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Hej! Filmbildung hat viele Facetten

Die Debatte um Filmbildung bringt endlich Bewegung in ein träges Umfeld. Das ist gut, doch bislang kommen wichtige Aspekte noch nicht in den Blick. Schön wäre es, wenn nicht nur über Vision Kino gesprochen würde, sondern auch über kreative Medienarbeit, informelles Lernen oder autonomes Medienhandeln. Und über die Begeisterung für genau jene Filme, die Kindern und Jugendlichen in ihrem Fühlen und Erleben nahe sind.

Ein Beitrag von Christian Exner

Zwischen Protest und Propaganda

Beim 44. Polnischen Filmfestival in Gdynia spiegelte sich die tiefe gesellschaftliche Spaltung des Landes: Auf der einen Seite monumentaler propagandistischer Schwulst über die polnische Geschichte, auf der anderen kontemplative Provokationen, verstörende Vexierspiele und Arbeiten, die wieder ausgeladen wurden und nur durch Tricks doch noch zu sehen waren.

Von Ralf Schenk

Heimat ist ein Raum aus Zeit

In seinem über dreieinhalbstündigen Filmessay „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ vermisst der Dokumentarist Thomas Heise mit Briefen, Tagebucheinträgen, Fotografien und Landschaftsbildern die Geschichte seiner Familie im 20. Jahrhundert. Für sein schillerndes Mosaik gewann er bei der „Berlinale“ 2019 den 34. „Caligari“-Filmpreis. Ab dem 26. September ist er in ausgesuchten Kinos zu sehen, teilweise in Anwesenheit von Thomas Heise.

Als Tarantino weinte

Das nostalgiegetränkte Nerdtum, die selbstherrliche, beinahe kindliche Freude am eigenen „Auteur“-Universum, die in langen, eskapistischen Nächten geschulte Männlichkeitsrhetorik, der Zwang zum F-Wort, die dauernd behauptete Coolness, die exzessive Freude an Film-Gewalt: Das alles musste irgendwann auf Ablehnung stoßen. Quentin Tarantino, ein Komet der 1990er – ein Relikt aus den 1990ern? Ein imaginiertes Treffen mit dem Filmemacher.

Von Patrick Holzapfel

Blochin - Das letzte Kapitel

Das ZDF zeigt am 5.8. ein verspätetes Finale von Matthias Glasners Krimiserie um den Berliner Kriminalkommissar Blochin (Jürgen Vogel) und seine fatalen Verstrickungen in kriminelle Machenschaften, die internationale Dimensionen annehmen. "Das letzte Kapitel" spielt zwei Jahre nach der Handlung der ersten fünf Folgen.

Die Lebendigkeit eines toten Mediums

Der Filmhistoriker Lars Henrik Gass erklärt in seinem neuen Buch „Filmgeschichte als Kinogeschichte“ das Kino für tot. In seinem Rückblick auf die Entwicklung des Kinos zeichnet er nach, wie diesem der Film allmählich abhandenkommt, sodass es seine ursprüngliche Funktion verliert.

Von Patrick Holzapfel

Cinema Jahrbuch #64: Qualität

Wann ist ein Film gut? Die aktuelle Ausgabe des Schweizer Filmperiodikums "Cinema" beschäftigt sich mit „Qualität“. Das 1955 gegründete Jahrbuch, die älteste (Deutsch-)Schweizer „Filmzeitschrift“, ist in mehrfacher Hinsicht ein Unikum.

Von Irene Genhart

Tempo! Tempo! Tempo!

Die Liaison zwischen Bauhaus und Film ist vielfältig. Neben Walter Ruttmanns „Lichtspielen“ und anderen avantgardistischen Experimenten nutzte das Bauhaus, dessen Gründung sich 2019 zum 100. Mal jährt, das Medium Film, um das Neue Bauen zu dokumentieren und zu propagieren. In den 1920er-Jahren hielten Bauhaus-Möbel überdies Einzug in Spielfilme.

Ein Überblick von Kristina Jaspers

Aus die Maus. Fernsehen als Museum

Der Niedergang des Fernsehens scheint selbst für die Sender eine ausgemachte Sache zu sein. Entsprechend hektisch kämpfen sie um ihre Fortexistenz als Mediatheken. Aber bitte nur als Museum, fordert Lars Henrik Gass. Denn "das Fernsehen hat seinen historischen Auftrag erfüllt“. Es genüge, wenn es fortan seine eigene Geschichte am Leben erhalte.

Hans Menasse. The Austrian Boy

Nach dem Krieg kehrte Hans Menasse, der Vater von Robert und Eva Menasse, nach Wien zurück und betreute bei der UIP ein halbes Jahrhundert lang Hollywood-Stars während ihrer Besuche anlässlich von Filmpremieren. Über seine Begegnungen und Widerfahrnissen erzählt er in einer spannenden Biografie, die im Böhlau Verlag erschienen ist.

Von Ralf Schenk