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Alte Träume, neue Wirklichkeit

Bei der „Berlinale“ 2020 ging der Caligari-Filmpreis an den experimentellen Dokumentarfilm „Victoria“ der belgischen Filmemacherinnen Sofie Benoot, Liesbeth De Ceulaer und Isabelle Tollenaere. Jetzt kommt der Film endlich ins Kino. Darin lässt sich ein junger Afroamerikaner durch die kalifornische Geisterstadt California City treiben, wobei er mit dem Handy seine Wanderungen durch das unwirtliche Areal dokumentiert und dabei über sich, das Land und die Zukunft nachdenkt.

Die Empathie-Maschine

Macht uns das Kino zu besseren Menschen, indem es uns in andere Menschen und Kreaturen hineinversetzt? Anlässlich des Kinostarts des Dokumentarfilms "Gunda", der auf ungewöhnliche Weise am Leben von Schweinen, Hühnern und anderen Tieren eines Bauernhofs Anteil nehmen lässt, stellt sich die Frage, wie es um die Macht des Kinos bestellt ist, Tiere mit neuen, empathischeren Augen sehen zu lassen.

Von Patrick Holzapfel

Quentin Tarantinos Debütroman

Seine Karriere als Regisseur soll nur noch einen einzigen weiteren Film umfassen, in der Zwischenzeit hat Quentin Tarantino mit „Es war einmal in Hollywood“ seinen ersten Roman geschrieben. Darin erzählt er die Handlung seines letzten Films von 2019 neu, setzt aber andere Schwerpunkte, nutzt die literarischen Möglichkeiten und schafft ein entspannteres Pendant zu seinem filmischen Spiel mit Pointen und Kontrasten.

Von Michael Kienzl

Die letzte Vorstellung? Bedrohte Multiplexe und fehlende Kinoperspektive in Berlin

Die Berliner Kinolandschaft verfügt über viele geschichtsträchtige Lichtspielhäuser, von den großen Einzelhäusern der DDR über moderne Multiplex-Kinos bis hin zu Exoten wie dem Kino in der Kulturbrauerei. Doch die Aussichten auf den Fortbestand dieser Kulturstätten verfinstern sich zunehmend, zumal Investoren sowie Politiker ohne klare Agenda agieren. Die letzten traditionellen Kinos bangen um ihre Existenz und das Publikum den Erhalt der Berliner Kinokultur.

Von Jörg Taszman

Begehren im Neonlicht: Wong Kar-wais Einfluss auf das Kino

„In the Mood for Love“, der bekannteste Film des Hongkong-Regisseurs Wong Kar-wai, wurde im Jahr 2000 mit der „Goldenen Palme“ in Cannes geehrt und kommt ab Anfang Juli als Wiederaufführung in die deutschen Kinos. Der von Fans in aller Welt geliebte und verehrte Film wie generell Wong Kar-wais Stil haben sich als außergewöhnlich einflussreich erwiesen; Spuren davon finden sich im Schaffen zahlreicher namhafter Filmschaffender.

Von Patrick Holzapfel

Über Film als Medium sprechen: Lars Henrik Gass im Gespräch mit Tacita Dean über die Zukunft des Analogfilms

Die britische Künstlerin Tacita Dean, Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, ist für ihre medienübergreifenden Arbeiten berühmt, insbesondere auch für eigenwillige 16mm-Filme. Seit einem Jahrzehnt kämpft sie entschieden für das Überleben des analogen Films als eines eigenständigen Mediums. Ein Gespräch über Erfolge, Bedrohungen und die Zukunft von Analogfilm.

Das Gespräch führte Lars Henrik Gass

Endlich Kino! Kino-Neustart nach dem Lockdown

Nach den Monaten des Corona-Lockdowns können die deutschen Kinos wieder öffnen; einige nehmen schon im Juni den Betrieb wieder auf. Großflächig wird der 1. Juli als Startdatum anvisiert. Ohne Sicherheitsregeln wird es nicht abgehen; trotzdem zeigt sich das Gros der Kinobetreiber optimistisch, dass nach der langen kinofreien Zeit der Hunger der Filmfans aufs gemeinsame Erleben so groß und das Filmangebot so attraktiv ist, dass die Kinos erfolgreich durchstarten können. Ein Stimmungsbericht quer durch die Republik.

Von Reinhard Kleber

Filmliteratur: „100 Facts about Babelsberg“

In diesem Jahr feiert das Filmmuseum Potsdam sein 40-jähriges Jubiläum; in heutiger Gestalt wurde die Institution 1981 in der Nähe des Studios Babelsberg eröffnet. Der neu erschienene Reiseführer „100 Facts about Babelsberg“ von Sebastian Stielke erinnert an die wechselhafte Geschichte der Filmproduktion in Potsdam und macht wichtige Ereignisse und Personen aus der mehr als hundertjährigen Geschichte des Produktionsstandortes anschaulich.

Von Josef Nagel

Apathie im Freizeitpark - Zur Indiana-Jones-Reihe

1981 ging der Archäologe und Abenteurer Indiana Jones, gespielt von Harrison Ford, erstmals auf die Suche nach einem magischen Artefakt; vier Jahrzehnte später ist der Mann mit Hut und Peitsche immer noch eine populäre Ikone. Aber gehört der Held, den Steven Spielberg einst als Hommage auf die Kolonial-Abenteuerserien der 1930er- und 1940er-Jahre schuf, nicht längst selbst ins Museum?

Von Lucas Barwenczik