Themen

In your Mind

Benjamin Heisenberg ist durch Werke wie "Der Räuber" und "Über-Ich und Du" als Filmemacher bekannt, aber auch als bildender Künstler aktiv. Die Galerie Ebensperger präsentiert aktuell in Berlin seine Soloausstellung „Americana“, in der sich Heisenberg mit amerikanischer Kultur und nicht zuletzt auch mit US-Filmen von Altmeister Alfred Hitchcock kreativ auseinander setzt.

Von Jens Hinrichsen

Filmliteratur: Serge & Jane

In Frankreich steht Serge Gainsbourg längst unter „MeToo“-Verdacht. Die Doppelbiografie „Serge & Jane“ von Günter Krenn ignoriert die aktuellen Debatten und besteht trotz aller öffentlich ausgetragenen Beziehungskrisen auf dem romantischen Ideal einer nie verlöschenden Liebe zwischen der britischen Schauspielerin Jane Birkin und dem schüchternen Egomanen, der an seinem exzessiven Lebensstil zu Grunde ging.

Von Alexandra Wach

Hating Charlie Kaufman

1999 erlebte Charlie Kaufman mit „Being John Malkovich“ seinen Durchbruch, 2005 erhielt er den „Oscar“ für „Vergiss mein nicht!“; zuletzt hat er bei dem Netflix-Drama I’m Thinking of Ending Things“ Regie geführt. Mit dem grandios exzentrischen 864-Seiten-Werk „Ameisig“ beweist der Drehbuchautor und Regisseur nun, dass sich auch das Format „Roman“ perfekt für seine überbordende Fantasie eignet.

Von Alexandra Wach

Transformationen des Blicks

Das filmische Werk der österreichischen Malerin und Medienkünstlerin Maria Lassnig (1919-2014) war bislang schwer zugänglich. Eine Publikation des Filmmuseums Wien macht nun mit den körperlich-verspielten, wütenden und freien Filmen aus einer dezidiert weiblichen Perspektive vertraut. Eine beigefügte DVD enthält eine Auswahl ihrer restaurierten Filme, vornehmlich aus den später 1960er- und 1970er-Jahren.

Von Patrick Holzapfel

Stop Motion

Filme von Anfang bis zum Ende zu sehen, mutet mehr und mehr wie eine nostalgische Rezeptionsform an. Fernsehen, DVD und Streaming haben die Praxis etabliert, nach Belieben abzubrechen oder Filme anderweitig nur stückweise wahrzunehmen. Doch was bedeutet der Verlust an Schaukultur für den generellen Umgang mit dem Film als Kulturgut? Und für das Kino? Ein Essay über einen beunruhigenden Trend, seine Folgen und das Potenzial einer positiven Gegenentwicklung.

Von Patrick Holzapfel

Die Schärfung der Sinne

In den letzten Jahren häufen sich Filme, die auf unterschiedliche Weise dem Verhältnis von Menschen und Tieren nachspüren. Meist geht es dabei um Großraubtiere wie Wolf, Fuchs oder Bär, die nach Mitteleuropa zurückkehren, seitdem man sie nicht mehr ausrotten will. Das führt oft zu Konflikten, rückt aber auch die viel generelle Frage nach der Stellung des Menschen im Gesamt der Natur ins Zentrum.

Von Irene Genhart

Filmliteratur: Verfilmte Autorenschaft

Schriftstellerinnen und Schriftsteller erfreuen sich seit der Frühzeit des Kinos immer wieder gesteigerter Aufmerksamkeit. Eine Tagung und ein daraus hervorgegangener Sammelband nehmen prominente Beispiele dieser Gattung in den Blick und binden die Filme und ihre Ästhetiken in umfassende gesellschaftliche wie akademische Zusammenhänge ein.

Von Josef Nagel

Spiegel der Türkei

Auch die Türkei ist vom Serienboom erfasst worden und exportiert erfolgreich Fernsehproduktionen ins Ausland. Während die meisten von ihnen Seifenopern-Glanz und eine Mischung aus traditionell-religiösem Fundament und modern-glamourösem Lebensstil bieten, bricht aktuell die auf Netflix gezeigte Serie „Bir Başkadır - Acht Menschen in Istanbul“ mit den Sehgewohnheiten des türkischen Publikums. Das achtteilige Sozialdrama fällt neben der ambitionierten Gestaltung vor allem durch die subtilen Charaktere auf.

Von Marian Brehmer

Woche der Kritik - To stream or not to stream

Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit: Eine „Woche der Kritik“ als reine Online-Veranstaltung, wo doch das Schaffen eines öffentlichen Resonanzraums, der Austausch, die Debatte zentrale Ziele sind? Doch die Veranstaltung, die auch 2021 wieder parallel zur „Berlinale“ stattfand, fand Wege, um sich auch in Zeiten des „Social Distancing“ selbst treu zu bleiben.

Von Sofia Glasl

Ohne Happy End

Es waren einmal ebenso begnadete wie wagemutige Animationskünstler, die sich in den 1990er-Jahren in den Blue Sky Studios nördlich von New York zusammenfanden und mit „Ice Age“, „Robots“ oder „Horton hört ein Hu“ überwältigende Filme für alle Altersklassen schufen. Doch nun hat Disney, zu dem das Studio nach dem Aufkauf von Twentieth Century Fox gehörte, die Geschichte der Firma ziemlich unfreundlich beendet. Eine wehmütige Hommage auf die Animationskunst von Blue Sky.

Von Johannes Wolters