Generation: Schuld & Scham - Die „Generation“-Sektion der Berlinale
Bei den „Generationen“-Filmen der Berlinale wurden Kinder und Jugendliche immer wieder mit schwierigen Problemen konfrontiert, in denen sie mit Schuld- und Schamempfindungen umgehen mussten. Die Filme porträtierten die Heranwachsenden dabei nicht als passiv Leidtragende, sondern zeigten sie als reflektierende junge Menschen, die lernen, mit komplexen und widersprüchlichen Situationen umzugehen.
Von Denis Sasse
„If Pigeons Turned to Gold“ gewinnt Caligari-Filmpreis
Der tschechisch-slowakische Dokumentarfilm „If Pigeons Turned to Gold“ von Pepa Lubojacki ist der Gewinner des 41. Caligari-Filmpreises. Die vielschichtige Dokumentation erzählt von einer Familie, die unter Sucht und Wohnungslosigkeit leidet. Fünf Jahre lang begleitete die Filmemacherin ihre Angehörigen mit der Kamera. Ihre tagebuchartigen Aufzeichnungen verbindet sie mit Filmsequenzen, bei denen Kindheitsfotografien mit Hilfe von KI zum Leben erweckt werden.
Goldener Bär für "Gelbe Briefe"
Mit dem Drama „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak gewinnt 22 Jahre nach „Gegen die Wand“ erneut ein deutsch-türkischer Regisseur den „Goldenen Bären“ bei der Berlinale. In einem eher schwachen, politisch aber aufgeheizten Festivaljahrgang setzt sich damit eine packende, filmisch bestechende Kampfansage an den politischen Autoritarismus durch. Die klugen Juryentscheidungen und eine charmante Moderation ermöglichten dem Festival ein versöhnliches Finale.
Von Jörg Gerle
Auf der Zielgeraden - Berlinale 2026: „Bären“-Anwärter
Während rund um die Berlinale ausgiebig über politische Themen debattiert wird, drohen die Festivalfilme eher im Schatten zu stehen. Das hat zum Teil auch mit deren Qualität zu tun. Vor allem der Wettbewerb lieferte zu wenige Impulse, um für die „Bären“-Verleihung am Samstag viele würdige Kandidaten zu haben. Immerhin: Mit dem österreichischen Dokudrama "The Loneliest Man in Town" war am Freitag nochmal ein echtes Highlight am Start.
Von Jörg Gerle
Berlinale 2026 - Filmentdeckungen im Überblick
Zahlreiche Filme haben bei der 76. Berlinale ihre Weltpremiere, viele davon werden von den FILMDIENST-Kritikern bereits während des Festivals besprochen. Ein Überblick.
Berlinale 2026 - Ökumenischer Empfang
Beim Ökumenischen Berlinale-Empfang der Kirchen im Kulturquartier Silent Green standen Fragen nach dem Verhältnis von Religion, Politik und Filmkunst im Mittelpunkt. Kardinal Reinhard Marx hob in einer Podiumsdiskussion die Bedeutung von Filmen hervor, in denen die Dramatik der menschlichen Existenz sichtbar werde. Und der EKD-Beauftragte Johann Hinrich Claussen betonte, dass Kunst nur dann zu denken gebe, wenn sie Kunst bleibe und sich nicht von Interessen vereinnahmen lasse.
Von Josef Lederle
Eine Frage der Perspektive - 76. Berlinale 2026: Die ersten Highlights
Zu Beginn der 76. Berlinale (12.-22.2.2026) haben manche Filme im Wettbewerb durch ihre Ausrichtung überrascht. Während die Musikerbiografie „Everybody Digs Bill Evans“ in der Umsetzung von Jazzmusik in Bilder besticht, bleiben der Horrorfilm „Nightborn“ und die Satire „Rosebush Pruning“ vieles schuldig. Besser schlagen sich erwartbarere, aber auch durchdachtere Wettbewerbsbeiträge wie İlker Çataks „Gelbe Briefe“ oder Anke Blondés „Dust“. Eindrücke aus den ersten Festivaltagen.
Von Jörg Gerle
Träume haben kein Ablaufdatum - Die Eröffnung der Berlinale 2026
Die Eröffnung der 76. Berliner Filmfestspiele strengte sich am 12. Februar 2026 trotz Dauerregen an, Lust aufs Kino zu machen. Zu den Glanzpunkten der Eröffnung gehörte die Ehrung von Michelle Yeoh mit dem „Goldenen Ehrenbären“ und die Laudatio von Regisseur Sean Baker. Der Eröffnungsfilm „No Good Men“ dagegen lässt filmkünstlerisch noch Luft nach oben.
Von Jörg Gerle
Die 76. Berlinale geht an den Start
Heute Abend startet die 76. Berlinale mit dem Film "No Good Men" von der in Hamburg lebenden Regisseurin Shahrbanoo Sadat. Die internationale Jury wird von Wim Wenders geleitet. Das deutsche Kino ist mit drei neuen Werken von Angela Schanelec, Eva Trobisch und İlker Çatak im Wettbewerb vertreten. Die Eröffnungsveranstaltung beginnt um 19.00 Uhr und wird live auf YouTube gestreamt.
Von Jörg Gerle
Unangepasste Held:innen - Die 61. Solothurner Filmtage
Bei den 61. Solothurner Filmtagen standen Filme mit einem besonderen Augenmerk auf historischen Aufarbeitungen und Geschichten über Menschen im Zentrum, die gegen den Strom schwimmen. Als bester Film wurde „Qui vit encore“ von Nicolas Wadimoff ausgezeichnet; geehrt wurde auch der Filmjournalist Michael Sennhauser, für sein langjähriges Engagement, aber auch als Vertreter eines unabhängigen Journalismus.
Von Irene Genhart