Interviews

„Wir waren damals alle Verrückte“

Am 31. März 2019 feiert einer der meistprämierten deutschen Regisseure seinen 80. Geburtstag: Volker Schlöndorff. Trotz persönlicher Rückschläge und durchwachsener Kritiken für seine letzten Filme, bleibt er ein vitaler Mann im Unruhestand. Ein Gespräch über sein wildes Frühwerk, den Gemeinschaftssinn des deutschen Autorenkinos, Angela Merkel und sein filmisches Vermächtnis.

Von Simon Hauck

Touristische Orte sind imaginäre Gebilde

In „Dream Away“ begibt sich die Filmemacherin Johanna Domke nach Sharm El Sheikh auf der Sinai-Halbinsel, einer ehemaligen Hochburg des internationalen Tourismus, in der sich islamische und westlich-liberale Wertvorstellungen durchdrangen. Seit den Anschlägen 2015 ist das Badeparadies weitgehend verödet. Ein Interview über Authentizität, die Macht der Bilder und warum Dokumentarfilme immer auch inszenierte Momente enthalten.

Das Gespräch führte Peter Kremski

Der Film „Rafiki“ als „LGBT“-Politikum

Die Liebe zweier junger Frauen in Nairobi passt ihrer Umwelt nicht in den Kram. Doch ihre Zuneigung trotzt allem Widerstand. Das betörend optimistische Drama „Rafiki“ (ab Donnerstag in den deutschen Kinos) wurde in Kenia verboten. Doch seine Regisseurin Wanuri Kahiu streitet vor Gericht um eine Aufhebung des Verbots. Dabei geht es um die von der kenianischen Verfassung garantierte Meinungsfreiheit, mehr aber noch um das Recht, als Schwule und Lesben in Kenia leben zu dürfen.

Von Dorothee Wenner

Interview mit Yorgos Lanthimos

Mit seinem satirisch gefärbten Historienfilm „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, der in Venedig den „Großen Preis der Jury“ gewonnen hat, wagt sich der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos an den englischen Hof des 18. Jahrhunderts. Das Intrigenspiel zweier Hofdamen um die Gunst der Königin weist als Kommentar auf Unterdrückung, politische Willkür und Machtinteressen bis in die Gegenwart. Ein Gespräch über die Entdeckung moderner Strukturen in der Historie und sorgfältig berechnete Regelbrüche.

Von Margret Köhler

Ein Interview mit Christian Frei

In „Genesis 2.0“ spürt der Schweizer Filmregisseur Christian Frei („War Photographer“) auf den Fersen von Genforschern und sogenannten Mammutjägern dem Code des Lebens nach. Er erzählt dabei von einer Zukunft, in der die synthetische Biologie sich anschickt, den Mensch zum Schöpfer von Tier- und Pflanzenklonen zu machen. Ein Gespräch über einen Film, der eine faszinierende, aber auch zwiespältige Entwicklung behandelt.

Von Irene Genhart

Interview mit Nadine Labaki zu „Capernaum“

In ihrem Spielfilm „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ erzählt die libanesische Filmemacherin Nadine Labaki vom Elend von Kindern aus Flüchtlingsfamilien in ihrer Heimatstadt Beirut. Für ihr empfindsames und humanistisches Werk erhielt sie beim Festival de Cannes den Preis der Ökumenischen Jury. Ein Gespräch mit der Regisseurin.

Von Wolfgang Hamdorf

Verbotener Filmemacher: Jafar Panahi

Seit 2010 ist über den iranischen Filmemacher Jafar Panahi ein Berufsverbot verhängt, das er jedoch unermüdlich unterläuft. Seit Ende Dezember läuft sein Film „Drei Gesichter“ in den Kinos. Ein Gespräch mit Solmaz Panahi, der Tochter des Regisseurs, über die Widerstände, gegen die Panahi sich behauptet, um vom Leben im Iran und speziell von den Problemen iranischer Frauen zu erzählen.

Im Interview: Benedikt Erlingsson

Der isländische Filmemacher Benedikt Erlingsson machte 2013 mit seinem Regiedebüt „Von Menschen und Pferden“ von sich reden; sein Film „Gegen den Strom“  um eine widerständige Heldin, die gegen die Zerstörung der Natur zu Felde zieht, läuft jetzt im Kino. Ein Gespräch über Widerstand und starke Frauen, die Bedrohung der Welt und die Kunst, darüber nicht den Humor nicht zu verlieren.

Von Michael Ranze

Interview mit Marcelo Martinessi

Der erste Spielfilm des 1973 geborenen Paraguayers Marcelo Martinessi war 2018 eine der herausragenden Entdeckungen des „Berlinale“-Wettbewerbs. „Die Erbinnen“ porträtiert die ältere Chela, die sich durch die erzwungene Trennung von ihrer Partnerin neu im Leben orientieren muss. Ein Gespräch über einen Film, der unterschwellig die Klassenunterschiede einer Gesellschaft aufgreift, die sich auch nach dem Ende der Militärdiktatur (1954-1989) mit grundsätzlichen Veränderungen schwertut.

Von Marius Nobach

Werner Herzog

Der Bewunderer „ekstatischer Wahrheiten“ wird nicht müde: 76 Jahre zählt Werner Herzog, doch sein Elan ist ungebrochen. Sein Dokumentarfilm „Meeting Gorbachev“ feierte beim Dokfestival in Leipzig Europa-Premiere; ein weiterer Spielfilm ist abgedreht, ebenso ein BBC-Feature über Bruce Chatwin, und demnächst starten die Dreharbeiten für seine erste Serie. Ein Gespräch über filmische Innovationen, das nahende Ende des Kinos und die Frage, was auf seinem Grabstein stehen soll.

Von Simon Hauck