Themen

Apathie im Freizeitpark - Zur Indiana-Jones-Reihe

1981 ging der Archäologe und Abenteurer Indiana Jones, gespielt von Harrison Ford, erstmals auf die Suche nach einem magischen Artefakt; vier Jahrzehnte später ist der Mann mit Hut und Peitsche immer noch eine populäre Ikone. Aber gehört der Held, den Steven Spielberg einst als Hommage auf die Kolonial-Abenteuerserien der 1930er- und 1940er-Jahre schuf, nicht längst selbst ins Museum?

Von Lucas Barwenczik

Zum Vergnügen der Werktätigen - 50 Jahre "Polizeiruf 110"

Nach dem “Tatort“ feiert auch die „Polizeiruf 110“-Reihe ihr 50-jähriges Bestehen und knüpft im Jubiläumskrimi „An der Saale hellem Strande“ gleich auf mehreren Ebenen an den Ursprung im Juni 1971 an. Mit dem neuen Format wollte die SED eine „bestimmte Langeweile“ überwinden und die Werktätigen besser unterhalten.

Von Dietrich Leder

Im Bannkreis der Macht - Die Comics von Mathieu Sapin

Der französische Comiczeichner und Filmemacher Mathieu Sapin wird von der Politik magisch angezogen, obwohl er wie sein berühmter Dichterkollege Jean Racine um seine Unabhängigkeit fürchtet. In seinem jüngsten Comic „Comédie Française – Reisen ins Vorzimmer der Macht“ spießt er den Zwiespalt zwischen künstlerischer Unabhängigkeit und den Verführungen des Élysée-Palasts auf. Dennoch will er sich künftig anderen Themen widmen. Fragt sich nur, wie lange.

Von Christian Meyer-Pröpstl

Wie „Fräulein Schmetterling“ doch noch fliegen lernte

Von Ralf Schenk

Die geheime Lust am Schauen - Voyeurismus im Kino

Mit „The Woman in the Window“ ist gerade ein Thriller gestartet, der auf den Fußspuren des Hitchcock-Klassikers „Das Fenster zum Hof“ mit der Angstlust des voyeuristischen Blicks spielt. Das neugierige Zuschauen ist ein menschlicher Grundimpuls, den sich das Medium Film mit Hingabe zunutze macht. Es ist aber auch fähig, ihn kritisch zu hinterfragen. Eine Passage durch die Filmgeschichte.

Von Björn Hayer

Kunst der Überwältigung - DDR-Filmplakate

Die Gestaltung von Filmplakaten wurde in der DDR Grafikern anvertraut, die besonders bei querformatigen Großflächen-Plakaten künstlerisch beachtliche Freiheiten erhielten. Ein attraktiver Bildband versammelt rund 160 Plakat-Entwürfe aus dem Bestand der Universität Erfurt sowie aus Privatbesitz, in denen die Vielfalt der Kinobewerbung in den 1960er-Jahren aufscheint.

Von Marius Nobach

Der Stoff aus dem die Träume sind - Die Kinothek Asta Nielsen

Die Frankfurter „Kinothek Asta Nielsen“ will die Filmarbeit von Frauen in Geschichte und Gegenwart auffinden, dokumentieren und zugänglich machen. Die Anfänge reichen bis in die 1980er-Jahre zurück, seit 1999 firmiert die Kinothek als Verein und organisiert mit dem „Remake“-Festival seit 2018 auch ein Filmfest.

Von Josef Nagel

Will Eisner - Der Graphic Novel Godfather

Seine Comics waren vom Kino und speziell der Film-noir-Tradition beeinflusst: Der 1917 geborene Will Eisner gilt als „Godfather“ der Graphic Novel und beeinflusste mit Werken wie „The Spirit“ und „Ein Vertrag mit Gott“ Generationen von anderen Künstlern. Noch bis 27.6. würdigt eine Ausstellung in Dortmund sein Schaffen, die derzeit virtuell und, sollte es die Pandemie-Lage erlauben, hoffentlich auch bald vor Ort zu sehen ist. Außerdem ist ein hervorragender Band zu der Ausstellung erschienen.

Von Christian Meyer-Pröpstl

Ein Filmbuch über Reinhard Hauff

In der Reihe „edition text+kritik“ ist ein Band über den Regisseur Reinhard Hauff erschienen. Neben Essays über den Filmemacher, der als kritischer Realist in den 1970er-Jahren zu den wichtigen Vertretern des Neuen Deutschen Films gehörte, bildet ein ausführliches Gespräch mit Reinhard Hauff das Herzstück des lesenswerten Bandes.

Von Rainer Gansera

"Meeting the Man": Begegnung mit dem Schriftsteller James Baldwin

Bei MUBI ist derzeit der Kurzfilm „Meeting the Man“ aus dem Jahr 1970 über den Schriftsteller James Baldwin zu sehen. Ein spannendes Zeitdokument, das allerdings auch zeigt, wie ein Film gerade in seinem Scheitern politische Erkenntnisse sichtbar machen kann, die den heutigen Debatten rund um Identitätspolitik gut zu Gesicht stünden.

Von Till Kadritzke