Siegfried-Kracauer-Stipendium

Der FILMDIENST ist Medienpartner des Siegfried-Kracauer-Stipendiums, mit dem der Verband der deutschen Filmkritik zusammen mit der MFG Filmförderung Baden-Württemberg und der Film- und Medienstiftung NRW jährlich einen jungen Filmkritiker fördert. Im Rahmen dieser Medienpartnerschaft publizieren wir an dieser Stelle den Blog des aktuellen Stipendiaten Till Kadritzke. Das Bild zeigt die Preisverleihung 2019 (v.l.) Carl Bergengruen (MFG Baden-Württemberg), Tanja Güß (Film- und Medienstiftung NRW), Helga Reichert (Biberacher Filmfestspiele), Tobias Kniebe (Sieger Kategorie Beste Filmkritik), Till Kadritzke (Siegfried-Kracauer-Stipendium), Dunja Bialas (Verband der Filmkritik) und Jochen Laube (Jury).

Im Affekt #14: Tier-Werden am Strand

Jennifer Kent erzählt in "The Nightingale" (aktuell im Kino sowie als DVD/BD und VoD) von einer irischen Strafgefangenen im Tasmanien des 19. Jahrhunderts, die zusammen mit einem Aborigine für erlittene Qualen Rache nimmt an den englischen Kolonialherrn. Man spricht viel über die rassistische und sexuelle Gewalt des Films, weniger über die politischen Fluchtlinien, die ihn durchziehen. In seinem Affekt-Blog widmet sich Till Kadritzke dem Film mit dem Begriff des Tier-Werdens und seiner Kritik am Humanismus.

Im Affekt #13: Geisterspiele

Wenn sich Bundesliga wie Bolzplatz anfühlt: Nach Ende der Bundesliga-Saison 2019/2020, deren letzte Spiele Corona-bedingt vor leeren Rängen in den Stadien ausgetragen wurden, denkt Till Kadritzke in seinem Affekt-Blog über den Schwund des Kinos aus dem Fußball nach, den die sogenannten Geisterspiele nach sich ziehen.

Im Affekt #12: Affektive Umerziehung

Das Wochenende, an dem HBO die Serie „Watchmen“ kostenlos zur Verfügung stellte, war viel zu schnell vorbei. Gerade einmal die Pilotfolge hat Till Kadritzke gesehen. Doch die reichte, um in seinem Affekt-Blog historische Bögen zu schlagen: zu einem vergessenen Marshall, zu Trumps Wahlkampfauftakt, und zu „Vom Winde verweht“.

Im Affekt #11: Gewalt-Teilung

Wer rezensiert welche Gewalt wie? Der Thriller „Across 110th Street“ wurde 1972 ordentlich verrissen – was bei anderen Filmen als Tugend galt, war hier auf einmal Sünde. Erneut setzt sich Till Kadritzke im „Affekt“-Blog mit der Filmkritik zu Zeiten des „New Hollywood“ auseinander – und findet gerade im Gewaltdiskurs Parallelen zu heute.

Im Affekt #10: Affekt, Polizei, Gewalt

Bilder weißer Polizeigewalt, in den Nachrichten und im „New Hollywood“. In seinem Affekt-Blog geht Till Kadritzke in dieser Woche von den Verbindungen aus, die sich zwischen einem persönlich gefärbten Buch, dem neuen Realismus des „New Hollywood“-Kinos und den Nachrichten auftun.

Im Affekt #9: Frischluftfilmchen

Freiluftkinos dürften wohl das geringste Problem mit der neuen Conditio Corona haben und bald wieder öffnen. In seinem Affekt-Blog denkt Till Kadritzke darüber nach, warum auch das nur ein schwacher Trost in kinoarmen Zeiten wäre.

Im Affekt #8: Vom Eigenen absehen

Wenn eine beiläufige Geste eine ganze Welt eröffnet. Im zweiten Teil seiner Würdigung der Filme von Mia Hansen-Løve widmet sich Till Kadritzke einer Szene aus „Eden“, in der die Zeit angehalten wird – und aus der eine Ethik des filmischen Affekts spricht.

Im Affekt #7: Die Welt als Wille im Funkloch

In zwei aufeinanderfolgenden Beiträgen widmet sich Till Kadritzke in seinem Affekt-Blog dem Kino von Mia Hansen-Løve. Im ersten Teil geht es um den Begriff der Figur und um die radikale Unsicherheit dieses Kinos, die manchmal als Schwäche erscheint, obwohl wir uns einfach nur etwas stärker von ihr infizieren lassen müssten.

Im Affekt #6: Im Upside Down Berlins

Desintegration im Kino: Zum 8. Mai denkt Till Kadritzke in seinem Siegfried-Kracauer-Blog über Deutschland nach – mit Burhan Qurbanis „Berlin Alexanderplatz“-Verfilmung, die längst in den Kinos hätte anlaufen sollen und die gern bediente Tendenz des deutschen Films zur gesellschaftlichen Konsensfähigkeit mit einer expressiven Inszenierung unterläuft.

Politische Cinephilie

Zum Siegfried-Kracauer-Stipendium von Till Kadritzke gehören sechs Essays, in denen er den Verflechtungen und Grenzen von Cinephilie und politischen Fragestellungen nachspüren will. Der Auftakt dreht sich um Schwierigkeiten, die sich allein aus den verwendeten Begrifflichkeiten ergeben, und identifiziert zwei Tendenzen, Filme einseitig ideologisch zu vereinnahmen.

Von Till Kadritzke