Interviews

Der jungen Generation eine Stimme geben - Slater Jewell-Kemker

In „Youth Unstoppable“ porträtiert die kanadische Umweltaktivistin Slater Jewell-Kemker die weltweite Jugendklimaschutzbewegung. Seit sie selbst als Jugenddeligierte an einer UN-Klimakonferenz teilnahm, hielt sie ihre Eindrücke mit der Kamera fest. Über zwölf Jahre hinweg entstand so eine einzigartige Chronik der Entwicklung einer politischen Massenbewegung aus einer Innensicht heraus.

Das Gespräch führte Reinhard Kleber

Komödie ist ein Überlebenselixier - Anders Thomas Jensen

Als Drehbuchautor verbindet der Däne Anders Thomas Jensen gern existenzielle Grenzsituationen mit schwarzem Humor. In dem von ihm auch selbst inszenierten Film „Helden der Wahrscheinlichkeit“ erzählt er von einem U-Bahn-Unglück, das die Familie eines Soldaten auseinanderreißt und einen exzentrischen Mathematiker und dessen Hacker-Freunde mit einer Verschwörungstheorie auf den Plan ruft. Ein Gespräch über Wahrscheinlichkeiten, Spiele mit Genre-Grenzen und den Wert von Humor.

Von Margret Köhler

Bildungs-Utopie - Maria Speth

In ihrem Dokumentarfilm „Herr Bachmann und seine Klasse“ taucht die Regisseurin Maria Speth in den Unterricht der multikulturell zusammengesetzten 6b in der hessischen Kleinstadt Stadtallendorf ein. Über die dreieinhalb Stunden werden die Entwicklungen der Schüler und die sanften Methoden des Lehrers Dieter Bachmann beobachtet. Ein Gespräch über das außergewöhnliche Projekt, das auf der „Berlinale“ 2021 den „Preis der Jury“ gewann.

Von Ralf Schenk

Absurde Agentenspiele - Johannes Naber

Der Irakkrieg 2003 wurde von den USA mit falschen Behauptungen über Massenvernichtungswaffen vom Zaun gebrochen, deren Ursprung ein Informant des deutschen Bundesnachrichtendienstes war. Regisseur Johannes Naber arbeitet in seinem Film „Curveball – Wir machen die Wahrheit“ (ab 9. September im Kino) die Geschichte als Geheimdienstfarce auf. Ein Gespräch über seinen Film, das Verhältnis von Drama und Groteske und die Wichtigkeit der „vierten Gewalt“.

Von Bettina Hirsch

Stefan Eberlein & "Der Fall el Masri"

Arte zeigt heute, 31. August, im Rahmen eines Schwerpunktes über 20 Jahre „9/11“ den Dokumentarfilm „Der Fall el-Masri“ (22.10-23.45), in dem die Geschichte des Deutsch-Libanesen nachgezeichnet wird, der von der CIA von Mazedonien aus in ein Foltergefängnis nach Kabul entführt wurde. Regisseur Stefan Eberlein zeichnet darin akribisch das Schicksal eines Mannes nach, der unter die Räder geopolitischer Interessen geriet und nach dem Erweis seiner Unschuld um seine Würde kämpft.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Die Welt aus den Fugen - Dominik Graf

In „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“, der am 5.8. in den Kinos startet, entfaltet Regisseur Dominik Graf eine (Liebes-)Geschichte aus dem Berlin der 1930er-Jahre. Der nach der ursprünglichen Fassung des gleichnamigen Romans von Erich Kästner entwickelte Film mischt Melancholie und Hedonismus zu einem bittersüßen Zeitporträt.

Das Gespräch führte Josef Schnelle

Gift in den Herzen - Jasmila Žbanić

In „Quo Vadis, Aida?“ erzählt die bosnische Filmemacherin Jasmila Žbanić von den Tagen vor dem Massaker in Srebrenica im Juli 1995, bei dem 8000 Zivilisten von der bosnisch-serbischen Armee unter Ratko Mladić ermordet und in Massengräbern verscharrt wurden. Ein Thema, das in ihrer Heimat noch heute tiefe Gräben aufreißt.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Digitales Erwachen - Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf

Mit „Alles ist eins. Außer der 0“ liefern Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf einen einfallsreichen Dokumentarfilm über den vor 40 Jahren ins Leben gerufenen Chaos Computer Club und seinen Mitgründer Wau Holland. Im Interview erzählen sie unter anderem davon, welche Denkanstöße, die die digitalen Bürgerrechtler damals gaben, heute noch relevant sind.

Das Gespräch führte Simon Hauck

Die Wiederbelebung des Scheintoten - Interview mit Alexander Kluge

Auch mit annähernd 90 Jahren ist Alexander Kluge weiterhin vielfältig als Autor und Regisseur unterwegs. Sein Film „Orphea“ ist die zweite Zusammenarbeit mit dem philippinischen Filmemacher Khavn de la Cruz: Eine assoziationsreiche Umkehrung des „Orpheus und Eurydike“-Mythos. Ein Gespräch über den Segen von kooperativer Arbeit und die Pflichten eines Poeten.

Das Gespräch führte Simon Hauck

Sinnsuche im Wein: Interview mit Thomas Vinterberg zu „Der Rausch “

Thomas Vinterbergs „Der Rausch“ gehört mit mehreren Europäischen Filmpreisen und einem „Oscar“ zu den höchstdekorierten Kinohighlights der letzten Monate; der Dreh war indes überschattet von einer persönlichen Tragödie des dänischen Regisseurs, sein internationaler Start von der Corona-Pandemie. Im Interview spricht der Filmemacher auch darüber, wie er mit Krisen umgeht und wie sich das in seiner Arbeit niederschlägt.

Von Simon Hauck