Themen

Caligari & Katastrophen

Von einer Sonderausstellung anlässlich des 100. Jubiläums des Stummfilmklassikers „Das Cabinet des Dr. Caligari“ bis zu einer Schau zum Thema Endzeit- und Katastrophenkino: 2020 bieten deutsche Filmmuseen wieder viele interessante thematische und personenbezogene Sonderausstellungen. Davon stellen wir hier eine Auswahl vor. Lohnend ist auch ein Blick über Landesgrenzen hinweg, denn auch dort lassen sich cineastische Ausflüge realisieren.

Von Josef Nagel

Das Kino stirbt. Es lebe der Film!

Spielt das Kino in Zeiten des „Streaming Wars“ sein „Endgame“? Angesichts der Einspielergebnisse 2019, die in den USA gerade zum zweitertragreichsten Kinojahr aller Zeiten geführt haben, wirkt die derzeit kursierende Untergangsstimmung übertrieben, nichtsdestotrotz bleibt die Tatsache, dass sich die Modi des Filmkonsums rapide verändern. Eine Betrachtung zum Jahresauftakt.

Von Josef Schnelle

Die besten Filme 2019

Die bissige Gesellschaftssatire "Parasite" von Bong Joon-ho ist der Film des Jahres 2019! Das ergab eine Auswertung der "Top Ten"-Listen, mit denen die Filmkritikerinnen und -kritiker von filmdienst.de ihre Favoriten kürten. Auf Platz 2 rangiert Céline Sciammas historischer Liebesfilm "Porträt einer jungen Frau in Flammen"; Platz 3 sicherte sich Martin Scorseses Gangsterdrama "The Irishman".


Wenn Frauen schauen

In den letzten Jahren scheint im Kino, aber auch im Serienfernsehen eine bisher marginalisierte „Sehweise“ eine immer größere Rolle zu spielen. Die Rede ist vom „female gaze“,  dem „weiblichen Blick“, wie er jüngst beispielhaft in „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ von Céline Sciamma inszeniert wurde. Höchste Zeit für eine Begriffsklärung.

Von Esther Buss

In der Greta-Thunberg-Ära

Green Shooting, Green Cinema, Green Storytelling: In der Greta-Thunberg-Ära kommt auch die Filmbranche nicht mehr an der Maxime des Klimaschutzes vorbei. Von der Filmproduktion über die Vorführung von Filmen bis zum Geschichtenerzählen bekennen sich neuerdings immer mehr Akteure zur Maxime der Nachhaltigkeit.

Von Reinhard Kleber

Die Nacht der lebenden Toten

Seit bald 70 Jahren prädiziert die Filmbewertungsstelle Wiesbaden (FBW) Kinofilme als „wertvoll“ oder „besonders wertvoll“, angeblich unabhängig, aber doch stets im Spannungsfeld wirtschaftlicher oder politischer Interessen. Dem schleichenden Bedeutungsschwund begegnet die FBW ähnlich wie andere filmkulturelle Institutionen im Umfeld des Biebricher Schlosses: durch Tricks und geschicktes Networking.

Von Lars Henrik Gass

Der Rebell von der Alm

Das Deutsche Filmmuseum Frankfurt widmet Maximilian Schell derzeit eine ambitionierte Ausstellung, die seinen umfangreichen Nachlass für eine Hommage nutzt. Das perfektionistische Multitalent, dem nach seinem „Oscar“ für „Urteil von Nürnberg“ die Welt als Schauspieler, aber auch als Film- und Opernregisseur offenstand, eckte leicht an und fühlte sich als ruheloser Weltbürger oft einsam und unverstanden.

Von Josef Nagel

Am Abgrund tanzen

Der 1961 in Leningrad geborene Filmemacher gehört seit den 1990er-Jahren zu den prominentesten russischen Dokumentarfilmregisseuren. Sein jüngster Film, „Aquarela“ (Kinostart: 12.12.) setzt eine Tendenz fort, die sich schon länger in seinem Schaffen abzeichnet: eine Bewegung weg von konkreten Lebensbedingungen hin zum großen Bilderkino, das weniger nach dem Konkreten als nach den ganz großen Zusammenhängen sucht.

Von Patrick Holzapfel

Das Gefühl des Wegfliegens

Der Musikstil des Gospels entstand unmittelbar aus den Leiden der schwarzen Sklaven in den USA heraus und ist bis heute fester Bestandteil vieler afroamerikanischer Gottesdienste. Musik-Dokumentarfilme wie „Aretha Franklin: Amazing Grace“ (ab 28.11. im Kino) zeugen davon, wie sehr die Performance der Sänger*innen und Musiker*innen von ekstatischen Ausbrüchen und aktiver Teilnahme des Publikums lebt, und beziehen daraus auch filmische eine enorme Kraft.

Von Patrick Holzapfel

Wem gehört die Wahrheit?

Ist es politisch fahrläsig, wenn ein Dokumentarfilm wie „Lord of the Toys“, der rechtsradikale Youtuber porträtiert, eine klare Positionierung gegenüber seinen Protagonisten missen lässt? Im Rahmen des Dokfestivals Leipzig ging ein Symposium der Frage nach, wieviel Haltung man Dokumentarfilmen über politische Themen abverlangen kann oder muss.

Von Fabian Tietke