Festivals

Melancholische Melodien

Bei der 19. Ausgabe des „Nippon Connection“-Filmfestivals in Frankfurt spielte die Musik als glühende Herzkammer wie auch als Filter, der die Monotonie des Alltags erträglich macht, eine auffallende Rolle. Das hatte wohl auch damit zu tun, dass viele Filme um private Dinge, Persönliches und Allerinnerstes, kreisten. Höhepunkte des gut besuchten Festivals waren allerdings feingesponnene Animes.

Von Lucas Barwenczik

Visions of Iran

Im Iran entstehen jedes Jahr mehr als 100 Filme, von denen kaum je einer in die deutschen Kinos gelangt. Dem will das Kölner Festival „Visions of Iran“ (30.5.-2.6.) ein wenig Abhilfe schaffen, indem es eine interessante Auswahl aktueller iranische Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme zeigt, darunter auch Komödien, Action- und Kriegsfilme.

Von Fabian Tietke

Cannes 2019: Doch noch ein Skandal

Am Ende gab es in Cannes doch noch einen Skandal, weil Abdellatif Kechiche in „Mektoub, My Love: Intermezzo“ seine „kubistische“ Vermessung des weiblichen Körpers mit ostentativer Dauer auf dreieinhalb Stunden ausdehnte. Sandra Hüller glänzt in „Sibyl“ als betrogene Filmemacherin, und Eric Toledano & Oliver Nakache erkunden in „Hors Normes“ die Kommunikation autistischer Menschen.

Von Silvia Bahl

Keine Antworten auf die Krise

Heute wählt Europa. Die Bürger entscheiden nicht nur über ein Parlament, sondern über ihr Schicksal. Auch ein Festival wie das in Cannes trifft weitreichende Entscheidungen, die den Status dessen, was man unter Film und Kino versteht, maßgeblich beeinflussen. Im 72. Jahr wusste das Filmfest aber nicht so recht, wofür es optieren soll.


Ein Abschlusskommentar von Josef Lederle 

Goldene Palme für "Parasite"

Das 72. Festival de Cannes (14.-25.5.) endet mit umstrittenen Entscheidungen. Eine erste Übersicht über die Palmen und die Preisträger.

Kirchen zeichnen "A Hidden Life" aus

Palmen-Spekulationen

Auf der Zielgerade des Cannes-Festivals gibt es keine Favoriten, aber eine Reihe von Kandidaten für die Palmen. Vorhersagen über die Preise der Jury unter Vorsitz von Alejandro González Iñárritu sind deshalb schwer; in den Kritikerlisten führt immer noch Pedro Almodóvar mit „Leid und Herrlichkeit“ vor Céline Sciamma mit „Portrait of a Lady on Fire“; neu hinzugekommen ist Bong Joon-Ho mit der Gesellschaftsfarce „Parasite“.

Von Josef Lederle

Fokus auf die Frauen

Die #MeToo-Debatte hat auch in Cannes mehr in Bewegung gesetzt, als es die magere Zahl von nur vier Regisseurinnen im Wettbewerb vermuten lässt. So begegnet man diversen Filmen, in denen Frauen die zentralen Figuren sind oder Männer überhaupt keine Rolle mehr spielen. Notizen zu den (Frauen-)Filmen „Portrait of a Lady on Fire“ von Céline Sciamma, „Adam” von Maryam Touzani und „La vie invisible d’Euridice Gusmão“ von Karim Aïnouz.

Von Josef Lederle

Leid, Herrlichkeit & Hitler

Halbzeit beim Filmfestival an der Côte d'Azur: In den Kritikerspiegeln liegt Pedro Almodóvars „Leid und Herrlichkeit“ ganz vorne; die melancholischen Erinnerungen eines gealterten Regisseurs rührten die Herzen der Kritiker. Auf weniger Gegenliebe stößt „A Hidden Life“ von Terrence Malick über den von den Nazis hingerichteten Franz Jägerstätter; viel Applaus gibt es dagegen für Genrefilme wie „La Gomera“ von Corneliu Porumboiu.

Von Josef Lederle

Wunden der Zeit

Der Brite Ken Loach setzt mit dem bewegenden Drama „Sorry We Missed You“ den Ton in Cannes. Doch auch die Zombies lassen sich nicht klein kriegen, sondern tauchen an überraschenden Stellen in wechselnden Gestalten immer wieder auf. Ein Zwischenbericht von der Côte d’Azur.

Von Josef Lederle