Spuren des Religiösen im Film

Die Ankunft der Fremden

In Denis Villeneuves Science-Fiction-Film „Arrival“ werden sämtliche Klischees des „Alien Invasion“-Genres bei Seite geschoben: Im behutsamen Versuch zweier Wissenschaftler, die Absichten von Lebewesen aus dem All herauszufinden, greift das Drama über die Kommunikation mit dem Fremden subtil auch theologische Motivkreise um die Sprachverwirrung und die Sehnsucht nach einer friedvollen Gemeinschaft auf.

Von Matthias Wörther

Was sucht die Theologin im Kino?

Am Anfang war … der Sinn, die Kraft, die Tat? Goethes Faust zögert, weil ihm das biblische „Wort“ nicht mächtig genug erschien. Heute wissen wir es besser: Am Anfang ist das (Film-)Bild, das Kindern schon etwas bedeutet, bevor sie „Mama“ sagen können. Für die Theologie erwächst daraus die Herausforderung, sich mit der Bildermaschinerie kreativ zu beschäftigen. Ein Essay über die Lust (und Last) eines christlichen Denkens im Dialog mit dem Kinoversum. Von Joachim Valentin

Die Wege des Herrn

„Die Wege des Herrn“ – sind bekanntlich unergründlich. Die dänische Serie lotet Gottes Pfade und die menschliche Suche nach dem Sinn des Daseins am Beispiel einer protestantischen Pfarrersfamilie aus. Die 10-teilige, ebenso unterhaltsame wie facettenreiche Fernsehserie läut aktuell bei arte und erscheint am 4. Dezember auf DVD und Blu-ray.

Von Katharina Zeckau

Gott und Mensch im Spiegel der Jesusfilme

Sind filmische Versuche, sich der Gestalt Jesus Christus anzunähern, von vornherein zum Scheitern verurteilt? Der Theologe Matthias Wörther verortet die Frage in den historischen Entwicklungen des Jesusbildes und sieht in der Vielfalt der filmischen Jesus-Figuren ein großes Plus.

Von Matthias Wörther

Ein Film über Edith Stein

„A Rose in Winter“ zeichnet ein Porträt der jüdischen Philosophin, die zum Katholizismus konvertierte und als Karmelitin von den Nazis in Auschwitz ermordet wurde.

Barbara Miller über ihren Film „#Female Pleasure“

Sexismus und Machtmissbrauch, wie sie in der #MeToo-Debatte diskutiert wurden, wurzeln in der Idee, dass Frauen weniger wert sind als Männer, dass ihr Körper sündhaft und die weibliche Sexualität des Teufels sei. Das hat viel mit Religion zu tun, wie der Dokumentarfilm „#Female Pleasure“ eindringlich vor Augen führt. Ein Gespräch mit der Filmemacherin Barbara Miller über Macht, Herrschaft und die männliche Angst vor dem Leben. Von Irene Genhart

Ignatius von Loyola

Ein biografischer Film über Ignatius von Loyola, den Gründer des Jesuitenordens. Der Film konzentriert sich auf dessen Werdegang als junger Mann und versucht ihn als Mensch in all seinen Widersprüchen zu zeigen.

Vor der Befreiung. Und danach

In den Filmen der italienischen Regisseurin Alice Rohrwacher begegnen sich höchst produktiv archaische und postmoderne, religiöse und profane Elemente. Aus der Verbindung von dokumentarischer Authentizität und symbolisch-metaphorischen Bezügen erwächst eine zeichenhafte Verrätselung der Welt, die Staunen macht, aber auch den Widerspruch zu den unerfüllten Versprechungen der Moderne offen hält.

Von Karsten Visarius

The Devil and Father Amorth

Ein Dokumentarfilm über die Praxis des Exorzismus in der katholischen Kirche, festgemacht am Beispiel eines römischen Priesters: Regisseur William Friedkin, der einst mit „Der Exorzist“ (1973) Kinogeschichte schrieb, begleitet den Exorzisten Gabriele Amorth bei einem seiner Rituale.