Themen

Die Kunst des Handwerks

Obwohl Volker Schlöndorff ein erklärter Billy-Wilder-Fan ist, hat er noch nie eine Komödie gedreht. Warum sich das in seinem langen Leben als Filmemacher so ergeben hat, verrät er in einem Interview-Buch, das sein Werk seit „Der junge Törless“ (1966) bis zu „Rückkehr nach Montauk“ (2017) Revue passieren lässt. Ein Gespräch über Siege und Niederlagen und wie sich sein Spätwerk runden könnte.

Von Wilfried Reichart

Wem gehört die Wahrheit?

Ist es politisch fahrläsig, wenn ein Dokumentarfilm wie „Lord of the Toys“, der rechtsradikale Youtuber porträtiert, eine klare Positionierung gegenüber seinen Protagonisten missen lässt? Im Rahmen des Dokfestivals Leipzig ging ein Symposium der Frage nach, wieviel Haltung man Dokumentarfilmen über politische Themen abverlangen kann oder muss.

Von Fabian Tietke

Aufbruch ins Jetzt

„Der alte Film ist tot. Wir glauben an den neuen“, hieß es im Oberhausener Manifest, der „Geburtsurkunde“ des Neuen Deutschen Films. Den Menschen, die diese deutsche „Neue Welle“ ins Rollen brachten und prägten, hat der Kameramann und Fotograf Beat Presser in Text und Bild ein Denkmal gesetzt. Sein Buch „Aufbruch ins Jetzt – Der Neue Deutsche Film“ enthält Interviews mit zahlreichen FilmemacherInnen.

Von Rainer Gansera

Zu Beginn: Überforderung!

Die Filmbildungslandschaft in Deutschland existiert unter erschwerten Bedingungen. Die aktuelle Debatte um die Zukunft von „Vision Kino“ bietet eine seltene Chance, offen über den Begriff der Filmbildung und seine Bedingungen zu sprechen. Wie die Praxis zeigt, braucht Filmbildung in Deutschland vor allem: Mut, Vertrauen in junge Menschen und Lust auf anspruchsvolle Filme. Ein Zuruf.

Ein Gastbeitrag von Christine Kopf

Filmliteratur: Die Filme von Peter Goedel

Mit seiner charakteristischen Prosalyrik hat Peter Nau dem deutschen Regisseur Peter Goedel ein schmales Bändchen mit konzentrierten „Miniaturen“ gewidmet, die der Eigenart von Goedels Filmschaffen auf die Spur kommen. Die Monografie ist bei Synema in Wien erschienen.

Von Thomas Brandlmeier

Irrsinn und Verdrängung

Bis Ende Oktober taucht das Österreichische Filmmuseum in Wien in die italienische Thriller-Moderne ein. In einer weltweit nie dagewesenen Fülle werden Giallo-Filme gezeigt. Im Gespräch äußert sich Kurator Christoph Huber über Schlagworte, Vorurteile und die Geheimnisse des Genres. Dabei zeigt sich, dass es im Giallo immer um das geht, was gerade nicht an der Oberfläche erscheint.

Aufgezeichnet von Patrick Holzapfel

Hej! Filmbildung hat viele Facetten

Die Debatte um Filmbildung bringt endlich Bewegung in ein träges Umfeld. Das ist gut, doch bislang kommen wichtige Aspekte noch nicht in den Blick. Schön wäre es, wenn nicht nur über Vision Kino gesprochen würde, sondern auch über kreative Medienarbeit, informelles Lernen oder autonomes Medienhandeln. Und über die Begeisterung für genau jene Filme, die Kindern und Jugendlichen in ihrem Fühlen und Erleben nahe sind.

Ein Beitrag von Christian Exner

Zwischen Protest und Propaganda

Beim 44. Polnischen Filmfestival in Gdynia spiegelte sich die tiefe gesellschaftliche Spaltung des Landes: Auf der einen Seite monumentaler propagandistischer Schwulst über die polnische Geschichte, auf der anderen kontemplative Provokationen, verstörende Vexierspiele und Arbeiten, die wieder ausgeladen wurden und nur durch Tricks doch noch zu sehen waren.

Von Ralf Schenk

Heimat ist ein Raum aus Zeit

In seinem über dreieinhalbstündigen Filmessay „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ vermisst der Dokumentarist Thomas Heise mit Briefen, Tagebucheinträgen, Fotografien und Landschaftsbildern die Geschichte seiner Familie im 20. Jahrhundert. Für sein schillerndes Mosaik gewann er bei der „Berlinale“ 2019 den 34. „Caligari“-Filmpreis. Ab dem 26. September ist er in ausgesuchten Kinos zu sehen, teilweise in Anwesenheit von Thomas Heise.

Die Griechen & Wir

Der Filmemacher Harald Bergmann hat mit einer „minoischen Trilogie“ begonnen; der erste Film von „Vorzeit" mit dem Titel „Eloge auf Griechenland“ ist bereits fertig. Ursprünglich sollte es darin um die Frühzeit des Landes und die Hochkultur der Minoer gehen; vor Ort entschied sich der Filmemacher jedoch, den Blick auf die krisengebeutelte Gegenwart Griechenlands zu weiten.

Von Wilfried Reichart