Interviews

Leidenschaft fürs Kino

Die Mafia, ein korrupter Polizist, eine Kanaren-Insel und eine Pfeif-Sprache, mit der sich Einheimische dort verständigen: Mit seinem neuen Film „La Gomera“ entfaltet der rumänische Filmemacher Corneliu Porumboiu ein doppelbödiges, höchst unterhaltsames Krimi-Vexierspiel. Im Gespräch berichtet er unter anderem über seine cinephilen Neigungen, die in den Film eingeflossen sind.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Zusammen ist man weniger allein - Interview mit Ulrich Köhler & Henner Winckler

Es kann nicht nur einen geben! Regie-Doppelspitzen sind zwar immer noch die Ausnahme von der Regel, aber durchaus im Kommen. Wie gut das gemeinsame Inszenierem funktionieren kann, haben Ulrich Köhler und Henner Winckler mit ihrem Film „Das freiwillige Jahr“ bewiesen. Im Werkstattgespräch berichten die Filmemacher, wie sie bei der Arbeit voneinander profitiert haben.

Ein Boss des eigenen Elends - Interview mit Ken Loach

Auch nach über 50 Jahren als Regisseur findet der Brite Ken Loach in der Gesellschaft noch immer so viel Ungerechtigkeit vor, dass er sie in Spielfilmen thematisieren muss. In seinem neuen Film „Sorry We Missed You“ greift er das Schicksal einer Arbeiterfamilie aus Newcastle auf, die durch den neuen Job des Vaters als Paketbote an den Rand ihrer Belastbarkeit getrieben wird. Ein Gespräch über Ärger als Grundlage von Geschichten und die Arbeit mit Laiendarstellern.

Von Michael Ranze

Die Lunte liegt am Pulverfass

Regisseur Ladj Ly schwimmt mit „Die Wütenden – Les Misérables“ auf der Erfolgswelle: Das wuchtige Werk über die Konfrontation zwischen Polizei und Einwohnern in den von der Politik aufgegebenen Pariser Banlieues wurde beim Festival de Cannes mit dem „Preis der Jury“ ausgezeichnet und ist für einen „Oscar“ nominiert. Im Gespräch berichtet er über den sozialen Sprengstoff, den sein Film spiegelt.

Das Gespräch führte Margret Köhler

Im Krieg offenbart sich die menschliche Natur - Interview mit Sam Mendes

Mit zehn Nominierungen geht „1917“ als einer der Favoriten ins Rennen um die „Oscars“ 2020. Nach zwei Bond-Filmen hat der britische Regisseur Sam Mendes damit einen Film über den Ersten Weltkrieg inszeniert, der die „menschliche Erfahrung des Krieges“ vermitteln soll. Im Gespräch berichtet er u.a. darüber, was das Ganze mit seiner Familiengeschichte zu tun hat und warum er den Film als „One-Shot-Movie“ umsetzte.

Das Gespräch führte Johannes Wolters

Humor als Widerstand: Ein Interview mit Elia Suleima

Die schweigsamen Figuren, die Elia Suleiman in seinen Filmen verkörpert, erinnern an die Komik-Ikonen Buster Keaton, Jacques Tati und Pan Tau. In seinem jüngsten Werk „Vom Gießen des Zitronenbaums“ verlässt der Protagonist seine Heimat Nazareth und sieht sich mit dem Ausnahmezustand der globalisierten Welt konfrontiert. Im Interview spricht der arabisch-israelische Filmemacher über die Notwendigkeit, angesichts der Absurditäten der Gegenwart den Humor nicht zu verlieren.

„Ich filme gerne, was ich nicht verstehe“: Ein Interview mit Bruno Dumont

Für Bruno Dumont ist Kunst im Allgemeinen und Kino im Besonderen eine „spirituelle Erfahrung“. Im Interview erläutert er, inwiefern sein Zweiteiler über die französische Nationalheilige Jeanne d’Arc (derzeit im Kino) übers Reale in religiöse Dimensionen vorstößt, und berichtet über den Dreh zu seinem jüngsten Film, der ihn kürzlich nach Bayern geführt hat.

„Man bekommt eine Gänsehaut“: Ein Interview mit Joseph Gordon-Levitt

Der 1981 geborene Darsteller Joseph Gordon-Levitt steht im Zentrum des Echtzeitthrillers „7500“ (Kinostart: 26.12.), dem Spielfilm-Debüt des deutschen Regisseurs Patrick Vollrath: Als Copilot eines Passagierflugzeugs muss Gordon-Levitt verhindern, dass islamistische Attentäter ins Cockpit gelangen. Ein Gespräch mit dem Hollywoodstar über seinen Weg zu Film, Drehherausforderungen und seine Ambitionen als Regisseur und Produzent.

Das Gespräch führte Michael Ranze

Die ganze Welt: Ein Interview mit Karim Aïnouz über seinen Film "Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão"

Er lebt in Berlin, wurde in Brasilien geboren und wuchs in Paris auf. Sein Vater ist Algerier, die Mutter Brasilianerin; zunächst studierte er Architektur und arbeitete in New York, doch seit 2002 dreht sich das Leben des Weltbürgers Karim Aïnouz ganz um Film. Von dieser Pluralität erzählt auch "Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão" (jetzt im Kino), für den er beim Cannes-Festival 2019 den Hauptpreis der "Un Certain Regard"-Sektion gewann.

Das Gespräch führte Jörg Taszman

Ein Empfinden für den Verlust der Heimat wecken

Im Zentrum der Filme von Caroline Link stehen oft Familien, in denen es Konflikte und Zerwürfnisse gibt, die aber in der Lage sind, dafür Lösungen zu finden. In der Judith-Kerr-Verfilmung „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ (ab Donnerstag im Kino) kommen Flucht und Exil dazu. Ein Gespräch mit der Regisseurin.


Von Rüdiger Suchsland