Spuren des Religiösen im Film

Was sucht die Theologin im Kino?

Am Anfang war … der Sinn, die Kraft, die Tat? Goethes Faust zögert, weil ihm das biblische „Wort“ nicht mächtig genug erschien. Heute wissen wir es besser: Am Anfang ist das (Film-)Bild, das Kindern schon etwas bedeutet, bevor sie „Mama“ sagen können. Für die Theologie erwächst daraus die Herausforderung, sich mit der Bildermaschinerie kreativ zu beschäftigen. Ein Essay über die Lust (und Last) eines christlichen Denkens im Dialog mit dem Kinoversum. Von Joachim Valentin

Dichtung und Wahrheit

Bei den „Oscars“ waren gleich zwei Papst-Darsteller nominiert: Jonathan Pryce als Papst Franziskus und Anthony Hopkins als Benedikt XVI. Das fiktionale Drama „Die zwei Päpste“ kreist um eine Begegnung zwischen Benedikt XVI. und seinem späteren Nachfolger, Kardinal Jorge Mario Bergoglio. Viele fragen sich, was an dieser Geschichte der Wahrheit entspricht und was erfunden ist.

Von Ludwig Ring-Eifel

Vor der Befreiung. Und danach

In den Filmen der italienischen Regisseurin Alice Rohrwacher begegnen sich höchst produktiv archaische und postmoderne, religiöse und profane Elemente. Aus der Verbindung von dokumentarischer Authentizität und symbolisch-metaphorischen Bezügen erwächst eine zeichenhafte Verrätselung der Welt, die Staunen macht, aber auch den Widerspruch zu den unerfüllten Versprechungen der Moderne offen hält.

Von Karsten Visarius

Malicks Märtyrer

In „Ein verborgenes Leben“ stellt Terrence Malick den Widerstand des tiefgläubigen österreichischen Bauern Franz Jägerstätter gegen den Nationalsozialismus bis zur Hinrichtung dar. Sein Interesse kommt nicht von ungefähr: Jägerstätters Christentum und sein naturnahes Umfeld fügen sich schlüssig in Malicks eigene religiöse Auseinandersetzungen ein.

Von Bert Rebhandl

„Man muss beide Figuren lieben“

Das dialogische Drama „Die zwei Päpste“ ersinnt ein Treffen zwischen Papst Benedikt XVI. und seinem Nachfolger Kardinal Bergoglio ein Jahr vor Benedikts Rücktritt. Drehbuchautor Anthony McCarten spricht über seinem Zugang zu dem Stoff und die Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen progressiven und konservativen Argumenten zu finden.

Von Rainer Gansera

Die zwei Päpste

In der Katholischen Kirche läutete die Wahl des argentinischen Kardinals Jorge Mario Bergoglio am 13. März 2013 zum neuen Oberhaupt eine Zäsur ein. In dem Drama „Die zwei Päpste“ umkreist der Regisseur Fernando Meirelles das Ringen um die kirchliche Ausrichtung. Ein sanft-ironischer Blick hinter die Kulissen.

Von Josef Nagel

Zwischen Satire und Experiment

Die Arbeiten des Kölner Filmemachers Christoph Böll lassen sich nur schwer über einen Kamm scheren. Er begann mit Super-8-Experimenten, drehte dann satirische Spielfilme, entdeckt später das Dokumentarische. Sein Werk kreist um sinnliches Erleben und schreckt dank einer informellen Filmästhetik auch vor sakralen Momenten nicht zurück.

Von Peter Kremski

Experimente im kirchlichen Raum

Der Filmemacher Christoph Böll entstammt einer Familie, die sich selbst dem rheinischen Katholizismus zurechnet. Sein Großvater war Holzbildhauer, der Altäre und Kommunionbänke schnitzte. Sein Vater schrieb ein Buch über die Geschichte der Familie und ihres Glaubens. Und sein Onkel war der Schriftsteller Heinrich Böll. Die katholische Prägung spiegelt sich auch im Werk von Christoph Böll, der seit einigen Jahren auch dezidiert kirchenthematische Filme dreht.

Das Gespräch führte Peter Kremski

Die Ankunft der Fremden

In Denis Villeneuves Science-Fiction-Film „Arrival“ werden sämtliche Klischees des „Alien Invasion“-Genres bei Seite geschoben: Im behutsamen Versuch zweier Wissenschaftler, die Absichten von Lebewesen aus dem All herauszufinden, greift das Drama über die Kommunikation mit dem Fremden subtil auch theologische Motivkreise um die Sprachverwirrung und die Sehnsucht nach einer friedvollen Gemeinschaft auf.

Von Matthias Wörther