Licht & Schatten: Andrzej-Wajda-Ausstellung
In Polen ist 2026 offiziell als Andrzej-Wajda-Jahr ausgerufen worden, um den 100. Geburtstag des am 6. März 1926 geborenen Regisseurs zu ehren. Auch das Filmmuseum in Düsseldorf widmet Andrzej Wajda bis Ende August eine Ausstellung. Prominente Zeugnisse aus seinen Filmen erinnern an ein Œuvre, das von den 1950er-Jahren an die Veränderungen in der polnischen Gesellschaft reflektierte. Die Ausstellung geht auch auf die wechselhafte Biografie Wajdas ein, die sein künstlerisches Ethos stark beeinflusste.
Von Josef Nagel
Work in Progress: Arbeit im Dokumentarfilm
Am 15. und 16. Januar fand im Filmhaus Köln ein von der dfi – Dokumentarfilminitiative organisiertes Symposium statt, das sich unter dem Titel „Work in Progress“ mit der Darstellung von Arbeit im Dokumentarfilm und mit der Arbeit im Kontext des Dokumentarfilms selbst auseinandersetzte. Neben historischen Persepktiven ging es dabei unter anderem um die filmische Auseinandersetzung mit Digital-Arbeit sowie um die Herausforderungen, die sich angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen stellen.
Von Eva Königshofen
Die Vergangenheit - unvorhersehbar - Vorschau auf Filmausstellungen 2026
Die für 2026 angekündigten Ausstellungen über Filmschaffende oder interessante Kapitel der Filmgeschichte versprechen einen ereignisreichen Jahrgang. Darunter befinden sich eine Hommage auf Wim Wenders, Ausstellungen zu 80 Jahre DEFA und dem queeren Kino, sowie Einzelschauen zu Marilyn Monroe, Hedy Lamarr, Andrzej Wajda, Orson Welles und Miguel Gomes. Eine Vorschau auf nationale wie internationale Events.
Von Josef Nagel
Die 38. Europäischen Filmpreise
Am 17. Januar 2026 wurden in Berlin die Europäischen Filmpreise 2025 vergeben. Erstmals fand die Gala nicht im Dezember, sondern Anfang des kommenden Jahres statt, mitten in der Preisverleihungssaison, kurz vor Bekanntgabe der „Oscar“-Nominierungen. Das soll zu mehr medialer Aufmerksamkeit führen. Große Gewinner waren die Filme „Sentimental Value“ von Joachim Trier mit sechs Preisen und „Sirât“ von Óliver Laxe, der fünf Preise auf sich vereinte.
Von Jörg Taszman
Romy Schneider – Ich bin nicht mehr Sissi
Der französische Comicautor Stéphane Betbeder hat zusammen mit dem Zeichner Rémi Torregrossa eine Comic-Biografie von Schauspiel-Star Romy Schneider vorgelegt, die auf die späten 1950er- und die 1960er-Jahre und Romys Bestrebungen fokussiert, das „Sissi“-Image loszuwerden und sich als Charakterdarstellerin zu etablieren. Dabei geht es primär um die schauspielerische Arbeit, Privates wie die Liaison mit Alain Delon fließt nur ein, wo es unmittelbar damit zusammenhängt.
Von Christian Meyer-Pröpstl
„Golden Globes“ 2026
Bei der Verleihung der 83. „Golden Globes“ in Los Angeles am 11. Januar 2026 hat Paul Thomas Andersons satirischer Politthriller „One Battle After Another“ seinen Favoritenstatus in der „Awards Season“ untermauert und war mit vier Preisen der große Gewinner unter den Kinofilmen. Aber auch das Liebesdrama „Hamnet“ und der brasilianische Historienthriller „The Secret Agent“ konnten Boden im Rennen um die „Oscars“ gutmachen.
Von Marius Nobach
Was kann Kino? Zur Reihe “Arsenal on Location“
Das Berliner Arsenal Kino hat die Wartezeit zwischen dem Ende des Filmhauses am Potsdamer Platz und dem Einzug in die neuen Räumlichkeiten im Kulturquartier Silent Green im Frühjahr 2026 auf seine Weise genutzt: als Kino auf dem Sprung, das mit befreundeten Spielstätten in Deutschland oder auch außerhalb kooperierte. Jetzt endet die Aktion „Arsenal on Location“ nach 360 Veranstaltungen an rund 70 verschiedenen Orten. Mit erstaunlichen Ergebnissen.
Von Fabian Tietke
Filme von Judit Elek in Berlin
Die 1937 geborene ungarische Filmemacherin Judit Elek wurde mit Spiel- und Dokumentarfilmen bekannt, die sich durch die Nähe zu den Figuren und ihre Vorurteilslosigkeit auszeichnen. Neben Darstellungen der Lebensrealität im sozialistischen Ungarn thematisierte sie in späteren Werken auch ihre eigene Herkunft aus einer jüdischen Familie. Aktuell würdigt eine Filmreihe im Kino Krokodil und im Collegium Hungaricum Berlin die Regisseurin und ermöglicht eine Wiederentdeckung eines bemerkenswert modernen Œuvres.
Von Esther Buss
Suche mit offenem Ausgang - Wim-Wenders-Ausstellung in Bonn
Zum 80. Geburtstag des deutschen Filmemachers Wim Wenders am 14. August 2025 widmet ihm die Bonner Bundeskunsthalle eine fulminante Ausstellung. Die vielen literarischen, malerischen und musikalischen Einflüsse auf sein Werk kommen an den zehn thematischen Stationen von „Engel“ bis „Japan“ ebenso zur Geltung wie tiefe Einblicke in Dreharbeiten und Filmausschnitte in einer eigens für die Ausstellung konzipierten überwältigenden Rauminstallation.
Von Alexandra Wach
„Breathing Matter(s) – Véréna Paravel & Lucien Castaing-Taylor”
Mit ihrer ersten gemeinsamen Arbeit „Leviathan“ wurden die Filmemacher Véréna Paravel und Lucien Castain-Taylor 2012 schlagartig bekannt, weil sie die Grenzen der menschlichen Wahrnehmungsraumes radikal erweiterten. Ihren Weg, den sie seitdem konsequent fortgesetzt haben, zeichnet ab 18. Juli die Ausstellung „Breathing Matter(s)“ im silent green Kulturquartier in Berlin nach.