Interviews

Chronist mit offenem Ausgang

Peter Heller (Jahrgang 1946) gehört mit über 70 Filmen zu den produktivsten Dokumentaristen Deutschlands. Über 30 Filme drehte er in Afrika. Am 19. Juni strahlt arte seinen Film „Markt der Masken“ (2015) aus, dessen ursprüngliche Fassung der Regisseur auf eigene Initiative hin in großen Teilen überarbeitet hat. Ein Gespräch über sich ändernde Methoden im dokumentarischen Schaffen und die Schubladen der „Afrika-Experten“.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Mehr Schlagkraft

Erstmals hat die „Berlinale“ eine Doppelspitze. Am 1. Juni übernehmen Carlo Chatrian als Künstlerischer Direktor und Mariette Rissenbeek als Geschäftsführerin offiziell die Leitung der „Berlinale“. Obwohl sich schon erste neue Festival-Konturen abzeichnen, spricht viel für einen sanften Übergang und keinen radikalen Schnitt bei der 70. Ausgabe im Jahr 2020. Ein Gespräch mit den „Berlinale“-Leitern zu ihrem Einstieg und ihren Plänen.

Von Margret Köhler

„Man muss etwas riskieren“

In der Tragikomödie „Edie – Für Träume ist es nie zu spät“ porträtiert der Brite Simon Hunter eine 83-jährige Frau, die sich den Wunsch erfüllen will, den Mount Suilven in den schottischen Highlands zu besteigen. Der Film über einen späten Emanzipationsakt ist auch eine Hommage an seine Hauptdarstellerin, die gefeierte Theatermimin Sheila Hancock. Ein Gespräch über die Herausforderungen der Dreharbeiten, die Rolle der schottischen Landschaft und den Einbruch des Magischen.

Von Michael Ranze

„Schauspielkunst ist Schwarze Magie“

Für sein Spielfilmdebüt „Ray & Liz“ greift der britische Fotograf Richard Billingham auf sein Lebensthema zurück: seine Familie. Der 1970 in den West Midlands geborene Künstler wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Mitte der 1990er-Jahre gelang ihm mit der Fotoserie „Ray’s A Laugh“ der Durchbruch, in der er die Lebenswelt seiner Familie auf verstörend-anrührenden Foto-Tableaus präsentierte. Auch „Ray & Liz“ trägt Züge des absurden Theaters.

Das Gespräch führte Jens Hinrichsen

Die beste Rache ist keine Rache

„Was gucke ich mir da denn an? Und warum?“ Diese Frage hat sich Regisseur Sven Taddicken beim Schnitt von „Das schönste Paar“ (ab Donnerstag im Kino) immer wieder gestellt. Es geht um ein Paar, das während des Sommerurlaubs einen brutalen Überfall erlebt, bei dem die Frau vergewaltigt wird. Der Film handelt davon, wie die beiden im Nachhinein mit der Traumatisierung umgehen. Ein Gespräch über Zeigbares und Unzeigbares, sichere Räume für Schauspieler und toxische Männerbilder.

Stark, hart, unbeholfen

In seinem Debütfilm „Atlas“ (Kinostart: 25. April) entwirft Regisseur David Nawrath die Figur eines alternden Möbelpackers (Rainer Bock) aus Frankfurt am Main, der nach Jahrzehnten mit seinem Sohn konfrontiert wird und darüber aus einer stumpfen Routine erwacht. Ein Gespräch über antike Mythen, schweigsame Kerle, Gentrifzierung und das Eigenleben fiktiver Geschichten.

Das Interview führte Michael Ranze

Im Interview: Julian Schnabel

Julian Schnabel ist selbst Künstler. Sein Film über Vincent Van Gogh ist weniger ein klassisches Biopic als vielmehr eine Erkundung des künstlerischen Schaffensprozesses des Maler-Genies. Im Gespräch grenzt er sich unter anderem gegen andere Filme über Van Gogh ab und spricht über die Vorzüge der Zusammenarbeit mit seinem Hauptdarsteller Willem Dafoe.

Von Michael Ranze

„Wir waren damals alle Verrückte“

Am 31. März 2019 feiert einer der meistprämierten deutschen Regisseure seinen 80. Geburtstag: Volker Schlöndorff. Trotz persönlicher Rückschläge und durchwachsener Kritiken für seine letzten Filme, bleibt er ein vitaler Mann im Unruhestand. Ein Gespräch über sein wildes Frühwerk, den Gemeinschaftssinn des deutschen Autorenkinos, Angela Merkel und sein filmisches Vermächtnis.

Von Simon Hauck

Touristische Orte sind imaginäre Gebilde

In „Dream Away“ begibt sich die Filmemacherin Johanna Domke nach Sharm El Sheikh auf der Sinai-Halbinsel, einer ehemaligen Hochburg des internationalen Tourismus, in der sich islamische und westlich-liberale Wertvorstellungen durchdrangen. Seit den Anschlägen 2015 ist das Badeparadies weitgehend verödet. Ein Interview über Authentizität, die Macht der Bilder und warum Dokumentarfilme immer auch inszenierte Momente enthalten.

Das Gespräch führte Peter Kremski

Ein Interview mit Talal Derki

In seinem Dokumentarfilm „Of Fathers and Sons – Die Kinder des Kalifats“ taucht der in Berlin lebende Filmemacher Talal Derki in die Welt von Dschihadisten ein. Als angeblicher Sympathisant begleitete Derki zwei Jahre lang einen fanatischen Islamisten und seine acht Söhne und filmte den Alltag einer sonst streng abgeriegelten Welt. Ein Gespräch über das „Oscar“-nominierte Werk.

Von Wolfgang Hamdorf