Stipendiatin 2021: Esther Buss

Das Siegfried-Kracauer-Stipendium ist ein Jahresstipendium. Es soll einer Filmkritikerin oder einem Filmkritiker die Möglichkeit eröffnen, sich über einen längeren Zeitraum mit einem Thema zu beschäfitgen. Die aktuelle Stipendiatin Esther Buss hat sich dafür das Thema "Das Kino, die Wirklichkeit und Ich: Autobiografisches und -fiktionales Erzählen" gewählt. Ein "ebenso cinephiles wie zeitkritisches Vorhaben", notierte die Vergabe-Jury, "das ganz im Geiste von Siegfried Kracauer einen genauen Bild auf das Kino für die Auseinandersetzung mit der Welt fruchtbar machen will".

filmdienst.de ist Medienpartner des Siegfried-Kracauer-Stipendiums, mit dem der Verband der deutschen Filmkritik zusammen mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Film- und Medienstiftung NRW der Filmkritik mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit verschaffen will.

Aus der ersten Person #6: „Qué séra del verano“ (2021) von Ignacio Ceroi

Der Argentinier Ignacio Ceroi erstand bei einem Besuch in Frankreich eine gebrauchte Kamera mit Amateuraufnahmen eines französischen Rentners. Diese bildeten den Grundstock für Cerois Film „Qué séra del verano“, der 2021 in der „Forum“-Sektion der „Berlinale“ Premiere hatte. In ihrem Kracauer-Blog geht Esther Buss darauf ein, wie die Gedanken des Regisseurs mit den fremden Bildern ein ambivalentes Wechselspiel eingehen.

Aus der ersten Person #5: „Zumiriki“ (2019) von Oskar Alegría

Der baskische Filmemacher Oskar Alegría unternimmt in „Zumiriki“ den Selbstversuch, einen Erinnerungsraum seiner Kindheit am Flussufer des Río Arga zu schaffen. Dort will er sich selbst abhandenkommen. In ihrem Kracauer-Blog nimmt sich Esther Buss dieses autobiografischen Filmprojekts an.

Aus der ersten Person #4: „Träume von Räumen“ (2018) von Matthias Lintner

Fünf Jahre lang filmte der dffb-Student Matthias Lintner die Mitbewohner in seinem Backsteinblock der „Kleinen Bremer Höhe“ in der Nähe der Berliner Volksbühne. Was früher eine Anlage für Eisenbahner war, fällt jetzt bald der Luxussanierung zum Opfer. Esther Buss zeichnet in ihrem Kracauer-Blog die Linien und Verknüpfungen dieser ausgewöhnlichen Langzeitstudie nach.

Das Kino, die Wirklichkeit und ich (I): Kritische Räume

Für das Erzählen aus der ersten Person liegen Filme nahe, die in einem Raum spielen, aus ihm hinausschauen oder in ihn hinein. Der Raum kann dabei ebenso zum Protagonisten werden wie die Personen in ihm, kann Schutzzone sein oder Gefängnis. Eine Passage durch Kammerstück und Fensterfilm.

Von Esther Buss

Aus der ersten Person #2: „A Month of Single Frames“ von Lynne Sachs

In dem gemeinsam verfassten Tagebuch-Poem „A Month of Single Frames“ verarbeitet die US-amerikanische Experimentalfilmerin Aufnahmen ihrer Künstlerkollegin Barbara Hammer, die 2019 verstarb. Die Kollaboration dient dabei nicht der Verschleierung, wie Esther Buss in ihrem Kracauer-Blog herausarbeitet, sondern der Progression: Das „Wir“ ist wie das Aufstoßen einer Tür.

Aus der ersten Person #1

Auftakt zum neuen Siegfried-Kracauer-Blog von Esther Buss, die während der nächsten zwölf Monate als neue Stipendiatin über autobiografische Filme der Gegenwart bloggt und nachdenkt. Im ersten Beitrag umreißt sie Thema und Intention der Reihe.

Politische Cinephilie (VI): Der umstellte Fluss des Lebens

Wer liest im Buch der Natur? In seinem Abschluss-Essay verknüpft Till Kadritzke seine Gedanken zur politischen Cinephilie mit dem Werk Siegfried Kracauers, aus dem er zwei Perspektiven auf Film herausliest und aktualisiert. Sein Aufhänger: Ein neues Werk von Regisseur Steve McQueen, "Lovers Rock".