Festivals

Die Rettung der Zukunft vor der Gegenwart

Nach dem Ausfall der „Diagonale“ 2020 konnte die diesjährige Ausgabe der österreichischen Jahresfilmschau in Graz aus dem Vollen schöpfen: Aus den Werken der beiden Jahrgänge 2020 und 2021 stachen neue Dokumentarfilme heraus, deren Themen von der direkten Abbildung der Gesellschaft unter Corona-Bedingungen bis zur wissenschaftlichen Suche nach einer Verlängerung des Lebens reichten.

Von Ralf Schenk

Cannes will’s wissen

Mit einem kompromisslosen Bekenntnis zum Kino als dem einzigen Ort wahrer Filmkunst will das 74. Cannes Festival (6.-17. Juli) der siebenten Kunst zu einer glanzvollen Rückkehr verhelfen. Das von Thierry Frémaux und Pierre Lescure im UGC Normandie Cinema in Paris präsentierte Programm umfasst 64 Filme und eine neue „Cannes Premiere“-Reihe. Präsident der Jury ist der US-Regisseur Spike Lee.

Von Josef Lederle

Die Zeit der Utopie ist jetzt - Die Kurzfilmtage Oberhausen

Die Kurzfilmtage Oberhausen waren schon immer ein Ort für Experimente. Die Maxime ihres Gründers Hilmar Hoffmann, „Kultur für alle“, erfährt gerade eine neue Dringlichkeit, denn das Online-Festival will weit mehr als eine Streaming-Plattform für kurze Filme sein. Auch im digitalen „Festival Space“ will man ein Ort des gemeinsamen Redens und Nachdenkens bleiben.

Von Anne Küper

Visions du Réel 2021 - Verlorene Inseln oder Die Zeit kontemplativer Einsamkeit

Das 52. Filmfestival „Visions du Réel“ (15.-25.4.2021) entwickelte sich auf andere Weise zum hybriden Filmfest: Die Online-Ausgabe wurde nach den Kinoöffnungen in der Schweiz um reale Vorführungen im Kinosaal erweitert. Ein vielfältiges Programm, exzellente Filme und eine sorgfältige Durchführung sprachen für sich.

Von Irene Genhart

Das 21. goEast Filmfestival

Das 21. goEast Festival des mittel- und osteuropäischen Films (20.-26. April) findet in diesem Jahr komplett online statt. Nahezu alle 92 Festivalfilme stehen zum Streamen bereit. Die Jury des Festivals sichtet hingegen in der Caligari Filmbühne in Wiesbaden. Auch das Programm mit Filmgesprächen, Diskussionsrunden und den Panels des Symposiums ist online zugänglich.

Von Kira Taszman

"Berlinale": Warum ist Gerson Liebl kein Deutscher?

Von der #BlackLivesMatter-Plaza ins koloniale Togo. Das „Forum Expanded“-Programm der „Berlinale“ geizte nicht mit expliziten filmischen Interventionen in die politischen Diskurse unserer Zeit. Vor allem drei Filme reflektierten dabei über Möglichkeiten und Grenzen von Symbolpolitik und insistierten auf den gründlichen Blick in die Geschichte, um die Gegenwart zu verstehen.

Von Till Kadritzke

"Berlinale": Feier des Unvorhersehbaren

Die 71. Berliner Filmfestspiele (1.-5.3.2021) präsentierten ihr Programm erstmals auf digitalem Wege und beschränkt auf fünf Tage. Davon abgesehen zeigte sich die „Berlinale“ allerdings in Hochform, u.a. mit einem Wettbewerb von ungewöhnlicher Qualität und Vielfalt. Als trotziges Gegengewicht zur Corona-Apathie offenbarten sich viele Filme als Werke mit Begeisterung für ausgefeilte Erzählungen, formale Fantasie und humanistische Ansinnen. Eine Bilanz.

Von Marius Nobach

Berlinale: "Das Mädchen und die Spinne"

Eine junge Frau zieht aus der Wohngemeinschaft mit ihrer Freundin aus, was auch im Leben benachbarter Menschen Risse hinterlässt. Eine mal komische, mal abgründige Erzählung über fehlbare Beziehungen, unerfülltes Begehren, Nähe und Einsamkeit. - Sehenswert ab 14.

Berlinale: "Bad Luck Banging or Loony Porn"

"Berlinale": Es muss anders werden!

Neben zahlreichen Filmen wurden im Rahmen der „Berlinale“ auch neue Serien vorgestellt. Zu den sechs Beiträgen gehörten die deutsch-österreichische Serie „Ich und die Anderen“ von David Schalko, die britische Serie „It’s a Sin“ und die US-Dokuserie „Philly D.A.“. In allen Beiträgen war die Hoffnung auf andere Zustände mit Händen zu greifen.

Von Felicitas Kleiner