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Leni Riefenstahl: Das Ende eines Mythos

Politisch blind, aber eine geniale Filmemacherin? Leni Riefenstahl, die Regisseurin des NS-Propagandafilms „Triumph des Willens“, pflegte zu Lebzeiten den Mythos der apolitischen Ausnahmekünstlerin. Eine Dokumentation und ein neues Buch rechnen mit diesem Image ab, belegen Riefenstahls Verstrickungen ins NS-Regime und stellen auch ihre Leistung als innovative Filmemacherin in Frage.

Von Alexandra Wach

Werft die blauen Pillen weg!

Der deutsche Superhelden-Film „Freaks“ erhält einen Comic zur Seite, der sich deutlich von der Leinwandversion unterscheidet. Bei der Adaption des Drehbuchs schielte der Zeichner Frank Schmolke nicht auf den Mainstream, sondern setzte die Geschichte eines fundamentalen Erwachens mit groben schwarzen Strichen und kantiger Unversöhnlichkeit um. Das Resultat spricht für sich.

Von Christian Meyer-Pröbstl

Ein unentdeckter Kontinent

Der britische Filmemacher Mark Cousins wird mit dem Europäischen Filmpreis für „innovatives Storytelling“ ausgezeichnet. Die erstmals vergebene Kategorie ehrt seine 14-stündige Dokumentation „Women Make Film“, die auf einzigartige Weise an die Werke von 182 bislang weitgehend übersehenen (Meister-)Regisseurinnen von der Stummfilmzeit bis in die Gegenwart erinnert.

Von Andrea Dittgen

Dein Wille geschehe

Die aus drei Staffeln bestehende Serie erzählt von einer Gruppe junger Männer, die in einem Kapuzinerkloster in Paris auf den Beruf als katholischer Priester vorbereitet werden. Neben glaubwürdig thematisierten Problemen aus dem Alltag der Männer und einem sorgfältigen Einbezug der Seminar-Sphäre werden immer wieder auch Reizthemen der katholischen Kirche mit einbezogen. Aktuell steht die komplette Serie in der arte-Mediathek bereit.

Von Martin Ostermann

Tausend neue Schatten

Es gibt derzeit viele Gründe, Angst zu haben – wegen der Pandemie, wegen politischer Krisen, wegen des Klimawandels. Kein Wunder, dass Angst auch im Film dauerpräsent ist und das Horror-Genre fröhliche Urstände feiert. Welche Schreckensbilder spinnt es aus, welche Schatten beschwört es herauf? Eine Bestandsaufnahme zu Halloween im Corona-Jahr 2020.

Von Lucas Barwenczik

Chaplin – Ein Leben für den Film

Ein Comic-Book rekapituliert das Leben und Werk von Charlie Chaplin, von den Anfängen bis zu seinen letzten Jahrzehnten in der Schweiz. Das 76-seitige Album ist im Stuttgarter Panini Verlag erschienen.

Von Christian Meyer-Pröpstl

Plädoyer für eine gefährliche Kunst

38 Jahre nach dem Tod von Rainer Werner Fassbinder errichtet Oskar Roehler dem „einzigen Rockstar im deutschen Kino“ mit „Enfant Terrible“ ein Denkmal, das jedoch eher einer Installation als einem Film gleicht. In einer Art abstraktem Palimpsest werden Fakten & Fiktionen zu einer eigenwilligen Hommage verschmolzen, die Leben und Werk, Selbstermächtigung und Ausbeutung in ein hochenergetisches Spektakel verwandeln.

Von Ulrich Kriest

Ein Krieg, der nicht zu gewinnen ist

Wir leben im Zeitalter des Anthropozän. Die Entwicklung der Erde wird inzwischen wesentlich durch den Menschen geprägt. Mit verheerenden Auswirkungen. Jüngere Dokumentarfilme wie aktuell „Die Epoche des Menschen“ (jetzt im Kino) reagieren darauf.

Von Thomas Klein

Von tief unten - Das Kino des Dario Argento

Dario Argento ist als prägender Filmemacher des italienischen Giallo-Genres einer der Wegbereiter des modernen Horror- und Slasherkinos; seine Filme werden von den einen wegen ihrer schieren Lust an Exzess kultisch verehrt, von den anderen wegen ihres Sexismus verabscheut – kalt lassen sie wohl niemanden. Eine Wiederbegegnung mit Dario Argentos blutigem Kino der Attraktionen anlässlich des 80. Geburtstags des Regisseurs.

Von Patrick Holzapfel

Etwas wird sichtbar

Mit „See der wilden Gänse“ läuft aktuell der neue Film von Diao Yinan in den Kinos, der 2014 mit „Feuerwerk am helllichten Tage“ den „Goldenen Bären“ gewonnen hatte. Zusammen mit anderen steht Diao Yinan für ein chinesisches Kino, das die Lebenswelten jener erkundet, die zu den Verlierern des kapitalistischen Sozialismus gehören. Eine Reise in die Schattenseiten des riesigen Landes.

Von Patrick Holzapfel