Vorschau auf Filmstarts 2026

Things to come - Vorschau auf Filmstarts 2026

Ein episches Kinojahr liegt vor uns: Christopher Nolans „Odyssee“ und Steven Spielbergs Science-Fiction-Film „Disclosure Day“ könnten für volle Kinos sorgen, und Netflix präsentiert Greta Gerwigs „Narnia“. Aber auch das internationale Autorenkino schläft nicht; neue Projekte von Albert Serra, Luca Guadagnino, Alejandro G. Iñárritu, Paul Schrader, Angela Schanelec und vielen anderen sind in der Pipeline. Eine Vorschau auf neue Filme, mit denen Cineasten in den nächsten Monaten rechnen können.

Von Michael Kienzl

Wie Olympia - Cannes 2026: Das Programm

Die Auswahl des 79. Filmfestivals in Cannes (12.-23.5.2026) holt die deutsche Regisseurin Valeska Grisebach mit „Das geträumte Abenteuer“ in den Wettbewerb, wo sie unter anderem mit neuen Filmen von Andrey Zvyagintsev, Pedro Almodóvar, Marie Kreutzer und Pawel Pawlikowskis „Vaterland“ über Thomas und Erika Mann konkurriert. Premiere feiert in Cannes auch Volker Schlöndorff mit „Heimsuchung“. Während große US-Produktionen fehlen, setzt Cannes auf jüngere Autorenfilmer und hat das osteuropäische Kino wieder mehr im Blick.

Von Jörg Taszman

Roh, wahrhaftig & nie ganz zu fassen - Über „Wanda“ von Barbara Loden

Die mit nur 48 Jahren verstorbene US-Filmemacherin Barbara Loden inszenierte 1970 mit „Wanda“ einen der ungewöhnlichsten Filme der New-Hollywood-Ära. Bei der Premiere auf der "Mostra" in Venedig gewann er den Preis der Internationalen Filmkritik, verschwand dann aber in der Versenkung. Heute gilt "´Wanda" als moderner Klassiker. Das singuläre Werk läuft ab Donnerstag, 9. April, wieder im Kino. 

Von Esther Buss

Filmkultur News

Das 29. Filmfestival in Málaga

Beim 29. Filmfestival in Málaga vom 6. bis 15. März 2026 drehten sich auffällig viele Filme um das Thema Familie als Gradmesser gesellschaftlicher Missstände und Fehlentwicklungen. Der große Preis ging an den Film „Yo no moriré de amor“ von Marta Matute; die SIGNIS-Jury zeichnet das Drama „La mujer de la fila“ von Benjamín Àvila aus.

Von Wolfgang Hamdorf

Leders Journal: Fernsehen ohne Fernsehen

Seitdem die Digitalisierung die Kosten für Bewegtbilder extrem verringert hat, wandern politische Gesprächsformate zunehmend in Podcasts aus, die visuell aufgerüstet auf Videoplattformen wie Youtube oder Spotify verbreitet werden. Formate wie „Politik mit Anne Will“ oder „Ronzheimer“ erlauben ein vertieftes Sprechen ohne Zeitdruck, das eher auf Zuhören als auf einen pointierten Schlagabtausch aus ist. Auch dank ihrer höheren Aktualität laufen sie herkömmlichen Talkshows den Rang ab.

Von Dietrich Leder

Follow the Money - Hollywood und das Geld

Seit den 1980er-Jahren bestimmt die Logik der Finanzmärkte viele Teile des öffentlichen Lebens. In den USA wurde auch das Filmbusiness zur Bühne für knallharte Investoren, die vor allem an risikoarmer Gewinnmaximierung interessiert sind, weniger an unkalkulierbarer Kunst und Kultur. Aber auch finanzstarke Steigbügelhalter machthungriger Politiker tummeln sich in Hollywood. In der Studie „Derivatitve Media“ zeichnet Andrew deWaard diese Entwicklung nach und enthüllt die Mechanik hinter Blockbustern, Franchises, Spin-Offs und Expanded Universes.

Von Jörg Marsilius

Zwischen Glanz & Zukunftssorgen - Die Oscar-Verleihung 2026

Die 98. „Oscar“-Verleihung am 15. März 2026 bot eine spannende Konkurrenz zwischen den genresprengenden Werken „One Battle After Another“ und „Blood & Sinners“, die am Ende zehn Preise unter sich aufteilten. Aber auch jenseits davon überzeugte die von Conan O’Brien moderierte Gala weitestgehend, vor allem durch Reminiszenzen an frühere Shows und einige optimale erstmalige Gewinner.

Von Marius Nobach

Im „Oscar“-Rennen

Zwei Filme, die höchst originell zwischen allen Genres hin- und herspringen, führen das 98. „Oscar“-Rennen an. Bei der Gala am 15. März geht das Gangster-, Musik- und Vampirdrama „Blood & Sinners“ mit der neuen Rekordzahl von 16 Nominierungen ins Rennen, gefolgt von 13 Nennungen für die Politthriller-Satire „One Battle After Another“. Aber auch mit „Frankenstein“, „Sentimental Value“ und „Hamnet“ ist zu rechnen.

Von Marius Nobach

Generation: Schuld & Scham - Die „Generation“-Sektion der Berlinale

Bei den „Generationen“-Filmen der Berlinale wurden Kinder und Jugendliche immer wieder mit schwierigen Problemen konfrontiert, in denen sie mit Schuld- und Schamempfindungen umgehen mussten. Die Filme porträtierten die Heranwachsenden dabei nicht als passiv Leidtragende, sondern zeigten sie als reflektierende junge Menschen, die lernen, mit komplexen und widersprüchlichen Situationen umzugehen.

Von Denis Sasse

Das Inter kehrt zurück - Über das Kino International in Berlin

In der DDR war das Berliner Kino International seit der Eröffnung 1963 das wichtigste Premierenkino. Auch nach der Wende behauptete es sich als eines der markanten Arthouse-Kinos in Berlin, musste aber 2024 für eine Generalsanierung schließen. Mit einem Festakt wird es am 3. März 2026 offiziell wiedereröffnet. Die sorgsame Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes macht sogar Hoffnung auf eine Zukunft des Kinos.

Von Jörg Taszman

Licht & Schatten: Andrzej-Wajda-Ausstellung

In Polen ist 2026 offiziell als Andrzej-Wajda-Jahr ausgerufen worden, um den 100. Geburtstag des am 6. März 1926 geborenen Regisseurs zu ehren. Auch das Filmmuseum in Düsseldorf widmet Andrzej Wajda bis Ende August eine Ausstellung. Prominente Zeugnisse aus seinen Filmen erinnern an ein Œuvre, das von den 1950er-Jahren an die Veränderungen in der polnischen Gesellschaft reflektierte. Die Ausstellung geht auch auf die wechselhafte Biografie Wajdas ein, die sein künstlerisches Ethos stark beeinflusste.

Von Josef Nagel