Filmnotizen aus Cannes III: Barfuß zum Glück

Es kommt eher selten vor, dass Festivalfilme glücklich machen. Doch nach „All of a Sudden“ des japanischen Regisseurs Ryusuke Hamaguchi schwebte halb Cannes einige Zentimeter über dem Boden, weil sein sanfter Humanismus dem Tragischen nicht das letzte Wort überlässt. Filme über die deutsche Geschichte wie „Heimsuchung“ von Volker Schlöndorff oder „Fatherland“ von Paweł Pawlikowski greifen hingegen in dunklere Register.

Von Josef Lederle

Filmnotizen aus Cannes II: Ein anderer Blick

Das Frauenthema treibt Cannes weiter um, nicht nur mit Blick auf die Beteiligung weiblicher Filmschaffender im Wettbewerb. Mit großer Klarheit und eindringlichen Inszenierungen kreisen viele Filme in den ersten Tagen um Herausforderungen, vor die Frauen in einer patriarchal geprägten Welt gestellt sind. Notizen zu den Werken von Koji Fukada, Charline Bourgeois-Tacquet, Rudi Rosenberg und Asghar Farhadi.

Von Josef Lederle

Was ist ein Kurzfilm?

In der Festivallandschaft gehören die 72. Kurzfilmtage Oberhausen (28.4.-3.5.) zu den bedeutendsten, die sich ganz dem kurzen Filmformat gewidmet haben. Doch was macht einen Kurzfilm eigentlich zum Kurzfilm? Einige Gedanken zu Wesen und Qualitäten des Kurzfilms anhand herausragender Werke im diesjährigen Internationalen Wettbewerb von Oberhausen.

Von Leo Geisler

Le Cinéma! Die Eröffnung des 79. Festival de Cannes

Die glanzvolle Eröffnungsgala des 79. Filmfestivals in Cannes (12.-23.5.2026) ehrte am 12. Mai den neuseeländischen Filmemacher Peter Jackson mit einer Ehrenpalme und erinnerte zugleich an die politische Dimension des Kinos. Als Eröffnungsfilm machte Pierre Salvadoris „The Electric Kiss“ beschwingt Lust aufs Kino. Die Verwechslungskomödie im historischen Gewand spielt Anfang der 1920-Jahre auf einem Jahrmarkt in Paris.

Von Josef Lederle

Kurzfilmtage Oberhausen: Der Deutsche Wettbewerb

Bei den 72. Kurzfilmtagen in Oberhausen (28.4.-3.5.2026) prägten aktuelle Fragen um die Echtheit von Bildern und Erinnerung den Deutschen Wettbewerb. Die Filme versuchten anhand von Archivmaterial oder durch den Rückgriff auf Familiengeschichten Projektionen auf die Gegenwart zu ermöglichen und zeigten, wie hartnäckig sich Ressentiments halten, wenn keine zwischenmenschliche Annäherung erfolgt.

Von Kathrin Häger

Das 43. Frauen Film Fest Köln+Dortmund

Das 43. Frauen Film Fest Köln+Dortmund, das vom 22. bis 26. April in Köln stattfindet, verspricht selbstbestimmte, kämpferische, zukunftsweisende und unterhaltsame Bilder und Geschichten von und über Frauen. Fünf Tage lang werden 83 Filme aus 37 Ländern zu sehen sein. Eröffnet wird das Filmfest mit „No Good Men“ von Sharbanoo Sadat, mit dem schon die Berlinale startete.

Von Felix Knorr

Cannes 2026: Das Programm

Die Auswahl des 79. Filmfestivals in Cannes (12.-23.5.2026) holt die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach mit „Das geträumte Abenteuer“ in den Wettbewerb, wo sie unter anderem mit neuen Filmen von Andrey Zvyagintsev, Pedro Almodóvar, Marie Kreutzer und Pawel Pawlikowskis „Vaterland“ über Thomas und Erika Mann konkurriert. Premiere feiert in Cannes auch Volker Schlöndorff mit „Heimsuchung“. Während große US-Produktionen fehlen, setzt Cannes auf jüngere Autorenfilmer und hat das osteuropäische Kino wieder mehr im Blick.

Von Jörg Taszman

Generation: Schuld & Scham - Die „Generation“-Sektion der Berlinale

Bei den „Generationen“-Filmen der Berlinale wurden Kinder und Jugendliche immer wieder mit schwierigen Problemen konfrontiert, in denen sie mit Schuld- und Schamempfindungen umgehen mussten. Die Filme porträtierten die Heranwachsenden dabei nicht als passiv Leidtragende, sondern zeigten sie als reflektierende junge Menschen, die lernen, mit komplexen und widersprüchlichen Situationen umzugehen.

Von Denis Sasse

„If Pigeons Turned to Gold“ gewinnt Caligari-Filmpreis

Der tschechisch-slowakische Dokumentarfilm „If Pigeons Turned to Gold“ von Pepa Lubojacki ist der Gewinner des 41. Caligari-Filmpreises. Die vielschichtige Dokumentation erzählt von einer Familie, die unter Sucht und Wohnungslosigkeit leidet. Fünf Jahre lang begleitete die Filmemacherin ihre Angehörigen mit der Kamera. Ihre tagebuchartigen Aufzeichnungen verbindet sie mit Filmsequenzen, bei denen Kindheitsfotografien mit Hilfe von KI zum Leben erweckt werden.