Spuren des Religiösen im Film

Ein Film über Edith Stein

„A Rose in Winter“ zeichnet ein Porträt der jüdischen Philosophin, die zum Katholizismus konvertierte und als Karmelitin von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde.

Barbara Miller über ihren Film „#Female Pleasure“

Sexismus und Machtmissbrauch, wie sie in der #MeToo-Debatte diskutiert wurden, wurzeln in der Idee, dass Frauen weniger wert sind als Männer, dass ihr Körper sündhaft und die weibliche Sexualität des Teufels sei. Das hat viel mit Religion zu tun, wie der Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ eindringlich vor Augen führt. Ein Gespräch mit der Filmemacherin Barbara Miller über Macht, Herrschaft und die männliche Angst vor dem Leben. Von Irene Genhart

Vor der Befreiung. Und danach

In den Filmen der italienischen Regisseurin Alice Rohrwacher begegnen sich höchst produktiv archaische und postmoderne, religiöse und profane Elemente. Aus der Verbindung von dokumentarischer Authentizität und symbolisch-metaphorischen Bezügen erwächst eine zeichenhafte Verrätselung der Welt, die Staunen macht, aber auch den Widerspruch zu den unerfüllten Versprechungen der Moderne offen hält.

Von Karsten Visarius

Paulus, der Apostel Christi

Ein Bibelfilm über Paulus von Tarsus: Im von der Christenverfolgung durch Kaiser Nero gezeichneten Rom blickt der Apostel im Gefängnis der Vollstreckung seines Todesurteils entgegen. Statt auf Monumentalfilm-Bombast setzt der Film auf kammerspielartige Dialogszenen, driftet aber immer wieder in Kitsch ab.

„Weil das Leben mehr ist als einfach nur zu atmen“

Kleinkriminelle, Verlorene und ein ominöser Jesus: In der Reihe „Spuren des Religiösen im Film“ geht es um den humanistischen Kern von Bouli Lanners’ schrägem Road Movie „Das Ende ist erst der Anfang“ – ein Film „über verlorene Menschen, gedreht von einem, der an Gott glaubt und dies ausdrücken will“.

Von Matthias Wörther

Jesus Christus Superstar

Arte präsentiert am Ostermontag erstmals eine Gala-Version von Cecil B. DeMilles stummem Bibelepos „König der Könige“ („The King of Kings“) von 1927. Für den Monumentalfilm sparte DeMille weder an Trick-Einstellungen noch an Statisten, zwei Sequenzen ließ er gar in Farbe drehen. Die Wiederaufführung eines schauprächtigen Klassikers.

Von Jens Hinrichsen

Film als Gebet

Seit "Tree of Life" (2011), seiner großen Hymne auf die Schöpfung, ist der US-amerikanische Regisseur Terrence Malick in einen wahren Schaffensrausch verfallen, der beinahe im Jahreswechsel neue Werke hervorbringt. Die Filme "Tree of Life" (2011), "To the Wonder" (2012), "Knight of Cups" (2015) und "Song to Song" (2017) fragen so bildgewaltig wie schüchtern nach dem Verhältnis des Menschen zu seiner Herkunft und dem Rätsel seiner Existenz.

40 Tage in der Wüste

Auf der Suche nach Gott streift Jesus fastend durch die Wüste und kämpft mit den Einflüsterungen eines Versuchers, der als sein Alter Ego erscheint. Das in seiner Formsprache asketische, meditativ angelegte Drama erweitert die biblische Versuchungsgeschichte durch die Herausforderung an Jesus, die schwierigen Konflikte einer Familie zu lösen, und setzt dabei auf thematisch vielfältige Spiegelungen. Eine interessante Variation der Jesus-Geschichte mit offenen Denkanstößen, beeindruckend auch durch die Leistung des Hauptdarstellers in der Doppelrolle als Jesus und Versucher.

Von Menschen und Göttern

Im Jahr 1996 wurden im Altasgebirge in Algerien sieben Trappistenmönche ermordet. Das spirituelle Drama zeichnet das Leben der Mönche und ihr intensives Ringen mit der islamistischen Bedrohung nach.  Sollen die Brüder ihr Kloster aufgeben und fliehen oder aus Solidarität mit den Menschen bleiben und damit ihren Tod riskieren? Ein tief berührendes, vorzüglich recherchiertes Drama der Versöhnung und tiefen Menschenliebe. 

2001: Odyssee im Weltraum

Ein geheimnisvoller schwarzer Monolith, Walzerklänge, ein Amok laufender Bordcomputer und die kosmische Wiedergeburt. Stanley Kubricks fantastisches Kinoabenteuer vereint technische Utopie und kulturphilosophische Spekulation zu einer Weltraumoper von überwältigendem Ausmaß. Als ironisch-skeptische Geschichte der Hominisation filmisch ist bis heute unübertroffen.