Veranstaltungen & Ausstellungen

Entsagung & Ekstase - Eine Installation von Pauline Curnier Jardin

So viel Entsagung war lange nicht mehr. Auf Nähe, Umarmungen oder schlichtes Miteinander muss man seit eineinhalb Jahren weitgehend verzichten. Dazu passt die filmische Installation „Fat to Ashes“, die jetzt im Museum Hamburger Bahnhof in Berlin zu sehen ist. Die französische Künstlerin Pauline Curnier Jardin geht darin dem Zusammenhang von Askese und Rausch, Eros und Thanatos nach, wozu karnevaleske Grenzüberschreitungen, der Schock des Aschermittwochs und auch die Brüste der Heiligen Agatha gehören.

Von Jens Hinrichsen

"rhizom.film" im Deutschen Filmmuseum

Das Deutsche Filminstitut & Filmmuseum (DFF) in Frankfurt erweitert sein Angebot um eine faszinierende Möglichkeit, der deutschen Filmgeschichte spielend auf die Spur zu kommen – durch ein virtuelles Netzwerk, das sich um die Filmanfänge von hundert wichtigen Werken spinnt. Im „Rhizom Filmgeschichte“ verbinden sich Werke aus allen Epochen und Gattungen, deren erste Minuten motivisch, stilistisch oder thematisch miteinander in Bezug gesetzt werden.

Von Josef Nagel

Kinos & die Krise der Öffentlichkeit

Das Kino bleibt ein uneingelöstes Versprechen. Nicht erst in der Coronakrise treten seine Widersprüche offen zutage. Die Streamingdienste setzen ihm zu, in den Innenstädten sind die Mieten kaum noch zu bezahlen, die Kulturpolitik glänzt durch Desinteresse. Der virtuelle Bundeskongress der kommunalen Kinos suchte darauf nach Antworten.

Von Fabian Tietke

Unorthodox: Die „Emmys“ 2020

Bei der Verleihung der 72. „Emmy Awards“ konnte die deutsche Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader über eine Auszeichnung für die Miniserie „Unorthodox“ jubeln. Ansonsten dominierte einmal mehr der Bezahlsender HBO in den Drama- und Miniserien-Kategorien, während eine kanadische Comedyserie gleich mehrere Rekorde brach.

Von Marius Nobach

Schwebeteilchen: Elfi Mikesch zum 80. Geburtstag

Rosa von Praunheim hat seiner langjährigen Mitstreiterin Elfi Mikesch zum 80. Geburtstag ein materialreiches Buch gewidmet, das mit großer Hingabe und Leidenschaft deren „schwebenden“ Werken nachspürt. Begleitend dazu zeigt die Berliner Galerie Gustav von Hirschheydt aktuell eine Ausstellung mit neuen Arbeiten von Elfi Mikesch und Lilly Grote.

Von Esther Buss

Europäischer Filmpreis 2019: Die Preisgala am 7.12.

Mit seinem Historiendrama „The Favourite“ über zwei Hofdamen im Kampf um die Gunst der englischen Königin Anne Stuart war der Grieche Yorgos Lanthimos der große Gewinner des Europäischen Filmpreises 2019. Insgesamt gingen 8 Auszeichnungen an seinen Film. Zu den weiteren Siegern zählte auch der deutsche Beitrag „Systemsprenger“.

Brandspuren

Die Deutsche Kinemathek zeigt in der Ausstellung „Brandspuren“ (28.11.2019-31.5.2020) historische Filmplakate, die einen abenteuerlichen Weg hinter sich haben: Entstanden in den 1920er- und 1930er-Jahren, wurden sie im Zweiten Weltkrieg in einem Salzbergwerk eingelagert und erst nach gut 40 Jahren geborgen. Dank der Kunst der Restauration erstrahlen die stark angegriffenen Plakate nun wieder vielfältig und farbenfroh.

Von Fabian Tietke

Geträumte Städte

Nicht etwa ein Filmmuseum, sondern eine Berliner Architektengalerie richtet die erste deutsche Soloausstellung des US-amerikanischen Produktionsdesigners Syd Mead aus. Der heute 86-Jährige arbeitete zunächst für die Autoindustrie, bis Hollywood rief. Meads Spezialität: Fantastische Transportmittel und urbane Zukunftsvisionen. Ein Porträt des Mannes, der den „Blade Runner“ das Fliegen lehrte.

Von Jens Hinrichsen

Europäischer Kinotag

Am Sonntag, 13. Oktober, feiern über 700 Kinos weltweit die Vielfalt des europäischen Kinos mit einem besonderen Filmprogramm. Auch viele deutsche Kinos sind beteiligt. Künstlerische Paten des Events sind die Schauspielerin Sandra Hüller, die französische Regisseurin Céline Sciamma und das belgische Filmemacher-Duo Jean-Pierre und Luc Dardenne.

Abgründe zum Wahnsinn: Werkschau Lynne Ramsay

Das Berliner Kino Arsenal zeigt im Oktober Filme von Lynne Ramsay. Obwohl das Oeuvre der Schottin bislang gerade einmal vier Spielfilme umfasst, zählt die 1969 in Glasgow geborene Regisseurin zur ersten Riege der Filmemacherinnen weltweit. Ihre schonungslosen, bildstarken Filme kreisen um Themen wie Schuld, Trauer und Gewalt, irritieren mit elliptischen Erzählweisen und verbinden Sozialrealismus mit lyrischen Einfällen.