75 Jahre FILMDIENST

„Und was ist daran katholisch?“

Der Filmdienst feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. In ihrer wechselvollen Geschichte war die Publikation vielen Aufs und Abs ausgesetzt und wandelte sich von einer studentischen Initiative über ein kulturkonservatives Periodikum zur Filmzeitschrift und seit 2018 in ein Internetportal. Immer wieder ging es dabei auch um die Frage nach den Kriterien der Filmbetrachtung. Ein Blick zurück nach vorn.

Von Josef Lederle


Hollywoods erste Fotografin

Ihre Bilder von Stars wie Greta Garbo oder Joan Crawford trugen wesentlich dazu bei, aus Schauspielern überlebensgroße Ikonen zu machen. Die Fotografin Ruth Harriet Louise, die für das Studio MGM arbeitete, porträtierte in den 1920er-Jahren viele Stars und Regisseure ihrer Ära. Ihren Kamerablick zeichnet eine faszinierende Gleichzeitigkeit von Distanz und Nähe, Natürlichkeit und Stilisierung aus.

Von Daniel Kothenschulte

Filmkultur News

Aus der ersten Person #23: „Mon voyage d’hiver“ (2003) von Vincent Dieutre

In den autofiktionalen Filmen des Franzosen Vincent Dieutre sind das Ich und die Welt stets aufeinander bezogen, geradezu durchlässig füreinander. So reist in „Mon voyage d’hiver“ ein Mann mit seinem Patenkind durch Deutschland, mit Schuberts „Winterreise“ und den Gedichten von Bachmann und Brecht im Gepäck. In ihrem Kracauer-Blog folgt Esther Buss Dieutres Spuren, auf denen das Persönliche wie selbstverständlich vom Kollektiven durchdrungen ist.

"Kultur ist der Kitt der Gesellschaft" - Das Filmjahr 2021 (II)

Der Regierungswechsel in Berlin beförderte die frühere „Ton Steine Scherben“-Managerin Claudia Roth auf den Sessel der Kulturstaatsministerin. Die Filmbranche hofft auf eine starke Streiterin an ihrer Seite, da COVID-19 weiterhin heftig an den Kinos rüttelt. Die zweite Jahreshälfte 2021 war erneut vom Auf und Ab der Pandemie geprägt. Eine Rückschau in sechs Kapiteln.

Von Reinhard Kleber

Aus der ersten Person #22: „Present.Perfect.“ (2019) von Shengze Zhu

Die chinesische Regisseurin Shengze Zhu präsentiert in ihrem Film „Present.Perfect.“ Bilder aus Live-Streaming-Plattformen ihres Landes, auf denen auch gesellschaftliche Randfiguren um Aufmerksamkeit buhlen. Esther Buss spürt in ihrem Kracauer-Blog der Kraft dieses kontemplativen Werks nach, das von Arbeitsbedingungen, Bauboom und Gentrifizierung erzählt, aber auch von tiefer Einsamkeit.

Träume unterm Himmelszelt - Das Filmjahr 2021 (I)

Im späten Frühjahr sah es für alle Bereiche des öffentlichen Lebens zunehmend besser aus. Die Inzidenzen sanken, die Impfkampagne kam in Fahrt, das Leben kehrte in Cafés und auf die Plätze zurück. Auch die Kino öffneten wieder und die Sommer-„Berlinale“ versprach nicht nur in der Hauptstadt bald wieder normalere Zeiten. Rückblick auf die ersten sechs Monate des Filmjahres 2021.

Von Reinhard Kleber

Nah am Paradies - Jean Paul Gaultier

Der französische Modeschöpfer Jean Paul Gaultier hat die Kostüme für Filme gestaltet und sich auch bei seinen Fashion-Shows wieder und wieder vom Kino inspirieren lassen. Die Cinémathèque française zeigt momentan die von Gaultier kuratierte Ausstellung „CinéMode“, die nicht nur durch sein eigenes kreatives Werk führt, sondern auch aufregende historische Streifzüge durch die fruchtbare Zusammenarbeit von Film und Mode erlaubt.

Von Jörg Marsilius

Kultur endet nicht an Grenzen - Europäische Filmpreise 2021

Bei der Preisgala der 34. Europäischen Filmpreise unterstrichen die Laudatoren unisono die Bedeutung von Kooperationen und internationaler Zusammenarbeit. Die neue deutsche Kulturstaatsministerin Claudia Roth bekräftigte, dass kulturelles Schaffen nicht an Grenzen Halt machen kann. Gewinner des Abends und bester europäischer Film ist „Quo vadis, Aida?“ von Jasmila Žbanić.

Von Marius Nobach

Duisburger Wechseljahre

Der 45. Duisburger Filmwoche (10.-14.11.2021) war nicht anzumerken, dass sich das Festival seit Jahren im Umbruch befindet. Die Absicht, eine überschaubare Zahl gut zusammenpassender Filme zu präsentieren und Filmgespräche als festen Faktor einzubeziehen, ging hervorragend auf. Dennoch ist zu spüren, dass das Festival sich in seinem diskursorientierten Ansatz für die Zukunft wappnen muss.

Von Patrick Holzapfel