Interviews

Sturm vor der Ruhe

Die nordmazedonische Regisseurin Teona Strugar Mitevska erzählt in ihrem Film „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“ (Kinostart am 14.11.) vom Konflikt in einer archaischen Dorfgemeinschaft, als eine junge Frau sich gegen eine patriarchal-religiöse Tradition auflehnt. Der Film erhielt bei der „Berlinale“ 2019 den Preis der Ökumenischen Jury. Ein Gespräch über erstarrte Strukturen und Grundlagen für Optimismus.

Das Gespräch führte Wolfgang Hamdorf

Interview mit Céline Sciamma

Die französische Regisseurin Céline Sciamma katapultierte sich schon mit ihrem Debütfilm „Water Lilies“ (2007) in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit. Mittlerweile ist sie Stammgast bei den großen Filmfestivals. Ihr jüngstes Werk „Porträt einer jungen Frau in Flammen“ ist eine vielschichtige Liebesgeschichte zwischen einer Malerin und einer jungen Adligen, die sie porträtieren soll.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Der digitale Zwilling

In Ang Lees „Gemini Man“ (Kinostart: 3.10.) wird Will Smith als Auftragskiller im Ruhestand von seinem jüngeren Klon gejagt. Im Werkstattgespräch berichtet Stuart Adcock, Leiter des „Facial Motion Department“ bei der Effekte-Schmiede Weta Digital, wie er und sein Team der Herausforderung begegneten, zusammen mit dem Hauptdarsteller dessen verjüngte Version glaubwürdig digital zum Leben zu erwecken – und das mit 120 Bildern pro Sekunde.

Von Johannes Wolters

Filme über Frauen, die Filme machen

Sie ist eine Filmemacherin der Stunde, obwohl sie im November ihren 80. Geburtstag feiert. Denn Zeit ihres Lebens hat Katja Raganelli Filme über Filmemacherinnen gedreht, ihnen bei der Arbeit über die Schulter geschaut und zu den Kämpfen befragt, um sich als Frau auf dem Regiestuhl zu behaupten. Im Filmmuseum München läuft bis Dezember eine Reihe mit 14 ihrer filmischen Porträts, unter anderem auch „Alice Guy-Blanché – Hommage an die erste Filmemacherin der Welt“.

Das Gespräch führte Stefan Drößler

Interview mit Cristi Puiu

Der rumänische Regisseur Cristi Puiu zählte mit dem makabren Drama „Der Tod des Herrn Lazarescu“ (2005) zu den Begründern der „Rumänischen Welle“. Sein jüngstes Werk „Sieranevada“, das 2016 beim Filmfestival in Cannes im Wettbewerb uraufgeführt wurde, fand in Deutschland nichts ins Kino. Im Interview skizziert der Regisseur seine filmische Ästhetik und setzt sie zur Situation in Rumänien in Bezug.

Das Gespräch führte Marius Nobach

Das Schweigen brechen

Der französische Regisseur François Ozon greift in „Gelobt sei Gott“ (Kinostart: 26.9.) einen Missbrauchsskandal der katholischen Kirche in Lyon auf, der die französische Justiz beschäftigt und die Öffentlichkeit erschüttert. Er erzählt von Opfern, die nach Jahren der Scham und des Schweigens Gerechtigkeit fordern. Die „Berlinale“ ehrte das Drama mit dem „Großen Preis der Jury“.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Kraft aus Verwundbarkeit

Mit 55 Jahren ist Brad Pitt mittlerweile mehr als Produzent denn als Hollywood-Star unterwegs, seine Auftritte in Filmen sucht er sich sorgfältig aus. In James Grays meditativem Weltraumepos „Ad Astra – Zu den Sternen“ (seit 19.9. im Kino) spielt er den Astronauten Roy McBride, der zum Neptun aufbricht, um seinen verschwundenen Vater zu suchen. Ein Gespräch über die Herausforderungen ambivalenter Charaktere und den Frust über fehlende Risikobereitschaft.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Ein neuer Blick

Der britische Dokumentarist Asif Kapadia porträtiert in seinen Filmen gerne schillernde Persönlichkeiten der Popkultur, die nach einem rasanten Aufstieg tragisch enden. In „Diego Maradona“ (ab Donnerstag, 5. September, im Kino) zeichnet er Aufstieg und Fall des argentinischen Fußballstars nach, der alles gewann, dann aber tief stürzte. Ein Gespräch über vergänglichen Ruhm, die Konsequenzen von Talent und warum das Digitale zur Verfälschung des Wirklichen tendiert.

Das Interview führte Rüdiger Suchsland

„Die Zeit ist zu kostbar“

Der junge Regisseur Anatol Schuster gehört zu den Senkrechtstartern unter den deutschen Filmemachern. In seinem zweiten Spielfilm „Frau Stern“ (Start am 29.8.) mischt er dokumentarische und fiktionale Mittel zum humorvollen Porträt einer 90-jährigen Berliner Jüdin mit Todessehnsucht, die über ihre Enkeltochter neue Lebenslust gewinnt. Ein Gespräch über den Film, der zugleich eine Hommage an die Hauptdarstellerin Ahuva Sommerfeld ist, die zum ersten Mal vor der Kamera stand.

Das Gespräch führte Julia Teichmann

„Mich fasziniert die Traurigkeit“

An Louis Hofmann kommt im deutschen Film niemand vorbei. Seit Jahren legt der gebürtige Kölner eine phänomenale Karriere hin. Schon mit 11 Jahren stand er vor der Kamera; der Durchbruch gelang ihm 2015 mit „Freistatt“ über die brutale „Fürsorge-Erziehung“ in den 1960er-Jahren. In „Prélude“ (ab Donnerstag im Kino) spielt er einen Musikstudenten, der an sich verzweifelt und auf den Abgrund zusteuert.

Das Gespräch führte Margret Köhler