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Zauberhafte Schwestern - Zur Emanzipation der Hexen im Film

In „Practical Magic 2“ (seit 10.9. im Kino) steht einmal mehr eine Familie von Hexen im Zentrum, die sich als zauberbegabte Frauen in der Moderne durchschlagen müssen – und keine schlimmen Absichten gegen die Menschen hegen. Das Bild der bösen Märchenhexe hat im Kino ausgedient. Moderne Filme ersinnen Biografien für ihre Hexen-Figuren oder lassen sie in Allianzen mit anderen Frauen männliche Einschränkungsversuche kontern. Eine Passage durch die Kinogeschichte der emanzipierten Hexen.

Von Denis Sasse

Farewell to Berlin - „Babylon Berlin“: Die letzte Staffel

Nach neun Jahren wird die deutsche Krimiserie „Babylon Berlin“ mit der fünften Staffel zum Abschluss gebracht. Diese spielt 1933, die Nazis sind an die Macht gelangt, Gereon Rath und Charlotte Ritter bekommen auch bei ihren Mordermittlungen unmittelbar das Ende der Weimarer Republik zu spüren. Die letzten acht Folgen der Serie (in der ARD-Mediathek und ab 19. September im Ersten) verbinden noch einmal, was zum internationalen Phänomen wurde: ein breites Gesellschaftspanorama, das schillernde Setting der Stadt Berlin und ein Füllhorn filmischer Referenzen.

Von Karsten Essen

Leders Journal (59): Die Gier ist ein Luder - Alexander Held

Der Münchner Schauspieler Alexander Held war im deutschen Kino ein beliebter Nebendarsteller und erhielt in einigen Krimiserien auch dankbare Hauptrollen. Nach seinem überraschenden Tod am 12. Mai 2026 sind jetzt zwei neue Folgen der Reihe „München Mord“ in der ZDF-Mediathek zu sehen, in denen der Schauspieler als exzentrischer Chef eines Ermittler-Trios agiert. 

Von Dietrich Leder

Zeitenwendvisionen

Schon bevor am 2. September in Venedig die „Mostra internazionale d’arte cinematografica“ beginnt, gibt es in der Lagunenstadt reichlich spannende Bewegtbildkunst zu entdecken – im Rahmen der Kunstbiennale, die noch bis 22.11.2026 zu sehen ist. Trotz der politischen Kontroversen um einige der Pavillons lohnt sich die Reise, unter anderem wegen starker Medienkunst-Beiträge wie Genti Korinis "A Place in the Sun".

Von Olaf Möller

Wirklichkeit als Werbung? Über „Based on a true Story“ Filme

Filme nach wahren Ereignissen wie demnächst Danny Boyles „Ink“ über den kometenhaften Aufstieg der Zeitung „The Sun“ unter Chefredakteur Larry Lamb haben Konjunktur. Welche Gründe und Motive stecken dahinter? Anlässlich des Readers „Based on a True Story“, der in 21 Essays das Verhältnis von auf Tatsachen beruhenden Filmen zur „Wahrheit dahinter“ untersucht, widmet sich Jörg Marsilius verschiedenen Facetten dieses Themas. 

Von Jörg Marsilius

Neue Bilder von Männlichkeit

Für die einen stehen Männer generell unter Tatverdacht, für andere ist genau dies das Problem, das durch einen neuen Kult der Stärke und Unnahbarkeit überwunden werden soll. Das Phantasma der Hyper-Maskulinität ist dabei ein digitales Phänomen, das sich aus dem Bildarchiv des Kinos nährt und auf tief verinnerlichte Erzählmuster von Geschlecht und Gewalt zurückgreift. Dabei würde das Kino auch ganz andere Bilder von Männlichkeit anbieten.

Von Benjamin Johann

Erzählen im KI-Zeitalter

Wie hilfreich ist Künstliche Intelligenz beim Kreieren von Geschichten oder deren künstlerischer Umsetzung? In Bayreuth wurde gerade die erste „Ring“-Inszenierung, in der eine KI mitmischte, mit Buh-Rufen bedacht. Trotzdem bleibt das Thema virulent. Unter dem Motto „Framing the Future of Filmmaking“ diskutierte die Creators Conference der Produktionsallianz in München, bei der Daniel Kehlmann „über die Kraft des Erzählens im KI-Zeitalter“ sprach.

Von Susanne Gietl

Wer mit dem Wolf tanzt - Indigene Kulturen Nordamerikas im Genrekino

Der Begriff „Indianer“ gilt inzwischen als verpönt, und Filme wie „Das Kanu des Manitu“ rufen Proteste hervor. Die Frage, wer indigene Kulturen wie darstellt, ist zum Politikum geworden. Das Kino hatte in Gestalt des Westerngenres zunächst wesentlichen Anteil an der Verfestigung kolonial geprägter „Indianer“-Bilder, ringt aber seit den 1960er-Jahren auch um neue Wege der Darstellung. Eine Passage durch die Filmgeschichte der „American Natives“.

Von Marcus Stiglegger

Leders Journal (57): Von allem zu viel

Den Fußball und das Fernsehen verbindet seit Langem eine gemeinsame Mediengeschichte. Doch so gigantisch wie die 23. Fußball-Weltmeisterschaft (11.6.-19.7.2026) war noch kein Sportereignis von den Medien beobachtet worden. Sechs Wochen und 44 Spiele später fragt man sich allerdings, was davon bleiben wird. Ein Rückblick auf ein gigantisches Spektakel, das mit Spanien einen würdigen Weltmeister kürte, auch wenn das Finale gegen Argentinien keineswegs weltmeisterlich ausfiel.

Von Dietrich Leder