Personen des internationalen Films

Der ewige Handwerker

Der Münchner Filmemacher Joseph Vilsmaier war lange Jahre Kameramann, bevor er ab Ende der 1980er-Jahre auch Regie-Aufgaben übernahm. Mit Fleiß und handwerklicher Versiertheit drehte er große Publikumserfolge wie „Herbstmilch“ und „Comedian Harmonists“, schöpfte filmisch aus der Liebe zu seiner bayerischen Heimat und erhob sich immer wieder auch über die Grenzen des konventionellen Kinos.

Von Josef Schnelle

Leidenschaft fürs Kino

Die Mafia, ein korrupter Polizist, eine Kanaren-Insel und eine Pfeif-Sprache, mit der sich Einheimische dort verständigen: Mit seinem neuen Film „La Gomera“ entfaltet der rumänische Filmemacher Corneliu Porumboiu ein doppelbödiges, höchst unterhaltsames Krimi-Vexierspiel. Im Gespräch berichtet er unter anderem über seine cinephilen Neigungen, die in den Film eingeflossen sind.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Asif Kapadia

Heutige Berühmtheiten sind allesamt digitale Charaktere. Sie schauen dauernd auf sich selbst und machen permanent Selfies. Wir alle sind davon besessen, ein perfektes Bild zu hinterlassen und alles zu zerstören, was nicht perfekt ist. Dabei ist gerade das das Faszinierende.

Ein Boss des eigenen Elends - Interview mit Ken Loach

Auch nach über 50 Jahren als Regisseur findet der Brite Ken Loach in der Gesellschaft noch immer so viel Ungerechtigkeit vor, dass er sie in Spielfilmen thematisieren muss. In seinem neuen Film „Sorry We Missed You“ greift er das Schicksal einer Arbeiterfamilie aus Newcastle auf, die durch den neuen Job des Vaters als Paketbote an den Rand ihrer Belastbarkeit getrieben wird. Ein Gespräch über Ärger als Grundlage von Geschichten und die Arbeit mit Laiendarstellern.

Von Michael Ranze

Zum Tod von Joachim von Mengershausen

Ein Nachruf auf den früheren WDR-Fernsehspielredakteur: Als bodenständiger Redakteur, der vor seiner Tätigkeit in der Fernsehspiel-Redaktion des WDR Bierbrauer gelernt und sich in vielen Gewerken bewährt hatte, zählte Joachim von Mengershausen zu den wichtigen Wegbereitern des Jungen deutschen Films. Im Alter von 83 Jahren ist er vor einigen Tagen in Köln verstorben.

Zum Tode von Terry Jones

Das walisische Komik-Talent saß bei Monty Pythons Spielfilmen „Ritter der Kokosnuss“ und „Das Leben des Brian“ auf dem Regiestuhl, brachte als studierter Historiker fundiertes Hintergrundwissen in deren anarchische Geschichts-Parodien ein und bleibt u.a. durch seine herrlich schrillen Frauenrollen im Gedächtnis. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Die Lunte liegt am Pulverfass

Regisseur Ladj Ly schwimmt mit „Die Wütenden – Les Misérables“ auf der Erfolgswelle: Das wuchtige Werk über die Konfrontation zwischen Polizei und Einwohnern in den von der Politik aufgegebenen Pariser Banlieues wurde beim Festival de Cannes mit dem „Preis der Jury“ ausgezeichnet und ist für einen „Oscar“ nominiert. Im Gespräch berichtet er über den sozialen Sprengstoff, den sein Film spiegelt.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Zum Tode von Ivan Passer

Der Filmemacher Ivan Passer war einer der Protagonisten der tschechischen Neuen Welle in den 1960er-Jahren, der mit Humor und dokumentarischer Genauigkeit der sozialistischen Realität einen Spiegel vorhielt. Gemeinsam mit seinem Freund Miloš Forman verließ er die Tschechoslowakei nach der Niederschlagung des Prager Frühlings und ging in die USA. Auch dort blieb er ein unvorhersehbarer Regisseur, der sich mit höchst unterschiedlichen Filmen hervortat.

Von Ralf Schenk

Die Realität der Träume

Federico Fellini (1920-1993) blieb selbst als Regisseur ins Groteske verzerrter Fantasien im Herzen stets ein teilnahmsvoller Realist, der die schönen Täuschungen des Lebens durchschaute, ohne sich ihnen zu entziehen. Am 20.1. wäre der Meisterregisseur 100 Jahre alt geworden. Eine Hommage.

Von Thomas Koebner

Im Krieg offenbart sich die menschliche Natur - Interview mit Sam Mendes

Mit zehn Nominierungen geht „1917“ als einer der Favoriten ins Rennen um die „Oscars“ 2020. Nach zwei Bond-Filmen hat der britische Regisseur Sam Mendes damit einen Film über den Ersten Weltkrieg inszeniert, der die „menschliche Erfahrung des Krieges“ vermitteln soll. Im Gespräch berichtet er u.a. darüber, was das Ganze mit seiner Familiengeschichte zu tun hat und warum er den Film als „One-Shot-Movie“ umsetzte.

Das Gespräch führte Johannes Wolters