Personen des internationalen Films

Déjà-vu und Quantensprung

Nach seinem Science-Fiction-Debüt „Primer“ (aktuell bei Mubi zu sehen) aus dem Jahr 2004 wurde der US-Independent-Filmemacher Shane Carruth als „uneheliches Kind von David Lynch und James Cameron“ gehypt. Obwohl Carruth sich seitdem rarmacht und nur einen weiteren Film, „Upstream Color“ fertiggestellt hat, genießt der Film-Autodidakt mittlerweile Kultstatus. Ein Porträt.

Von Sofia Glasl

Zum Tode von Tilo Prückner

Der Schauspieler Tilo Prückner (26.10.1940-2.7.2020) war einer der umtriebigsten deutschen Darsteller, der in den 1970er-Jahren mit Rollen als schmächtiger Außenseiter und Sonderling von Filmemachern des Jungen deutschen Films umworben wurde. Später glänzte er auch in zahlreichen Serienrollen und war bis ins Seniorenalter mit kleinen denkwürdigen Auftritten in Kino und Fernsehen präsent. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Asif Kapadia

Heutige Berühmtheiten sind allesamt digitale Charaktere. Sie schauen dauernd auf sich selbst und machen permanent Selfies. Wir alle sind davon besessen, ein perfektes Bild zu hinterlassen und alles zu zerstören, was nicht perfekt ist. Dabei ist gerade das das Faszinierende.

Biblischer Bilderreigen: Burhan Qurbani über "Berlin Alexanderplatz"

Der Filmemacher Burhan Qurbani legt mit seinem dritten langen Spielfilm eine modernisierte Adaption von Alfred Döblins avantgardistischem Romanklassiker „Berlin Alexanderplatz“ vor. Als deutscher Beitrag im Internationalen Wettbewerb der Berlinale hatte das ambitionierte Filmepos im Februar seine Premiere, jetzt kommt es endlich mit den Zeitläuften geschuldeter Verspätung in die Kinos. Ein Gespräch über den Film.

Von Peter Kremski


Das Kraftpaket: Die Schauspielerin und Sängerin Cynthia Erivo

Die britische Sängerin und Schauspielerin Cynthia Erivo hat sich schon längst als Musical-Star auf der Bühne etabliert. Spätestens mit ihrem aktuellen Film „Harriet – Der Weg in die Freiheit“, der ihr eine „Oscar“-Nominierung einbrachte, hat sie nun auch die Welt des Kinos erobert – und ist zugleich zu einer Botschafterin der „Black Lives Matter“-Bewegung geworden. Ein Porträt.

Von Dunja Bialas

Morricone Forever

Die Filmmusiken des 1928 geborenen italienische Komponisten Ennio Morricone haben sich unauslöschlich ins innere Ohr der Zuschauer eingebrannt. Egal ob Italowestern, Gangsterfilme, Historiendramen oder Gialli – Morricone kannte zeitlebens keine Scheu vor irgendeiner Spielart des Kinos, für das er Klassik und Avantgarde-Musik mit ureigener Experimentierfreude zusammenbrachte. Ein Nachruf auf einen Unsterblichen.

Von Jörg Gerle

Instinkt fürs Verrückte: Carl Reiner

Als Autor, Schauspieler und Regisseur war Carl Reiner eine der kreativsten Kräfte der US-Komik-Branche: Im Fernsehen leistete er Pionierarbeit in der Entwicklung von Sketch-Sendungen und Sitcoms, in Filmen, Büchern und Theaterstücken reflektierte er über das eigene Metier. Im Kino spielte er überwiegend kleine Rollen, bewies sich aber als vielseitiger Regisseur, der Gegenwartssatire ebenso meisterte wie die clevere Film-noir-Parodie „Tote tragen keine Karos“. Ein Nachruf.

Von Marius Nobach

Wo es keine Lösung gibt: Interview mit Carolina Hellsgård

Carolina Hellsgård wurde in Stockholm geboren und studierte an der Universität der Künste in Berlin und am California Institute of Arts. Ihr Debütfilm „Wanja“ hatte seine Premiere auf der „Berlinale“ 2015, ihre zweite Regiearbeit war der eigenwillige, in Thüringen angesiedelte Zombiefilm „Endzeit“. „Sunburned“ (ab 2.7. in den Kinos) ist ihr dritter Spielfilm, ein Drama mit satirischen Zügen um ein Mädchen, das im Andalusien-Urlaub einem gleichaltrigen illegalen Strandverkäufer aus dem Senegal helfen will.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Die Lust an der Verwandlung: Im Gespräch mit Paula Beer

Jede neue Rolle beginnt für die Schauspielerin Paula Beer mit einer kleinen Krise und der Furcht vor dem Sprung ins Unbekannte. Die Lust an der Verwandlung, die Neugier und das Verlangen, in die Haut einer anderen zu schlüpfen, nicht sich, sondern die Figur zu spielen, ist gleichzeitig aber auch das, was sie beflügelt. Ab Donnerstag, 2. Juli, lockt sie als moderne „Undine“ in Christian Petzolds gleichnamigem Film.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Zum Tod von Joel Schumacher

Der Hollywood-Regisseur Joel Schumacher (29.8.1939-22.6.2020) bewegte sich innerhalb des Studiosystems in etlichen Genres, inszenierte „Batman“-Blockbuster und starbesetzte Thriller, zeigte bei kleineren Projekten aber auch immer wieder höhere Ambitionen.

Von Marius Nobach