Personen des internationalen Films

Zum Tod des Filmemachers Christian Rischert

Der Filmemacher Christian Rischert war ein Pionier des persönlichen Dokumentarfilms. Als Chronist der Alltagskultur unterfütterte er seine Beobachtungen aber auch mit ökonomischen und ökologischen Fragestellungen. Besonders bekannt wurde er für seine Erkundungen Italiens; der brüchigen Pracht des Großraums Venedig widmet er allein fünf Filme. Kurz vor seinem 88. Geburtstag ist er in Murnau verstorben.

Von Ralph Eue

In Memoriam… 2025

Bei aller Vorfreude aufs neue (Kino-)Jahr verdient auch die Trauer um die vielen Filmschaffenden ihr Recht, die 2025 verstorben sind. Die Erinnerung an sie ist stets auch eine Passage durch die Filmgeschichte, an der sie eingeschrieben haben, vor oder hinter der Kamera. Neben großen Stars wie David Lynch, Robert Redford, Brigitte Bardot oder Claudia Cardinale werden dabei auch Künstler:innen gewürdigt, die weniger prominent sind, die Entwicklung des Mediums aber ebenso mitgeprägt haben.

Von Marius Nobach

Rolf Peter Kahl

Man muss Filme, die von geschichtlichen Ereignissen handeln, so umsetzen, dass sie auch ein junges Publikum ansprechen. Also mit filmischen Mitteln, die es kennt. Gerade auch, wenn es um den Holocaust geht.

Eine Vorliebe für Close-up - Hafsia Herzi über „Die jüngste Tochter“

Mit dem autobiografischen Roman von Fatima Daas über das lesbische Erwachen einer muslimischen Jugendlichen verfilmte die französische Regisseurin Hafsia Herzi erstmals eine literarische Vorlage. Dabei arbeitet sie erneut mit Laien und professionellen Darstellern und geht mit der Kamera nahe an die Gesichter heran. Ein Gespräch über Berührungen und das Ausprobieren, nicht nur im Filmgeschäft.

Von Kamil Moll

Kate die Große - Kate Winslet

Im Leben einiger weniger Filmstars gibt es diesen Moment, in dem sich der Mensch vor den Augen des Publikums zu einer Ikone transformiert. Für Kate Winslet kam er schon im Alter von 22 Jahren mit ihrer Darstellung der Rose in „Titanic“. Immer wieder spielt sie die Rolle der Unkonventionellen, der Aufwieglerin, der Frau, die nach einer unmöglichen Liebe strebt oder von der Gesellschaft in den Wahn getrieben wird. Doch nach über 30 Karrierejahren als Darstellerin hat Winslet neue Wege hinter der Kamera eingeschlagen.

Von Niklas Lotz

Provozierender Menschenfreund - Nachruf auf Rosa von Praunheim

1970 verschaffte der Filmemacher Rosa von Praunheim der deutschen Schwulenbewegung mit seinem provokanten Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“ entscheidende Impulse und griff auch später in seinen Werken immer wieder queere Themen auf. Sein enormes Œeuvre zeichnete sich aber auch durch das Nebeneinander von ernsten Anliegen und schrill-trivialen Formen aus; Grotesken setzte er ebenso um wie berührende, sehr persönliche Dokumentarfilme.

Von Josef Schnelle

Menschlichkeit und Wahrheit - Zum Tod von Rob Reiner

Der US-Regisseur Rob Reiner war ein grandioser Komödienhandwerker, dessen Herz insbesondere für Liebes- und Beziehungsgeschichten schlug. Mit „Harry und Sally“ inszenierte er einen der großen Klassiker dieses Genres, zeigte sich aber auch mit der ironischen Doku „This is Spinal Tap“ und der bittersüßen Stephen-King-Verfilmung „Stand by me“ auf der Höhe seiner Kunst. Seine Regiearbeiten wie auch seine gelegentlichen Auftritte als Schauspieler bezeugten stets seinen Einsatz für liberale Werte und Humanität.

Von Josef Schnelle

Der Um-die-Ecke-Denker - Rian Johnson

Seit er mit Filmen wie „Brothers Bloom“ und „Looper“ berühmt wurde, spielt Filmemacher Rian Johnson gerne mit vertrauten Genremustern und versteht es immer wieder, sie interessant zu brechen. Sein Ausflug ins „Star Wars“-Franchise brachte ihm zwar wenig Ruhm ein, doch mit seinen „Knives Out“-Filmen und der Serie „Poker Face“ hat er sich einen Ruf als Meister gewitzter filmischer Rätselspiele erarbeitet. Ein Werkporträt.

Von Christoph Dobbitsch

Nachruf auf Arne Birkenstock

Nach langer, schwerer Krankheit ist der Dokumentarfilm-Regisseur und Produzent Arne Birkenstock am 28. November 2025 verstorben. Er hinterlässt ein beeindruckendes Werk, das von künstlerischem Mut, Kreativität und unternehmerischer Weitsicht geprägt ist.

Von Erik Winker

An die Menschheit glauben - Interview mit Teona Strugar Mitevska

Filmemacherin Teona Strugar Mitevska stammt aus Skopje, genau wie die katholische Ordensschwester Mutter Teresa. Bereits 2010 setzte sich die Regisseurin in dem Dokumentarfilm „Teresa und ich“ mit der Heiligen auseinander, nun kehrt sie mit dem biografischen Drama „Teresa - Ein Leben zwischen Licht und Schatten“ zu ihr zurück. Darin präsentiert sie die junge Nonne als Kämpferin für ihre Überzeugungen und gegen patriarchale Bevormundung in der Kirche.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

 

Lernen vom Schlechtesten - Christoph Maria Herbst über „Stromberg“

Stromberg ist wieder da. Am 4. Dezember startet mit „Stromberg – Wieder alles wie immer“ der zweite Kinofilm um den ebenso eitlen wie inkompetenten Abteilungsleiter Bernd Stromberg und seine leidgeplagte Büromannschaft. Ab 2004 hatte Christoph Maria Herbst den Protagonisten Bernd Stromberg in fünf Fernsehstaffeln zur Kultfigur gemacht; 2013 folgte der erste Kinofilm. Nun schlüpft er ein Jahrzehnt später und unter ganz anderen gesellschaftlichen Vorzeichen erneut in die Rolle. 

Das Gespräch führte Joachim Heinz