Personen des internationalen Films

In Stoffen denken: Die Kostümbildnerin Barbara Baum

Wie man mit Kleidern Leute macht: Die Kostümbildnerin Barbara Baum hat mit ihren Arbeiten, unter anderem für Rainer Werner Fassbinder, deutsche Filmgeschichte geschrieben. Eine Ausstellung in der Deutschen Kinemathek in Berlin würdigt ihr Schaffen und gibt sinnliche Einblicke in ihr Werk.

Von Josef Nagel

Zum Tode von Joachim Kunert

Der Regisseur Joachim Kunert (24.9.1929-18.9.2020) zählte zum Urgestein der DEFA. Schon kurz nach dem Krieg volontierte er bei Wolfgang Staudte und Kurt Maetzig. Er erwies sich als versierter Handwerker, der in großen Kinobildern zu inszenieren verstand. Anfang der 1970er-Jahre wechselte er zum Fernsehen, das mit Literaturadaptionen lockte. Nach der Wende war er arbeitslos. Jetzt ist er kurz vor seinem 91. Geburtstag gestorben.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Asif Kapadia

Heutige Berühmtheiten sind allesamt digitale Charaktere. Sie schauen dauernd auf sich selbst und machen permanent Selfies. Wir alle sind davon besessen, ein perfektes Bild zu hinterlassen und alles zu zerstören, was nicht perfekt ist. Dabei ist gerade das das Faszinierende.

Albtraum einer Mutterschaft - Katrin Gebbe über "Pelikanblut"

Im Jahr 2013 debütierte die deutsche Regisseurin Katrin Gebbe mit dem kontrovers aufgenommenen Drama „Tore tanzt“. Jetzt folgt mit „Pelikanblut“ ein vergleichbar herausforderndes Werk. Die Geschichte einer Frau, die mit wachsender Obsession ihre verhaltensauffällige Adoptivtochter zu retten versucht, setzt erneut auf Horrormotive und versagt sich einfachen Lösungen. Ein Gespräch über die Arbeit jenseits von Schubladendenken.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Juliette Gréco oder Das inszenierte Geheimnis

In Erinnerung bleibt sie vor allem als charismatische Ikone des französischen Chansons. Doch Juliette Gréco war auch eine beeindruckende Theater- und Filmschauspielerin mit einer internationalen Karriere. In Frankreich spielte sie in Filmen von Jean Cocteau, Jean Renoir und Jean-Pierre Melville, in Hollywood unter der Regie von John Huston und Henry King.

Von Peter Kremski

Trauer & Humor - Vadim Perelman über "Persischstunden"

Für den aus einer jüdischen Familie stammenden Regisseur Vadim Perelman, der in Kiew geboren wurde, aber im Westen aufwuchs und schließlich nach Kanada immigrierte,  war sein Film „Persischstunden“ ein Herzensanliegen. Die außergewöhnliche Geschichte erzählt von einem gefährlichen Täuschungsmanöver, mit dem ein jüdischer Belgier in einem Lager die Protektion eines SS-Offiziers erlangt.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Ein „Film-Schauspieler“ - Michael Gwisdek

Das Komische und das lockere Mundwerk waren Michael Gwisdek als Sprössling eines Gastwirt-Ehepaars gleichsam in die Wiege gelegt. Doch es dauerte, bis er seinen Traum vom „Film-Schauspieler“ verwirklichen konnte. Jetzt ist der launige Exzentriker mit den vielen Lachfalten um die Augen im Alter von 78 Jahren überraschend gestorben.

Ein Nachruf von Ralf Schenk

Erinnerungen an Jochen Kürten

Der langjährige Film- und Kulturredakteur der Deutschen Welle, Jochen Kürten, ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Mit seiner ruhigen, besonnenen Art und seinem hanseatischen Charme prägte er das Ressort durch alle medialen Umbrüche hindurch und machte es zu einem Ort echter Kultur- und Cinephilie.

Von Josef Lederle

Zum Tod von Michael Lonsdale

Der französisch-britische Schauspieler Michael Lonsdale war ein wahrer Komödiant, der im komischen Fach ebenso glänzte wie im tragischen, auf der Leinwand wie auch auf der Bühne. Bis ins hohe Alter stand er vor der Kamera, oft als Bourgeois mit Abgründen oder als Priester. 2011 gewann er den „César“ für seine Rolle des Bruder Luc in „Von Menschen und Göttern“. Am 21. September ist Michael Lonsdale im Alter von 89 Jahren gestorben.

Von Thomas Klein

Sich komplett bloßstellen - Kristen Stewart

Nach Anfängen als Kinderdarstellerin und der Phase als Star der Teenie-Vampir-Filmreihe „Twilight“ ist Kristen Stewart zu einer der aufregenden Schauspielerinnen ihrer Generation gereift. Umworben von internationalen Autorenfilmern, versenkt sich die US-Amerikanerin so weit in ihre Rollen, bis sie unerwartete Züge daran zum Vorschein bringt. Auch eine biografische Rolle wie in „Jean Seberg – Against All Enemies“ (ab 17. September im Kino) wird so zur schillernden Interpretation zwischen den Extremen.

Von Thomas Klein

Zum Tode von Diana Rigg

Berühmt wurde Diana Rigg (20.7.1938-10.9.2020) in den 1960er-Jahren als selbstbewusste Agentin in der Serie „Mit Schirm, Charme und Melone“, doch die Ambitionen der britischen Darstellerin gingen über die einer Stilikone weit hinaus. Auf der Leinwand, im Fernsehen und insbesondere im Theater schätzte sie vor allem abgründige Rollen, bei denen ihre Attraktivität und ihr leicht ironischer Ausdruck in die Irre führen und Boshaftigkeit, Sarkasmus, aber auch Verlorenheit verraten konnten.

Ein Nachruf von Marius Nobach