Siegfried-Kracauer-Stipendium

Der FILMDIENST ist Medienpartner des Siegfried-Kracauer-Stipendiums, mit dem der Verband der deutschen Filmkritik zusammen mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Film- und Medienstiftung NRW jährlich einen jungen Filmkritiker fördert. Im Rahmen dieser Medienpartnerschaft publizieren wir an dieser Stelle den Blog des aktuellen Stipendiaten Till Kadritzke. Das Bild zeigt die Preisverleihung 2019 (v.l.) Carl Bergengruen (MFG Baden-Württemberg), Tanja Güß (Film- und Medienstiftung NRW), Helga Reichert (Biberacher Filmfestspiele), Tobias Kniebe (Sieger Kategorie Beste Filmkritik), Till Kadritzke (Siegfried-Kracauer-Stipendium), Dunja Bialas (Verband der Filmkritik) und Jochen Laube (Jury).

Im Affekt #6: Im Upside Down Berlins

Desintegration im Kino: Zum 8. Mai denkt Till Kadritzke in seinem Siegfried-Kracauer-Blog über Deutschland nach – mit Burhan Qurbanis „Berlin Alexanderplatz“-Verfilmung, die längst in den Kinos hätte anlaufen sollen und die gern bediente Tendenz des deutschen Films zur gesellschaftlichen Konsensfähigkeit mit einer expressiven Inszenierung unterläuft.

Politische Cinephilie

Zum Siegfried-Kracauer-Stipendium von Till Kadritzke gehören sechs Essays, in denen er den Verflechtungen und Grenzen von Cinephilie und politischen Fragestellungen nachspüren will. Der Auftakt dreht sich um Schwierigkeiten, die sich allein aus den verwendeten Begrifflichkeiten ergeben, und identifiziert zwei Tendenzen, Filme einseitig ideologisch zu vereinnahmen.

Von Till Kadritzke

Im Affekt #5: Der zuhörende Körper

Auf Amazon Prime gibt es Frederick Wisemans Porträt der New Yorker Public Library „Ex Libris“ zu sehen. Till Kadritzke hat sich den dreieinhalbstündigen Film für seinen Blog „Im Affekt“ noch einmal angesehen – und nähert sich dem Verhältnis von Affekt und Politik über die Bilder zuhörender Gesichter.

Im Affekt #4: Ganz schön großkatzig

Ein Fetisch, drei Egos, drei Zoos – und schon lauern Mord und Totschlag. Till Kadritzke war diese Woche auf Netflix unterwegs und nähert sich im vierten Teil seines Siegfried-Kracauer-Blogs „Im Affekt” verstört und fasziniert einem Unsittengemälde namens „Tiger King“ und seiner affektiven Geschlechterpolitik.

Im Affekt #3: Kokon-Kino oder Bill, das Multikat

Ein Strichmännchen verliert den Verstand und lässt dabei erkennen: Persönliches und Allgemeines sind keine einander gegenüberliegenden Pole. Der Animationsfilm „It’s Such a Beautiful Day“ von Don Hertzfeldt ist jetzt frei im Internet verfügbar und lässt Till Kadritzke im dritten Beitrag seines Siegfried-Kracauer-Blogs „Im Affekt“ weiter über das Kino der sozialen Distanz nachdenken.

Im Affekt #2: Im Home-Office

Und auf einmal sieht die Welt aus wie bei Roy Andersson. In den Filmen des schwedischen Regisseurs geht es um eine existenzielle Einsamkeit, die plötzlich sehr real und konkret erscheint. Till Kadritzke spürt in seinem Siegfried-Kracauer-Blog Anderssons Ästhetik der Vereinzelung nach – und findet Situationen, die vollkommen singulär und doch kollektiven Ursprungs sind.

Im Affekt #1: Alles Affekt, oder was?

Mit dem Blog „Im Affekt“ startet der neue Siegfried-Kracauer-Stipendiat Till Kadritzke sein Stipendium, mit dem er in den nächsten Monaten den „politischen Affekten“ des Kinos nachspüren will. Im ersten Beitrag skizziert er sein Programm, mit dem er in Filmen und andernorts „nach dem Alltäglichem im Affekt und nach dem Affektiven im Alltag“ fahnden will.

Schnipsel #12: Obsoleszenzen

In seinem Siegfried-Kracauer-Blog unterzieht Matthias Dell die Dokumentation „Das Kino ist tot, es lebe das Kino“ von Thomas Schadt einer aufmerksamen Lektüre. Der Film handelt von Dieter Kosslick und der Geschichte der „Berlinale“, Zettel-Konversationen und warum man die chinesische Diktatur nicht mit dem Fehlen eines Filmprojektors im „Berlinale“-Palast verwechseln sollte.

Schnipsel #11: Video-Knüppel

Beim Hofbauer-Kongress in Nürnberg gehört der „Videoknüppel“ zum gängigen Sprachgebrauch. Der Neologismus umschreibt den pragmatischen Umgang mit dem Trägermedium eines Films, bei dem unter Umständen auch auf ein Digitalisat zurückgegriffen wird, wenn es der Festivalablauf nötig macht. Matthias Dell diagnostiziert in seinem Siegfried-Kracauer-Blog „Schnipsel“ einen klaren Fall von Masochismus.

Schnipsel #10: Bildinformation

Die Beschäftigung mit dem Filmerbe heißt oft, mangels Alternativen auch visuell kaum ansprechendes Bildmaterial für eine Digitalisierung heranzuziehen, insbesondere geschieht das bei historischen Archivbildern. Eine Goldgrube in dieser Hinsicht ist die Datenbank des einstigen DDR-Verleihs Progress, die sukzessive Archivbestände öffentlich zugänglich macht.

Von Matthias Dell