Personen des internationalen Films

Heinz Brinkmann (24.6.1948-4.4.2019)

Der Dokumentarfilmer Heinz Brinkmann war ein aufmerksamer, poetisch-humorvoller Beobachter des Alltags und griff in seinen Filmen oft gesellschaftliche Einschnitte und Umbrüche auf. Neben Werken über die ostdeutsche Wendezeit wurde er so auch zum subtilen Chronisten der Veränderungen auf seiner Heimatinsel Usedom.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

„Wir waren damals alle Verrückte“

Am 31. März 2019 feiert einer der meistprämierten deutschen Regisseure seinen 80. Geburtstag: Volker Schlöndorff. Trotz persönlicher Rückschläge und durchwachsener Kritiken für seine letzten Filme, bleibt er ein vitaler Mann im Unruhestand. Ein Gespräch über sein wildes Frühwerk, den Gemeinschaftssinn des deutschen Autorenkinos, Angela Merkel und sein filmisches Vermächtnis.

Von Simon Hauck

Guillermo del Toro

Das Gefährlichste auf der Welt ist Perfektion. Nur Faschisten und Nationalisten streben danach.

Agnès Varda (30.5.1928-29.3.2019)

Die französische Filmemacherin Agnès Varda (1928-2019) stand der Nouvelle Vague nahe, ließ sich mit ihren eigenwilligen Werken zwischen Fiktion und Dokumentarischem und ihrer Arbeit als Fotokünstlerin aber keiner Schule zuordnen. Bis ins hohe Alter bewahrte sie sich jedoch einen neugierigen und vorurteilsfreien Blick. Ein Nachruf auf die Regisseurin.

Von Wilfried Reichart

Marxist in Marseille

Der französische Filmemacher Robert Guédiguian verknüpft in seinen Werken immer wieder liebevolle Blicke auf seine Heimatstadt Marseille mit leidenschaftlichen Schulterschlüssen mit der Klasse der Arbeiter und Migranten. Seine Filme handeln von der Reibung zwischen dem Vertrauten und dem Fremden, sind aber stets vom festen Glauben an ein friedliches Zusammenleben der Menschen geprägt. Ein Porträt zum Kinostart von „Das Haus am Meer“.

Von Patrick Holzapfel

Touristische Orte sind imaginäre Gebilde

In „Dream Away“ begibt sich die Filmemacherin Johanna Domke nach Sharm El Sheikh auf der Sinai-Halbinsel, einer ehemaligen Hochburg des internationalen Tourismus, in der sich islamische und westlich-liberale Wertvorstellungen durchdrangen. Seit den Anschlägen 2015 ist das Badeparadies weitgehend verödet. Ein Interview über Authentizität, die Macht der Bilder und warum Dokumentarfilme immer auch inszenierte Momente enthalten.

Das Gespräch führte Peter Kremski

Der US-Regisseur J.C. Chandor im Porträt

In seinen bislang vier Spielfilmen hat der US-amerikanische Regisseur J.C. Chandor eine erstaunliche Vielfalt gezeigt. Seine Werke entziehen sich klassischen Genrezuweisungen und erzählen von existenziellen Krisenerfahrungen, in die sich oft dezidierte Gesellschafts- und Kapitalismuskritik mischt. Ein Porträt zum Start seines neuen Action-Thrillers „Triple Frontier“ auf Netflix.

Von Karsten Essen

Eine Begegnung mit Regisseur Barry Jenkins

Dank seines introvertierten Kinodramas „Moonlight“, das 2017 mit einem „Oscar“ als bester Film geehrt wurde, wurde Barry Jenkins schlagartig berühmt. Jetzt bringt der afroamerikanische Regisseur seine James-Baldwin-Verfilmung „Beale Street“ in die Kinos. Eine Begegnung mit dem Filmemacher in Berlin.

Von Jens Hinrichsen

Im Porträt: Sam Rockwell

Folgt auf den „Oscar“ als bester Nebendarsteller, den der US-Schauspieler Sam Rockwell für „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ 2018 mit nach Hause nahm, nun ein zweiter? Für seinen Part als George W. Bush in „Vice – Der zweite Mann“ ist der 1968 geborene Virtuose erneut nominiert. Anlass für eine Passage entlang der Filmauftritte eines Ausnahmedarstellers.

Von Ulrich Kriest

Albert Finney (9.5.1936-7.2.2019)

Der britische Schauspieler Albert Finney entwickelte auf der Leinwand eine immense Präsenz, mit der er von den Anfängen im Free Cinema bis zu Altersrollen in Blockbustern zahlreiche denkwürdige Auftritte gestaltete. Filme von John Huston und Sidney Lumet bis zu Steven Soderbergh und Tim Burton bezogen Kraft aus seinen wuchtigen, oft heißblütigen Charakteren.

Ein Nachruf von Thomas Brandlmeier.

Nachruf auf Václav Vorlícek

Der große tschechische Märchenfilmer, dessen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ Jahr für Jahr die Weihnachtstage versüßt, ist tot. In Erinnerung bleibt Václav Vorlícek aber nicht nur mit seinen charmanten Kinderfilmen, sondern auch mit skurrilen Komödien für Erwachsene, die mit leisem Spott den Alltag für Possen und Satiren plünderten.

Von Ralf Schenk