Siegfried-Kracauer-Stipendium

Der FILMDIENST ist Medienpartner des Siegfried-Kracauer-Stipendiums, mit dem der Verband der deutschen Filmkritik zusammen mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Film- und Medienstiftung NRW jährlich einen jungen Filmkritiker fördert. Im Rahmen dieser Medienpartnerschaft publizieren wir an dieser Stelle den Blog des aktuellen Stipendiaten Matthias Dell (geb. 1976). Das Bild zeigt die Preisverleihung 2017 (v.l.) Carl Bergengruen (MFG Baden-Württemberg), Lukas Foerster, Federico Sanchez, Elena Meilicke, Frédéric Jaeger (Verband der deutschen Filmkritik), Michael Kötz (Festival des deutschen Films Ludwigshafen), Petra Müller (Film- und Medienstiftung NRW).

Schnipsel #8: Sommerfilmtage

In Erfurt startet ein Projekt, das die Alltagsgeschichte des DDR-Kinofilms erarbeiten will. Beim Auftakt lief eine unbekannte Dokumentation über Erfurt, die ein privater Sammler aus dem Keller des ehemaligen Kinoklubs der thüringischen Hauptstadt gerettet hatte. Eine der vielen Facetten im vielfältigen Kampf um die Bewahrung des Filmerbes.

Schnipsel #7: Clubmitgliedschaft

Seit kurzem ist das Berliner Arsenal - Institut für Film- und Medienkunst neues Mitglied der FIAF (International Federation of Film Archives). In Hinblick auf die weitere Sicherung des Filmerbes kann diese Formalie von maßgeblicher Bedeutung sein. Denn die internationalen Vernetzungen der Archive erweisen sich immer mehr als entscheidender Weg, um verloren geglaubte Filme wiederzuentdecken.

Schnipsel #6: Diskussionstransparenz

Am Sonntag ist die 43. Duisburger Filmwoche (4.-10.11.2019) zu Ende gegangen, die mit einer bemerkenswerten Rede von Gudrun Sommer eröffnet wurde. Sommer leitet das Festival gemeinsam mit Christian Koch, nachdem Werner Ružicka nach 34 Jahren in Ruhestand gegangen ist. Bemerkenswert war die Rede auch deshalb, weil Sommer darin auf die ungenügende Debatte über den Erhalt des Filmerbes einging. Im Interview erläutert sie die Gründe.

Schnipsel #5: Rettungsaktionen

Bei der Abschiedsfeier für das Münchner Gabriel-Kino wurde im feuchten Kellergewölbe ein Lager mit Hunderten von Filmkopien entdeckt. Durch eine Kette von Zufällen und das Engagement privater Sammler landete der Fund jetzt im KommKino in Nürnberg. Eine Auswertung ist für den kommenden Sommer angesetzt.

Schnipsel #4: Festivalrollen

Mit der Digitalisierung geht das Verschwinden nicht nur von analogem Filmmaterial, sondern auch von Abspieltechniken einher. Filmprojektoren und Filmrollen etwa finden nur noch da Anwendung, wo explizite Interessen dahinterstecken. So zeigen Festivals wie aktuell DOK Leipzig einige Filme weiterhin in analogen Kopien und pflegen damit eine mittlerweile historische Aufführungspraxis.

Schnipsel #3: Fernsehen archivieren

Privates Film- und Videomaterial ist unverzichtbarer Bestandteil des medialen und kulturellen Erbes. Aktuell würdigt der Dokumentarfilm „Recorder“ das Ausnahmeprojekt der US-Amerikanerin Marion Stokes, die 30 Jahre das komplette Fernsehprogramm von TV-Sendern mit Videorecordern aufzeichnete. Ergebnis: Ein Medienarchiv von unschätzbarem historischen Wert.

Schnipsel #2: Zwischenzeitkino

Die Digitalisierung treibt im aktuellen Kinobetrieb an den Rändern ganz unterschiedliche Blüten hervor. Während Netflix die Muskeln spielen lässt und seine Prestige-Produkte wie Martin Scorseses „The Irishman“ kurz vor dem Streamingstart auch ins Kino schiebt, konzentriert sich der kleine Croco-Film-Verleih auf Repertoire-Filme wie „Momo“ und „Pumuckl“.

Schnipsel #1: Suchbegriff

„Schnipsel“ heißt der neue Blog des Siegfried-Kracauer-Stipendiaten Matthias Dell, in dem er disparates Material zum Thema „Filmerbe“ zusammenträgt: über Motive, Initiativen, Diskussionen, Akteure und Akteurinnen. Zum Auftakt geht es um den Begriff des „Filmerbes“ als Label der Debatte.

Essay: Das Kino wiederfinden

Im Rahmen des Siegfried-Kracauer-Stipendiums veröffentlicht Matthias Dell sechs längere Essays, die sich mit den Debatten und den Mechanismen zur Sicherung des Filmerbes beschäftigen. In seinem ersten Essay blickt er anlässlich des Festivals „Il Cinema Ritrovato“ in Bologna darauf, welche Kriterien ausschlaggebend für Restaurierungen alter Filme sein können und wie ihre digitale Verfügbarmachung über zukünftige Diskurse entscheiden könnte.

Konfetti 48: Strange Days

Der letzte Beitrag von Lukas Foerster in seinem „Konfetti“-Blog führt zu den Überlegungen zurück, die vor über einem Jahr am Ausgang des Siegfried-Kracauer-Stipendiums standen. In der Schlusssequenz von Kathryn Bigelows „Strange Days“ (1995) und dessen Konfetti-Regen erblickt Foerster die nahezu logische Kulmination eines exzesshaften Science-Fiction-Films, aber auch die Verheißung, dass alles letztlich im Sog des Filmbildes aufgeht.