Filmrätsel des Monats

Das Filmrätsel im Juni: Blaxploitation

Jeden Monat neu: Das Filmrätsel für Filmkenner & Cineasten. Die Gewinnspielfragen drehen sich im Juni um das Blaxploitation-Kino. Anlass dafür ist das 50-jährige Leinwandjubiläum des Filmklassikers "Shaft" um einen unorthodoxen afroamerikanischen Detektiv, der am 25. Juni 1971 seine Premiere feierte. Zu gewinnen gibt es sehenswerte Filme auf DVD/BD.

Aus der ersten Person #11: „Did You Wonder Who Fired the Gun?“ (2017) von Travis Wilkerson

Vor 80 Jahren erschoss der Urgroßvater von Travis Wilkerson den Afroamerikaner Bill Spann, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Das holt der Filmemacher jetzt mit einem Film nach, der zwischen Anrufung und Beschwörung Elemente aus dem True-Crime-Genre mit Southern-Gothic-Einsprengseln mischt, um sich vom Albtraum seiner Familiengeschichte zu befreien. Ein Blogbeitrag von Esther Buss im Rahmen des Siegfried-Kracauer-Stipendiums.

Apathie im Freizeitpark - Zur Indiana-Jones-Reihe

1981 ging der Archäologe und Abenteurer Indiana Jones, gespielt von Harrison Ford, erstmals auf die Suche nach einem magischen Artefakt; vier Jahrzehnte später ist der Mann mit Hut und Peitsche immer noch eine populäre Ikone. Aber gehört der Held, den Steven Spielberg einst als Hommage auf die Kolonial-Abenteuerserien der 1930er- und 1940er-Jahre schuf, nicht längst selbst ins Museum?

Von Lucas Barwenczik

Filmkultur News

Zum Vergnügen der Werktätigen - 50 Jahre "Polizeiruf 110"

Nach dem “Tatort“ feiert auch die „Polizeiruf 110“-Reihe ihr 50-jähriges Bestehen und knüpft im Jubiläumskrimi „An der Saale hellem Strande“ gleich auf mehreren Ebenen an den Ursprung im Juni 1971 an. Mit dem neuen Format wollte die SED eine „bestimmte Langeweile“ überwinden und die Werktätigen besser unterhalten.

Von Dietrich Leder

Im Bannkreis der Macht - Die Comics von Mathieu Sapin

Der französische Comiczeichner und Filmemacher Mathieu Sapin wird von der Politik magisch angezogen, obwohl er wie sein berühmter Dichterkollege Jean Racine um seine Unabhängigkeit fürchtet. In seinem jüngsten Comic „Comédie Française – Reisen ins Vorzimmer der Macht“ spießt er den Zwiespalt zwischen künstlerischer Unabhängigkeit und den Verführungen des Élysée-Palasts auf. Dennoch will er sich künftig anderen Themen widmen. Fragt sich nur, wie lange.

Von Christian Meyer-Pröpstl

Aus der ersten Person #10: „History and Memory: For Akiko and Takashige“ (1991) von Rea Tajiri

Im Dezember 1941 wurde die Familie der US-Regisseurin Rea Tajiri nach dem Angriff auf Pearl Harbor in ein Camp nach Arizona deportiert, weil sie japanischer Abstammung war. Fotografieren war dort streng verboten, deshalb existieren vom Leben im Lager keine Bilder. Esther Buss geht in ihrem Siegfried-Kracauer-Blog einem medienkritischen Essay von Rea Tajiri nach, in dem die Filmemacherin die schmerzende Leerestelle mit „unzugehörigen“ Bilder aus Hollywood-Filmen, Found Footage, Reenactments und aktuellen dokumentarischen Aufnahmen füllt.

Wie „Fräulein Schmetterling“ doch noch fliegen lernte

Für die Kulturwächter der SED war eine staatliche Jugendfürsorgerin, die in „Fräulein Schmetterling“ den bezeichnenden Namen „Frau Fertig“ trug, ein No-Go, weshalb die Dreharbeiten zu dem von Christa und Gerhard Wolf geschriebenen Drama 1965 abgebrochen und alle bisherigen Filmmaterialien eingelagert wurden. Ein halbes Jahrhundert später ist daraus jetzt doch noch ein Film geworden, wie ihn sich der Regisseur Kurt Barthel seinerzeit wohl erträumt haben mag.

Von Ralf Schenk

Die geheime Lust am Schauen - Voyeurismus im Kino

Mit „The Woman in the Window“ ist gerade ein Thriller gestartet, der auf den Fußspuren des Hitchcock-Klassikers „Das Fenster zum Hof“ mit der Angstlust des voyeuristischen Blicks spielt. Das neugierige Zuschauen ist ein menschlicher Grundimpuls, den sich das Medium Film mit Hingabe zunutze macht. Es ist aber auch fähig, ihn kritisch zu hinterfragen. Eine Passage durch die Filmgeschichte.

Von Björn Hayer

Kunst der Überwältigung - DDR-Filmplakate

Die Gestaltung von Filmplakaten wurde in der DDR Grafikern anvertraut, die besonders bei querformatigen Großflächen-Plakaten künstlerisch beachtliche Freiheiten erhielten. Ein attraktiver Bildband versammelt rund 160 Plakat-Entwürfe aus dem Bestand der Universität Erfurt sowie aus Privatbesitz, in denen die Vielfalt der Kinobewerbung in den 1960er-Jahren aufscheint.

Von Marius Nobach

Aus der ersten Person #9: In den Erinnerungsräumen von Antoinette Zwirchmayr

Die österreichische Filmemacherin Antoinette Zwirchmayr nennt ihre auf 35mm gedrehten Arbeiten „Standfilme“. Vielfach besetzte Wahrnehmungsfragmente verdichten sich darin im Zusammenspiel von stilisierten Objekten, Körpern und Landschaften zu Tableaux vivants. Ihr dreiteiliges Werk „Woran ich mich erinnere“ kreist um Autobiografisches, verschiebt die Reminiszenzen aber in ein bühnenhaftes Zwischenreich.

Von Esther Buss

Der Stoff aus dem die Träume sind - Die Kinothek Asta Nielsen

Die Frankfurter „Kinothek Asta Nielsen“ will die Filmarbeit von Frauen in Geschichte und Gegenwart auffinden, dokumentieren und zugänglich machen. Die Anfänge reichen bis in die 1980er-Jahre zurück, seit 1999 firmiert die Kinothek als Verein und organisiert mit dem „Remake“-Festival seit 2018 auch ein Filmfest.

Von Josef Nagel