Personen des internationalen Films

"Marx ist Marx und wir sind wir"

Mit ihrem Film „Padre Padrone – Mein Vater, mein Herr“ wurden die Brüder Vittorio und Paolo Taviani 1977 international bekannt. Aus ihren Wurzeln im italienischen Neorealismus entwickelten die beiden Filmemacher, die stets als Team arbeiteten, eine ganz eigene Filmsprache. Am 15. April ist nun der ältere der Taviani-Brüder, Vittorio, 88-jährig in Rom verstorben.

Von Josef Nagel

In Memoriam Juraj Herz (4.9.1934-8.4.2018)

Der slowakische Regisseur Juraj Herz war einer der prägnantesten Regisseure der tschechoslowakischen Neuen Welle in den 1960er-Jahren. Mit „Der Leichenverbrenner“ (1969) drehte er eine bittere Satire über das Mitläufertum, später inszenierte er anspruchsvolle Märchenfilme.

Ein Nachruf von Margarete Wach

Guillermo del Toro

Das Gefährlichste auf der Welt ist Perfektion. Nur Faschisten und Nationalisten streben danach.

„Wir sind fragile Persönlichkeiten“

Auf der „Berlinale“ begeisterte Emily Atefs „3 Tage in Quiberon“ (Kinostart am 12. April), ein Porträt der Schauspielerin Romy Schneider in ihren späten Lebensjahren. Marie Bäumer spielt diese in sich Zerrissene mit großer Überzeugungskraft, zögerte aber lange, bevor sie die Rolle annahm. Ein Gespräch über die Herausforderungen der Dreharbeiten und eine Annäherung durch Distanz.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Jean-Paul Belmondo wird 85

Obwohl der franzöische Schauspieler – im französischen Volksmund liebevoll "Bébel" genannt – in den letzten beiden Jahrzehnten nur noch selten in Filmen mitwirkte, ist der Schauspieler nicht vergessen. Am 9. April wird der Star, der in den 1960er-Jahren zu einem der großen Idole des europäischen Kinos aufstieg, 85 Jahre alt.

Isao Takahata (1935-2018)

Mit der „Heidi“-Serie, die der japanische Filmkünstler Isao Takahata zusammen mit Hayao Miyazaki realisierte, wurde hierzulande eine ganze Generation groß. Während sich Takahata in seiner Heimat mit Serien und Spielfilmen Kultstatus erarbeitete, blieb er außerhalb Japans lange weitgehend unbekannt. Am 5. April 2018 ist Isao Takahata im Alter von 82 Jahren gestorben. 2014 würdigte ihn FILMDIENST-Autor Stefan Stiletto in einem Porträt, das hier noch einmal zu lesen ist.

Erinnerung an Heinz Freitag

Den Namen des Synchron-Regisseurs Heinz Freitag kennen wohl nur Insider; Arthouse-Fans dürften jedoch viele seiner Arbeiten geläufig sein, hat er doch jahrzehntelang dazu beigetragen, dass Filme und Serien dank deutscher Fassungen ihren Weg zum Publikum finden. Mitte März ist Heinz Freitag verstorben. 3sat-Redakteur Jörg Marsilius, der öfters mit ihm zusammen gearbeitet hat, erinnert an sein Lebenswerk.

Pionier in Sachen Serie: Steven Bochco

Er war der Urvater der heute für ihre komplexen Erzählungen so hoch gelobten Fernsehserien: Der amerikanische Fernsehproduzent und -autor Steven Bochco läutete in den 1980er-Jahren eine Wende im Fernsehen ein, als er mit „Hill Street Blues“ und „L.A. Law“ erstmals anspruchsvolle Serien mit linear verknüpften Folgen ins Leben rief. Am 1.4. 2018 ist er im Alter von 74 Jahren an Leukämie verstorben.

Landschaften des Krieges

Mit „Vor dem Frühling“ (Kinostart: 29. März) setzt der georgische Filmemacher George Ovashvili zu einem Nachdenken über das Machtvakuum an, das nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu einem Bürgerkrieg, ethnischer Gewalt und dem Tod des ersten demokratisch gewählten Präsidenten führte. In all seinen Filmen zeigt sich in den Naturinszenierungen die Ambivalenz der postsozialistischen Gesellschaft zwischen kultureller Restauration und dem Wiedererstarken eines nationalistischen Mythos.

Ein Porträt von Silvia Bahl

Auf Anderes aus

In seinem Regiedebüt erzählt der US-Schauspieler John Carroll Lynch über einen alten Mann in der Wüste von Arizona, der gelernt hat, mit der Einsamkeit und seinem nahen Ende zu leben. Die wortkarge Meditation setzt zugleich dem Hauptdarsteller Harry Dean Stanton ein Denkmal, der wenige Monate nach den Dreharbeiten gestorben ist.

Das Interview führte Michael Ranze