Interviews

Interview mit Cristi Puiu

Der rumänische Regisseur Cristi Puiu zählte mit dem makabren Drama „Der Tod des Herrn Lazarescu“ (2005) zu den Begründern der „Rumänischen Welle“. Sein jüngstes Werk „Sieranevada“, das 2016 beim Filmfestival in Cannes im Wettbewerb uraufgeführt wurde, fand in Deutschland nichts ins Kino. Im Interview skizziert der Regisseur seine filmische Ästhetik und setzt sie zur Situation in Rumänien in Bezug.

Das Gespräch führte Marius Nobach

Das Schweigen brechen

Der französische Regisseur François Ozon greift in „Gelobt sei Gott“ (Kinostart: 26.9.) einen Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Lyon auf, der die französische Justiz beschäftigt und die Öffentlichkeit erschüttert. Er erzählt von Opfern, die nach Jahren der Scham und des Schweigens Gerechtigkeit fordern. Die „Berlinale“ ehrte das Drama mit dem „Großen Preis der Jury“.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Kraft aus Verwundbarkeit

Mit 55 Jahren ist Brad Pitt mittlerweile mehr als Produzent denn als Hollywood-Star unterwegs, seine Auftritte in Filmen sucht er sich sorgfältig aus. In James Grays meditativem Weltraumepos „Ad Astra – Zu den Sternen“ (seit 19.9. im Kino) spielt er den Astronauten Roy McBride, der zum Neptun aufbricht, um seinen verschwundenen Vater zu suchen. Ein Gespräch über die Herausforderungen ambivalenter Charaktere und den Frust über fehlende Risikobereitschaft.

Das Gespräch führte Margret Köhler

„Die Zeit ist zu kostbar“

Der junge Regisseur Anatol Schuster gehört zu den Senkrechtstartern unter den deutschen Filmemachern. In seinem zweiten Spielfilm „Frau Stern“ (Start am 29.8.) mischt er dokumentarische und fiktionale Mittel zum humorvollen Porträt einer 90-jährigen Berliner Jüdin mit Todessehnsucht, die über ihre Enkeltochter neue Lebenslust gewinnt. Ein Gespräch über den Film, der zugleich eine Hommage an die Hauptdarstellerin Ahuva Sommerfeld ist, die zum ersten Mal vor der Kamera stand.

Das Gespräch führte Julia Teichmann

„Italien ist ein Staat, der versagt“

Seit seinem Buch „Gomorrha“ (2006) steht der italienische Journalist Roberto Saviano auf der Todesliste der Mafia. Obwohl er sich seitdem nicht mehr ohne Leibwache bewegen kann, analysiert er weiterhin die krakenhafte Macht der Mobster. In „Paranza – Der Clan der Kinder“ (ab 22. August in den Kinos) widmet er sich Heranwachsenden aus der verarmten Mittelschicht, die schon als Teenager bei der Camorra anheuern.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Im Chaos von Mumbai

Der indische Regisseur Ritesh Batra wurde 2013 mit seinem Spielfilm-Debüt „Lunchbox“ international bekannt. Sein aktueller Film „Photograph“ (Kinostart: 8.8.) erzählt von der Begegnung einer Frau und eines Mannes in Mumbai über den Graben sozialer Unterschiede hinweg. Im Interview berichtet Batra, wie es ihm gelungen ist, den typischen Bollywood-Stoff realitätsnah zu erden.

Von Michael Ranze

„Liebe entsteht aus Respekt“

Der 1984 in Berlin geborene Regisseur Ilker Çatak erweist sich in seinem zweiten Spielfilm „Es gilt das gesprochene Wort“ (Kinostart am 1.8.) einmal mehr als aufmerksamer und präziser Filmemacher: Mit scheinbarer Leichtigkeit erzählt er von der deutschen Pilotin Marion und einem jungen Türken, aus deren Scheinehe sich echte Leidenschaft entwickelt. Ein Gespräch über einen besonderen Liebesfilm.

Von Michael Ranze

Spiel mit der Zeit

In seiner Jugend stand der englische Regisseur Danny Boyle eher auf David Bowie und Led Zeppelin, obwohl er die Songs der Beatles durchaus schätzte. In der Musical-Komödie „Yesterday“ (startet am Donnerstag im Kino) erschließt er die Songs der Vier aus Liverpool jetzt aber auf eine Weise, wie es keiner vor ihm gewagt hat: als eine Art Karaoke-Version. Ein Gespräch über musikalische Ikonen, Ruhm und Romantik.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Gegen das Glücksdiktat

Für ihren Debütfilm „Das melancholische Mädchen“ gewann die Regisseurin Susanne Heinrich den Hauptpreis beim Festival Max Ophüls Preis in Saarbrücken. In einer lose zusammenhängenden Szenenfolge begibt sich die Titelfigur darin auf Sinn- und Glückssuche, was mit vielen ironischen Brechungen zur gewitzten Auseinandersetzung mit vorherrschenden Normen wird. Ein Gespräch über filmische Formen der Verfremdung und die Umkehrung des männlichen Blicks.

Das Gespräch führte Sven von Reden

Chronist mit offenem Ausgang

Peter Heller (Jahrgang 1946) gehört mit über 70 Filmen zu den produktivsten Dokumentaristen Deutschlands. Über 30 Filme drehte er in Afrika. Am 19. Juni strahlt arte seinen Film „Markt der Masken“ (2015) aus, dessen ursprüngliche Fassung der Regisseur auf eigene Initiative hin in großen Teilen überarbeitet hat. Ein Gespräch über sich ändernde Methoden im dokumentarischen Schaffen und die Schubladen der „Afrika-Experten“.

Das Gespräch führte Margret Köhler