Siegfried-Kracauer-Stipendium

Der FILMDIENST ist Medienpartner des Siegfried-Kracauer-Stipendiums, mit dem der Verband der deutschen Filmkritik zusammen mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Film- und Medienstiftung NRW jährlich einen jungen Filmkritiker fördert. Im Rahmen dieser Medienpartnerschaft publizieren wir an dieser Stelle den Blog des aktuellen Stipendiaten Till Kadritzke. Das Bild zeigt die Preisverleihung 2019 (v.l.) Carl Bergengruen (MFG Baden-Württemberg), Tanja Güß (Film- und Medienstiftung NRW), Helga Reichert (Biberacher Filmfestspiele), Tobias Kniebe (Sieger Kategorie Beste Filmkritik), Till Kadritzke (Siegfried-Kracauer-Stipendium), Dunja Bialas (Verband der Filmkritik) und Jochen Laube (Jury).

Im Affekt #20: Lob der Gefühllosigkeit

In der Diskussion über Christopher Nolans Zeitreise-Actionfilm „Tenet“ fällt oft der Begriff der Emotionslosigkeit. Till Kadritzke hält dies in seinem „Affekt“-Blog für eine unzureichende Interpretation. Wo andere Filme ihr Spektakel mit einem Übermaß an Emotionen legitimieren wollen, steckt in Nolans Kino immer schon ein Vertrauen in die Überwältigungskraft von Bilderwelten.

Im Affekt #19: Kindness

In seinem „Affekt“-Blog taucht Till Kadritzke anlässlich von Charlie Kaufmans Film „I’m Thinking of Ending Things“ (bei Netflix) in die eigene Biografie und in die Erinnerung an andere Kaufman-Filme ein, landet aber bei einem Songschreiber, der das bessere Kino macht, und bei einem englischen Begriff, der so schlicht und groß ist, dass er kaum zu übersetzen ist.

Im Affekt #18: Die Kehrseite des Kults - Ruth Bader Ginsburg

Gleich zwei Kinofilme starteten in den vergangenen Jahren über das Leben von Ruth Bader Ginsburg, die am Freitag, den 18. September 2020, gestorben ist. Das Double Feature war Teil eines beispiellosen Personenkults um die Supreme-Court-Richterin, der vor allem nach der Trump-Wahl an Fahrt aufnahm, weil er die Polarisierung der Gesellschaft in ein Superhelden-Movie verwandelte. Till Kadritzke blickt in seinem „Affekt“-Blog auf Person, Kult, Filme und Politik zurück.

Politische Cinephilie (II): (Not) Looking for Freedom

Während die einen zu Schmetterlingen werden, kämpfen die anderen ums Überleben. Im zweiten Teil seiner Essay-Reihe „Politische Cinephilie“ beschäftigt sich Till Kadritzke kritisch mit dem Imperativ der Selbstfindung im narrativen Film seit der New-Hollywood-Ära und sucht nach Alternativen – wobei er auch im Kino der 1970er-Jahre fündig wird.

Im Affekt #17: Abschied von Linda Manz

Nach dem Tod der US-Schauspielerin Linda Manz wurde viel über „Out of the Blue“ von 1980 geschrieben, ihren ganz großen Auftritt in der Kinogeschichte. In seinem „Affekt“-Blog lässt Till Kadritzke ihren ersten Auftritt in „Days of Heaven“ – und ihr unvergessliches Voice-over - noch einmal ausführlich Revue passieren.

Im Affekt #16: Von Politik umweht

Keine Angst vor Kontext! Wer das Kino als genuine Kunstform ernst nehmen will, sollte die Einordnung von angeblich zeitlosen Meisterwerken begrüßen. Till Kadritzke hat sich in seinem “Affekt”-Blog mit dem Einführungsvideo zu „Vom Winde verweht“ beschäftigt, mit dem der Film wieder zurück auf den HBO-Plattformen gelandet ist.

Im Affekt #15: Im Angesicht des Hundes

Samuel Fullers „White Dog“ wurde erst lange nach seiner Fertigstellung Anfang der 1980er-Jahre als der Geniestrich erkannt, der er ist. In seinem "Affekt"-Blog schreibt Till Kadritzke über einen Film, der inhaltlich wie formal die Welt als Knoten zwischen Denken und Fühlen begreift.

Im Affekt #14: Tier-Werden am Strand

Jennifer Kent erzählt in "The Nightingale" (aktuell im Kino sowie als DVD/BD und VoD) von einer irischen Strafgefangenen im Tasmanien des 19. Jahrhunderts, die zusammen mit einem Aborigine für erlittene Qualen Rache nimmt an den englischen Kolonialherrn. Man spricht viel über die rassistische und sexuelle Gewalt des Films, weniger über die politischen Fluchtlinien, die ihn durchziehen. In seinem Affekt-Blog widmet sich Till Kadritzke dem Film mit dem Begriff des Tier-Werdens und seiner Kritik am Humanismus.

Im Affekt #13: Geisterspiele

Wenn sich Bundesliga wie Bolzplatz anfühlt: Nach Ende der Bundesliga-Saison 2019/2020, deren letzte Spiele Corona-bedingt vor leeren Rängen in den Stadien ausgetragen wurden, denkt Till Kadritzke in seinem Affekt-Blog über den Schwund des Kinos aus dem Fußball nach, den die sogenannten Geisterspiele nach sich ziehen.

Im Affekt #12: Affektive Umerziehung

Das Wochenende, an dem HBO die Serie „Watchmen“ kostenlos zur Verfügung stellte, war viel zu schnell vorbei. Gerade einmal die Pilotfolge hat Till Kadritzke gesehen. Doch die reichte, um in seinem Affekt-Blog historische Bögen zu schlagen: zu einem vergessenen Marshall, zu Trumps Wahlkampfauftakt, und zu „Vom Winde verweht“.