Themen

Die Eindeutigkeit wird ausgeixt

Erstmals widmet sich eine deutschsprachige Publikation dem „X-Men“-Universum. Der Sammelband „Put the X in PolitiX“ entdeckt in den Geschichten über die Mutanten profunde Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichen Themen. Hinter dem Superhelden-Spektakel scheint die Dialektik von Selbstermächtigung und Eingliederung in die Gesellschaft auf, aber auch Fragen nach dem Umgang mit dem Fremden sowie eine komplexe Machtkritik.  Von Rüdiger Suchsland

Joseph Ratzinger vs. die böse Welt - Der Dokumentarfilm „Verteidiger des Glaubens“

Im April 2019 sorgte der ehemalige Papst Benedikt XVI. Joseph Ratzinger mit einem Artikel für Empörung, in dem er die Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche der 1968er-Bewegung zur Last legte, die die moralischen Standards in Gesellschaft und Kirche erodiert habe. Beim DOK.fest München feierte kürzlich ein Film von Christoph Röhl Premiere, der sich kritisch mit der Person Ratzinger und vor allem mit ihrer Reaktion auf die Krisen der katholischen Kirche befasst.

Die Blicke der anderen

Der Blick auf die Bevölkerungsgruppen der Roma ist im Kino bis auf wenige Ausnahmen ein fremdbestimmter. Das diesjährige Symposium beim goEast-Festival in Wiesbaden erinnerte daran, dass die Film-Perspektiven auf die Roma aber durchaus vielfältig waren: Neben den Klischees von lustigen Exoten gab es ernsthafte Auseinandersetzungen mit Kultur und Lebensweise der Roma sowie kritische Werke über ihre Diffamierung und Ausgrenzung. Eine Begegnung mit erhellenden wie irritierenden Filmen.

Von Fabian Tietke

Das Kino ist tot – Es lebe das Kino!

Wie finden Dokumentarfilme künftig ein Publikum, angesichts einer sich permanent verschiebenden Medienlandschaft, in der die klassische Medien Kino und Fernsehen zugunsten der Online-Plattformen an Boden verlieren? Der Leiter des DOKfest München, Daniel Sponsel, glaubt weniger an die Konkurrenz als vielmehr an ein Zusammenspiel der unterschiedlichen Vertriebswege.

Ein Gastbeitrag von Daniel Sponsel

Deutsche Einheit

Die Gesellschaft ist gespalten, die Filmwelt hält zusammen! So präsentierte sich die deutsche Filmbranche bei der 69. Verleihung der „Deutschen Filmpreise“ am 3. Mai 2019. Die Fähigkeit des Kinos, Widersprüche zu versöhnen, wurde bei der Gala immer wieder betont, gerade auch als Gegengewicht zur Polemik in den politischen Debatten. Das Bemühen um Einklang fiel dennoch manchmal recht holprig aus.

Von Marius Nobach

Von Barbaren und Soldaten

Seit Mitte der 2000er-Jahre hat sich das vorher kaum beachtete rumänische Kino fest in der internationalen Film- und Festivallandschaft verankert. Regisseure wie Cristian Mungiu und Cristi Puiu haben mit radikalen Arbeiten eine vielfach kopierte Ästhetik etabliert; andere Filmemacher wie Radu Jude entwickeln diesen bei Filmen wie „Mir ist es egal, wenn wir als Barbaren in die Geschichte eingehen.“ mit eigenen stilistischen Vorstellungen weiter. Ein Überblick über eine noch immer aufregende Kino-Nation.

Von Patrick Holzapfel

Tod und Trauer im Kinderfilm

Der Tod ist im Kinderfilm eine heikle Sache: Viele finden, er hat dort nichts zu suchen, weil das Thema schlichtweg zu traurig, zu schwer erscheint. Warum eigentlich? Filme, die altersgerecht von Tod und Trauer erzählen, können Brücken bauen, die Kindern helfen, Ängste und Erfahrungen rund um den unausweichlichen Abschied vom Leben und von geliebten Menschen in Worte und Bilder zu fassen.

Von Kirsten Taylor

Unaufhaltsame Expansion

Der Bewegtbild-Markt befindet sich im rasanten Umbruch. Auf ihren Erfolgen können sich die Branchenführer Netflix und Amazon nicht ausruhen. Denn neue Anbieter drängen aufs Feld: Majors wie Disney, Arthouse-Zusammenschlüsse und Fernsehanstalten, aber auch eine Kooperation der Filmemacher wie LaCinethek.

Ein Überblick von Reinhard Kleber

Natur im Kino & der Dokumentarist Jan Haft

Wunder der Natur und wie man mit ihnen umgeht: In der Geschichte des Naturfilms entwickelten sich immer wieder verschiedene Ansätze, sich Flora, Fauna und ihren Geheimnissen zu nähern. In dem deutschen Filmemacher Jan Haft hat das Genre in den letzten Jahren einen neuen Meister mit einem bewundernswert bodenständigen Ansatz gefunden.

Von Jörg Gerle

Das menschliche Drama

Die „Diagonale ’19“ in Graz macht Front gegen den rechten Populismus. Beim „Festival des österreichischen Films“ blickten vor allem Dokumentarfilme auf demagogische Umtriebe, mit denen Ängste geschürt und Wahlen gewonnen werden. Unliebsame Sender wie Ö1 müssen hingegen um ihre Existenz fürchten, weil die öffentlich-rechtliche Finanzierung in Frage gestellt wird.

Von Ralf Schenk