Interviews

Absurde Agentenspiele - Johannes Naber

Der Irakkrieg 2003 wurde von den USA mit falschen Behauptungen über Massenvernichtungswaffen vom Zaun gebrochen, deren Ursprung ein Informant des deutschen Bundesnachrichtendienstes war. Regisseur Johannes Naber arbeitet in seinem Film „Curveball – Wir machen die Wahrheit“ (ab 9. September im Kino) die Geschichte als Geheimdienstfarce auf. Ein Gespräch über seinen Film, das Verhältnis von Drama und Groteske und die Wichtigkeit der „vierten Gewalt“.

Von Bettina Hirsch

Stefan Eberlein & "Der Fall el Masri"

Arte zeigt heute, 31. August, im Rahmen eines Schwerpunktes über 20 Jahre „9/11“ den Dokumentarfilm „Der Fall el-Masri“ (22.10-23.45), in dem die Geschichte des Deutsch-Libanesen nachgezeichnet wird, der von der CIA von Mazedonien aus in ein Foltergefängnis nach Kabul entführt wurde. Regisseur Stefan Eberlein zeichnet darin akribisch das Schicksal eines Mannes nach, der unter die Räder geopolitischer Interessen geriet und nach dem Erweis seiner Unschuld um seine Würde kämpft.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Die Welt aus den Fugen - Dominik Graf

In „Fabian oder Der Gang vor die Hunde“, der am 5.8. in den Kinos startet, entfaltet Regisseur Dominik Graf eine (Liebes-)Geschichte aus dem Berlin der 1930er-Jahre. Der nach der ursprünglichen Fassung des gleichnamigen Romans von Erich Kästner entwickelte Film mischt Melancholie und Hedonismus zu einem bittersüßen Zeitporträt.

Das Gespräch führte Josef Schnelle

Gift in den Herzen - Jasmila Žbanić

In „Quo Vadis, Aida?“ erzählt die bosnische Filmemacherin Jasmila Žbanić von den Tagen vor dem Massaker in Srebrenica im Juli 1995, bei dem 8000 Zivilisten von der bosnisch-serbischen Armee unter Ratko Mladić ermordet und in Massengräbern verscharrt wurden. Ein Thema, das in ihrer Heimat noch heute tiefe Gräben aufreißt.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Digitales Erwachen - Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf

Mit „Alles ist eins. Außer der 0“ liefern Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf einen einfallsreichen Dokumentarfilm über den vor 40 Jahren ins Leben gerufenen Chaos Computer Club und seinen Mitgründer Wau Holland. Im Interview erzählen sie unter anderem davon, welche Denkanstöße, die die digitalen Bürgerrechtler damals gaben, heute noch relevant sind.

Das Gespräch führte Simon Hauck

Die Wiederbelebung des Scheintoten - Interview mit Alexander Kluge

Auch mit annähernd 90 Jahren ist Alexander Kluge weiterhin vielfältig als Autor und Regisseur unterwegs. Sein Film „Orphea“ ist die zweite Zusammenarbeit mit dem philippinischen Filmemacher Khavn de la Cruz: Eine assoziationsreiche Umkehrung des „Orpheus und Eurydike“-Mythos. Ein Gespräch über den Segen von kooperativer Arbeit und die Pflichten eines Poeten.

Das Gespräch führte Simon Hauck

Bild von einem Mörder - Chris Wright und Stefan Kolbe

Seit 1997 macht das Regie-Duo Chris Wright und Stefan Kolbe höchst eigenwillige Dokumentarfilme. In ihrer neusten Arbeit Anmaßung geht es um den Frauenmörder Stefan S. - und darum, wie sich die Filmemacher und wir uns ein Bild von Straftätern machen. Dabei wird der verurteilte Mörder, der sein Gesicht im Film nicht zeigen will, teilweise von einer großen Puppe dargestellt. Im Interview erläutern die Filmemacher ihre dokumentarische Methode.

Von Wolfgang Hamdorf

Der Star von nebenan: Daniel Brühl

Daniel Brühl, einer der wenigen international renommierten deutschen Schauspieler, legt mit „Nebenan“ aktuell sein Regiedebüt vor: Eine schwarze Komödie, in der Peter Kurth und Brühl selbst als ungleiche Nachbarn aus zwei sozialen Welten im Berliner Viertel Prenzlauer Berg aufeinandertreffen. Für Brühl eine in vieler Hinsicht lehrreiche erste Regie-Erfahrung, wie er im Interview berichtet.

Von Margret Köhler

Lerne, dich zu lieben - Icíar Bollaín

Die spanische Filmemacherin Icíar Bollaín wurde mit intensiven Beziehungs- und Gesellschaftsdramen bekannt. Mit „Rosas Hochzeit“ (Kinostart am 1. Juli) inszenierte sie eine Tragikomödie, in der eine Frau den Aufstand probt. Statt weiter für Familie und Kolleginnen die Dienstbotin zu geben, will sie endlich eigene Träume verwirklichen und sich zuvor in einer speziellen Zeremonie selbst heiraten. Ein Gespräch über Freude und Last der Familie und den Unterschied von Selbstermächtigung und Individualismus.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Es ist gut, oder? - Senta Berger wird 80

Am 13. Mai feiert Senta Berger ihren 80. Geburtstag. Schon mit 16 Jahren stand die Schauspielerin zum ersten Mal vor der Kamera. Und wagte mit 23 Jahren den Sprung nach Hollywood, wo sie mit Frank Sinatra, John Wayne oder Kirk Douglas drehte. Nicht nur der Liebe zu Michael Verhoeven wegen zog es sie aber wieder nach Deutschland zurück. Eine Entscheidung, die sie nie bereut hat.

Das Gespräch führte Margret Köhler