Interviews

Das Leben ist unbeherrschbar

Mit ihrem dritten Spielfilm „Etwas ganz Besonderes“ geht die Regisseurin Eva Trobisch ein großes Wagnis ein. Denn der in der thüringischen Provinz spielende Ensemblefilm versammelt drei Generationen einer Familie, in deren Biografien sich die Umbrüche der deutschen Geschichte widerspiegeln. In den Fokus rückt dabei zunehmend eine 17-jährige Schülerin, die auf einen Fernsehauftritt hinarbeitet. Ein Gespräch mit der Regisseurin und ihrer Hauptdarstellerin Frida Hornemann.

Von Jens Hinrichsen

Im Gras liegen & Wolken zählen

Die 80-jährige Comic-Künstlerin Posy Simmonds ist in England schon lange eine Ikone der grafischen Erzählkunst. Auch hierzulande hat sie dank ihrer Kinderbücher und der deutschsprachigen Veröffentlichung ihrer Graphic Novels „Tamara Drewe“, „Gemma Bovery“ und „Cassandra Darke“ sowie der Verfilmungen ihrer Werke eine treue Fangemeinde. Beim Comic-Salon Erlangen wurde sie für ihr Lebenswerk geehrt.

Von Christian Meyer-Pröpstl

Die vielen Gesichter der Trauer - Jacqueline Jansen über „Sechswochenamt“

Die 1994 geborene Filmemacherin Jacqueline Jansen erarbeitete sich das Regiehandwerk über Praktika an Filmsets. Ihr Spielfilmdebüt „Sechswochenamt“ (ab 18.6. im Kino) entstand ohne klassische Filmförderung. Der autobiografisch grundierte Film kreist um eine Studentin, die nach dem Tod ihrer Mutter weitgehend allein die Beisetzung organisieren muss, und thematisiert die Suche nach den „richtigen“ Formen von Trauer.

Von Wolfgang Hamdorf

Die Shoah anders erzählen - Hagai Levi über seine Serie „Etty“

Hagai Levi, 1963 in einer streng orthodoxen Familie in Israel geboren, gehört zu den einflussreichsten Showrunnern der Welt. Seine Therapieserie „BeTipul“ wurde in den USA und in diversen anderen Ländern adaptiert; mit „The Affair“ und der Bergman-Neufassung „Scenes from a Marriage“ arbeitete er für HBO. Für seine aktuell in der arte-Mediathek präsentierte Miniserie „Etty“, eine Adaption der Tagebücher der niederländischen Jüdin Etty Hillesum, hat er seinen HBO-Vertrag pausieren lassen.

Von Chris Schinke

Animation ist Teamsport - Nathan Greno über „Swapped – Vertauscht“

Nathan Greno entwickelte schon als Kind eine Liebe zu Zeichentrick-Klassikern und eine Leidenschaft fürs visuelle Geschichtenerzählen. In den späten 1990er-Jahren schaffte er den Sprung nach Hollywood und zu den Disney-Studios, wo er mit „Rapunzel“ seinen ersten Spielfilm inszenierte. Kürzlich feierte seine Körpertausch-Animationskomödie „Swapped - Vertauscht“ bei Netflix Premiere. Im Interview spricht er über die Kunst der Empathie und sein Selbstverständnis als Regisseur.

Von Johannes Wolters

Kino, Klimawandel und KI - Interview mit Roland Emmerich

Der gebürtige Stuttgarter Roland Emmerich gehört in Hollywood zu den Regisseuren, die regelmäßig Blockbuster umsetzen. Seine Spezialität sind Filme, die der Zerstörung der Erde frönen, sei es durch Naturkatastrophen, Monster oder Außerirdische wie in „Independence Day“, der 2026 seinen 30. Geburtstag feiert. Aus diesem Anlass ist er Gast der Filmmesse FMX in Stuttgart (5.-8.5.2026). Ein Gespräch über die Zukunft des Kinos mit KI, übernatürliche Elemente in seinen Filmen und die Sorge um den Planeten Erde.

Von Norbert Demuth

Die Emotionen fließen lassen - Trine Dyrholm über „Nachbeben“

Die dänische Schauspielerin Trine Dyrholm ist die bekannteste Darstellerin ihrer Generation. In dem Film „Nachbeben“ (jetzt im Kino) spielt sie als Mutter nur in einer Nebenrolle mit, stellt sich aber ganz in den Dienst einer außergewöhnlichen Ensemble-Arbeit. Die Intensität ihrer Auftritte ist dennoch bezeichnend für ihr schauspielerisches Kaliber. Im Gespräch erzählt sie von den besonderen Herausforderungen des Drehs und ihrer Rolle.

Von Susanne Gietl

Mut zum Neuanfang - Dagmar Manzel über „Der verlorene Mann“

Die in Berlin geborene Schauspielerin Dagmar Manzel gehört zu den angesehensten Theatermiminnen. Sie ist aber auch im Kino und im Fernsehen sehr präsent und tritt als Sängerin auf. In „Der verlorene Mann“ (ab 7. Mai im Kino) spielt sie eine Frau kurz vor dem Ruhestand, die aufgeschreckt wird, als ihr dementer Ex-Mann eines Tages bei ihr und ihrem Gatten vor der Tür steht und sich nicht mehr an die Scheidung erinnert. Ein Gespräch über den Film und den Segen der Neuorientierung.

Von Joachim Heinz

Die reinste Form von Liebe: Ein Interview mit Harald Krassnitzer

Der Österreicher Harald Krassnitzer ist als Schauspieler vor allem durch seine Rolle als „Tatort“-Ermittler Moritz Eisner berühmt geworden. Im Kino ist er jetzt in „Der verlorene Mann“ (Start: 7. Mai) als Demenzkranker zu erleben, der eines Tages wieder bei seiner Ex-Frau vor der Tür steht, da er sich nicht mehr an die Scheidung erinnert. Ein Gespräch über die Rolle, den persönlichen Zugang zum Demenz-Thema und die Vorzüge des Alters.

Von Joachim Heinz

Mädchen, die stark sind - Sigrid Klausmann und Walter Sittler über "Girls Don't Cry"

Was bedeutet es, heutzutage ein Mädchen zu sein? Davon erzählt die Dokumentarfilmerin Sigrid Klausmann in einer Produktion ihres Ehemanns Walter Sittler. Sechs Teenagerinnen aus Afrika, Amerika, Asien und Europa berichten in „Girls don’t cry“ aus ihrem Leben. Im Interview sprechen Klausmann und Sittler über ihren Antrieb als Filmemacher & Großeltern und die gemeinsame Arbeit am Dokumentarfilm.

Das Gespräch führte Katharina Zeckau