Personen des internationalen Films

Szenenbild aus "So klingt das Leben"

Kreativität kann heilen - Interview zu „So klingt das Leben“

Der spanische Filmemacher Daniel Sánchez Arévalo schätzt die Mischung aus Komik und Ernst. Das zeigten schon seine ersten Filme „Dunkelblaufastschwarz“ (2006) und „Gordos – Die Gewichtigen“ (2009). Mit „So klingt das Leben“ (ab 16. Juli im Kino) hat er jetzt einen Film gedreht, der in einem Fischerdorf in Galicien im Nordwesten Spaniens spielt und schildert, wie mit viel Humor Trauer und tiefe Traumata innerhalb einer Gemeinschaft geheilt werden.

Von Wolfgang Hamdorf

Moritz de Hadeln 2008 bei der 58. "Berlinale"

Nachruf Moritz de Hadeln – Mister Filmfestival

Moritz de Hadeln, der von 1980 bis 2001 die Geschicke der Berlinale verantwortete, war ein polyglotter, weltgewandter Kulturschaffender, der das Kino liebte und in der deutschen Kulturgeschichte tiefe Spuren hinterlassen hat. Mit großem Einfallsreichtum und politischem Geschick bewältigte er in Nyon, Locarno und Berlin viele Herausforderungen und stellte seine Kunst dann auch noch in Venedig unter Beweis. Im Alter von 85 Jahren ist de Hadeln am 4. Juli in Nyon gestorben.

Von Josef Schnelle

Porträt von „Rolf Peter Kahl “
Rolf Peter Kahl

Man muss Filme, die von geschichtlichen Ereignissen handeln, so umsetzen, dass sie auch ein junges Publikum ansprechen. Also mit filmischen Mitteln, die es kennt. Gerade auch, wenn es um den Holocaust geht.

Artwork zu "Etwas ganz Besonderes"

Das Leben ist unbeherrschbar

Mit ihrem dritten Spielfilm „Etwas ganz Besonderes“ geht die Regisseurin Eva Trobisch ein großes Wagnis ein. Denn der in der thüringischen Provinz spielende Ensemblefilm versammelt drei Generationen einer Familie, in deren Biografien sich die Umbrüche der deutschen Geschichte widerspiegeln. In den Fokus rückt dabei zunehmend eine 17-jährige Schülerin, die auf einen Fernsehauftritt hinarbeitet. Ein Gespräch mit der Regisseurin und ihrer Hauptdarstellerin Frida Hornemann.

Von Jens Hinrichsen

Peter Alexander wäre 100 Jahre alt geworden

Unser aller lieber Peter

Er war Sänger, Schauspieler und Entertainer – und ein Spiegel der Nachkriegsgesellschaft. Als Profi der Massenunterhaltung wusste Peter Alexander stets ganz genau, was das Publikum verlangt, weshalb für viele seiner Talente in der Öffentlichkeit kein Platz blieb. Trotz seiner großen Erfolge umgibt ihn die Aura eines Unvollendeten. Erinnerungen an ein Multitalent, das vor hundert Jahren am 30. Juni 1926 in Wien geboren wurde.

Von Olaf Möller

Abbildung aus Posy Simmonds Kinderbuch "Fred"

Im Gras liegen & Wolken zählen

Die 80-jährige Comic-Künstlerin Posy Simmonds ist in England schon lange eine Ikone der grafischen Erzählkunst. Auch hierzulande hat sie dank ihrer Kinderbücher und der deutschsprachigen Veröffentlichung ihrer Graphic Novels „Tamara Drewe“, „Gemma Bovery“ und „Cassandra Darke“ sowie der Verfilmungen ihrer Werke eine treue Fangemeinde. Beim Comic-Salon Erlangen wurde sie für ihr Lebenswerk geehrt.

Von Christian Meyer-Pröpstl

Szenenbild aus "Sechswochenamt"

Die vielen Gesichter der Trauer - Jacqueline Jansen über „Sechswochenamt“

Die 1994 geborene Filmemacherin Jacqueline Jansen erarbeitete sich das Regiehandwerk über Praktika an Filmsets. Ihr Spielfilmdebüt „Sechswochenamt“ (ab 18.6. im Kino) entstand ohne klassische Filmförderung. Der autobiografisch grundierte Film kreist um eine Studentin, die nach dem Tod ihrer Mutter weitgehend allein die Beisetzung organisieren muss, und thematisiert die Suche nach den „richtigen“ Formen von Trauer.

Von Wolfgang Hamdorf

Das animierte Ich von Marjane Satrapi in „Persepolis“

Zum Tod von Marjane Satrapi

Die Comic-Künstlerin Marjane Satrapi wurde im Iran geboren und erlebte als Kind die Islamische Revolution und den ersten Golfkrieg. Ihre Erfahrungen verarbeitete sie nach der Emigration nach Frankreich in dem Comic „Persepolis“. Die Verfilmung unter eigener Regie machte auf die Möglichkeiten aufmerksam, komplexe politische Belange als Animationsfilm zu erzählen, und etablierte Satrapi auch als Regisseurin. Im Alter von 56 Jahren ist sie nun gestorben.

Von Christian Meyer-Pröpstl

Szene aus „Conbody vs Everybody“

Workout als Überlebensprinzip - DIe US-Regisseurin Debra Granik

Das Berliner Kino Arsenal zeigt derzeit eine Werkschau zu Debra Granik. Die US-Regisseurin widmet sich in ihren Arbeiten den Außenseitern der Gesellschaft. Bekannt wurde sie mit den Spielfilmen „Winter’s Bone“ und „Leave No Trace“. Aber auch im dokumentarischen Bereich hat sie beachtliche Werke inszeniert, zuletzt die Langzeitstudie „Conbody vs. Everybody“ über einen entlassenen Strafgefangenen beim Versuch, ein Fitnessstudio aufzubauen.

Von Esther Buss

Angelica Domröse 1963

Zwischen den Extremen - Nachruf auf Angelica Domröse

Die 1941 geborene Angelica Domröse war eine der bekanntesten Darstellerinnen der DDR, die am Berliner Ensemble und ab ihrem Filmdebüt „Verwirrung der Liebe“ auch im Kino Erfolg hatte, insbesondere mit „Die Legende von Paul und Paula“. Auch nachdem sie 1980 in die Bundesrepublik gewechselt war, glänzte sie weiterhin mit ihrem intensiven Spiel. Eine Würdigung der am 15. Mai 2026 verstorbenen Schauspielerin.

Von Stephan Ahrens

Szenenbild aus "Etty"

Die Shoah anders erzählen - Hagai Levi über seine Serie „Etty“

Hagai Levi, 1963 in einer streng orthodoxen Familie in Israel geboren, gehört zu den einflussreichsten Showrunnern der Welt. Seine Therapieserie „BeTipul“ wurde in den USA und in diversen anderen Ländern adaptiert; mit „The Affair“ und der Bergman-Neufassung „Scenes from a Marriage“ arbeitete er für HBO. Für seine aktuell in der arte-Mediathek präsentierte Miniserie „Etty“, eine Adaption der Tagebücher der niederländischen Jüdin Etty Hillesum, hat er seinen HBO-Vertrag pausieren lassen.

Von Chris Schinke