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Die Gier ist ein Luder

Der Münchner Schauspieler Alexander Held war im deutschen Kino ein beliebter Nebendarsteller und erhielt in einigen Krimiserien auch dankbare Hauptrollen. Nach seinem überraschenden Tod am 12. Mai 2026 sind jetzt zwei neue Folgen der Reihe „München Mord“ in der ZDF-Mediathek zu sehen, in denen der Schauspieler als exzentrischer Chef eines Ermittler-Trios agiert. 

Von Dietrich Leder

Zeitenwendvisionen

Schon bevor am 2. September in Venedig die „Mostra internazionale d’arte cinematografica“ beginnt, gibt es in der Lagunenstadt reichlich spannende Bewegtbildkunst zu entdecken – im Rahmen der Kunstbiennale, die noch bis 22.11.2026 zu sehen ist. Trotz der politischen Kontroversen um einige der Pavillons lohnt sich die Reise, unter anderem wegen starker Medienkunst-Beiträge wie Genti Korinis "A Place in the Sun".

Von Olaf Möller

Wirklichkeit als Werbung? Über „Based on a true Story“ Filme

Filme nach wahren Ereignissen wie demnächst Danny Boyles „Ink“ über den kometenhaften Aufstieg der Zeitung „The Sun“ unter Chefredakteur Larry Lamb haben Konjunktur. Welche Gründe und Motive stecken dahinter? Anlässlich des Readers „Based on a True Story“, der in 21 Essays das Verhältnis von auf Tatsachen beruhenden Filmen zur „Wahrheit dahinter“ untersucht, widmet sich Jörg Marsilius verschiedenen Facetten dieses Themas. 

Von Jörg Marsilius

Erzählen im KI-Zeitalter

Wie hilfreich ist Künstliche Intelligenz beim Kreieren von Geschichten oder deren künstlerischer Umsetzung? In Bayreuth wurde gerade die erste „Ring“-Inszenierung, in der eine KI mitmischte, mit Buh-Rufen bedacht. Trotzdem bleibt das Thema virulent. Unter dem Motto „Framing the Future of Filmmaking“ diskutierte die Creators Conference der Produktionsallianz in München, bei der Daniel Kehlmann „über die Kraft des Erzählens im KI-Zeitalter“ sprach.

Von Susanne Gietl

Wer mit dem Wolf tanzt - Indigene Kulturen Nordamerikas im Genrekino

Der Begriff „Indianer“ gilt inzwischen als verpönt, und Filme wie „Das Kanu des Manitu“ rufen Proteste hervor. Die Frage, wer indigene Kulturen wie darstellt, ist zum Politikum geworden. Das Kino hatte in Gestalt des Westerngenres zunächst wesentlichen Anteil an der Verfestigung kolonial geprägter „Indianer“-Bilder, ringt aber seit den 1960er-Jahren auch um neue Wege der Darstellung. Eine Passage durch die Filmgeschichte der „American Natives“.

Von Marcus Stiglegger

Leders Journal (57): Von allem zu viel

Den Fußball und das Fernsehen verbindet seit Langem eine gemeinsame Mediengeschichte. Doch so gigantisch wie die 23. Fußball-Weltmeisterschaft (11.6.-19.7.2026) war noch kein Sportereignis von den Medien beobachtet worden. Sechs Wochen und 44 Spiele später fragt man sich allerdings, was davon bleiben wird. Ein Rückblick auf ein gigantisches Spektakel, das mit Spanien einen würdigen Weltmeister kürte, auch wenn das Finale gegen Argentinien keineswegs weltmeisterlich ausfiel.

Von Dietrich Leder

In Småland und darüber hinaus

Natur spielt in Kinder- und Jugendfilmen oft eine zentrale Rolle: als belebtes Gegenüber, als Sehnsuchtsort und Aussteigerparadies, in dem man den starren Regeln der Erwachsenen entkommen kann. In Kinderfilmen geht es meist um Abenteuer und das konkrete Erleben der Natur, in Jugendfilmen rücken eher gesellschaftskritische Aspekte ins Zentrum. Das Dossier #ichsehewas – Natur“ forscht den inhaltlichen und ästhetischen Muster nach, mit denen Filme den Wald und die Berge, Flüsse, Tiere und Pflanzen zu zentralen Akteuren machen.

Alles ist lebendig

In vielen Kinder- und Jugendfilmen erscheint die Natur nicht nur als Kulisse oder Metapher, sondern als lebendiges Gegenüber mit autonomer Handlungsmacht. Die Wolken weinen, die Sonne lacht, der Baum schläft. Realität und Fantasie fließen darin ineinander und helfen bei schwierigen Lebensmomenten. Dabei geht es weniger um Magie als um ein lebendiges Gegenüber, das dem jungen Publikum auf Augenhöhe begegnet.

Von Christian Horn

Die Geister des Waldes

Die Natur im Märchen war einmal Heimstatt feindlicher Keaturen, aber auch Schauplatz von Wundern, Prüfungen und Verwandlungen. Speziell der Wald erscheint darin unheimlich und voller Abenteuer. Heute hingegen wirkt die Natur in Kinderfilmen meist verlockend, heilend und bisweilen auch fragil. In Jugendfilmen wird sie zum Schauplatz und Symbol von Freiheit, Zusammenhalt und Bewährung.

Von Christian Exner