Themen

Kinder des Extrems: Das junge französische Genrekino

Mit ihrem Film „Titane“ hat die französische Regisseurin Julia Ducournau 2021 die „Goldene Palme“ in Cannes gewonnen und damit die Aufmerksamkeit auf eine Tendenz im aktuellen französischen Genrekino gelenkt, die sich in der Nachfolge des Kinos der „New French Extremity“ mit Gusto der Transgression widmet. Kreative wie Julia Ducournau, Bertrand Mandico oder Coralie Fargeat drehen die Gesellschafts-, Körper- und Geschlechternormen dabei blutig durch den Wolf.

Von Karsten Munt

„Wir bleiben treu“: Späte Premiere einer DEFA-Co-Produktion

Der 1986 in Angriff genommene Film „Wir bleiben treu“ sollte als Co-Produktion von sechs Staaten des Warschauer Pakts ein episches Panorama der Entwicklungen in den Ostblock-Staaten von der Zeit des antifaschistischen Widerstands bis in die jüngere Geschichte aufspannen; im Zuge der Wende kam das Mammutwerk aber nicht mehr in die DDR-Kinos. Jetzt feiert es am 4. November seine späte Premiere beim Filmfestival Cottbus. Über die konfliktreiche Entstehung eines Films zwischen Stalinismus und Perestroika.

Von Ralf Schenk

Komprimierte Gefühle: Online-Dating im Kino

Tinder, Grindr & Co sind weitverbreite Formen der Beziehungssuche. Der gesellschaftliche Blick aufs Online-Dating ist gleichwohl ambivalent, was sich auch in Filmen widerspiegelt, die sich damit beschäftigen. Oft führen Online-Beziehungen im Kino zu realen Verbindungen, doch manchmal loten die Filme spielerisch auch andere Möglichkeiten aus. Eine Spurensuche zwischen On und Off.

Von Anne Küper

Blinde Flecken – ein Comic zu Marlene Dietrich

Im Verlag Knesebeck ist eine Comic-Biografie erschienen, die sich dem international bekanntesten Star widmet, den das deutsche Kino hervorgebracht hat: Marlene Dietrich. Das Leben der vor rund 120 Jahren, am 27.12.1901, geborenen Schauspielerin, die nach ihrem Wechsel nach Hollywood zu einer Ikone des Kinos der „Goldenen Ära“ wurde, wird darin als subjektiver Rückblick der alten Dietrich aufgerollt.

Von Christian Meyer-Pröpstl

Filmliteratur: „Die Wahrheit des Ekstatischen“ – Werner Herzog

Werner Herzog ist einer der wichtigsten deutschen Filmemacher und im Ausland fast noch angesehener als in der Heimat. Der Filmjournalist Josef Schnelle hat einen „Reiseführer“ für Herzogs Oeuvre geschrieben, vom Debütfilm „Lebenszeichen“ (1968) bis hin zu heutigen Projekten. Dabei liefert der Autor in klarer Sprache mehr Analyseangebote als tiefgründige Wissenschaft und bietet damit einen guten Einstieg in das Werk.

Von Josef Nagel

Der strukturierte Chaot: Rainer-Werner-Fassbinder-Ausstellung Bonn

In der Bundeskunsthalle in Bonn ist bis zum 6. März die Ausstellung „Methode Rainer Werner Fassbinder. Eine Retrospektive“ zu sehen, die sich insbesondere den Produktionsbedingungen seines fulminanten Schaffens widmet. Auch auf die Zeitbezüge seiner Filme, Drehbücher und Theaterstücke wird ein besonderes Augenmerk gelegt.

Von Reinhard Kleber

Arbeitshilfe „Digitalität, Ethik und Religion im Film“

Die Medienzentrale des Erzbistums Köln hat eine neue Arbeitshilfe zu den Themen „Digitalität, Ethik und Religion im Film“ veröffentlicht. Sie ist als medienpädagogische Unterstützung für Seelsorge, Schule und Weiterbildung gedacht und beschäftigt sich insbesondere mit jüngeren Science-Fiction-Filmen wie „Her“, „Ex Machina" und „Hi, AI“.

James Bond von A bis Z

Mit den neuen "James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ verabschiedet sich Daniel Craig von der Rolle des britischen Geheimagenten, dem er seit „Casino Royale“ (2006) eine enorme körperliche Ausstrahlung, aber auch ein überraschend sensibles Innenleben verliehen hat. Den Spagat zwischen dem traditionellen Markenkern und seiner allfälligen Erneuerung wird auch sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin zu meistern haben. Eine kleine Vergegenwärtigung des Bond-Universums in 17 Vignetten.

Von Marius Nobach & Felicitas Kleiner

In unseren Händen: #Ich sehe was - Neue Kinder- und Jugendfilme

Mit dem Themenschwerpunkt "In unseren Händen" starten das Kinder- und Jugend-Filmportal und filmdienst.de eine Kooperation, mit der sie auf neue Kinder- und Jugendfilme hinweisen, wichtige Themen und Herausforderungen in diesem Segment diskutieren und zeitgemäße Filme für junge Menschen von 5 bis 99 zugänglich machen wollen. Die Zusammenarbeit steht unter dem Motto "#Ich sehe was".

Der beste Mann der Welt

Seinen ersten Kinoeinsatz hatte der britische Agent James Bond im Jahr 1962 und auch knapp 60 Jahre später erwarten Fans noch immer ungeduldig seine Abenteuer. Auch der am 30. September startende 25. Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ ist ein vorprogrammierter Kassenerfolg. Doch passt der Mann, dem ein unsensibler Umgang mit Frauen und moralisch fragwürdige Methoden vorgeworfen werden können, überhaupt noch in diese Zeit? Einige Gedanken zum Männlichkeitsbild der James-Bond-Reihe.

Von Patrick Holzapfel