Leders Journal (51): Alle Scheinwerfer auf mich!
In seinem Buch „Alle Scheinwerfer auf mich!“ analysiert der US-Fernsehkritiker James Poniewozik, wie Donald Trump die Macht der Medien nutzte, um sich selbst als Fernsehfigur und später als Präsident zu inszenieren. Die Studie beleuchtet, wie der Schulterschluss von Reality-TV, Politik und Performativität Trumps Auftritte zu einem globalen Medienereignis macht – zwischen Show, Machtspiel und gezielter Provokation.
Von Dietrich Leder
Die besten Serien 2025
Die Filmdienst-Redaktion hat unter den Serien, die 2025 in Deutschland bei Streamingdiensten und Fernsehsendern gestartet sind, 25 Favoriten gekürt. Das Spektrum reicht von der markerschütternden finale Staffel der „Star Wars“-Serie „Andor“ bis zur liebenswerten Serie „Marzahn Mon Amour“.
Eine „Trump“-Karte im Ringen um Warner
Im Kampf um den US-Medienkonzern Warner Bros. Discovery stehen sich nicht nur der Streamer-Gigant Netflix und der US-Konzern Paramount Skydance gegenüber. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass Präsident Donald Trump und sein Schwiegersohn Jared Kushner bei dem feindlichen Gegenangebot persönliche Interessen verfolgen. Der Präsident ist damit zum mächtigen und am Ende wahrscheinlich entscheidenden Faktor geworden. Damit droht ein weiterer US-Medienkonzern auf Trump-Kurs gebracht zu werden.
Von Thomas Schuler
Donald Trump & der Warner-Bros-Deal
Eigentlich war der Deal schon perfekt: Netflix will den US-Medienkonzern Warner Bros. Discovery übernehmen. Doch nun gibt es ein Gegengebot: Paramount Skydance hat einen feindlichen Übernahmeversuch gestartet. Dahinter stecken wohl auch politische Motive: Donald Trump und sein Lager würden damit einen weiteren Domino-Stein im Kampf gegen unabhängige Medien umstoßen. Dabei geht es insbesondere um den Sender CNN, der Trump schon lange ein Dorn im Auge ist.
Von Steffen Grimberg
Leders Journal (50): „Ich hatte nur das Nichts“
Der französische Dokumentarist Guillaume Ribot hat sich 40 Jahre nach Erscheinen des monumentalen Films „Shoah“ von Claude Lanzmann ins Holocaust Memorial Museum in Washington, DC, begeben und aus Lanzmanns insgesamt 220 Stunden umfassendem Bild- und Ton-Archiv eine Art „Making of“ erstellt. In „Ich hatte nur das Nichts“ werden Lanzmanns Reflexionen während der 12-jährigen Entstehungszeit, seine Selbstzweifel, Sackgassen und Rückschläge jetzt greifbar. Es zeichnet sich aber auch die Radikalität und die singuläre Bedeutung dieses Werkes ab.
Von Dietrich Leder
Im urbanen Tierreich - Die „Zoomania“-Filme
Die beiden „Zoomania“-Animationsfilme, die von einer Stadt voller vermenschlichter Tiere und ihrem Zusammenleben erzählen, liefern nicht nur schwungvolle Familienunterhaltung, sondern haben es auch gesellschaftsanalytisch in sich. Verlegt ins Tierreich, geht es um sehr menschliche Fragen nach gelebter Diversität, Integration, Stereotypisierung und struktureller Diskriminierung.
Von Denis Sasse
Rotz und Wasser
Das 74. Internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg (6.-16.11.2025) beschäftigte sich mit einer der fundamentalsten Fragen des Erlebens im Kino: Warum setzen wir uns freiwillig Filmen aus, die uns zum Weinen bringen? Die Retrospektive „Rotz und Wasser“, die sich der Kunst der Rührung im Kino widmete, machte erfahrbar, warum das Melodram immer noch ein höchst vitales Genre ist. Und zeigte, warum man seine Tricks zwar durchschauen, sich ihnen aber nicht entziehen kann. Und warum sie nicht nur rühren, sondern auch erbauen.
Von Ralph Eue
Papst Leo XIV. würdigt Kinokultur
Bei einer feierlichen Audienz anlässlich des 130. Geburtstages des Kinos hat Papst Leo XIV. zahlreiche internationale Filmschaffende empfangen. In seiner Ansprache rief er dazu auf, sich der Bilderlogik der sozialen Netzwerke zu widersetzen und am Kino als Ort festzuhalten, der als Schnittpunkt von Sehnsüchten, Erinnerungen und Fragen den Geist schult.
Von Ludwig Ring-Eifel
Mehr Thrill, mehr Spektakel - Das „The Running Man“-Prinzip
Im Remake „The Running Man“ (jetzt im Kino) rennt ein Mann um sein Leben, weil er und zwei andere Teilnehmer sich bei einer Show als Beute in einem Menschenjagd-Spiel verdingt haben. Das tödliche Spektakel dient einem autoritären System zum Machterhalt, spiegelt aber auch die Komplizenschaft des Publikums wider, das es erst durch seine Teilnahme zum medialen Großereignis macht. Gedanken über das Wechselspiel von Macht, Gewalt und Unterhaltung.
Von Denis Sasse
Leders Journal (49): "Sturm kommt auf"
Mit dem zweiteiligen „Sturm kommt auf“ ist dem ZDF und Regisseur Matti Geschonneck ein herausragender Fernsehfilm über die 1920er- und frühen 1930er-Jahre gelungen. Das Drama nach dem Roman „Unruhe um einen Friedfertigen“ des sozialistischen Schriftstellers Oskar Maria Graf zeigt am Beispiel eines fiktiven bayerischen Dorfs auf, wie der Nationalsozialismus immer weiter Fuß fasst. Die hohe Qualität des Films resultiert neben seinem wunderbaren Schauspielensemble vor allem aus der klugen Verdichtung der Dialoge.
Von Dietrich Leder