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Unorthodox: Die „Emmys“ 2020

Bei der Verleihung der 72. „Emmy Awards“ konnte die deutsche Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader über eine Auszeichnung für die Miniserie „Unorthodox“ jubeln. Ansonsten dominierte einmal mehr der Bezahlsender HBO in den Drama- und Miniserien-Kategorien, während eine kanadische Comedyserie gleich mehrere Rekorde brach.

Von Marius Nobach

Deutschlandweiter Dokumentarfilmtag am 19. September

Auf Initiative der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK) wird am Samstag, den 19. September 2020, der erste deutschlandweite Dokumentarfilmtag ausgerichtet. Unter dem Motto LETsDOK beteiligen sich rund 100 Kinos und andere Spielstätten an der Aktion, die dem Dokumentarfilm mehr Aufmerksamkeit verschaffen soll.

Venedig 2020: Die Preise

Die 77. Filmfestspiele von Venedig sind am 12. September mit der Preisverleihung zu Ende gegangen. Das Festival hatte unter speziellen Bedingungen und in ausgedünnter Form stattgefunden. Die internationale Jury zeichnete das Road Movie „Nomadland“ der Sinoamerikanerin Chloé Zhao mit dem „Goldenen Löwen“ aus. Die katholische SIGNIS-Jury ehrte „Quo vadis, Aida?“, eine filmische Annäherung an das Srebenica-Massaker. Eine Übersicht über die Preise der Mostra.

Venedig 2020: Schmeißt eure Handys weg

Die 77. „Mostra“ überrascht durch starke, sehenswerte Filme und offenbart den Reichtum des globalen Filmemachens. Antiautoritäre Töne, eine harsche Kritik an der gegenwärtigen Kultur und radikale Handlungsoptionen bestimmen die Filme. Insbesondere die neuen Werke von Milo Rau, Abel Ferrara und Gia Coppola, aber auch die Arbeiten von Gianfranco Rosi und Mona Fastvold lohnen die Auseinandersetzung.

Von Rüdiger Suchsland

Diversitätsregeln für „Oscar“-Kandidaten

Die US-Filmindustrie hat sich mit den „Academy Aperture 2025“ ein neues Regelwerk verschrieben, um künftig diverser und inklusiver zu werden. Wer ab 2024 für den „Oscar“ nominiert werden will, muss mehrere neue Kriterien erfüllen. Das Thema einer größeren Diversität ist inzwischen aber auch bei den europäischen Filmförderern angekommen.

Erinnerungen an Birol Ünel

Der deutsch-türkische Schauspieler Birol Ünel war eine Naturgewalt, die sich nicht um die Gepflogenheiten der Filmbranche scherte. Für ihn waren die Unterschiede zwischen Fiktion und Leben eher fließend, doch sobald die Kamera lief, verblassten die anderen neben ihm. Er zeigte sich, nackt und ungeschützt, so intensiv wie wenige andere. Am 3. September 2020 ist der zornige Rebell, der rau und sanft zugleich sein konnte, nach einer schweren Krankheit gestorben.

Von Ulrich Kriest

Filmliteratur: Berlins vergessene Traumfabrik. Johannisthaler Filmgeschichte(n)

Im Südosten von Berlin entstand im Frühjahr 1920 aus einer Flugzeugwerft die Johannisthaler Filmstadt Gmbh (Jofa), das weltgrößte Filmatelier, in dem von „Hamlet“ bis in die Wende-Zeit hinein unzählige Filme entstanden. Wolfgang May erweckt die 70-jährige Geschichte von Berlins vergessener Traumfabrik mit einem opulenten, reich bebilderten Buch zu neuem Leben.

Von Ralf Schenk

Ein Festival gegen die Wirklichkeit, in der wir gerade leben

Seit 2. September findet in Venedig die 77. "Mostra internazionale d'arte cinematografica" statt - das erste große Filmfestival seit dem Corona-Lockdown, das nicht ins Internet ausgewichen ist, sondern ganz klassisch vor Ort stattfindet. Ein Wagnis, das nach den ersten Festivaltagen zu schließen sehr gut zu gelingen scheint. Nicht nur der italienische Eröffnungsfilm "Lacci" überzeugte, sondern auch Atmosphäre und Organisation am Lido.

Von Rüdiger Suchsland