Franz Kafka und das Kino

Der Kino-Autor

„Sich am Leben erhalten für den Kinematographen“, schrieb Franz Kafka in sein Tagebuch. Diese und viele weitere Notizen weisen den berühmten Schriftsteller als Filmbegeisterten der ersten Stunde aus. Sie bezeugen aber auch den Einfluss des frühen Kinos auf seine literarischen Werke. Die filmische Struktur seiner abgründigen Texte lässt ihre Verfilmungen naheliegend erscheinen, und auch ihr Autor selbst ist mit seinem schillernden Leben eine dankbare Filmfigur. Eine Passage durch die fruchtbare Beziehung von Kafka und dem Kino.

Von Arne Koltermann

Sehenswerte Filme

Fossil

  • Deutschland 2023
  • R: Henning Beckhoff
  • Mit: Markus Hering

Ein Tagebauarbeiter sieht sich nach vierzig Berufsjahren aller Gewissheiten beraubt, da die Kohleförderung eingestellt und die riesige Grube zum Stausee umgestaltet werden soll. Verzweifelt begehrt er gegen die Herabsetzung seiner Lebensleistung auf. Ein sorgfältiges Milieudrama, das alles Sentimentale meidet und das unausweichliche Verschwinden einer Welt ausmalt. - Sehenswert ab 14.

Seit 13. Juni im Kino

Alles steht Kopf 2

  • USA 2024
  • R: Kelsey Mann

In der Fortsetzung des Animationsfilms ist die Protagonistin inzwischen ins Pubertätsalter gekommen, was den Gefühlen in ihrem Kopf erst recht keine Ruhe gönnt. Der Animationsfilm orientiert sich an einer Mischung aus Sentimentalität, Spektakel und doppelbödigem Humor. Dabei profitiert der Film von seinen exzentrischen Neuzugängen sowie dem dramatisch komplexeren Konflikt der Protagonistin. - Ab 10.

Seit 13. Juni im Kino

Sleep With Your Eyes Open

  • Brasilien 2024
  • R: Nele Wohlatz
  • Mit: Xiao Xin Chen

In einer brasilianischen Küstenstadt macht eine Urlauberin die Bekanntschaft eines chinesischen Regenschirmverkäufers. Mit losen Erzählfäden und viel Sinn für absurde Komik zeichnet der Film das Porträt von Arbeitsnomaden und sucht nach verbindenden Elementen in einer von ständigen Ortswechseln bestimmten Welt. - Ab 16.

Seit 13. Juni im Kino

Lexikon des internationalen Films

Vier Filme für den Frieden

Das Werk des Filmemachers Marcus Vetter ist auf vielfache Weise mit der palästinensischen Stadt Jenin im Westjordanland verbunden. Drei seiner Filme entstanden dort und kreisen um Versuche, den Teufelskreis aus Gewalt, Vergeltung, Hass und Rache zu durchbrechen. Zusammen mit seinem jüngsten Film „War and Justice“ sind sie jetzt im Kino zu sehen und sollen demnächst mit Live-Musikbegleitung zu einer Welttournee aufbrechen.

Das Gespräch führte Josef Lederle

Rodrigo Moreno

Es ist für mich undenkbar, eine Geschichte ohne Humor zu erzählen. Wenn in der Kunst der Humor fehlt, geht schnell das Interesse verloren. Humor hat viel mit Intelligenz tun, mit dem Hinterfragen der Realität.

Neu in Mediatheken

M

  • Deutschland 1931
  • R: Fritz Lang
Ein Meisterwerk des Weimarer Kinos mit Peter Lorre.
Bis 10.7. in der arte-Mediathek

Das Auge

  • Frankreich 1982
  • R: Claude Miller
Raffinierter Psychothriller mit Michel Serrault und Isabelle Adjani.
Bis 17.6. in der arte-Mediathek

TV aktuell

Abyss (TELE 5)

  • USA 1989
  • R: James Cameron
  • Mit: Ed Harris
Umweltkritische Unterwasser-Fabel.
15.6., 20.15-23.45, TELE 5

Black and Blue (ZDF)

  • USA 2019
  • R: Deon Taylor
  • Mit: Naomie Harris
Schonungsloser Polizei-Thriller.
15.6., 23.30-01.10, ZDF

DVD | BD | Streaming Tipps

The Zone of Interest

  • Auf DVD/BD & digital: Preisgekröntes Drama über den Kommandanten des KZ-Auschwitz, Rudolf Höß, und seine Ehefrau Hedwig.

The Big Cigar

  • Bei AppleTV+: Serie nach einer skurrilen wahren Geschichte um "Black Panter"-Gründer Huey Newton, der in den 1970ern auf der Flucht vor dem FBI ist und Hilfe ausgerechnet von Produzenten des "New Hollywood" bekommt.

The Old Oak

  • Auf DVD & digital: Ken Loachs anrührendes Drama aus dem Nordosten Englands, in dem eine Kneipe zur Anlaufstelle für Einheimische wie Flüchtlinge wird.

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Mit: Markus Hering