Interviews

Auge um Auge, Zahn um Zahn

In dem kammerspielartigen Drama „Yalda“ (jetzt im Kino) fleht eine junge Frau in einer Reality-Show des iranischen Fernsehens um Gnade. Sie soll wegen der Tötung ihres Ehemannes hingerichtet werden. Inszeniert wurde der Film von dem Regisseur Massoud Bakhshi, der in ironischer Zuspitzung auf authentische Ereignisse rekurriert, über Frauen in der iranischen Gesellschaft erzählt und die Macht des Unterhaltungsfernsehens seziert.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Exkursionen in den Alltagsrassismus - Visar Morina über "Exil"

In seinem Film „Exil“ porträtiert Regisseur Visar Morina einen Mann mit Migrationshintergrund, der sich trotz seiner Integration ins deutsche Familien- und Arbeitsleben inmitten wachsender fremdenfeindlicher Ressentiments wiederfindet. Im Interview spricht Morina darüber, wie viel persönliche Erfahrung in der Story steckt, und erläutert seine am Theater geschulten Arbeitsprozesse.

Das Gespräch führte Simon Hauck

Mit High Heels und Hidschab: Manele Labidi über „Auf der Couch in Tunis“

Die französisch-tunesische Regisseurin Manele Labidi entwirft mit „Auf der Couch in Tunis“ (ab 30. Juli im Kino) ein erfrischend paradoxes Bild aus der Zeit nach dem „Arabischen Frühling“. Die 37-jährige Filmemacherin, die sich als Französin und Tunesierin zugleich fühlt, spricht im Interview übers Leben und Arbeiten zwischen zwei Kulturen.

Das Gespräch führte Margret Köhler

„Man wird nicht Marie Curie, wenn man nett ist“: Marjane Satrapi über ihren neuen Film

Schon als Kind habe sie die Physikerin und Chemikerin Marie Curie bewundert, verrät die Regisseurin Marjane Satrapi im Interview. In ihrem neuen Film sucht die 1969 geborene iranisch-französische Filmemacherin und Comiczeichnerin einen Zugang zu der Wissenschaftlerin jenseits klassischer Filmbiografien, der ihr Wirken in Beziehung setzt zu den historischen Folgen.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Biblischer Bilderreigen: Burhan Qurbani über "Berlin Alexanderplatz"

Der Filmemacher Burhan Qurbani legt mit seinem dritten langen Spielfilm eine modernisierte Adaption von Alfred Döblins avantgardistischem Romanklassiker „Berlin Alexanderplatz“ vor. Als deutscher Beitrag im Internationalen Wettbewerb der Berlinale hatte das ambitionierte Filmepos im Februar seine Premiere, jetzt kommt es endlich mit den Zeitläuften geschuldeter Verspätung in die Kinos. Ein Gespräch über den Film.

Von Peter Kremski


Liebe hinterlässt Spuren: Claude Lelouch zu „Die schönsten Jahre eines Lebens“

Der französische Regisseur Claude Lelouch hat seinen Kinoklassiker „Ein Mann und eine Frau“ (1966) 53 Jahre später weitergesponnen. In seinem 49. Film „Die schönsten Jahre eines Lebens“ trifft das Traumpaar Anouk Aimée und Jean-Louis Trintignant noch einmal aufeinander. Ein Gespräch über die Fortführung einer großen Liebesgeschichte.

Von Margret Köhler

Wo es keine Lösung gibt: Interview mit Carolina Hellsgård

Carolina Hellsgård wurde in Stockholm geboren und studierte an der Universität der Künste in Berlin und am California Institute of Arts. Ihr Debütfilm „Wanja“ hatte seine Premiere auf der „Berlinale“ 2015, ihre zweite Regiearbeit war der eigenwillige, in Thüringen angesiedelte Zombiefilm „Endzeit“. „Sunburned“ (ab 2.7. in den Kinos) ist ihr dritter Spielfilm, ein Drama mit satirischen Zügen um ein Mädchen, das im Andalusien-Urlaub einem gleichaltrigen illegalen Strandverkäufer aus dem Senegal helfen will.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Die Lust an der Verwandlung: Im Gespräch mit Paula Beer

Jede neue Rolle beginnt für die Schauspielerin Paula Beer mit einer kleinen Krise und der Furcht vor dem Sprung ins Unbekannte. Die Lust an der Verwandlung, die Neugier und das Verlangen, in die Haut einer anderen zu schlüpfen, nicht sich, sondern die Figur zu spielen, ist gleichzeitig aber auch das, was sie beflügelt. Ab Donnerstag, 2. Juli, lockt sie als moderne „Undine“ in Christian Petzolds gleichnamigem Film.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Das wilde Denken: Ulrike Ottinger über „Paris Calligrammes“

Anfang März startete „Paris Calligrammes“ von Ulrike Ottinger mit viel Rückenwind im Kino, da die 77-jährige Filmemacherin bei der „Berlinale“ gerade für ihr Lebenswerk geehrt worden war. Doch dann unterbrach die COVID-Pandemie die hoffnungsvolle Kinoauswertung. Jetzt kommt das kaleidoskopartige Filmmosaik wieder ins Kino, in dem sich die Künstlerin an die wilde Zeit in Paris während der 1960er-Jahre erinnert.

Das Interview führte Simon Hauck

Ein Interview mit Florian Gallenberger über „Der Überläufer“

Am 8. und 10. April zeigt Das Erste den Zweiteiler „Der Überläufer“ als TV-Premiere. Regisseur Florian Gallenberger hat damit den posthum veröffentlichten gleichnamigen Roman von Siegfried Lenz umgesetzt. Buch wie Film erzählen von einem jungen Soldaten, der im Sommer 1944 zwischen Pflichterfüllung und seinem inneren moralischen Kompass fast zerrieben wird und zur Roten Armee überläuft. Im Interview spricht Gallenberger u.a. darüber, was ihn an Lenz’ Stoff bewegt hat.

Das Gespräch führte Margret Köhler