohl eher an Cages Wahllosigkeit bei neuen Filmprojekten, nicht an schauspielerischem Unvermögen. Überlegungen zu einem "Schauspiel-Schamanen" anlässlich des Kinostarts von „Mandy“.

Von Arne Koltermann