Festivals

Im Wettbewerb von Locarno: "Das freiwillige Jahr"

Feiert aktuell beim Filmfestival in Locarno Premiere: Der neue Film von Ulrich Köhler und Henner Winckler um eine Vater-Tochter-Beziehung, die auf eine Zerreißprobe gestellt wird, als die Tochter anders als geplant der Liebe wegen nicht zum freiwilligen sozialen Jahr ins Ausland aufbricht.

Hunde im Weltall

Laikas Nachfahren: Beim Filmfestival in Locarno feierte am Wochenende der russische Dokumentarfilm „Space Dogs“ Premiere, der auf faszinierende Weise einen Rückblick auf den Einsatz von Tieren im sowjetischen Weltraumprogramm mit der Realität von Straßenhunden im gegenwärtigen Moskau kreuzt.

Von Irene Genhart

Auf Leoparden-Jagd

Das 72. Filmfestival von Locarno (7.-17.8.2019) ist das erste unter der künstlerischen Leitung der Französin Lili Hinstin. Obwohl die neue Direktorin fast die ganze Auswahlkommission ausgewechselt hat, zeugt das Programm vor allem von Kontinuität. Das deutsche Filmschaffen ist im Programm stark vertreten, u.a. mit einem Film von Ulrich Köhler und Henner Winckler im internationalen Wettbewerb.

Von Irene Genhart

54. Filmfestival von Karlovy Vary

Familien und andere Katastrophen: Der Wettbewerb beim 54. Filmfestival in Karlovy Vary (28.6.-6.7. 2019) kreiste um marode Familienstrukturen und familiäre Entfremdung. Mit dabei: „Lara“ von Jan-Ole Gerster, deren Hauptdarstellerin Corinna Harfouch als beste Schauspielerin ausgezeichnet wurde.

Was tun, wenn’s brennt?

Beim 37. Filmfest München brannte es auf der Leinwand. Das Feuer war als Motiv allgegenwärtig und diente immer wieder als Ausdruck für die entflammenden Leidenschaften oder den Ausbruch schwelender Konflikte. Neben einprägsamen filmischen Werken war aber auch zu spüren, dass das Festival um sein Profil ringt. Eine Bilanz.

Von Marius Nobach

Realität und Dichtung

Beim 37. Filmfest München waren in den ersten Tagen viele Filme zu sehen, deren Figuren die Spannung zwischen ihrem oft ernüchternd realen Leben und der Verheißung auf ein anderes Dasein am eigenen Leib erfuhren. Was sich auf der Leinwand als Spiel mit Wirklichkeit und Wunschexistenz in effektvollen, aber auch beunruhigenden Formen ausbreitet, spiegelt unterschwellig auch die verordnete Neuorientierung des Festivals wider.

Von Marius Nobach


Melancholische Melodien

Bei der 19. Ausgabe des „Nippon Connection“-Filmfestivals in Frankfurt spielte die Musik als glühende Herzkammer wie auch als Filter, der die Monotonie des Alltags erträglich macht, eine auffallende Rolle. Das hatte wohl auch damit zu tun, dass viele Filme um private Dinge, Persönliches und Allerinnerstes, kreisten. Höhepunkte des gut besuchten Festivals waren allerdings feingesponnene Animes.

Von Lucas Barwenczik

Visions of Iran

Im Iran entstehen jedes Jahr mehr als 100 Filme, von denen kaum je einer in die deutschen Kinos gelangt. Dem will das Kölner Festival „Visions of Iran“ (30.5.-2.6.) ein wenig Abhilfe schaffen, indem es eine interessante Auswahl aktueller iranische Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme zeigt, darunter auch Komödien, Action- und Kriegsfilme.

Von Fabian Tietke

Cannes 2019: Doch noch ein Skandal

Am Ende gab es in Cannes doch noch einen Skandal, weil Abdellatif Kechiche in „Mektoub, My Love: Intermezzo“ seine „kubistische“ Vermessung des weiblichen Körpers mit ostentativer Dauer auf dreieinhalb Stunden ausdehnte. Sandra Hüller glänzt in „Sibyl“ als betrogene Filmemacherin, und Eric Toledano & Oliver Nakache erkunden in „Hors Normes“ die Kommunikation autistischer Menschen.

Von Silvia Bahl

Keine Antworten auf die Krise

Heute wählt Europa. Die Bürger entscheiden nicht nur über ein Parlament, sondern über ihr Schicksal. Auch ein Festival wie das in Cannes trifft weitreichende Entscheidungen, die den Status dessen, was man unter Film und Kino versteht, maßgeblich beeinflussen. Im 72. Jahr wusste das Filmfest aber nicht so recht, wofür es optieren soll.


Ein Abschlusskommentar von Josef Lederle