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72. Deutscher Filmpreis – Die Nominierungen

Rabiye Kurnaz gegen Thomas Brasch heißt es bei der Verleihung des 72. Deutschen Filmpreises 2022. Bei der Bekanntgabe der Nominierungen am 12. Mai entfielen auf die Filmbiografie „Lieber Thomas“ 12 Nennungen, während Andreas Dresens herzhaftes Drama über die Mutter des Guantanamo-Häftlings Murat Kurnaz 10 mal benannt wurde. An dritter Stelle platzierte sich das Gefängnisdrama „Große Freiheit“ mit 8 Nominierungen.

Zum Tod des Regisseurs Ulrich Weiß

Zwischen 1976 und 1991 drehte Ulrich Weiß nur fünf lange Spielfilme. Die Kritik bezeichnete ihn als einen Maverick, einen verkannten Außenseiter: „einen Tabu- und Regelbrecher, der in keine Zeit und keine Gesellschaft passte“ (Erika Richter). Unter anderen, besseren Bedingungen hätte sein Werk als provokante Inspiration für viele gelten und das deutsche Kino wesentlich beeinflussen und fördern können.

Von Ralf Schenk

Filmliteratur: "Memoria"

Der Berliner Verlag Fireflies Press hat ein Filmbuch herausgegeben, das Produktionsnotizen und Hintergrundinformationen zu Apichatpong Weerasethakuls neuem Film „Memoria“ (Kinostart: 5. Mai) versammelt. Das liebevolle gestaltete, reich bebilderte Buch zeigt den komplexen Entstehungsprozess des Werks und gibt reichhaltigen Einblick in Weerasethakuls persönliche Beweggründe für seinen Film.

Von Esther Buss

Neuer Kinotipp: „Nawalny“

Der Dokumentarfilm „Nawalny“ ist neuer Kinotipp der Katholischen Filmkritik. Der kanadische Regisseur Daniel Roher porträtiert darin den russischen Oppositionspolitiker Alexei Nawalny, insbesondere in der Zeit zwischen seiner Vergiftung im Sommer 2020 bis zu seiner Verhaftung im Januar 2021. Neben Nawalnys Kampf gegen Korruption und seinem Vorgehen als Aktivist und gewiefter Medienakteur kreist der Film auch um die Frage, wieso Nawalny nach dem Giftanschlag nach Russland zurückkehrte.

Erinnerungen an den Filmkritiker Heinz Kersten

Drei Tage vor dem russischen Überfall auf die Ukraine starb der Filmkritiker Heinz Kersten. Das ersparte ihm eine bittere Verzweiflung, weil ihm die Vermittlung der russischen wie der ukrainischen (Film-)Kunst besonders am Herzen lag. Der quirlige Journalist war ein kritischer Geist, der sich weder durch die Stasi noch eine 15-monatige Gefängnishaft von seiner Liebe zur osteuropäischen Kultur abbringen ließ.

Von Ralf Schenk

Zum Tod von Juan Diego (1942-2022)

Juan Diego reüssierte in den 1960er-Jahren zunächst als Theaterstar, bevor er in den 1980er-Jahren dann auch zur Institution des spanischen Kinos wurde. Der am 28. April in Madrid verstorbene Schauspieler bleibt nicht nur dank seines breiten Spektrums an Charakterrollen in Erinnerung, sondern auch durch sein politisches Engagement.

Von Wolfgang Hamdorf

In den Ruinen unserer Welt: GoEast 2022

Die 22. Ausgabe des Festivals des mittel- und osteuropäischen Films GoEast (19.-25.4.2022) fand in diesem Jahr wieder vor Ort in den Wiesbadener Kinos statt, punktete mit starken Filmen im Wettbewerb und der Sektion Bioskop, stand aber unter dem Eindruck des Krieges in der Ukraine; mehrere Filme erinnerten daran, dass die Kampfhandlungen bereits seit acht Jahren andauern. Auch Werke aus Rumänien, Bulgarien und Bosnien-Herzegowina hinterließen nachhaltigen Eindruck.

Von Kira Taszman

Leders Journal (IV): Mea Culpa!

Das öffentliche Fehler-Eingeständnis ist in den letzten Jahren längst zu einer besonderen Form der medialen Selbstdarstellung geworden. Eine Analyse des in dieser Hinsicht denkwürdigen Auftritt von Ex- Bundesfamilienministerin Anne Spiegel im April 2022.

Von Dietrich Leder

Neuer Kinotipp: „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“

Der Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“ ist neuer Kinotipp der Katholischen Filmkritik. Regisseur Andreas Dresen erzählt darin vom Kampf der titelgebenden deutsch-türkischen Hausfrau Rabiye Kurnaz, die jahrelang gegen die illegale Inhaftierung ihres Sohnes Murat kämpft, der kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 als angeblicher Terrorist ins US-Gefangenenlager Guantánamo verschleppt wurde.

#MeToo im Iran

In einem offenen Brief wehren sich iranische Filmemacherinnen gegen Machtmissbrauch und sexuelle Belästigung und fordern die Einrichtung eines Gremiums, an das sich Betroffene wenden können und das rechtliche Schritte gegen die Täter einleiten soll. Außerdem soll es aufklärend tätig werden. Das Verbot sexuellen Missbrauchs bedarf überdies einer arbeitsrechtlichen Absicherung und muss mit geeigneten Strafen belegt werden.