Veranstaltungen & Ausstellungen

Unbekannte Nachbarn

Obwohl Tschechien und Böhmen von Berlin aus eigentlich nur einen Katzensprung entfernt liegen, ist die Kinematografie der beiden Nachbarländer in Deutschland kaum bekannt. Dem will eine hochkarätige Filmreihe abhelfen, die unter dem Titel „In weiter Ferne, so nah! Tschechische und slowakische Kinolandschaften“ zentrale Werke aus der Zeit zwischen den 1930er- und 2000er-Jahren versammelt. Eine cinephile Einladung, sich mit dieser wichtigen Film- und Kulturregion intensiver zu beschäftigen.

Von Claus Löser

Dokville 2026: Im Sog der Populisten

Das zweitägige „Dokville“-Branchentreffen im Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart kreiste um die Bedrohung der liberalen Demokratie und um den Vertrauensschwund in öffentliche Institutionen. Der aggressive Populismus in den Sozialen Medien untergräbt die Glaubwürdigkeit des demokratischen Diskurses. Wie sollen herkömmliche Medien und Filmschaffende darauf reagieren?

Von Jürgen Brand

An Masken glauben: Stanley Kubrick, Shirley Clarke & Michael Roemer

Im Österreichischen Filmmuseum in Wien sind derzeit Filme von Stanley Kubrick, Shirley Clarke und Michael Roemer im Rahmen einer gemeinsamen Retrospektive zu sehen. Die originelle Kombination erlaubt es, im Schatten des Giganten Kubrick zwei weniger bekannte, aber ebenso einzigartige Figuren des US-amerikanischen Kinos zu entdecken. Und Ähnlichkeiten aufzuspüren, wo sie auf den ersten Blick kaum zu erkennen sind.

Von Philipp Stadelmaier

Die Schauspielerin hinter der Ikone: Marilyn-Monroe-Ausstellung in Paris

Anlässlich des 100. Geburtstages von Marilyn Monroe widmet die Cinémathèque française in Paris der US-amerikanischen Ikone derzeit eine interessante Ausstellung, in der vor allem ihre oft übersehene Schauspielkunst in den Mittelpunkt gestellt wird. Das zwingt zwar nicht zu einer fundamentalen Neubewertung der Darstellerin, fügt ihrem Mythos aber eine spannende neue Variante hinzu.

Von Josef Schnelle

Sonne satt - Der Deutsche Filmpreis 2026

Die „Lola“-Verleihung 2026 verlief technisch nicht reibungslos, konnte aber oft begeistern. Neben dem mit zehn Auszeichnungen eindeutigen Siegerfilm „In die Sonne schauen“ sorgten auch andere Preisträger für denkwürdige emotionale Momente. Aber auch die gute Stimmung des Abends konnte grundlegende Probleme des deutschen Kinos nicht ganz überdecken.

Von Marius Nobach

Deutscher Filmpreis 2026: Die Nominierungen

Der internationale Erfolg von „In die Sonne schauen“ hat sich auch bei den Nominierungen für den 76. Deutschen Filmpreis niedergeschlagen. Mit elf Nennungen darf das komplexe Vier-Zeitebenen-Drama von Mascha Schilinski als Favorit für die „Lolas“ am 29. Mai gelten. Daneben hat die Deutsche Filmakademie mit der Bekanntgabe der „Lola“-Auswahl unter anderem auch die Filme „Gelbe Briefe“, „Amrum“ und „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ gestärkt.

Von Marius Nobach

Einladung zum Quer-Sehen: Die Ausstellung "Inventing Queer Cinema"

Queeres Kino ist schon seit den 1920er-Jahren Teil der deutschen Filmlandschaft, auch wenn dies unter den Nazis und in der Nachkriegszeit verdrängt wurde. Die Ausstellung „Inventing Queer Cinema“ würdigt im neuen Quartier der Deutschen Kinemathek im E-Werk die Protagonisten dieses Kinos und zeichnet die große Fülle und den Erfindungsreichtum des queeren Kinos bis in die Gegenwart nach.

Von Joachim Huber

Zwischen Glanz & Zukunftssorgen - Die Oscar-Verleihung 2026

Die 98. „Oscar“-Verleihung am 15. März 2026 bot eine spannende Konkurrenz zwischen den genresprengenden Werken „One Battle After Another“ und „Blood & Sinners“, die am Ende zehn Preise unter sich aufteilten. Aber auch jenseits davon überzeugte die von Conan O’Brien moderierte Gala weitestgehend, vor allem durch Reminiszenzen an frühere Shows und einige optimale erstmalige Gewinner.

Von Marius Nobach

Licht & Schatten: Andrzej-Wajda-Ausstellung

In Polen ist 2026 offiziell als Andrzej-Wajda-Jahr ausgerufen worden, um den 100. Geburtstag des am 6. März 1926 geborenen Regisseurs zu ehren. Auch das Filmmuseum in Düsseldorf widmet Andrzej Wajda bis Ende August eine Ausstellung. Prominente Zeugnisse aus seinen Filmen erinnern an ein Œuvre, das von den 1950er-Jahren an die Veränderungen in der polnischen Gesellschaft reflektierte. Die Ausstellung geht auch auf die wechselhafte Biografie Wajdas ein, die sein künstlerisches Ethos stark beeinflusste.

Von Josef Nagel

Work in Progress: Arbeit im Dokumentarfilm

Am 15. und 16. Januar fand im Filmhaus Köln ein von der dfi – Dokumentarfilminitiative organisiertes Symposium statt, das sich unter dem Titel „Work in Progress“ mit der Darstellung von Arbeit im Dokumentarfilm und mit der Arbeit im Kontext des Dokumentarfilms selbst auseinandersetzte. Neben historischen Persepktiven ging es dabei unter anderem um die filmische Auseinandersetzung mit Digital-Arbeit sowie um die Herausforderungen, die sich angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen stellen.

Von Eva Königshofen