Personen des internationalen Films

Zum Tode von Dušan Makavejev (13.10.1932-25.1.2019)

Der serbische Regisseur Dušan Makavejev ließ sich nicht ins sozialistische System Jugoslawiens einspannen und eckte in den 1960er- und 1970er-Jahren mit spöttisch-subversiven Werken regelmäßig an. Auch nach seiner Emigration blieb er ein kritischer Geist, der die Konsumgesellschaft gleichermaßen aufs Korn nahm wie zuvor hehre revolutionäre Ideale.

Ein Nachruf von Bernd Buder

Der Film „Rafiki“ als „LGBT“-Politikum

Die Liebe zweier junger Frauen in Nairobi passt ihrer Umwelt nicht in den Kram. Doch ihre Zuneigung trotzt allem Widerstand. Das betörend optimistische Drama „Rafiki“ (ab Donnerstag in den deutschen Kinos) wurde in Kenia verboten. Doch seine Regisseurin Wanuri Kahiu streitet vor Gericht um eine Aufhebung des Verbots. Dabei geht es um die von der kenianischen Verfassung garantierte Meinungsfreiheit, mehr aber noch um das Recht, als Schwule und Lesben in Kenia leben zu dürfen.

Von Dorothee Wenner

Guillermo del Toro

Das Gefährlichste auf der Welt ist Perfektion. Nur Faschisten und Nationalisten streben danach.

Zum Tode von Jonas Mekas (24.12.1922-23.01.2019)

Der litauisch-amerikanische Filmemacher Jonas Mekas etablierte mit dem New American Cinema ein radikales und zugleich poetisches Avantgarde-Kino. Nun ist er im Alter von 96 Jahren in New York gestorben. Ein Nachruf auf den „Godfather“ des amerikanischen Underground-Films, der in seinen Werken die Poesie des Alltäglichen beschrieb.

Von Wilfried Reichart

Hans-Günther Pflaum (1941-19.12.2018)

Der Filmkritiker Hans-Günther Pflaum (1941-2018) war ein vehementer Vermittler und Förderer der Filmkunst, der sich insbesondere dem Autorenfilm nahe fühlte. Das Kino liebte er insbesondere als Fenster zur Welt. Ein Nachruf auf den Filmkritiker, der von 1973 bis 1976 auch leitender Redakteur der Zeitschrift „film-dienst“ war.

Von Rainer Gansera

In memoriam Waltraut Pathenheimer

Die Filmfotografin machte mit ihren hohen Ansprüchen aus den Standfotos zu DEFA-Filmen eine eigene Kunst. Als Begleiterin fast der gesamten DDR-Filmgeschichte prägten ihre Aufnahmen die Rezeption etlicher herausragender Werke und erwarben selbst Klassikerstatus. Ein Nachruf auf die verstorbene Foto-Künstlerin.

Von Ralf Schenk

Wolfgang Jacobsen

Zum Jahresende verlässt der umtriebige Publizist die Deutsche Kinemathek und wechselt in den (Un-)Ruhestand. Seit 1980 hat er als Redakteur maßgeblich die publizistische Linie des Hauses mitbestimmt, wichtige Filmbuch-Reihen ins Leben gerufen und über ein Jahrzehnt die Retrospektiven der "Berlinale" geprägt. Eine Würdigung.


Von Werner Sudendorf

Hera Hilmar: Die neue Wonder Woman

Der von Peter Jackson produzierte Science-Fiction-Film „Mortal Engines“ (seit 13. Dezember im Kino) rumpelt vielleicht erzählerisch etwas, punktet aber mit einem frischen Gesicht in der Hauptrolle. Für die 30-jährige Isländerin Hera Hilmar dürfte der Film der internationale Durchbruch sein.

Im Porträt: Mia Goth

Sie erscheine ihr immer, als wäre sie erst vor einer Minute geboren worden: So charakterisierte Regisseurin Claire Denis Mia Goth, die in ihrem Film „High Life“ mitspielt. Die 1993 geborene Britin gehört zu den Jungdarstellern, die 2018 von sich reden machten – auch dank ihres Auftritts im Remake von „Suspiria“. Dem Typus der Kindfrau gewinnt sie überraschend abgründige Seiten ab.

Im Interview: Benedikt Erlingsson

Der isländische Filmemacher Benedikt Erlingsson machte 2013 mit seinem Regiedebüt „Von Menschen und Pferden“ von sich reden; sein Film „Gegen den Strom“  um eine widerständige Heldin, die gegen die Zerstörung der Natur zu Felde zieht, läuft jetzt im Kino. Ein Gespräch über Widerstand und starke Frauen, die Bedrohung der Welt und die Kunst, darüber nicht den Humor nicht zu verlieren.

Von Michael Ranze

Interview mit Marcelo Martinessi

Der erste Spielfilm des 1973 geborenen Paraguayers Marcelo Martinessi war 2018 eine der herausragenden Entdeckungen des „Berlinale“-Wettbewerbs. „Die Erbinnen“ porträtiert die ältere Chela, die sich durch die erzwungene Trennung von ihrer Partnerin neu im Leben orientieren muss. Ein Gespräch über einen Film, der unterschwellig die Klassenunterschiede einer Gesellschaft aufgreift, die sich auch nach dem Ende der Militärdiktatur (1954-1989) mit grundsätzlichen Veränderungen schwertut.

Von Marius Nobach