Siegfried-Kracauer-Stipendium

Der FILMDIENST ist Medienpartner des Siegfried-Kracauer-Stipendiums, mit dem der Verband der deutschen Filmkritik zusammen mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Film- und Medienstiftung NRW jährlich einen jungen Filmkritiker fördert. Im Rahmen dieser Medienpartnerschaft publizieren wir an dieser Stelle den Blog des aktuellen Stipendiaten Matthias Dell (geb. 1976). Das Bild zeigt die Preisverleihung 2018 (v.l.) Katharina Blum (Film- und Medienstiftung), Dunja Bialas (Verband der deutschen Filmkritik), Cosima Lutz (Siegerin Kategorie Beste Filmkritik), Daniel Eschkötter, Matthias Dell (Siegfried-Kracauer-Stipendium) und Carl Bergengruen (MFG Baden-Württemberg).

Schnipsel #12: Obsoleszenzen

In seinem Siegfried-Kracauer-Blog unterzieht Matthias Dell die Dokumentation „Das Kino ist tot, es lebe das Kino“ von Thomas Schadt einer aufmerksamen Lektüre. Der Film handelt von Dieter Kosslick und der Geschichte der „Berlinale“, Zettel-Konversationen und warum man die chinesische Diktatur nicht mit dem Fehlen eines Filmprojektors im „Berlinale“-Palast verwechseln sollte.

Schnipsel #11: Video-Knüppel

Beim Hofbauer-Kongress in Nürnberg gehört der „Videoknüppel“ zum gängigen Sprachgebrauch. Der Neologismus umschreibt den pragmatischen Umgang mit dem Trägermedium eines Films, bei dem unter Umständen auch auf ein Digitalisat zurückgegriffen wird, wenn es der Festivalablauf nötig macht. Matthias Dell diagnostiziert in seinem Siegfried-Kracauer-Blog „Schnipsel“ einen klaren Fall von Masochismus.

Schnipsel #10: Bildinformation

Die Beschäftigung mit dem Filmerbe heißt oft, mangels Alternativen auch visuell kaum ansprechendes Bildmaterial für eine Digitalisierung heranzuziehen, insbesondere geschieht das bei historischen Archivbildern. Eine Goldgrube in dieser Hinsicht ist die Datenbank des einstigen DDR-Verleihs Progress, die sukzessive Archivbestände öffentlich zugänglich macht.

Von Matthias Dell

Schnipsel #9: Eigenexpertise

Ein Grund, warum die Diskussionen um den Erhalt des Filmerbes nicht so richtig zum Topthema taugt, liegt vielleicht auch daran, dass alle angeblich Bescheid zu wissen scheinen. Das Gegenteil ist der Fall. Ein Erfahrungsbericht in Sachen Medientransfer von Siegfried-Kracauer-Stipendiat Matthias Dell.

Schnipsel #8: Sommerfilmtage

In Erfurt startet ein Projekt, das die Alltagsgeschichte des DDR-Kinofilms erarbeiten will. Beim Auftakt lief eine unbekannte Dokumentation über Erfurt, die ein privater Sammler aus dem Keller des ehemaligen Kinoklubs der thüringischen Hauptstadt gerettet hatte. Eine der vielen Facetten im vielfältigen Kampf um die Bewahrung des Filmerbes.

Schnipsel #7: Clubmitgliedschaft

Seit kurzem ist das Berliner Arsenal - Institut für Film- und Medienkunst neues Mitglied der FIAF (International Federation of Film Archives). In Hinblick auf die weitere Sicherung des Filmerbes kann diese Formalie von maßgeblicher Bedeutung sein. Denn die internationalen Vernetzungen der Archive erweisen sich immer mehr als entscheidender Weg, um verloren geglaubte Filme wiederzuentdecken.

Schnipsel #6: Diskussionstransparenz

Am Sonntag ist die 43. Duisburger Filmwoche (4.-10.11.2019) zu Ende gegangen, die mit einer bemerkenswerten Rede von Gudrun Sommer eröffnet wurde. Sommer leitet das Festival gemeinsam mit Christian Koch, nachdem Werner Ružicka nach 34 Jahren in Ruhestand gegangen ist. Bemerkenswert war die Rede auch deshalb, weil Sommer darin auf die ungenügende Debatte über den Erhalt des Filmerbes einging. Im Interview erläutert sie die Gründe.

Schnipsel #5: Rettungsaktionen

Bei der Abschiedsfeier für das Münchner Gabriel-Kino wurde im feuchten Kellergewölbe ein Lager mit Hunderten von Filmkopien entdeckt. Durch eine Kette von Zufällen und das Engagement privater Sammler landete der Fund jetzt im KommKino in Nürnberg. Eine Auswertung ist für den kommenden Sommer angesetzt.

Schnipsel #4: Festivalrollen

Mit der Digitalisierung geht das Verschwinden nicht nur von analogem Filmmaterial, sondern auch von Abspieltechniken einher. Filmprojektoren und Filmrollen etwa finden nur noch da Anwendung, wo explizite Interessen dahinterstecken. So zeigen Festivals wie aktuell DOK Leipzig einige Filme weiterhin in analogen Kopien und pflegen damit eine mittlerweile historische Aufführungspraxis.

Schnipsel #3: Fernsehen archivieren

Privates Film- und Videomaterial ist unverzichtbarer Bestandteil des medialen und kulturellen Erbes. Aktuell würdigt der Dokumentarfilm „Recorder“ das Ausnahmeprojekt der US-Amerikanerin Marion Stokes, die 30 Jahre das komplette Fernsehprogramm von TV-Sendern mit Videorecordern aufzeichnete. Ergebnis: Ein Medienarchiv von unschätzbarem historischen Wert.