Die Vergangenheit - unvorhersehbar - Vorschau auf Filmausstellungen 2026

Die für 2026 angekündigten Ausstellungen über Filmschaffende oder interessante Kapitel der Filmgeschichte versprechen einen ereignisreichen Jahrgang. Darunter befinden sich eine Hommage auf Wim Wenders, Ausstellungen zu 80 Jahre DEFA und dem queeren Kino, sowie Einzelschauen zu Marilyn Monroe, Hedy Lamarr, Andrzej Wajda, Orson Welles und Miguel Gomes. Eine Vorschau auf nationale wie internationale Events.

Von Josef Nagel

Die 38. Europäischen Filmpreise

Am 17. Januar 2026 wurden in Berlin die Europäischen Filmpreise 2025 vergeben. Erstmals fand die Gala nicht im Dezember, sondern Anfang des kommenden Jahres statt, mitten in der Preisverleihungssaison, kurz vor Bekanntgabe der „Oscar“-Nominierungen. Das soll zu mehr medialer Aufmerksamkeit führen. Große Gewinner waren die Filme „Sentimental Value“ von Joachim Trier mit sechs Preisen und „Sirât“ von Óliver Laxe, der fünf Preise auf sich vereinte.

Von Jörg Taszman

Romy Schneider – Ich bin nicht mehr Sissi

Der französische Comicautor Stéphane Betbeder hat zusammen mit dem Zeichner Rémi Torregrossa eine Comic-Biografie von Schauspiel-Star Romy Schneider vorgelegt, die auf die späten 1950er- und die 1960er-Jahre und Romys Bestrebungen fokussiert, das „Sissi“-Image loszuwerden und sich als Charakterdarstellerin zu etablieren. Dabei geht es primär um die schauspielerische Arbeit, Privates wie die Liaison mit Alain Delon fließt nur ein, wo es unmittelbar damit zusammenhängt.

Von Christian Meyer-Pröpstl

„Golden Globes“ 2026

Bei der Verleihung der 83. „Golden Globes“ in Los Angeles am 11. Januar 2026 hat Paul Thomas Andersons satirischer Politthriller „One Battle After Another“ seinen Favoritenstatus in der „Awards Season“ untermauert und war mit vier Preisen der große Gewinner unter den Kinofilmen. Aber auch das Liebesdrama „Hamnet“ und der brasilianische Historienthriller „The Secret Agent“ konnten Boden im Rennen um die „Oscars“ gutmachen.

Von Marius Nobach

Was kann Kino? Zur Reihe „Arsenal on Location“

Das Berliner Arsenal Kino hat die Wartezeit zwischen dem Ende des Filmhauses am Potsdamer Platz und dem Einzug in die neuen Räumlichkeiten im Kulturquartier Silent Green im Frühjahr 2026 auf seine Weise genutzt: als Kino auf dem Sprung, das mit befreundeten Spielstätten in Deutschland oder auch außerhalb kooperierte. Jetzt endet die Aktion „Arsenal on Location“ nach 360 Veranstaltungen an rund 70 verschiedenen Orten. Mit erstaunlichen Ergebnissen. 

Von Fabian Tietke

Filme von Judit Elek in Berlin

Die 1937 geborene ungarische Filmemacherin Judit Elek wurde mit Spiel- und Dokumentarfilmen bekannt, die sich durch die Nähe zu den Figuren und ihre Vorurteilslosigkeit auszeichnen. Neben Darstellungen der Lebensrealität im sozialistischen Ungarn thematisierte sie in späteren Werken auch ihre eigene Herkunft aus einer jüdischen Familie. Aktuell würdigt eine Filmreihe im Kino Krokodil und im Collegium Hungaricum Berlin die Regisseurin und ermöglicht eine Wiederentdeckung eines bemerkenswert modernen Œuvres.

Von Esther Buss

Suche mit offenem Ausgang - Wim-Wenders-Ausstellung in Bonn

Zum 80. Geburtstag des deutschen Filmemachers Wim Wenders am 14. August 2025 widmet ihm die Bonner Bundeskunsthalle eine fulminante Ausstellung. Die vielen literarischen, malerischen und musikalischen Einflüsse auf sein Werk kommen an den zehn thematischen Stationen von „Engel“ bis „Japan“ ebenso zur Geltung wie tiefe Einblicke in Dreharbeiten und Filmausschnitte in einer eigens für die Ausstellung konzipierten überwältigenden Rauminstallation.

Von Alexandra Wach

„Breathing Matter(s) – Véréna Paravel & Lucien Castaing-Taylor”

Mit ihrer ersten gemeinsamen Arbeit „Leviathan“ wurden die Filmemacher Véréna Paravel und Lucien Castain-Taylor 2012 schlagartig bekannt, weil sie die Grenzen der menschlichen Wahrnehmungsraumes radikal erweiterten. Ihren Weg, den sie seitdem konsequent fortgesetzt haben, zeichnet ab 18. Juli die Ausstellung „Breathing Matter(s)“ im silent green Kulturquartier in Berlin nach.

Von F D

Ufa Filmnächte 2025

Auch in diesem Jahr zeigen der Bertelsmann Verlag und die UFA vom 27. bis 29. August auf der Museuminsel in Berlin drei Stummfilmklassiker des Weimarer Kinos: „Varieté“ von Ewald André Dupont, „Der Rosenkavalier“ von Robert Wiene sowie „Der Sträfling aus Stambul“ von Gustav Ucicky. Alle Filme werden von Live-Musik begleitet und kundig eingeführt.

Von F D

„Three-Thousand Numbered Pieces“ in Berlin

Am Samstag, 24. Mai, findet im Berliner Kino Krokodil eine Sondervorführung der ungarischen Satire „Three-Thousand Numbered Pieces“ mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Der Film basiert auf dem Theaterstück einer Roma-Theatergruppe und nimmt sich systemischen Antiziganismus vor: Ein Regisseur will ein Schauspiel über und mit Roma inszenieren und Vorurteile aufbrechen, muss sich jedoch seinerseits zusehends den Vorwurf gefallen lassen, seine Schauspieler auszunutzen.

Von F D