Personen des internationalen Films

Zum Tode von Jean-Pierre Mocky (6.7.1933-8.8.2019)

Der französische Regisseur Jean-Pierre Mocky drehte rund 60 Filme in ebenso vielen Jahren und machte in seinen bissigen Satiren und makabren Farcen vor keinem Tabu und keiner gesellschaftlichen Institution Halt. Trotz großer Flops und mancher durchwachsener Werke bewährte sich Mocky als einzigartige Stimme im französischen Kino, die kompromisslos mit den Mitteln der Komik gegen Korruption, Heuchelei und Selbstgerechtigkeit ins Feld zog. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

In memoriam D.A. Pennebaker

Am 1. August ist Donn Alan Pennebaker im Alter von 94 Jahren gestorben. In den 1960ern war er einer der wesentlichen Impulsgeber des direct cinema. Nicht zuletzt prägten seine Musiker-Porträts das Genre der „Rockumentary“ wesentlich mit. Der Einfluss Pennebakers, der 2013 mit einem „Oscar“ für sein Lebenswerk geehrt wurde, machte sich auch im bundesdeutschen Kino bemerkbar.

Guillermo del Toro

Das Gefährlichste auf der Welt ist Perfektion. Nur Faschisten und Nationalisten streben danach.

Sei genau du selbst, und sonst nichts!

Lino Ventura fand erst spät zur Leinwand und verstand sich selbst nicht als Schauspieler; ohne formale Ausbildung beruhte sein Star-Appeal vor allem auf schierer physischer Präsenz und der Kunst der reduzierten Gesten. Erinnerungen an eine Legende des französischen Kinos, deren Geburtstag sich am 14. Juli 2019 zum 100. Mal jährt.

Von Wilfried Reichart

Zum Tod von Artur Brauner

"Mich gibt's nur einmal", heißt die Autobiografie des deutschen Filmproduzenten Artur Brauner (1.8.1918-7.7.2019), der im Alter von fast 101 Jahren gestorben ist. Mit unermüdlichem Erfindungsreichtum stieg der ältestes Sohn eines jüdischen Holzhändlers aus Lodz nach dem Krieg zu einem der erfolgreichsten europäischen Filmproduzenten auf. An sein Leben und seine Filme erinnert Josef Nagel.

Dämmerbilder

In den sinnlichen Filmen des mexikanischen Regisseurs Carlos Reygadas treffen Gegensätze aufeinander: das Zivilisierte und das Wilde, Gesellschaft und Natur, Ratio und Gefühl. Stilbildend aber ist sein Umgang mit Zeit, Rhythmus und Kamera. Damit erforscht er Körper, Einsamkeit und Triebe. Das sorgt für Skandale, treibt die Filmkunst aber auch in bislang unerschlossene (Sinn-)Dimensionen.

Von Patrick Holzapfel

Zwei mit einer Mission

Die Schweizer Dokumentaristen Reni Mertens und Walter Marti hatten zeitlebens eine „Schwäche für die Schwachen“. In ihren vom Neorealismus und dem Free Cinema geprägten Filmen standen oft Menschen am Rande der Gesellschaft oder mit Handicaps im Zentrum. Das Bildrausch Filmfest Basel ehrt die beiden Filmschaffenden mit einer Hommage.

Von Irene Genhart

Chronist mit offenem Ausgang

Peter Heller (Jahrgang 1946) gehört mit über 70 Filmen zu den produktivsten Dokumentaristen Deutschlands. Über 30 Filme drehte er in Afrika. Am 19. Juni strahlt arte seinen Film „Markt der Masken“ (2015) aus, dessen ursprüngliche Fassung der Regisseur auf eigene Initiative hin in großen Teilen überarbeitet hat. Ein Gespräch über sich ändernde Methoden im dokumentarischen Schaffen und die Schubladen der „Afrika-Experten“.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Ein umstrittener Meister

Shakespeare und die großen Opern des 19. Jahrhunderts waren der Stoff, aus dem die künstlerische Welt des italienischen Regisseurs Franco Zeffirelli erwuchs. Der Streit, den seine Werke oft auslösten, entzündete sich meist an der Kollision von Oper und Kino. Seine konservativen Positionen, auch als Abgeordneter für Berlusconis „Forza Italia“, sorgten ebenfalls für Aufregung. Doch 2017 widmete ihm Florenz ein Kulturzentrum, in dem sein Archiv für die Nachwelt erschlossen wird.

Von Stephan Ahrens

Eine provokative Filmkritikerin

Als Filmkritikerin nahm die am 19. Juni 1919 geborene Pauline Kael nicht nur in den USA eine Ausnahmestellung ein: Statt sich einer Filmtheorie zu verschreiben, näherte sie sich dem Kino mit hochpersönlichen Vorlieben, die sie in geschliffenen Texten formulierte. Kontroverse Positionen zu geschätzten Werken entstanden dabei ebenso wie Hymnen auf umstrittene Filmemacher, mit denen sie vielen jungen Regisseuren zum Durchbruch verhalf. Würdigung einer zeitlebens Unangepassten.

Von Patrick Holzapfel

Machine Gun Lover: Die Schauspielerin Gena Rowlands

Am 5. Juni ehrt arte Gena Rowlands mit einem Themenabend. Als Hauptdarstellerin und Frau des Regisseurs John Cassavetes bildete sie mit ihm ein Paar, das wie kein anderes im US-Kino für die Auflehnung gegen Konventionen stand. Gena Rowlands prägte dabei das Bild der wehrhaften Frau, die sich gegen eine bedrängende Gesellschaft auflehnt. Eine Hommage an die Darstellerin, die dem Kino einige seiner ehrlichsten Momente schenkte.

Von Patrick Holzapfel