Themen

Die Doku „Brian Jones und die Rolling Stones“

Der britische Gitarrist Brian Jones zählte neben Mick Jagger und Keith Richards zu den Gründungsmitgliedern der Rolling Stones. Im Unterschied zu seinen Mitstreitern kam er aber mit der Professionalisierung des Showgeschäfts nicht klar. Einige Wochen nach seinem Hinauswurf aus der Band wurde er tot in seinem Swimmingpool gefunden. Der Dokumentarfilm von Nick Broomfield kann sich allerdings nicht so recht zwischen Jones’ Lebensgeschichte und einem Porträt der Rockband entscheiden.

Von Dietrich Leder

Wenn Filme über Filme erzählen

Wenn Filme über Filme erzählen, erlebt man das Kino bei der Arbeit an sich selbst. So spielt etwa der Film „The Ordinaries“ (2022) in einer Filmwelt voller Haupt- und Nebenfiguren, die streng hierarchisch geordnet ist. Menschen außerhalb „der Storyline“ tauchen darin nur an den Rändern auf. Bis eine junge Frau auf ein dunkles Geheimnis stößt. In solchen Selbstreflexionen geht es weniger um Nostalgie; es sind eher Rituale der Vergewisserung, um in herausfordernden Zeiten bei sich zu bleiben.

Von Denis Sasse

Cannes im Kulturkampf

„Zapper Bolloré“ nennt sich ein Kollektiv, dass am 12. Mai die Titelseite der französischen Tageszeitung „Libération“ dominierte. Das wütende, polemische Manifest griff den erzkonservativen, französischen Medienmogul Vincent Bolloré an, dem Fernsehsender wie CNEWS, die einflussreiche Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“ und der Buchverlag „Grasset“ gehören und der Mehrheitsaktionär beim Pay-TV-Sender Canal+ ist. Sein Griff nach der drittgrößten Kinokette des Landes UGC führte nun zu einem Kulturkampf, der auch während des Festivals in Cannes für Kontroversen sorgt.

Von Jörg Taszman

„Inventing Queer Cinema“ in der Deutschen Kinemathek

Vom 7. Mai bis 13. September zeigt die Deutsche Kinemathek in Berlin die Ausstellung „Inventing Queer Cinema“. Dabei werden Filme und Filmschaffende in den Mittelpunkt gerückt, die seit den 1970er-Jahren das queere Kino in Deutschland geprägt haben.

Von Felix Knorr

Mehr als ein Relaunch: Das neue Arsenal im Silent Green

Nach einem Jahr „on location“ haben das Kino Arsenal und der dazugehörige Verein Arsenal Filminstitut e.V. im Kulturquartier Silent Green in Berlin Wedding ein neues Zuhause gefunden. Damit sind das Kino, die Festivalarbeit, Distribution und Archiv sowie der Arsenal Campus zum ersten Mal unter einem Dach vereint. Die beiden Leiter Stefan Aue und Stefanie Schulte Strathaus sprechen über die Ideen, die sich mit diesem Umzug verbinden.

Von Jörg Taszman

Fashion-Märchen - Die "Der Teufel trägt Prada"-Filme

Als „Der Teufel trägt Prada“ vor 20 Jahren ins Kino kam, wurde er als „Chick Flick“ („Frauenfilm“) belächelt. Heute sind nicht nur die Outfits und Dialoge legendär, sondern auch die Geschichte, die die Outfits selbst erzählen. Der „Cerulean-Monolog“ über Anne Hathaway in einem azurblauen Pullover fasst pointiert den Kapitalzyklus von High Fashion hin zur Massenproduktion zusammen. Nun kommt die Fortsetzung ins Kino.

Von Susanne Gietl

Leders Journal (54): Sagt der eine zum anderen - Die Polit-Show "Konfrontation"

In der Polit-Show „Konfrontation“ will der Journalist Markus Feldenkirchen Politiker dadurch zum Reden bringen, dass er seinem Gast Filmaufnahmen von dessen jüngsten Auftritten vorführt. Was dieses Format zu leisten vermag und wo seine Grenzen sind, war in der Sendung mit dem CDU-Politiker Philipp Amthor mit Händen zu greifen, weil sich der kecke Bundestagsabgeordnete einmal mehr als Meister der medialen Selbstinszenierung erwies.

Von Dietrich Leder

Im Aufbruch - Ungarisches Kino vor Neuorientierung

Das ungarische Kino steht nach dem Ende der Fidesz-Ära vor grundlegenden Reformen. Einen Tag nach Viktor Orbán trat auch Csaba Kaél zurück, der Leiter des Nationalen Filminstituts. Damit ist der Weg frei für eine Neuausrichtung der ungarischen Filmförderung. Vor allem das junge, unabhängige Filmschaffen hofft jetzt auf tatkräftige Unterstützung. Die Euphorie des Neuanfangs ist nicht nur in Budapest mit Händen zu greifen.

Von Jörg Taszman

Kein einfaches Verständnis - Iranisches Kino in Zeiten des Krieges

In Zeiten globaler Krisen erfahren die betroffenen Regionen eine gesteigerte Aufmerksamkeit. So gibt es in der Schweiz augenblicklich mehrere Retros zum iranischen Kino, und in Hamburg eröffnet die Dokumentarfilmwoche mit „The Vanishing Point“ von Bana Khoshnoudi. Doch wie verändern sich Filme im Spiegel aktueller Ereignisse? Und wie verhält sich das zur inneren Wahrheit der Bilder, unabhängig vom Status ihrer Betrachtung?

Von Patrick Holzapfel

Leders Journal (53): Die Sportdoku „Mesut Özil“

Der deutsch-türkische Fußballer Mesut Özil galt als Vorbild für Integration. Doch als sich zusammen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Erdoğan fotografieren ließ, wandten sich viel vom ihm ab. Die dreiteilige Sportdokumentation rekonstruiert seinen Aufstieg und Fall und rekapituliert exemplarisch eine Geschichte über Identität und Zugehörigkeit.

Von Dietrich Leder