Filmliteratur: „Die Wahrheit des Ekstatischen“ – Werner Herzog

Werner Herzog ist einer der wichtigsten deutschen Filmemacher und im Ausland fast noch angesehener als in der Heimat. Der Filmjournalist Josef Schnelle hat einen „Reiseführer“ für Herzogs Oeuvre geschrieben, vom Debütfilm „Lebenszeichen“ (1968) bis hin zu heutigen Projekten. Dabei liefert der Autor in klarer Sprache mehr Analyseangebote als tiefgründige Wissenschaft und bietet damit einen guten Einstieg in das Werk.

Von Josef Nagel

Der strukturierte Chaot: Rainer-Werner-Fassbinder-Ausstellung Bonn

In der Bundeskunsthalle in Bonn ist bis zum 6. März die Ausstellung „Methode Rainer Werner Fassbinder. Eine Retrospektive“ zu sehen, die sich insbesondere den Produktionsbedingungen seines fulminanten Schaffens widmet. Auch auf die Zeitbezüge seiner Filme, Drehbücher und Theaterstücke wird ein besonderes Augenmerk gelegt.

Von Reinhard Kleber

Arbeitshilfe „Digitalität, Ethik und Religion im Film“

Die Medienzentrale des Erzbistums Köln hat eine neue Arbeitshilfe zu den Themen „Digitalität, Ethik und Religion im Film“ veröffentlicht. Sie ist als medienpädagogische Unterstützung für Seelsorge, Schule und Weiterbildung gedacht und beschäftigt sich insbesondere mit jüngeren Science-Fiction-Filmen wie „Her“, „Ex Machina" und „Hi, AI“.

James Bond von A bis Z

Mit den neuen "James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ verabschiedet sich Daniel Craig von der Rolle des britischen Geheimagenten, dem er seit „Casino Royale“ (2006) eine enorme körperliche Ausstrahlung, aber auch ein überraschend sensibles Innenleben verliehen hat. Den Spagat zwischen dem traditionellen Markenkern und seiner allfälligen Erneuerung wird auch sein Nachfolger oder seine Nachfolgerin zu meistern haben. Eine kleine Vergegenwärtigung des Bond-Universums in 17 Vignetten.

Von Marius Nobach & Felicitas Kleiner

In unseren Händen: #Ich sehe was - Neue Kinder- und Jugendfilme

Mit dem Themenschwerpunkt "In unseren Händen" starten das Kinder- und Jugend-Filmportal und filmdienst.de eine Kooperation, mit der sie auf neue Kinder- und Jugendfilme hinweisen, wichtige Themen und Herausforderungen in diesem Segment diskutieren und zeitgemäße Filme für junge Menschen von 5 bis 99 zugänglich machen wollen. Die Zusammenarbeit steht unter dem Motto "#Ich sehe was".

Der beste Mann der Welt

Seinen ersten Kinoeinsatz hatte der britische Agent James Bond im Jahr 1962, und auch knapp 60 Jahre später erwarten Fans noch immer ungeduldig seine Abenteuer. Auch der am 30. September startende 25. Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“ ist ein vorprogrammierter Kassenerfolg. Doch passt der Mann, dem ein unsensibler Umgang mit Frauen und moralisch fragwürdige Methoden vorgeworfen werden können, überhaupt noch in diese Zeit? Einige Gedanken zum Männlichkeitsbild der James-Bond-Reihe.

Von Patrick Holzapfel

Alte Träume, neue Wirklichkeit

Bei der „Berlinale“ 2020 ging der Caligari-Filmpreis an den experimentellen Dokumentarfilm „Victoria“ der belgischen Filmemacherinnen Sofie Benoot, Liesbeth De Ceulaer und Isabelle Tollenaere. Jetzt kommt der Film endlich ins Kino. Darin lässt sich ein junger Afroamerikaner durch die kalifornische Geisterstadt California City treiben, wobei er mit dem Handy seine Wanderungen durch das unwirtliche Areal dokumentiert und dabei über sich, das Land und die Zukunft nachdenkt.

Die Empathie-Maschine

Macht uns das Kino zu besseren Menschen, indem es uns in andere Menschen und Kreaturen hineinversetzt? Anlässlich des Kinostarts des Dokumentarfilms "Gunda", der auf ungewöhnliche Weise am Leben von Schweinen, Hühnern und anderen Tieren eines Bauernhofs Anteil nehmen lässt, stellt sich die Frage, wie es um die Macht des Kinos bestellt ist, Tiere mit neuen, empathischeren Augen sehen zu lassen.

Von Patrick Holzapfel

Quentin Tarantinos Debütroman

Seine Karriere als Regisseur soll nur noch einen einzigen weiteren Film umfassen, in der Zwischenzeit hat Quentin Tarantino mit „Es war einmal in Hollywood“ seinen ersten Roman geschrieben. Darin erzählt er die Handlung seines letzten Films von 2019 neu, setzt aber andere Schwerpunkte, nutzt die literarischen Möglichkeiten und schafft ein entspannteres Pendant zu seinem filmischen Spiel mit Pointen und Kontrasten.

Von Michael Kienzl

Die letzte Vorstellung? Bedrohte Multiplexe und fehlende Kinoperspektive in Berlin

Die Berliner Kinolandschaft verfügt über viele geschichtsträchtige Lichtspielhäuser, von den großen Einzelhäusern der DDR über moderne Multiplex-Kinos bis hin zu Exoten wie dem Kino in der Kulturbrauerei. Doch die Aussichten auf den Fortbestand dieser Kulturstätten verfinstern sich zunehmend, zumal Investoren sowie Politiker ohne klare Agenda agieren. Die letzten traditionellen Kinos bangen um ihre Existenz und das Publikum den Erhalt der Berliner Kinokultur.

Von Jörg Taszman