Festivals

Filmtage Solothurn - Ein starker Frauenjahrgang

Die 56. Edition der Solothurner Filmtage fiel mitten in die zweite Pandemiewelle und konnte seine Funktion, Werkschau und Forum des gegenwärtigen Schweizer Filmschaffens zu sein, auch als reines Online-Festival ebenso informativ wie unterhaltsam erfüllen. Dass man 2021 in der Schweiz 50 Jahre Frauenstimmrecht feiert, spiegelte sich in einem von weiblichen Blickwinkeln dominierten Jahrgang.

Von Irene Genhart

Bilder, die wir uns nehmen

Einen „Jahrgang von jungen Filmschaffenden, der die Augen offenhält und sich an den aktuellen gesellschaftlichen Debatten beteiligt“, versprach der Katalog zum Programm des 42. Filmfestivals Max Ophüls Preis – durchaus zu Recht. Wobei die künstlerisch spannenden Arbeiten mitunter abseits der Checkliste der drängenden Gegenwartsprobleme zu finden waren.

Von Ulrich Kriest

42. Filmfestival Max Ophüls Preis 2021

Lange hatten die Organisatoren des 42. Filmfestivals Max Ophüls Preis in Saarbrücken gehofft, eine Hybrid-Ausgabe anbieten zu können, doch nach den Lockdown-Beschlüssen im November blieb nur der Ausweg einer Online-Ausgabe. Für eine optimale Besucheransprache haben sie sich einige Neuerungen einfallen lassen. Am Sonntagabend fiel mit dem Eröffnungsfilm „A Black Jesus“ von Luca Lucchesi der Startschuss für das erste deutsche Filmfestival im zweiten Corona-Jahr.

Von Reinhard Kleber

Richtung: aufwärts! - Das Filmfestival Mannheim-Heidelberg

Das Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg (11.-22.11.) hat sich im 69. Jahr seiner Existenz einer radikalen Verjüngung unterzogen. Unter der neuen Leitung von Sascha Keilholz präsentiert das IFFMH seinen Schwerpunkt auf jungem, innovativem Kino auch entsprechend frisch und unkonventionell – und Corona-bedingt gleich auch online.

Von Esther Buss

DOK Leipzig 2020

Die erste Ausgabe des Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm unter der neuen Leitung von Christoph Terhechte fiel neben den Corona-Herausforderungen durch Korrekturen der Aufführungspolitik auf. Weniger entschlossen wirkten hingegen manche Filme in den Wettbewerben.

Von Matthias Dell

Die Preise des 68. Filmfestivals San Sebastián

Das Drama „Beginning“ der georgischen Filmemacherin Dea Kulumbegashvili ist mit vier wichtigen Preisen der große Gewinner des 68. Filmfestivals in San Sebastián (18.-26.9.2020). „Another Round“ von Thomas Vinterberg wurde mit dem SIGNIS-Preis geehrt.

Von Wolfgang Hamdorf

Die eigene Geschichte - Frauenfilmfestival Köln-Dortmund (IFFF)

Das Internationale Frauenfilmfestival (IFFF) Dortmund/Köln musste im Frühjahr 2020 wegen der Corona-Pandemie noch kurzfristig abgesagt werden, konnte im September jetzt aber nachgeholt werden. Dabei präsentierten sich Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilme ebenso vielfältig wie gesellschaftskritisch, während die Sektionen Anstöße für Debatten um eine feministische Geschichtsschreibung lieferten.

Von Gitta Düperthal

Mille Grazie, Signore Barbera - Das 77. Venedig-Filmfestival 2020

Die Hoffnung des „Mostra“-Direktors Alberto Barbera, mit dem Filmfestival in Venedig der Filmbranche neuen Mut einzuflößen, ist glänzend aufgegangen. Das Festival ächzte zwar unter den Corona-Bedingungen, feierte aber das Kino und die Filmkunst – und überraschte auch dadurch, dass acht von 18 Wettbewerbsfilmen von Frauen inszeniert worden waren. Den „Goldenen Löwen“ gewann das Road Movie „Nomadland“ von Chloé Zhao.

Von Margret Köhler

Und morgen die ganze Welt - Venedig 2020

Als einziger deutscher Beitrag im Wettbewerb hatte beim 77. Festival von Venedig das Drama „Und morgen die ganze Welt“ der Regisseurin Julia von Heinz Premiere. Darin schließt sich eine junge Jurastudentin in Mannheim einer Antifa-Gruppe an. Als die Aktivisten einem rechten Netzwerk mit Anschlägsplänen auf die Spur kommen, wandelt sich die Milieu- und Jugendstudie zum Politthriller, der um die Frage kreist, ab wann Gewalt im Kampf gegen rechts erlaubt oder gar geboten ist.

Eine Kritik von Rüdiger Suchsland

Venedig 2020: Schmeißt eure Handys weg

Die 77. „Mostra“ überrascht durch starke, sehenswerte Filme und offenbart den Reichtum des globalen Filmemachens. Antiautoritäre Töne, eine harsche Kritik an der gegenwärtigen Kultur und radikale Handlungsoptionen bestimmen die Filme. Insbesondere die neuen Werke von Milo Rau, Abel Ferrara und Gia Coppola, aber auch die Arbeiten von Gianfranco Rosi und Mona Fastvold lohnen die Auseinandersetzung.

Von Rüdiger Suchsland