Interviews

Vampire und hippe Sowjets - Julian Radlmaier

Der deutsche Filmemacher Julian Radlmaier bewegt sich in seinen Werken auf der Traditionslinie marxistisch orientierter Vorgänger wie Pasolini und Huillet/Straub, verbindet intellektuelle Herausforderung aber stets mit einem spielerischen Ansatz und dem stilsicheren Umgang mit der Filmgeschichte. In seinem neuen Film „Blutsauger“ (Kinostart: 12. Mai) lässt er einen sowjetischen Schauspieler auf dem Weg nach Hollywood auf eine bürgerliche Vampirin treffen.

Das Gespräch führte Ulrich Kriest

"Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush" - Andreas Dresen

„Das Verhalten unserer Politiker im Fall Murat Kurnaz war unsäglich“, klagt Regisseur Andreas Dresen. In seinem Film „Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush“, der ab 28. April im Kino läuft, geht es um die Geschichte des aus Bremen stammenden Murat Kurnaz, der 2002 nach Guantánamo verschleppt wurde und nur durch den Kampf seiner unerschrockenen Mutter schließlich wieder freikam.

Das Gespräch führte Simon Hauck

Ins Kino hineingefallen - Mathieu Amalric

In Frankreich gehört Mathieu Amalric zu den angesehensten Schauspielern, international ist er vor allem durch „Schmetterling und Taucherglocke“ und seine Rolle als Bond-Bösewicht in „Ein Quantum Trost“ bekannt. Bei Werken wie „Tournée“ und zuletzt „Für immer und ewig“ führt er auch Regie. Das Berliner Kino Arsenal zeigte im April eine Werkschau mit Filmen von und mit Mathieu Amalric. Ein Gespräch über Einflüsse, Obsessionen und einen unorthodoxen Weg zum Kino.

Das Gespräch führte Jörg Taszman

Im Auge des Unsichtbaren - Interview mit Sophie Marceau

Die Schauspielerin Sophie Marceau ist eine Ikone des französischen Kinos, die nach den „La Boum“-Filmen auch für Autorenfilmer wie Andrzej Zulawski, Bertrand Tavernier und Maurice Pialat vor die Kamera trat. In François Ozons Drama „Alles ist gutgegangen“ (Kinostart: 14.4.) spielt sie die Schriftstellerin Emmanuèle Bernheim, die ihrem kranken Vater dabei hilft, einen assistierten Suizid zu organisieren. Ein Gespräch über die Herausforderungen ihrer Rolle und die Balance zwischen Ernst und Humor.

Das Gespräch führte Jörg Taszman

Es ist nie zu spät, Bäume zu pflanzen - Volker Schlöndorff

„Der Waldmacher“ (Kinostart: 7.4.) ist der erste abendfüllende Dokumentarfilm von Volker Schlöndorff. Er begleitet den Australier Tony Rinaudo, der 2018 mit dem „Alternativen Nobelpreis“ ausgezeichnet wurde, bei seinen Aktionen in Afrika gegen die Ausbreitung der Wüsten und gegen die Verelendung der Bevölkerung. Dabei hat er ein faszinierendes Porträt eines Kontinents im Umbruch geschaffen.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Liebe und Anarchie - Jacques Audiard

Der französische Filmemacher Jacques Audiard gilt vor allem als Spezialist sehr intensiver, auch harter Filme wie „Ein Prophet“ oder „Der Geschmack von Rost und Knochen“. Sein Schwarz-weiß-Drama „Wo in Paris die Sonne aufgeht“ (ab 7. April im Kino) überrascht jedoch durch eine große Leichtigkeit, mit der es über unterschiedliche Auffassungen von Liebe unter Pariser Studenten erzählt. Ein Gespräch über die Reize der schwarz-weißen Ästhetik und ihre Vermittlung an eine junge Generation.

Von Jörg Taszman

Wegschauen ist keine Alternative - Gespräch mit Audrey Diwan

Von Margret Köhler

Nicht alles märchenhaft verpacken! - Lars Montag

In Kinderfilmen ist oft alles ein bisschen bunter und sonniger. Die „Süßstoff-Methode“ nennt das der Regisseur Lars Montag. Wie es anders gehen kann, hat Montag vor vielen Jahren bei der „Berlinale“ erlebt, wo ihn der kanadische Film „Ich schwör’s, ich war’s nicht“, der am Ende den „Gläsernen Bären“ gewann, so nachhaltig in Bann zog, dass er für sein eigenes Filmschaffen daraus viel abgeleitet hat.

Das Gespräch führte Rochus Wolff

Sich weißer machen - Jayro Bustamante

Sein Debütfilm „Ixcanul“ brachte dem guatemaltekischen Regisseur Jayro Bustamante bei der "Berlinale" 2015 auf Anhieb einen "Silbernen Bären" ein.In seinem Nachfolgerfilm „Das Beben“ geht es um einen Familienvater, der sich in einen Mann verliebt und dafür Gattin und Kinder verlässt. Das will seine Familie aber auf keinen Fall akzeptieren; zusammen mit einer evangelikalen Glaubensgemeinde will sie ihn auf den „Pfad der Tugend“ zurückbringen.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Verbannt in die Unsichtbarkeit - Philip Scheffner

Nach Dokumentarfilmen wie „Revision“ und „Havarie“ ist „Europe“ der erste Spielfilm des Regisseurs Philip Scheffner. Die Entscheidung für die fiktionale Form hing, wie Scheffner im Interview berichtet, organisch mit der Geschichte zusammen, die er und sein Team erzählen wollten. Es geht um eine Migrantin aus Algerien, deren Leben sich mit dem Auslaufen ihrer Aufenthaltsgenehmigung drastisch ändert.

Das Gespräch führte Bettina Hirsch