Vorschau auf Filmstarts 2026

Things to come - Vorschau auf Filmstarts 2026

Ein episches Kinojahr liegt vor uns: Christopher Nolans „Odyssee“ und Steven Spielbergs Science-Fiction-Film „Disclosure Day“ könnten für volle Kinos sorgen, und Netflix präsentiert Greta Gerwigs „Narnia“. Aber auch das internationale Autorenkino schläft nicht; neue Projekte von Albert Serra, Luca Guadagnino, Alejandro G. Iñárritu, Paul Schrader, Angela Schanelec und vielen anderen sind in der Pipeline. Eine Vorschau auf neue Filme, mit denen Cineasten in den nächsten Monaten rechnen können.

Von Michael Kienzl

Licht & Schatten: Andrzej-Wajda-Ausstellung

In Polen ist 2026 offiziell als Andrzej-Wajda-Jahr ausgerufen worden, um den 100. Geburtstag des am 6. März 1926 geborenen Regisseurs zu ehren. Auch das Filmmuseum in Düsseldorf widmet Andrzej Wajda bis Ende August eine Ausstellung. Prominente Zeugnisse aus seinen Filmen erinnern an ein Œuvre, das von den 1950er-Jahren an die Veränderungen in der polnischen Gesellschaft reflektierte. Die Ausstellung geht auch auf die wechselhafte Biografie Wajdas ein, die sein künstlerisches Ethos stark beeinflusste.

Von Josef Nagel

Trauer, Scham & Ethik des Zeigens: Caligari-Filmpreis für „If Pigeons Turned to Gold“

Die Filmemacherin Pepa Lubojacki begleitet in dem Film „If Pigeons Turned to Gold“ ihren suchtkranken und obdachlosen Bruder mit der Kamera. Während sie seinen körperlichen und psychischen Verfall filmt, stellen sich Fragen nach Scham, Trauer und einer Ethik des Zeigens. Der mit dem Caligari-Preis ausgezeichnete Film legt die Ambivalenz einer medial überformten Gegenwart offen, in der Sichtbarkeit Anerkennung verspricht, aber kaum Schutzräume kennt.

Von Silvia Bahl

Filmkultur News

Filme zu #ichsehewas - Religion

Religion kann vieles sein: eine Quelle existenzieller Sinnfragen, ein Geflecht aus kulturellen Traditionen und Ritualen, ein moralischer Orientierungsrahmen. In unzähligen Ausformungen prägen Konfessionen die Alltagserfahrung fast aller Menschen. Auch und vor allem in jungen Jahren, weshalb religiöse Elemente im Kinder- und Jugendfilm einen besonderen Platz haben. Eine Auswahl einschlägiger Filme, die sich mit dem Thema Religion im Kinder- und Jugendfilm auseinandersetzen. 

Work in Progress: Arbeit im Dokumentarfilm

Am 15. und 16. Januar fand im Filmhaus Köln ein von der dfi – Dokumentarfilminitiative organisiertes Symposium statt, das sich unter dem Titel „Work in Progress“ mit der Darstellung von Arbeit im Dokumentarfilm und mit der Arbeit im Kontext des Dokumentarfilms selbst auseinandersetzte. Neben historischen Persepktiven ging es dabei unter anderem um die filmische Auseinandersetzung mit Digital-Arbeit sowie um die Herausforderungen, die sich angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen stellen.

Von Eva Königshofen

Die 76. Berlinale geht an den Start

Heute Abend startet die 76. Berlinale mit dem Film "No Good Men" von der in Hamburg lebenden Regisseurin Shahrbanoo Sadat. Die internationale Jury wird von Wim Wenders geleitet. Das deutsche Kino ist mit drei neuen Werken von Angela Schanelec, Eva Trobisch und İlker Çatak im Wettbewerb vertreten. Die Eröffnungsveranstaltung beginnt um 19.00 Uhr und wird live auf YouTube gestreamt.

Von Jörg Gerle

Unangepasste Held:innen - Die 61. Solothurner Filmtage

Bei den 61. Solothurner Filmtagen standen Filme mit einem besonderen Augenmerk auf historischen Aufarbeitungen und Geschichten über Menschen im Zentrum, die gegen den Strom schwimmen. Als bester Film wurde „Qui vit encore“ von Nicolas Wadimoff ausgezeichnet; geehrt wurde auch der Filmjournalist Michael Sennhauser, für sein langjähriges Engagement, aber auch als Vertreter eines unabhängigen Journalismus.

Von Irene Genhart

Die Vergangenheit - unvorhersehbar - Vorschau auf Filmausstellungen 2026

Die für 2026 angekündigten Ausstellungen über Filmschaffende oder interessante Kapitel der Filmgeschichte versprechen einen ereignisreichen Jahrgang. Darunter befinden sich eine Hommage auf Wim Wenders, Ausstellungen zu 80 Jahre DEFA und dem queeren Kino, sowie Einzelschauen zu Marilyn Monroe, Hedy Lamarr, Andrzej Wajda, Orson Welles und Miguel Gomes. Eine Vorschau auf nationale wie internationale Events.

Von Josef Nagel

Filme in schwierigen Zeiten - Das 47. Max Ophüls Preis Festival 2026

Viele Filme des 47. Max Ophüls Preis Festival in Saarbrücken drehten sich um gefährliche gesellschaftliche Zuspitzungen, die oft in Gestalt satirisch-poetischer Dystopien durchgespielt wurden. Der Hauptpreis ging an das Drama „Gropiusstadt Supernova“ von Ben Voit; die Ökumenische Jury zeichnete „Wovon sollen wir träumen“ von Milena Aboyan und Constantin Hatz aus.

Von Wolfgang Hamdorf

Die 38. Europäischen Filmpreise

Am 17. Januar 2026 wurden in Berlin die Europäischen Filmpreise 2025 vergeben. Erstmals fand die Gala nicht im Dezember, sondern Anfang des kommenden Jahres statt, mitten in der Preisverleihungssaison, kurz vor Bekanntgabe der „Oscar“-Nominierungen. Das soll zu mehr medialer Aufmerksamkeit führen. Große Gewinner waren die Filme „Sentimental Value“ von Joachim Trier mit sechs Preisen und „Sirât“ von Óliver Laxe, der fünf Preise auf sich vereinte.

Von Jörg Taszman

Romy Schneider – Ich bin nicht mehr Sissi

Der französische Comicautor Stéphane Betbeder hat zusammen mit dem Zeichner Rémi Torregrossa eine Comic-Biografie von Schauspiel-Star Romy Schneider vorgelegt, die auf die späten 1950er- und die 1960er-Jahre und Romys Bestrebungen fokussiert, das „Sissi“-Image loszuwerden und sich als Charakterdarstellerin zu etablieren. Dabei geht es primär um die schauspielerische Arbeit, Privates wie die Liaison mit Alain Delon fließt nur ein, wo es unmittelbar damit zusammenhängt.

Von Christian Meyer-Pröpstl